09.02.2010 - 12 Verwaltungsverfahren zur Vertiefung des Steinbr...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 12
- Sitzung:
-
Sitzung des Landschaftsbeirates
- Gremium:
- Naturschutzbeirat
- Datum:
- Di., 09.02.2010
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Einleitend gibt Herr Prof. Dr. Rahmann ein ausführliches Statement zur Problematik
der Grundwasserabsenkung und zur Umkehrung von Grundwasserströmungsrichtungen,
die vermutlich mit der Steinbruchvertiefung Donnerkuhle einhergeht. Anschließend
diskutiert der Beirat unter Mitwirkung der Herren Herrn Riegel, Rosenbaum- Mertens,
Kumbruch, Schuhmacher, Freier, Wack und Bögemann über die möglichen schädlichen
Auswirkungen sowie über die Konsequenzen, die ein behördliches Einschreiten
erforderlich machten. Gegenstand der Diskussion ist außer den befürchteten Schäden
durch Grundwasserabsenkung an Vegetationsgesellschaften und
landwirtschaftlichen Kulturflächen, an Quellen, Bächen, Brunnen und
Trinkwassergewinnungsanlagen eine Verschlechterung der FFH- Gebiete mit seinen
Karstwässern. Dazu stellt Herr Dr. Rahmann eine Tischvorlage zur Verfügung, deren
Inhalt auch Hagener Politikern zugestellt worden sei (siehe Anlage). Weiterhin
wird erwähnt, dass die Eigentümer von Quellen und Brunnen Pflichten zur
Aufrechterhaltung der Wasserhaltung haben, was einer juristischen Bestätigung
bedürfe. Im Zusammenhang damit stehe auch die Klarstellung, wer für die Folgekosten
bei Schäden aufkomme.
Es wird gebeten, zu Protokoll zu nehmen, dass diese Problematiken von der
Behörde erkannt und auf eine höhere Entscheidungsebene zu transportieren sei. Sachkompetente
Institutionen seien einzuschalten.
Es wird ergänzend erwähnt, dass die abnehmenden Niederschläge aufgrund
des Klimawandels Auswirkungen auf das Grundwasser haben dürften. Dies könne am
Beispiel der Studie des Potsdamer Instituts geschehen. Gegenstand der
Diskussion ist auch die von Fa. Rheinkalk beabsichtigte problematische Bohrung
zu tieferen Grundwasserströmen, um mit diesen Wässern die Barmer Teiche zu
stützen.
Herr Dr. Braun bedankt sich für den Vortrag von Dr. Rahmann und weist
darauf hin, dass die Auswirkungen des Steinbruchbetriebes auf allen Ebenen
geprüft werden, aber im erwähnten Fall großklimatische Ereignisse nicht
Gegenstand des Verfahrens seien. Im Planfeststellungsverfahren müssen neben den
naturwissenschaftlichen Aspekten alle Aspekte gebündelt und abgearbeitet werden,
um sie dem Rat vorlegen zu können. Der Steinbruchbetrieb laufe derzeit nach dem
Anzeigeverfahren über das Bundesimmissionsschutzgesetz. In der Beteiligung habe
das Umweltamt den Antrag von Fa. Rheinkalk jedoch zurückgewiesen, da man die
Hauptauswirkungen im Wasserrechtsbereich sehe.
Die Mitglieder des Landschaftsbeirates sprechen sich dafür aus, die
Öffentlichkeit über diese Problematik in Kenntnis zu setzen und ein entsprechendes
Positionspapier zu erarbeiten.
