28.06.2011 - 5 Aktueller Stand Kindertageseinrichtungen
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5
- Sitzung:
-
Sitzung des Jugendhilfeausschusses
- Gremium:
- Jugendhilfeausschuss
- Datum:
- Di., 28.06.2011
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Steuber erklärt, dass
er sich zum Thema KiBizänderungsgesetz in der heutigen Sitzung nicht äußern
wolle, da das Gesetzgebungsverfahren in vollem Gange sei.
Er berichtet von einem Projekt der KB Schmiedetechnik in Form eines
Betriebskindergartens im Industriegebiet Lennetal. Der Investor plane einen
Neubau zu errichten. Es handele sich um ein einzigartiges Projekt mit
Modellcharakter. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stehe hier im
Vordergrund. Es sei geplant, eine therapeutische Praxis und ein ärztliches
Behandlungszimmer zu integrieren. Als Betreiber des Kindergartens sei die
Arbeiterwohlfahrt ausgewählt worden.
Die Verwaltung befinde sich zurzeit in Gesprächen mit dem
Landesjugendamt.
Die Angelegenheit werde positiv bewertet.
Die Firma werde eine Bedarfabfrage mit Begleitung der Hagen Agentur mit
den im
Lennetal ansässigen Firmen durchführen.
Das Landesjugendamt stelle die Betriebserlaubnis aus und die Verwaltung
sei im Rahmen der Jugendhilfeplanung eingebunden. Für die Stadt Hagen sei der Ausbau Ü-3
erklärtes Ziel. Im Moment sei man dabei, die noch offenen Fragen zu klären.
Herr Dr. Schmidt stellt
die Frage in den Raum, ob grundsätzlich der Standort für einen Kindergarten in
einem Industriegebiet sinnvoll sei.
Herr Strüwer fasst die
Fakten noch einmal zusammen. In Zukunft werde die Nachfrage nach
Kindergartenplätzen sich verstärken, zumal sich einzelne Träger als Betreiber
möglicherweise zurückziehen würden. Vor dem Hintergrund, dass die Stadt auf den
Bedarf reagieren müsse, stelle sich die
Frage nach dem Standort oder der Einbeziehung in die Kindergartenbedarfsplanung
seines Erachtens nicht. Klar sei, dass bestimmte Emissionswerte eingehalten
werden müssten. Auch eine angemessene finanzielle Beteiligung des Trägers müsse
eingefordert werden. Er ermutige die Verwaltung, das Projekt mit Vehemenz und
Engagement voranzutreiben und positiv zu begleiten.
Herr Dr. Schmidt ist der
Meinung, dass es wichtig sei, die folgenden Fragen zu stellen.
Ist der Standort unter den bestehenden Emissionsbedingungen geeignet?
Was wäre in dem Fall, wenn die Hälfte der Kinder von auswärts käme. Wer
sei dann zahlungspflichtig? Diese Fragen müssten einvernehmlich geklärt werden.
Wenn die Fragen geklärt seien, gehe er davon aus, dass dem Projekt nichts mehr
im Wege stünde.
Herr Steuber macht
deutlich, dass für den Fall, dass der Trägeranteil vom Träger nicht finanziert
würde, weil die Kinder nicht aus diesem oder den benachbarten Betrieben
stammten, ein Ratsbeschluss und die Zustimmung der Bezirksregierung erforderlich
würden. Das müsse in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden.
Herr Schurgacz erklärt,
dass er es erfreulich fände, wenn sich Unternehmen auf diesem Gebiet
engagierten. Man müsse jedoch dabei bedenken, dass Kinder in einem Sozialraum
aufwüchsen. Ein Industriegebiet sei in der Regel kein Sozialraum, den man sich
wünsche. Für Kinder sei es wichtig, in dem Gebiet in den Kindergarten zu gehen,
in dem sie wohnten. Man habe die Erfahrung gemacht, dass Betriebskindergärten
in den ersten Jahren sehr gut florierten. Wenn die Eltern genau diese
Problematik erkennen würden, würden sie für ihre Kinder dann doch lieber die Angebote vor Ort nutzen. Dann sei die
Nachfrage im Betriebskindergarten nicht mehr in dem Umfang gegeben. Wichtig sei
auch das Alter der Kinder. Bei einer Einrichtung für unter Dreijährige halte er
einen Betriebskindergarten für sinnvoll.
Herr Reinke möchte wissen,
ob es zur Kindertageseinrichtung Jungfernbruch neue Informationen gebe.
Herr Dr. Schmidt führt
aus, dass es seine fachliche Meinung sei, dass man alles dransetzen solle, den
Kindergarten in die Grundschule zu integrieren. Man habe bereits gewisse
Beteiligungen in der Schule durchgeführt. Man sei dort nicht auf großes Entgegenkommen
gestoßen. Seines Erachtens sei das für die demographische Entwicklung eines der
Modelle, was auch für andere Standorte die künftige Praxis sein sollte. Es
werde auch eine Empfehlung der Schulentwicklungs- und der Kindergartenplanung
sein, dort, wo es möglich sei und Kosten spare, Einrichtungen zusammenzulegen.
Man werde jetzt die Beschlüsse zur Kindergartenbedarfsplanung und Schulentwicklungsplanung
abwarten und dann eine entsprechende Vorlage starten. Der Gutachter sei der
Meinung, dass die bisher kalkulierten Kosten von einer Million Euro deutlich
runter zu fahren seien. Wenn sich das so bestätige, werde man dem Ausschuss
diesen Vorschlag unterbreiten. Man habe allerdings für die Einrichtung
Jungfernbruch noch 2-3 Jahre Zeit.
