07.12.2010 - 4 Fortschreibung des Windkraftkonzeptes
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4
- Sitzung:
-
Sitzung des Landschaftsbeirates
- Gremium:
- Naturschutzbeirat
- Datum:
- Di., 07.12.2010
- Status:
- öffentlich (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Martin Bleja
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Bleja stellte den Tagesordnungspunkt vor. Aus der Sicht des
Fachbereiches Stadtentwicklung und Stadtplanung und aus der Sicht des örtlichen
Energieversorgers, hier vertreten durch Herrn Moos von der Mark-E, erfolgte
eine umfassende Einführung in das Thema mit Unterstützung einer virtuellen Bildpräsentation.
Diese Präsentation wird auf Wunsch des Beirates dem Protokoll als Anlage
beigefügt.
In Erwartung einer neuen Rechtslage (Neufassung des WKA Energieerlasses
von 2005) zur Forcierung der Windkraftenergien gehe die Hoffnung auf die
Ausweitung der Standortsuche auf Waldflächen einher, hier auf Kyrill-
geschädigten Flächen, erscheine die Zeit gereift für Überlegungen, die
bisherigen 10 WKA mit einer Gesamtenergiebilanz von ca. 10,3 MW in Hagen durch die
Entwicklung weiterer konzentrierter Standorte (bis 2020 ein Ausbau der
erneuerbaren Energien von 3 auf 15%) zu ergänzen.
Dies bedeute eine Überarbeitung der vorbereitenden Bauleitplanung und Neufassung
des bisherigen Ratsbeschlusses (keine weiteren WKA, Höhenbegrenzung, Waldabstände
etc.) zur Anpassung an neueste Entwicklungstrends. Dies sei jedoch nur im
Rahmen eines Gesamtkonzeptes zu konzentrierten Standorten mit Ausschluss von
Einzelgenehmigungen möglich.
In der anschließenden engagierten Diskussion sind auch in Erkenntnis globaler Aspekte kritische Beiträge und
Fragen zur Standortsuche in Hagen und zur Wirkung auf den Menschen, auf die Natur
und die Lebensräume von Tieren und Pflanzen geäußert worden. Schwerpunkte der
Diskussion bildeten die aktuelle Klimapolitik und die Erfüllung des
Energiewirtschaftsgesetzes (siehe Vortrag), die anstehende Änderung des Windkraftenergie-
Erlasses, die notwendige Aufstockung der bisher durch den Rat begrenzten Nabenhöhe,
Rückbauverpflichtung nach Beendigung der Laufzeit oder Repowering (effektive,
technische Weiterentwicklung und Austausch alter Anlagen), negative Nebeneffekte
von WKA wie Geräusche, Schattenwurf und Eiswurf, Aspekte von Art und Umfang der
Kompensationsmaßnahmen wie auch die temporären Eingriffe, Konflikte, die durch
den Standort Wald entstehen, Gefährdung von Großvögeln und deren Berücksichtigung
bei der Planung ( hier z.B. Schwarzstorch, Tag- und Nachtgreife), Wirkung auf
andere Tiere wie Singvögel oder Fledermäuse, Wirkung auf die Vogelzüge, Wirkung
der WKA auf das Wild, Landschaftsbildaspekte, pekuniäre Aspekte bzw. Ausklammerung
von Wirtschaftsinteressen einzelner Unternehmen, Alternativen zur Windkraft wie
der Ausbau anderer erneuerbarer Energiequellen, z.B. Wasserkraft, Solar- und
Photovoltaikanlagen, Erdwärme, Biomasseverstromung, Biogasanlagen usw.
Herr Moos stellt die Vor- und Nachteile dieser Alternativenergien heraus,
favorisiert für den Standort Hagen jedoch die Windkraft.
Herr Wack stellt die Wichtigkeit des Ökosystems „Wald“ heraus
und den Auftrag des Regionalforstamtes, die Nachhaltigkeit des Waldes zu
sichern. Die Windkraftanlagen im Wald seien diesem Ökosystem nicht zuträglich.
Er richtete zudem eine Bitte an die Naturschutzverbände, die dem
Regionalforstamt zugrundeliegenden raumbezogenen Daten über das Vorkommen von gefährdeten
Großvogelarten (Schwarzstorch, Wespenbussard, Rotmilan, Uhu etc.) durch
aktuelle Erkenntnisse zu vervollständigen.
Herr Dr. Hülsbusch stellte den Antrag zur Abstimmung, keine neuen
Vorranggebiete für WKA zu entwickeln. Die erfolgte Abstimmung ( 5 Stimmen dafür,
5 Stimmen dagegen, 4 Enthaltungen) führte jedoch zu einer Ablehnung.
Herrn Dr. Hülsbusch regte eine gemeinsame Besichtigung der
Biomasseverstromungsanlage der Mark-E in Bathey an. Dies wurde begrüßt und die
Verwaltung um Terminvereinbarung gebeten.
Herr Riegel beendete die Diskussion mit dem Hinweis, dass noch viele
Fragen offen geblieben seien.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
281,4 kB
|
