03.03.2010 - 7 Osthaus Museum Hagen / Emil Schumacher Museum- ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Mi., 03.03.2010
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 23 Fachbereich Immobilien, Wohnen und Sonderprojekte
- Bearbeitung:
- Holger Klinkmann
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Dr. Bleicher stellt die Vorlage
vor. Sie enthalte zwei Teile, die Kurzfassung gebe einen Überblick über die
einzelnen Schätzungen und Ist-Kosten, die man in der Vergangenheit auch in den
politischen Gremien vorgestellt habe.
Im zweiten Teil sind die wesentlichen
Abweichungen begründet worden.
Dabei fallen zwei Kostenblöcke, die von den
Schätzungen im Jahr 2007 besonders abweichen, ins Auge. Zum einen der Bereich
Energie mit Abweichungen von ca. 200.000 € und zum anderen der Bereich
der Aufsichtskräfte mit einer Abweichung von 230.000 €. Die Abweichungen
im Bereich der Aushilfskräfte sind im Wesentlichen darin begründet, dass man
bei der Schätzung im Jahr 2007 noch davon ausgegangen war, die Kassen- und
Aufsichtsdienste zu privatisieren.
Im Zuge der Diskussion mit der
Zukunftskommission habe dann aber die Bezirksregierung vorgegeben, eigenes
Personal der Stadt Hagen einzusetzen. Dies habe zu der Erhöhung der
Personalkosten geführt, denn diese Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gehören
nicht ausschließlich zur Entgeltgruppe 3, die sonst zugrunde gelegt worden
wäre.
Mittlerweile seien seit dem Zustandekommen der
Vorlage einige Optimierungen vorgenommen worden. So wurde ein Punktesystem
eingeführt, hierdurch konnten zwei Aufsichtskräfte, die im Foyer zur
Kartenkontrolle eingesetzt waren, abgezogen werden.
Im Bereich Energie basieren die erhöhten Zahlen
auf einer Schätzung der ersten beiden Betriebsmonate der Museen. Es sei schwierig,
Erfahrungswerte einer so hoch komplexen Anlage zugrunde zu legen. Es brauche
Zeit, bis diese Anlage eingeregelt ist. Vereinbart wurde, dass die Anlage nach
einem Jahr so eingeregelt sein muss, wie es im Vertrag zugesichert wurde.
Aufgrund der vielen Probleme, die man noch habe, werde heute Abend ein Gespräch
mit den Fachplanern stattfinden. Man wolle eindringlich darauf hinwirken, dass man so bald wie möglich eine Anlage erhält, die
über die vertraglich zugesicherten Eigenschaften verfügt.
Herr Asbeck ist insgesamt
unwohl bei dieser Vorlage, er glaubt, dass sie zu früh kommt. Es gebe nun
wieder Schätzungen, die auf vorläufigen Ergebnissen beruhen und sehr schwer
hochzurechnen seien. Insofern wäre es ihm lieber gewesen, die Betriebskosten
auf der Basis eines längeren Zeitraumes zu berechnen. Natürlich müsse man die
Kostenentwicklungen verfolgen, man befinde man sich daher in einem Zwiespalt.
In zwei Punkten hätte man seiner Meinung nach die Berechnungen besser
offen lassen sollen. Zum einen seien die Energiekosten zur Zeit überhaupt noch
nicht abzuschätzen.
Zum anderen sollte bei den Personalkosten zugrunde gelegt werden, was
solche Leistungen üblicherweise kosten. Es könne nicht sein, dass die
IMA-Personalkosten und Overheadkosten der GWH eingerechnet werden. Es sei nicht richtig, die
Kosten für überhängendes Personal der IMA insgesamt dem Museum anzulasten.
Insgesamt befürchtet er, demnächst nach Vorliegen der ersten Ist-Zahlen
in der Öffentlichkeit wieder neue Zahlen diskutieren zu müssen.
Auch Herr Söhnchen hat Schwierigkeiten mit dieser Vorlage. Der
gute Ruf, den die Museen der Stadt Hagen gebracht haben, dürfe nicht aufs Spiel
gesetzt werden. Er betont, das Kunstquartier sei für Hagen sehr wichtig. Es sei
aber schon schmerzlich festzustellen, dass die Mehrkosten von 350.000 €
die Summe überschreitet, die den freien Kulturzentren pro Jahr zur Verfügung
gestellt wird.
Seine Fraktion habe noch einige Fragen zu der Vorlage. Beispielsweise
zucke er immer noch zusammen, wenn er auf Seite 4 lese, dass der städtische
Eigenbesitz aus Konsolidierungsgründen nicht mehr versichert werde. Er möchte
an dieser Stelle nicht vertiefen, was das möglicherweise noch für Folgen für
die Stadt haben könnte.
Auch auf Seite 5, unter der Begrifflichkeit „Bauunterhaltung und
Wartung“ fällt ihm die enorme Summe von 70.000 € für die Wartung
der Glasfassaden auf.
Zuletzt möchte er das Fazit der Verwaltung auf Seite 8 der Vorlage
ansprechen, dort heiße es, „Die Verwaltung wird alle Möglichkeiten zur
Kostenoptimierung ausschöpfen“. Er fragt sich, was damit im Detail gemeint
ist.
Er bezieht sich auf das Gespräch, das heute Abend gemeinsam mit
Fachleuten im Kunstquartier geführt werden soll. Ihm stelle sich die Frage, ob
die Stadt nach einem Jahr überhaupt noch die notwendigen juristischen Schritte
einleiten kann, wenn die vertraglich zugesicherten Werte möglicherweise nicht
eingehalten werden. Er fragt sich, ob jetzt schon frühzeitig bestimmte Fristen
gewahrt werden müssen. Herr Söhnchen möchte wissen, ob die Stadt insofern im
Moment gut aufgestellt sei.
Frau Nigbur-Martini möchte
auch noch einige Sachfragen stellen. Sie frage sich zum Beispiel ernsthaft, ob
man bei den geschätzten Energiekosten aus 2002, die Gas und Wasser überhaupt
nicht berücksichtigt haben, tatsächlich davon ausgegangen ist, die Gebäude nicht zu beheizen.
Außerdem interessiert sie, ob es damals bei den Beratungen eine Worst-Case-Berechnung
gegeben habe. Sie hofft, dass bei den Berechnungen die Kosten vergleichbarer Gebäude
zugrunde gelegt wurden.
Zum Stiftungsvertrag, der ihr nicht bekannt ist, fragt sie, ob es eine
Regelung gibt, die einen Ausgleich bei gestiegenen Energiekosten vorsieht oder
ob diese Kosten komplett zu Lasten der Stadt gehen.
Auch die Berechnung des Saldos, das unter Zugrundelegung geschätzter
Einnahme- und Einsparungssummen berechnet wurde, hält sie für ziemlich gewagt.
Frau Grebe schickt voraus,
es sei nicht einfach gewesen, diese Vorlage zu formulieren.
Es seien Dinge miteinander verglichen worden, die man eigentlich nicht
vergleichen sollte. Es gehe teilweise um Ist-Kosten und teilweise um
Schätzungen. Viele der heute mit diesen Zahlen Beschäftigten seien damals nicht
beteiligt gewesen.
Warum seinerzeit Wasser und Gas nicht berücksichtigt wurden, lässt sich
heute nicht genau beantworten. Man habe sich wohl damals auf die Wärmekosten
beschränkt, weil man hervorheben wollte, wie günstig die Geothermie sei.
Die Verwaltung ist mit Herrn Asbeck der Meinung, dass man mit der
Darstellung der Kosten noch hätte warten sollen. Leider sei man von der Politik
gedrängt worden, diese Vorlage zu erstellen. Sie hat aber auch Verständnis
dafür, dass genauere Informationen gewünscht
wurden.
Diese Vorlage sei ein erster Erklärungsversuch. Vernünftige Zahlen werde
man frühestens in einem Jahr liefern können, wenn die tatsächlichen Ist-Kosten
vorliegen werden.
In die Schätzungen von damals seien nicht alle Dinge mit eingeflossen,
die heute mit berücksichtigt worden sind.
Besser könne man in einem Jahr dazu Stellung nehmen, aber auch dann werde
es sehr schwierig sein, die aktuellen Kosten den geschätzten Kosten von 2002
gegenüber zu stellen.
Zu der juristischen Seite erläutert Frau Grebe, dass die
vertraglich zugesicherten Werte des Energieverbrauchs erstmals nach einem Jahr
gemessen werden. Die Verwaltung versäume nichts, wenn man jetzt zuwarte. Man
versuche natürlich schon jetzt mit den beauftragten Firmen zu recherchieren, wo
der hohe Energieverbrauch herrühren könnte und in welchen Bereichen etwas zu
verbessern ist. Die Gespräche hierzu laufen auf allen Ebenen.
Der Stiftungsvertrag habe im Wesentlichen zum Inhalt, dass das Museum die
Kunstwerke zur Verfügung stellt und die Stadt Hagen das Gebäude inklusive aller
notwendiger Einrichtungen.
Herr Thormählen fragt, ob im
Augenblick schon handwerklich gearbeitet und neu justiert wird oder ob nur Gespräche geführt werden.
Frau Grebe betont, es
werde ständig daran gearbeitet, das sei bei einer so hoch komplizierten Technik
so üblich. Die gesamte Geothermie und auch die Glasfassaden seien etwas ganz
besonderes und kosten leider auch besonders. Diese Entscheidungen seien 2002
getroffen worden, jetzt sei das fertig, was damals geplant worden sei. Man müsse
nun damit leben, dass dieses besondere Highlight heute mehr kostet, als man
vielleicht damals erkennen konnte.
Herr Asbeck erinnert,
gerade dieses Energiekonzept sei damals mit ein wesentlicher Gesichtspunkt für
die Förderung durch das Land gewesen. Man habe seinerzeit etwas Innovatives und
energiepolitisch Vernünftiges umsetzen wollen. Diese Mehrkosten für Energie
seien damals auch im STEA ein heiß diskutiertes Thema gewesen, wobei man schon
davon ausgegangen ist, dass die Betriebskosten später niedriger liegen, wenn
man die Investitionen für das Energiesparkonzept tätigt.
Allerdings sei nicht gesagt worden, dass das alte Museum durch das neue Energiesparkonzept
mit beheizt werden könne. Man habe nur die Erwartung gehabt, die Mehrflächen,
die durch den Umbau entstehen, durch die Energiemöglichkeiten des neuen Museums
abzudecken. Insgesamt gesehen, liege man mit diesen Investitionen, die man für
die Energiemaßnahmen getätigt habe, ganz richtig.
Er hoffe sehr, dass die Zusagen der Gutachter, die damals in Aussicht
gestellt wurden, dann auch in der Endphase im Wesentlichen eintreten.
Herr Röspel wendet sich an
Frau Grebe und bittet sie, noch etwas zu den Kosten für die
Aufzugswartung von 50.000 € zu sagen.
Frau Grebe erklärt, es
seien die Beträge für mehrere Aufzüge zusammengefasst worden.
Herr Röspel möchte noch
einmal auf die erhöhten Personalkosten eingehen. Herr Asbeck habe schon
angesprochen, dass man den Museen nicht die Mehrkosten für teureres Personal
aus dem IMA-Pool anlasten könne, wenn eine Privatisierung billiger wäre. Er
denkt, es werde hier noch in Kürze Diskussionen geben müssen, um einen anderen
Weg der Berechnung zu finden. Wenn die Kosten durch Privatisierung günstiger
wären, müsse dieser Betrag zugrunde gelegt werden. Der Differenzbetrag müsse
anderweitig finanziert werden. Hier seien noch entsprechende politische
Beschlüsse zu fassen.
Herr Dr. Bleicher ergänzt,
es werde im Moment eine Darstellungsweise gesucht, um genau dieses Problem zu
entschärfen. Man wolle zukünftig die Kosten zugrunde legen, die üblicherweise
anfallen. Die darüber hinaus gehenden Beträge sollen dem IMA-Pool angelastet
werden. Dies werde zu einer vernünftigen Darstellungsweise führen und solche
Diskussionen überflüssig machen. Man arbeite daran, eine transparente Darstellungsweise
zu finden, die aber auch sichtbar mache, dass man auch im IMA-Pool eine Belastung
habe.
Herr Fritzsche meint,
Vergleichsmaßstab müsse dann aber die Anzahl der Aufsichtskräfte in
Entgeltgruppe 3 sein und nicht die Personalkosten der Privatwirtschaft.
Beschluss:
- Der Bericht der
Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.
- Die
Verwaltung wird beauftragt, alle Möglichkeiten zur Optimierung der
Betriebskosten auszuschöpfen. Unter Einbeziehung der Fachplaner ist auf
die schnellstmögliche Einregelung der Gebäudetechnik hinzuwirken. Mit den
Nutzern sind alle möglichen Einsparpotentiale zu erschließen.
- Über
die Ergebnisse ist laufend zu berichten.
- Der
Beschluss ist sofort umzusetzen.
