16.12.2004 - 4 Vorschlag der SPD-Fraktion zur Tagesordnung gem...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 16.12.2004
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- AdR Amt des Rates
- Bearbeitung:
- Burkhard Wehner
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Weber erinnert
daran, dass der Rat der Stadt vor mehr als zwei Jahren beschlossen habe, die
Fehlbelegungsabgabe in bestimmten Bereichen abzusetzen. Die Verwaltung habe die
Mitglieder des Rates zwischenzeitlich immer wieder informiert, in dieser
Angelegenheit nicht weiter zu kommen. Die Bezirksregierung habe jedoch
angeboten, erneute Überlegungen über eine Befreiung in den vom Rat
vorgeschlagenen Wohnbereichen anzustellen. Vor dem Hintergrund steigender
Wohnungsleerstände möchte Herr Weber über den Stand der Gespräche
zwischen Verwaltung und der Bezirksregierung informiert werden.
Herr Grothe betont die,
trotz der von Herrn Weber angedeuteten Gesprächsbereitschaft der
Bezirksregierung, grundsätzliche Ablehnung des Landes, die Fehlbelegungsabgabe
generell abzuschaffen. Er weist darauf hin, dass die Verwaltung mit den
örtlichen Wohnungsbauunternehmen eine Reihe von Gesprächen geführt habe, mit
dem Ziel, in den Stadtteilen Möglichkeiten neuer Wohnbebauung zu erörtern und
ein Instrumentarium innovativer Konzepte zu arbeiten. Es sei beabsichtigt,
gemeinschaftlich einen Wohnungsmarktbericht vorzustellen, der u.a. auch die
demographische Entwicklung berücksichtige. Herr Grothe macht in diesem
Zusammenhang auf die Förderung des Landes aus dem Programm Stadtumbau West
aufmerksam, an dem sich die Stadt Hagen beteilige. Er vertritt die Auffassung,
mit dem derzeitigen Vorgehen kurzfristig greifbarere Ergebnisse erzielen zu
können, als auf eine Abschaffung der Fehlbelegungsabgabe zu setzen.
Herr
Gerbersmann begrüßt die von der Verwaltung ergriffenen
städtebaulichen Initiativen und das Engagement der Eigentümer und
Wohnungsbaugesellschaften zur Verbesserung der Wohnqualität, gibt jedoch zu
bedenken, dass die Fehlbelegungsabgabe Teile dieser Aktivitäten in Frage
stelle. Er halte es für ausserordentlich hilfreich, wenn sich die
Landesregierung in Bereichen, in denen die soziale Durchmischung zu kippen
drohe, beweglicher zeigen würde. Es sei nicht einzusehen, dass die Kommune bei
dem geschilderten Engagement der Grundstückseigentümer warten müsse, bis eine
eindeutige Verschlechterung der Situation eingetreten sei, die nur schwer
wieder umzukehren sei.Herr Gerbersmann bittet die Verwaltung, erneut
Gespräche mit der Bezirksregierung aufzunehmen, um die in früheren Gesprächen
gemachten Äußerungen zu hinterfragen und auf die inzwischen vorzuweisenden
Erfolge städtebaulicher Initiativen hinzuweisen. Ziel müsse es sein, die Landesregierung
zum Einlenken in der Frage der Fehlbelegungsabgabe zu bewegen.
Herr Weber unterstützt
die zwischenzeitlich ergriffenen städtebaulichen Initiativen, erinnert in
diesem Zusammenhang jedoch an den Beschluss des Rates, durch den die Verwaltung
beauftragt worden sei, in Verhandlungen mit Bezirks- und Landesregierung eine
Änderung bei der Fehlbelegungsabgabe herbeizuführen. Er vertritt die
Auffassung, dass hier dringender Handlungsbedarf geboten sei, da sich die
Leerstände im Bereich des sozialen Wohnungsbaus in den letzten Monaten
drastisch erhöht hätten.
An der
weiteren Diskussion, insbesondere über die in Verbindung mit den Wohnungsgesellschaften
zu erstellenden Nachweise zur Bildung von Wirtschaftseinheiten für den Wegfall
der Fehlbelegungsabgabe bestimmter Wohnblocks, beteiligen sich Herr Asbeck,
Frau Kingreen und Herr Thielmann.
Herr Flebus schlägt eine
Resolution des Rates zur Abschaffung der Fehlbelegungsabgabe vor.
Herr Grothe kündigt
weitere Informationen für die nächste Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses
an. Er vertritt die Auffassung, dass neben der Diskussion um die
Fehlbelegungsabgabe die städtebaulichen Initiativen nicht vernachlässigt werden
dürften.
Herr Weber beantragt,
die Verwaltung aufzufordern, umgehend an dem Problem der Beseitigung der
Fehlbelegungsabgabe in Teilbereichen der Wohngebiete zu sorgen und diesen
Beschlussvorschlag zur Abstimmung zu stellen.
Frau Kingreen führt aus,
dem von Herrn Weber formulierten Beschlussvorschlag nach der vorangegangenen
Diskussion nicht zustimmen zu können, da es ihrer Auffassung nach keine
einfache Lösung des Problems gebe.
Herr Dr.
Ramrath schlägt vor, die Thematik Fehlbelegungsabgabe/Ausgleichsabgabe im
Stadtentwicklungsausschuss weiter zu beraten.
