08.09.2010 - 4 Baumfällungen entlang der Knippschildstraße
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4
- Sitzung:
-
Sitzung des Landschaftsbeirates
- Gremium:
- Naturschutzbeirat
- Datum:
- Mi., 08.09.2010
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Heicappell und Herr Böcker erläutern die Maßnahme, die auf
Veranlassung des städtischen Forstamtes an der Knippschildstraße durchgeführt
wurde. Zwischen der Straße und dem Gelände des Friedhofes Loxbaum wurde der Überrest
des Waldes, der nach Erweiterung des Loxbaumfriedhofs verblieben war, aus
Gründen der Verkehrsgefährdung in Richtung des Friedhofgeländes gefällt. Von
den über neunzig gefällten Bäumen hatten zweiundvierzig Versagungssymptome (z.
B. Pilzbefall) und waren abgängig. Die übrigen gesunden Bäume wurden ebenfalls
gefällt, weil ein verbleibender, aufgerissener Restbestand nicht standsicher
und damit stark wurfgefährdet gewesen wäre. In der kommenden Pflanzperiode
sollen entlang der Straße eine Reihe stärkerer Wildkirschen gepflanzt werden.
Die übrige Fläche wird entsprechend einer Waldrandgestaltung mit Bäumen zweiter
Ordnung bestockt.
Unter Beteiligung der Herren Riegel, Meilwes, Heicappell, Borgmeier, Bögemann
und Dr. Kuntze wird vor dem Hintergrund der geltenden Rechtsprechung der hohe
Aufwand zur Erfüllung der Verkehrssicherungspflicht entlang von
Waldaußenrändern erörtert. So müssen die Bäume laut obergerichtlicher
Entscheidung bis zu 30 m in den Bestand hinein, z. T. mittels Einsatz von
Steigern, kontrolliert werden. Bei Vernachlässigung der
Verkehrssicherungspflicht drohen im Schadensfall neben den haftungsrechtlichen
Folgen auch strafrechtliche. Die Sorgen einiger Beiratsmitglieder, dass die Stadt
Hagen ihre gesamten 270 km Waldaußenränder im Laufe der Zeit um 25 m
zurücknimmt, werden von Herrn Heicappell mit der Zusicherung ausgeräumt, dass
jede Maßnahme individuell geprüft und durchgeführt werde. Generell können
jedoch ähnliche Maßnahmen von Seiten der Forstwirtschaft nicht ausgeschlossen
werden. Insgesamt wird von allen Beteiligten die rechtliche Situation als
unglücklich empfunden. Es wird als sinnvoll erachtet, seitens der einzelnen Interessensverbände
entsprechende politische Vorstöße zur Änderung der Situation zu machen. Herr
Wack regt an, ähnlich gelagert Maßnahmen wie an der Knippschildstraße im
Vorfeld miteinander abzustimmen.
