27.01.2011 - 5 Ermittlung und Bewertung der Potentiale für Koo...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Herr Dr. Bleicher berichtet über die Ergebnisse der Gespräche  über Kooperationen zwischen den Theatern Dortmund und Hagen.

(Der Bericht wird als Anlage 2 dem Protokoll beigefügt.)

 

Zusammenfassend hält er fest, dass in den untersuchten Bereichen nicht mit nennenswerten finanziellen Einsparungen zu rechnen ist, sondern es seien eher Mehrausgaben zu erwarten. Man hoffe sehr, dass das Land die Städte bei den von den Theaterleitungen Hagen und Dortmund beschlossenen Kooperationsprojekten entsprechend unterstützen werde.

 

Weiterhin sei man  mit dem Kultursekretariat  NRW und den Bühnen Bochum, Essen, Gelsenkirchen und Oberhausen zusammengekommen, um eventuelle Kooperationen im nichtkünstlerischen Bereich auszuloten. Nach einer Ausschreibung im letzten Jahr haben die Firmen Culture Concepts und ICG-Kulturplan den Auftrag bekommen, ein Gutachten zu erstellen, das im Frühjahr 2011 vorliegen soll. Dabei sollten die Potenziale der Felder Gebäudemanagement, Marketing, Teilbereiche der Verwaltung und Werkstätten ermittelt und dann entsprechend vorgestellt werden. 

 

Vor dem Hintergrund des Gesprächs mit der Ministerin in dieser Woche sei es sehr wichtig, diese Dinge weiter zu verfolgen, denn entgegen aller Hoffnungen wurde vom Land  für alle 17 Theater in NRW lediglich eine Förderung von 4,5 Mio. Euro angeboten.

Um Kriterien festzulegen, wie diese 4,5 Mio. Euro aufgeteilt werden sollen, wird eine ständige Theaterkonferenz eingerichtet, die sich aus den Oberbürgermeistern, Kulturdezernenten und Intendanten – aber auch aus Vertretern des Landes zusammensetzen soll. Eine wichtige Fragestellung sei auch, inwieweit die Kommunalaufsicht den Städten erlaubt, den Theatern weiterhin Geld zur Verfügung zu stellen. Eine erste Runde solle relativ kurzfristig einberufen werden.

 

Herr Hilchenbach ergänzt, man habe auch über Kooperationen der Orchester gesprochen, dabei sei z.B. über einen gemeinsamen Aushilfenpool nachgedacht worden und auch darüber, bestimmte Konzerte auszutauschen. Allerdings seien diese Gespräche noch nicht zu Ende gebracht worden, weil Herr Ludwig nicht teilnehmen konnte.

 

Zu den Gesprächen mit der Landesregierung könne er sagen, dass es noch keinen genauen Zeitplan gebe, man wolle sich aber rasch zusammensetzen, um die angesprochene Theaterkonferenz zu bilden.

Für den Zuschuss des Landes in Höhe von 4,5 Mio. Euro seien die Intendanten sehr dankbar, diese Summe sei jedoch ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Verteilung dieser Fördermittel wurde noch nicht festgelegt.

 

Herr Röspel berichtet, dass sich auf Initiative der CDU-Fraktion die Fraktionsgeschäftsführer wegen der negativen Signale aus Düsseldorf zusammengesetzt haben, um eine gemeinsame politische Resolution zu erarbeiten. Der Zeitplan habe es nicht zugelassen, diese Resolution bereits heute im KWA zu verabschieden. Er bittet alle Kulturpolitiker der Fraktionen mit dafür zu sorgen, diese Resolution in der nächsten Ratssitzung zu verabschieden. Dadurch wolle man Düsseldorf nachdrücklich darauf hinweisen, dass Hagen eine nachhaltige Förderungszusage benötige.

 

Herr Söhnchen erinnert, es sei ein schriftlicher Abschlussbericht von Culture Concepts avisiert worden. Er möchte wissen, wann damit zu rechnen ist.

Nun habe er gerade gehört, es gehe mit fünf anderen Kommunen in eine weitere Gesprächsrunde. Aus den Erfahrungen mit den Gesprächen mit Dortmund hätte man möglicherweise auch noch das eine oder andere aus politischer Sicht mit einbringen können.

 

Er fragt, wie hoch die Kosten für die beiden von Herrn Dr. Bleicher angesprochenen Gutachten sein werden.

Die von Herrn Dr. Bleicher vorgestellten Kooperationsprojekte hält er für lobenswert, sie führen jedoch definitiv zu Mehrarbeit und damit auch zu Mehrkosten.

 

Aus Sicht von Herrn Dücker geht es bei den geschilderten Kooperationsgesprächen nicht um einen strukturellen Zuschuss, sondern um die Förderung bestimmter Highlights. Er befürchtet, man drehe sich im Kreis und die Zeit laufe weg. Daher schlägt er vor, endlich Fakten zu setzen und zum Eigenbetrieb und damit zur Selbstständigkeit des Theaters zu kommen.

Gleichzeitig müsse diskutiert werden, wie hoch denn die Summe sein soll, die man dem Theater zugestehen möchte. Man müsse den Mut haben, Fakten zu benennen.

 

Er warnt davor, die Kooperationen als Allheilmittel anzusehen und erinnert an die Fusionsbemühungen seinerzeit mit den Theatern Dortmund und Wuppertal.

Wegen des Zeitdrucks schlägt er vor, möglichst im nächsten Vierteljahr eine Projektgruppe zu bilden, die sich mit der Installierung einer gGmbH und mit einem Etatentwurf für das Theater beschäftigt.

 

Herr Asbeck ist über das Ergebnis der zuvor groß angekündigten Unterstützung durch das Land  sehr enttäuscht und besorgt. Es gehe in keinem einzigen Punkt richtig weiter. Durch die zugesagten 4,5 Mio. Euro würde seiner Meinung nach wieder die Eventkultur gefördert, was dem Theater aber nicht helfe, sondern Mehrarbeit bedeute.

Das Theater brauche eine kontinuierliche Förderung im Hinblick auf die Aufgabenstruktur.

 

Zudem gebe es für Städte, die der Haushaltskonsolidierung unterliegen, nicht das geringste Anzeichen aus Düsseldorf, welche Wege es geben könnte, die so wichtigen Theater aufrecht zu erhalten. Auch Städte, die der Haushaltskonsolidierung unterliegen, sollten in die Lage versetzt werden, das Grundkulturangebot sicherzustellen. Er begrüße die Initiative des Rates sehr, eine gemeinsame Resolution an das Land zu richten. Er bittet, die Diskussion um die Theaterresolution nicht nur auf die Fraktionen zu beschränken, sondern auch den Theaterförderverein mit einzubeziehen.

 

Ihn interessiert, wie es erreicht werden kann, das Theater zumindest in nächster Zeit auf eine sichere Basis zu stellen. Möglicherweise müsste ein einheitlicher Ratsbeschluss gefasst werden, dass die Stadt Hagen an ihrem Theater in einer bestimmten Rechtsform festhalten wolle. Die ständig neuen Diskussionen müssten ein Ende haben. Er wünscht sich von der Verwaltung einen mit Düsseldorf abgestimmten Zeitplan um endlich weiterzukommen.

 

Herr Fritzsche erinnert, es sei ja für die März-Sitzung des KWA eine Vorlage zur Rechtsformänderung in Aussicht gestellt worden.

Er hält es neben allen anderen angesprochenen Maßnahmen für genauso wichtig, sich zum Theater in seiner jetzigen Struktur und zu einem bestimmten Budget zu bekennen und dann auch dazu zu stehen.

 

Frau Nigbur-Martini fragt, nach welchen Kriterien die Kommunen, mit denen man Gespräche geführt hat, ausgesucht wurden. Sie hält es für problematisch, mit notleidenden Kommunen zu verhandeln, die selbst in ihrer Kulturlandschaft zu kämpfen haben.

 

Herr Dr. Bleicher sagt zu, die schriftliche Auswertung von Culture Concepts für das Protokoll zur Verfügung zu stellen.

Die Ergebnisse des Gutachtens sind für das Frühjahr 2011 angekündigt worden, daher habe man die März-Sitzung des KWA dafür anvisiert. Das zweite Quartal könne dann genutzt werden, um grundsätzliche Fragestellungen, wie die Ausrichtung des Theaters, zu diskutieren.

Herr Dr. Bleicher schlägt vor, einen Arbeitskreis einzurichten, der aus den kulturpolitischen Sprechern der Fraktionen bestehen könnte, um bestimmte Dinge vorzudiskutieren und sie dann innerhalb des Kulturausschusses breiter zu erörtern.

 

Derzeit offen sei die Zeitschiene für die Theaterkonferenz gemeinsam mit dem Land. Wenn die Rahmenbedingungen in Hagen feststehen und man eine Abstimmung mit dem Land gefunden habe, könne man auf die anderen Kommunen im Umland zugehen.

 

Auf die Frage von Frau Nigbur-Martini antwortet Herr Dr. Bleicher, es gebe in den Kommunen im Ruhrgebiet fast nur noch notleidende Kommunen und Theater. Die Initiative sei von diesen Häusern selbst ausgegangen. Das Gutachten werde von den Theatern  mit einem relativ kleinen Betrag finanziert. Der noch offen bleibende Rest solle dann vom Kultursekretariat NRW getragen werden.

 

Herr Dr. Fischer regt an, erst einmal alle Gespräche zu Ende zu bringen und dann hier im KWA zu berichten. Er möchte aber festhalten, möglichst auch Wuppertal in die Überlegungen mit einzubeziehen. Seinerzeit seien die Theater Dortmund und Wuppertal „Bundesliga“ gewesen und man habe nicht gerne mit Hagen verhandeln wollen. Das sehe aber mittlerweile ganz anders aus.

Er regt an, zu überlegen, ob es nicht eine Art Metropolbildung der Theater Remscheid, Solingen, Hagen und Wuppertal  geben könne.

 

Herr Hilchenbach ergänzt, die Schwierigkeit liege darin, dass neben gemeinsamen Bemühungen und Anstrengungen jedes Theater noch selber Initiativen ergreife und verschiedene Gutachten in Auftrag gebe. Alle Theater haben sich insgesamt sehr bemüht, sämtliche Möglichkeiten auszuschöpfen.

 

Herr Röspel betont, das Theater Hagen habe in den letzten Jahren Auszeichnungen erhalten, die beweisen, dass man zur ersten Liga zähle und insofern könne man auch selbstbewusst in die Gespräche mit anderen Theatern einsteigen.

 

Er möchte die Anregung von Herrn Dr. Bleicher, eine Begleitgruppe aus den kulturpolitischen Sprechern der Fraktionen zu bilden, noch einmal aufgreifen. Durch die Bildung eines solchen Kreises könne der KWA die gesamte Entwicklung der Diskussionen mit begleiten und sich informieren und austauschen. Vielleicht könne sich ja eine neue Zusammenarbeit zwischen Hagen und  Wuppertal ergeben.

 

 

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Beschluss:

Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss nimmt den mündlichen Bericht zur Ermittlung und Bewertung der Potentiale für Kooperationen zwischen dem Theater Dortmund und dem Theater Hagen zur Kenntnis.

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Abstimmungsergebnis:

x

 Zur Kenntnis genommen

 

Dafür:

 15

Dagegen:

 0

Enthaltungen:

 0

 

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