26.10.2010 - 5 Barmer Teich
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5
- Sitzung:
-
Sitzung des Landschaftsbeirates
- Gremium:
- Naturschutzbeirat
- Datum:
- Di., 26.10.2010
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Freier liest ein von ihm verfasstes Schreiben zum Tagesordnungspunkt
„Barmer Teich“ vor. Dieses Schreiben wurde anschließend zu
Protokoll gegeben und an die Mitglieder des Landschaftsbeirates verteilt.
Herr Thiel fragt, ob die geforderte Entschlammung des Barmer Teiches
bereits geschehen sei?
Herr Riegel erinnert zum Vortrag Herrn Freiers an den Fragenkatalog von
Herrn
Meilwes, der dem Protokoll beigefügt war. Herr Dr. Rahmann bestätigt dies,
weist jedoch darauf hin, dass die von Herrn Freier aufgeführten Fragen auf
anderen Gebieten weiter gingen und darüber geredet werden müsse. Die
Grundwasserabsenkung habe beispielsweise großräumigen Charakter. Um auf dem
Laufenden zu bleiben, ist er der Meinung, dass die Verwaltung bis zur nächsten
Sitzung die beiderseitigen Fragen beantworten sollte. Im Hinblick auf das
Verfahren zum Steinbruch Hohenlimburger Kalkwerke (HKW), das bis zum Jahresende
zu entscheiden sei, fragt er die Verwaltung, wann denn ein Entscheidungszwang
vorläge. Er möchte auf keinen Fall erleben, dass der Beirat durch derartige
Entscheidungszwänge „überrollt“ wird. Die nächste Sitzung fände
erst am 7. Dezember statt. Aus der Sicht der Entscheidung für Natur- und Landschaftsschutz
sei eine weitere Vertiefung des Bruches abzulehnen. Als sichere Bewertung des
Verfahrens mit Hilfe sachgerechter Argumente und Bedenken des Beirates sei die
rechtzeitige Beteiligung des Gremiums unabwendbar. Er fragt, wie denn die Zeitskala
des Verfahrens aussehe?
Herr Rosenbaum- Mertens möchte in diesem Zusammenhang wissen, ob die
anfangs bemängelte Vollständigkeit der Analysedaten noch rechtzeitig zur Auswertung
vorgelegt werden könnte?
Herr Dr. Hülsbusch möchte wissen, ob der Fragenkatalog an andere Stellen
und Behörden versendet wurde. Er weist darauf hin, dass nicht, wie es hieß,
Herr Dr. Rahmann sondern er stellvertretender Koordinator der LNU sei und Herr
Dr. Rahmann stellvertretendes Mitglied des Landschaftsbeirates. Herr Dr.
Rahmann verspricht die Richtigstellung.
Herr Dr. Braun beantwortet die vorangegangenen Diskussionspunkte. Bezüglich
der aufgeworfenen Fragestellungen stellt er fest, dass aus Sicht von Natur und
Landschaft sich zwei Standpunkte bildeten, einem enger an Fakten orientierten
Verfahrensablauf (er deutet auf den Fragenkatalog von Herrn Meilwes hin) und den
überwiegend auf Vermutungen gestützten Einwänden Herrn Freiers zu Auswirkungen im
Großraum Hagens, was den sachlich und rechtlich begrenzten Kreisbogen des
Verfahrensthemas überschreite. Um das inzwischen vorliegende Gutachten auszuwerten
und die Planfeststellung aufzubereiten, müsse für die Mitarbeiter Zeit und Raum
hierzu gegeben werden. Die Beantwortung der Fragen sei erst nach Ablauf des Verfahrens
sinnvoll und heute noch zu früh. Er stütze die Strategie, die Planfeststellung
voranzutreiben, anstatt sich um die Beantwortung rechtlicher Fragen zum
derzeitigen Abbau im Steinbruch zu streiten.
Die umfassende Beantwortung des Fragenkataloges, vorgelegt durch das
Bündnis 90 „Die Grünen“, mit rechtlichen Fragen zum laufenden
Betrieb des Steinbruches sei noch heute im Verwaltungsvorstand unterzeichnet
worden und könne in der nächsten Beiratssitzung vorgestellt werden.
Auf eine weitere Anfrage des Herrn Meilwes zur Straßenentwässerung der B7
in den Quelltümpel des Barmer Teiches, gab Dr. Braun an, in Kürze Gespräche mit
dem Landesbetrieb Straßenbau zu führen. Dies sei aber vom Verfahren Rheinkalk
abzukoppeln.
Herr Bögemann beantragt, die Sitzungen des Beirates mit dem Thema
Verfahren Rheinkalk nicht mehr zu belasten, sondern wegen des Umfanges, Diskussionen
in einer Sondersitzung zu behandeln.
Herr Riegel entgegnet, das Thema müsse öffentlich gerecht behandelt
werden. Dr. Rahmann ergänzt dazu, angesichts des Entscheidungstermins bis Ende Dezember/ Anfang 2011 bis zu einer
Sondersitzung noch hinreichend Gelegenheit zu bekommen, die noch offenen Lücken
zu schließen und zu einer Entscheidung zu kommen. Es fehle dazu die Bekanntgabe
des Gutachtens „Barmer Teich“ und die Bewertung der Auswirkung der großräumigen
Grundwasserabsenkung, welche s.E. die Grundlage einer fatalen Entwicklung für
spätere Generationen bilde. Mit der Stützung des Barmer Teiches fehle eine
wichtige Datenquelle für die Grundwasserabsenkung. Mit der Akteneinsicht im Umweltamt
seien von ca. 20 bekannten Grundwassermessstellen die Analysedaten von nur 9
Messstellen offen gelegt worden. Trendaussagen (Regressionsgeraden der Grundwasserlinie)
seien so nicht möglich. Die beantragten Sümpfungsmengen von Rheinkalk von bis
zu 6 Mio. Kubikmetern jährlich entsprächen der 3-fachen Wassermenge der Hasper
Talsperre. Obwohl der Beirat nur ein Beratungsgremium sei und
offensichtlich politische Interessenslagen
dominierten, hege er die Hoffung, Schlimmeres
verhüten zu können.
Dr. Braun erklärt wiederholt die Absicht, den Landschaftsbeirat in die Beratungsabfolge
der Gremien einzubinden. Die Angst, sich nicht rechtzeitig Gehör verschaffen zu
können, sei unbegründet.
Herr Dr. Rahmann begründet sein Engagement mit der Absicht, den
nachfolgend beratenden Gremien die Angelegenheit so transparent wie möglich zu
gestalten.
Herr Riegel wünscht sich die Anerkennung
der Kompetenz des Beirates.
Herr Wack ruft auf, die bisherigen Daten nicht als „Geschütz“
gegen mögliche Versäumnisse der Verwaltung zu verwenden sondern konstruktiv mit
dem Betreiber ein Messdatennetz herzustellen, das zukünftige Lücken schließe.
Herr Thiel regt an, das Abzweigen der Straßenabwässer in den Barmer Teich
mit Krötendurchlässen zu verbinden.
Nachfolgend wird angeregt, eine Sondersitzung noch vor der Sitzung des
Landschaftsbeirates am 7. Dezember durchzuführen.
Herr Dr. Braun empfiehlt, erst wenn das Paket der Planfeststellung
geschnürt sei und damit verwertbare Daten vorlägen, eine Sondersitzung
anzuberaumen.
Herr Dr. Rahmann bittet die Verwaltung, wie oben bereits gesagt, die noch
fehlenden Daten zu liefern. Die Benennungen der in Karten eingezeichneten
Messstellen fehlen.
In einer nachfolgenden Diskussion wird nochmals auf die Aufhellung der
vorliegenden Messwerte Gewicht gelegt und die Verwaltung gebeten, erst dann
eine Sondersitzung zu ermöglichen.
Herr Bögemann erinnert an seinen Antrag, die Diskussion zu beenden.
Abstimmungsergebnis:
8 Stimmen dafür
3 Stimmen dagegen
Anlagen
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1
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(wie Dokument)
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90,5 kB
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