02.03.2010 - 4 Haushaltsplanberatungen 2010
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4
- Gremium:
- Sport- und Freizeitausschuss
- Datum:
- Di., 02.03.2010
- Status:
- öffentlich (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:05
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Michel spricht die Tischvorlage zum aktuellen Stand der Sportpauschale an. Demnach
sind für das Jahr 2010 Mittel i. H. v. 55.628,- € noch nicht verplant.
Als Zuschüsse für Vereine mit vereinseigenen Anlagen ist ein Betrag von
18.000,- € vorgesehen (s. Seite 38, Transferaufwendungen). Um die Vereine
zukünftig besser stärken unterstützen zu können, muss dieser Bereich ausgebaut
werden.
Herr Michel stellt daher den Antrag, dass aus den noch nicht verausgabten Mitteln
32.000,- € im Bedarfsfall ergänzend für investive Maßnahmen
bereitgestellt werden.
Herr Dr. Fischer dankt der Verwaltung; die neue Art der Darstellung des Haushaltsplanes
ist inzwischen u. a. durch die Erläuterungen gut lesbar und nachvollziehbar.
In den letzten 10 Jahren hat es beträchtliche Verringerungen bei den
Positionen Unterhaltung vereinseigener Sportanlagen, Zuschüsse für vereinseigenen
Anlagen oder Förderung des Breiten- und Leistungssports gegeben, so Herr Dr.
Fischer weiter. Zum Vorjahr gibt es bei den Zahlen jedoch keine
Veränderungen, somit besteht hier kein Diskussionsbedarf.
Im letzen Jahr wurde u. a. bedauerlicherweise festgestellt, dass die
Position für Sportstättensanierung i. H. v. 250.000,- € weggefallen ist.
Dieser Betrag wurde für die Abarbeitung der Prioritätenliste genutzt und sollte,
sobald möglich, wieder eingestellt werden.
Herr Dr. Fischer spricht die Position Aufwendungen für Vereinsschwimmen i. H. v.
270.000,- € an (s. Seite 40) und bittet um Erläuterung des Betrages.
Vereinen mit eigenen Anlagen unter die Arme zu greifen ist immer noch
wichtiges Anliegen des Ausschusses, so Herr Dr. Fischer weiter. Er
bezweifelt jedoch, dass eine Verlagerung der Mittel aus der Sportpauschale für
diesen Zweck einfach machbar ist. Erst wenn es wieder einen genehmigten
Haushalt gibt, kann den Vereinen ohne Beanstandung aus der Sportpauschale
geholfen werden.
Herr Quitter erläutert, dass die Stadt seit Mitte letzten Jahres überschuldet ist. In
diesem Fall gelten besondere gesetzliche Zwangsregelungen. Er verweist auf das
in der Anlage beigefügte Schreiben der Kommunalaufsicht.
Nach Druck des Haushaltsplanes hat es eine Änderung bei der
Mittelverteilung für die Kanu-Slalom-Strecke gegeben. Das Umkleidegebäude
Garenfeld wurde nachträglich in 2010 /2011 aufgenommen. Die Tischvorlage stellt
den aktuellsten Stand der Sportpauschale dar.
Das Schreiben der Kommunalaufsicht ist den Fraktionen bekannt, so Herr
Fritzsche.
Herr Fritzsche möchte wissen, wie die Verwaltung das Schreiben bewertet und ob der Ausbau des Sportplatzes Voßacker nun doch
nicht gesichert ist.
Ebenfalls spricht Herr Fritzsche an, dass die Ämter
haushaltswirksam für 2010 noch Vorschläge einreichen können. Da diese in der
Druckversion noch nicht enthalten sind, möchte Herr Fritzsche wissen,
wie damit verfahren wird.
Dr. Schmidt erläutert, dass die Vorschläge in einer Veränderungsliste aufgenommen und
anschließend im Ausschuss diskutiert werden.
Einer der Vorschläge bezieht sich auf das von Herr Dr. Fischer
angesprochene Thema Hagenbad. Es wird Diskussionen über die Leistungen an
Hagenbad geben; ein Konsolidierungsvorschlag ist bereits unterbreitet
worden.
Die Veränderungsliste wird für den HFA erstellt und geht anschließend in
den Rat, so Herr Quitter. Es gibt keine Veränderungsliste für die
Ausschüsse.
Herr Dr. Schmidt betont, dass die Fachausschüsse ebenfalls informiert werden müssen.
Man ist nicht sicher, wie die Aussagen des Regierungspräsidenten
letztlich zu bewerten sind, so Herr Dr. Schmidt weiter. Er geht jedoch
davon aus, dass die im vergangenen Jahr gefassten Beschlüsse Bestand haben.
Aus dem Schreiben ist aber auch deutlich erkennbar, dass zukünftig mit
der Sportpauschale anders umgegangen werden muss, so Herr Dr. Schmidt
weiter.
Zum Thema der fehlenden 250.000,- € für die Sportstättensanierung
erläutert Herr Dr. Schmidt, dass die GWH in 2010 aus lfd. Bauunterhaltung
703.267,- € für Sportanlagen ausgibt.
Der SSB hat sich bei seiner letzten Klausurtagung ebenfalls mit der
Finanzsituation auseinander gesetzt, so Herr Thieser. Die Umsetzung der
bisher gefassten Beschlüsse im Ausschuss wird ausdrücklich begrüßt und ist im
Haushaltsplan auch vorgesehen.
Auf absehbare Zeit wird es keinen Geldsegen geben. Daher wird man mit den
Vereinen diskutieren, wie man den Sport aus eigener Kraft nach vorne bringen
kann. Staatlicherseits kann nicht mit großen Zuschüssen gerechnet werden.
Intern werden Vorschläge erarbeitet, wie man die Sportanlagen und
sportlichen Aktivitäten erhalten kann.
Herr Thieser bittet im Namen des SSB darum, dass die bisherigen Beschlüsse, insb. zu
Garenfeld und Voßacker umgesetzt werden.
Die Vereine mit eigenen Anlagen und deren Finanzsituationen müssen weiter
im Blick gehalten werden. Wenn diese zukünftig nicht stärker unterstützt
werden, fallen die Unterhaltungsmaßnahmen zwangsweise auf die Stadt zurück.
Die Vereine sollen nach Möglichkeit weiter unterstützt werden.
Wenn man die Vereine alleine lässt, so Herr Michel, wir es in
absehbarer Zeit Brachen in der Sportinfrastruktur geben, die kaum aufzufangen
sind.
Man muss den Vereinen finanzielle Stützen geben, damit diese als
Multiplikatoren auftreten. Lt. Schreiben der Bezirksregierung können investive
Maßnahmen der Vereine aus der Sportpauschale bezuschusst werden, wenn diese auf
lange Sicht betrachtet, wirtschaftliche Effekte haben. Dies könne der
Regierungspräsident in Einzelfällen nicht abstreiten.
Aufgrund einer Rückfrage von Frau Neuhaus erläutert Herr Dr. Schmidt,
dass der Eigenanteil bei der Errichtung des Kunstrasens Voßacker bei rd.
30.000,- € liegt.
Im Namen der CDU-Fraktion betont Herr Dr. Fischer, dass auch er
davon ausgeht, dass alle gefassten Beschlüsse der letzten Legislaturperiode
umgesetzt werden.
Herr Dr. Fischer betont, dass die von Herrn Michel gemachten Ausführungen zur Bezuschussung
der Vereine nicht für Gemeinden mit Not-Haushalt gelten. Das Geld der
Sportpauschale darf demnach nicht an die Vereine gegeben werden.
Herr Hoffmann möchte wissen, ob es eine konkrete Planung hinsichtlich der anstehenden
Unterhaltungskosten der Vereine gibt, d. h. welche Unterstützung in Zukunft
nötig wäre.
Derartige Planungen kann es nicht geben, so Herr Wischnewski.
Die Vereine stellen die Eigenmittel und Kosten gegenüber. Nachdem sie
erfahren, welche prozentualen Zuschüsse ihnen gem. der Richtlinien zustehen,
werden Planungen für Maßnahmen meist abgebrochen. Es gehen auch Anfragen auf
Bezuschussung aus der Sportpauschale ein.
Es gibt jedoch keine Plandaten, so Herr Wischnewski weiter.
Die Vereine stehen finanziell nicht gut da. Sie müssen ihre Anlagen
unterhalten, würden gerne investieren, aber die Verwaltung kann außerhalb der
Richtlinien keine Unterstützung anbieten.
Herr Wischnewski sieht die Möglichkeit, über den Stadtsportbund Daten einzuholen, auf
welchen Anlagen großer Bedarf besteht.
Auch Herr Schisanowski geht davon aus, dass alle politischen
Beschlüsse ihre Gültigkeit behalten, insb. der Beschluss zum Kunstrasen
Voßacker. Die Vorhaller Sportvereine haben in einem Schreiben ihre Besorgnis
betr. der Realisierung dieses Projektes gezeigt.
Herr Quitter ergänzt, dass der § 82 zur Folge hat, dass die Stadt Hagen jede Einzelinvestition
mit der Bezirksregierung abstimmen muss. In den Vorjahren haben die Bereiche
der Sportpauschale hier kein Problem dargestellt, da die Stadt noch nicht überschuldet
war. Jetzt sieht es jedoch so aus, dass auch die investiven Maßnahmen der
Sportpauschale mit Arnsberg abgestimmt werden müssen.
Herr Thieser betont, dass die Sportanlagen auch durch den Schulsport genutzt werden.
Die Stadt Hagen ist gesetzlich verpflichtet, diesen durchzuführen. Durch nicht
durchgeführte Investitionen kommt es hier auf lange Sicht zu Einschränkungen.
Mit der Kommunalaufsicht sollen Gespräche unter diesem Gesichtspunkt geführt werden.
Die Sportpauschale darf nun nicht in der Rücklage versenkt werden. Aufgrund
der in den letzten Jahren finanzierten Projekte aus der Sportpauschale, hoffen
nun auch andere Vereine davon profitieren zu können.
Herr Wischnewski geht von Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen aus. Diese sind in den
Planungen zur Verwendung der Sportpauschale enthalten. Die Bauvorlage für den
Sportplatz Voßacker wird derzeit erstellt und dem Ausschuss in der nächsten Sitzung
vorgelegt.
Herr Michel betont noch einmal, dass die Haushaltssituation zwar die Weiterleitung
von Mitteln aus der Sportpauschale an die Vereine ausschließt, jedoch nicht,
wenn die investive Maßnahme in Langzeitbetrachtung wirtschaftliche Effekte hat.
Die Diskussion zur Sportpauschale dauerte 2 Jahre an und endete mit dem
Schreiben des Innenministeriums, welches enge Grenzen zur Verwendung aufgezeigt
hat, so Herr Dr. Schmidt. Er sieht auch die Wirtschaftlichkeit in der
Förderung von Investitionen, aber ein derartiger Beschluss würde beanstandet
werden.
Herr Dr. Fischer beantragt eine Sitzungsunterbrechung.
Sitzungsunterbrechung von 16.45 – 17.00 Uhr.
Der Ausschuss will den Vereinen ausdrücklich helfen, wird jedoch durch
die Auslegungen der Kämmerei und des Innenministeriums gehindert, so Herr
Dr. Fischer. Der Antrag der SPD-Fraktion ist an sich richtig, so Herr
Dr. Fischer. Die CDU-Fraktion plädiert jedoch dafür, den Weisungen des
Innenministeriums zu folgen.
Die CDU-Fraktion möchte dem Antrag nicht im Wege stehen und wird sich
daher bei der Abstimmung enthalten.
1. Aus den im Jahr 2010 noch nicht verplanten Mitteln
der Sportpauschale
i. H. v. 55.628,- € werden im Bedarfsfall
32.000,- € dem Zuschussbetrag für investive Maßnahmen vereinseigener
Anlagen zugeführt, so dass dieser von bisher 18.000,- € auf 50.000,-
€ aufzustocken ist.
2.
Dem Haushaltsplan in der vorgestellten Form wird mit der vorgenannten
Ergänzung zugestimmt.
