14.09.2010 - 3 Flächenbedarfe für Wohnen und Gewerbe im neuen ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3
- Gremium:
- Stadtentwicklungsausschuss
- Datum:
- Di., 14.09.2010
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Martin Bleja
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Grothe sieht die zukünftige Zusammenarbeit
und auch den Verbleib beim Regionalverband Ruhr (RVR) durchaus positiv,
insbesondere mit dem Hintergrund, dass auf bestimmten Gebieten z. B. im
Zusammenhang mit dem Hohenhof, im Forstbereich und bei Radwegekonzepten
Kooperationen vorgesehen seien.
In der Funktion der Aufsichtsbehörde bei der
regionalen Landesplanung seien mit dem RVR bereits Vorgespräche für die Bedarfe
an Wohnbau- und Gewebeflächen im Flächennutzungsplan geführt worden. Er habe die Hoffnung, dass heute von dieser
Seite eine Stellungnahme komme, wie die Bedarfe überprüft würden und wie die
Ansicht der Landesplanung sich dort derzeit darstelle. Eine Grundeinschätzung sei wichtig, um zu
wissen, wie zukünftig hiermit umgegangen werden könne.
Herr Dr. Rommelspacher bestätigt, dass die Zahlen
und Anforderungen der Stadt Hagen dem RVR vorlägen. Wie alle anderen Träger der
Regionalplanung habe man begonnen, die Entwicklung der Flächennutzung und des
Flächenverbrauchs auf der Basis von Luft- bildern zu erheben. Dies sei zunächst
pilotmäßig für zehn Städte durchgeführt worden, die sich freiwillig gemeldet
hätten. Dies sei jetzt abgeschlossen und würde bis Januar 2011 auch für die
anderen Städte nachgeholt. Diese Erhebung liefe auch in den übrigen
Landesteilen. Auf der Basis der im Januar vorliegenden Zahlen würden dann die Gespräche
fortgeführt. Er spricht auch die Möglichkeit der Flächentausche an, um an der einen
Stelle Flächen als „grün“ und an der anderen geeigneteren Stelle
Wohnen oder Gewerbe darzustellen. Es würde sich um eine kommunalfreudliche
Handhabung der Regionalplanung bemüht und dies beinhalte eine sehr offene
Diskussion mit den Kollegen in Hagen. Auch sei er gerne bereit, bei
vorliegenden Ergebnissen diese in Hagen zu begründen.
Herr Dr. Ramrath weist darauf hin, dass Hagen im
Gegensatz zu anderen Gemeinden in einer speziellen Situation sei und nach
mehrheitlicher Auffassung in der Vergangenheit auf übergeordneter Ebene zu
wenig Berücksichtigung gefunden habe. Hagen habe eine zentrale Lage und
Funktion und sei umringt von kleinen und mittelgroßen Gemeinden, die anderes
mit ihren Flächenausweisungen umgegangen wären
und sich dadurch Vorteile geschaffen hätten für Personenkreise, die aus
Hagen abgewandert seien. Das was Hagen
in den zurückliegenden Jahren als Einwohnerverlust zu verzeichnen hätte, sei zu
einem Teil dem demografischen Wandel geschuldet. Aber zu einem erheblichen Teil
auch der Abwanderung, die sich in das unmittelbare Umland vollzogen habe. In
den letzten Jahren habe ein gewisses Umdenken stattgefunden und Hagen habe mit
einem 100-Einfamilienhaus-Programm versucht, entgegen zu steuern. Diese
Situation stelle natürlich mit den Umlandgemeinden eine Konfliktsituation dar
und müsse auch für die Regional- und Landesplanung von Bedeutung sein. Er habe
auch schon bei der Bezirksregierung Arnsberg immer vermisst, dass man sich in
diesen Konflikt nicht begeben wollte. Dies sei doch gerade die Aufgabe der
Regionalplanung, derartig ungesunden Entwicklungen entgegen zu wirken. Die
Menschen sollten doch in den Städten wohnen, in denen sie arbeiten und ihre
Lebensverhältnisse aufgebaut hätten.
Herr Dr. Rommelspacher erwidert, dass diese
Situation bekannt sei. Es würde den Städten wie z. B. derzeit dem
Ennepe-Ruhr-Kreis angeboten, auf dem Wege des Flächentausches den laut
beklagten Mangel an Wohn- und Gewerbeflächen
abzudecken. Einige Städte hätten schon Tauschangebote unterbreitet. Die
Regionalplanung wolle in Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen und entgegen
steuern.
Für Herrn Grothe ist es wichtig, dass
oberzentrale Strukturen erhalten blieben und diese Zentren weiterhin Potentiale
hätten, um sie gegenüber dem Umland auszunutzen. Er weist darauf hin, dass im
alten Flächennutzungsplan 140 ha an Wohnbauflächen enthalten gewesen seien.
Diese wären nicht genutzt worden, da sie entweder die falschen Flächen waren
oder so viele Restriktionen beinhalteten, dass die Planung nicht umgesetzt
werden konnte. Wenn im neuen FNP 70 ha
neu dargestellt werden könnten, wäre dies ein Schritt in die richtige Richtung.
Es müsse darum gekämpft werden, dass dies die richtigen Flächen seien, die auch
schell umgesetzt werden könnten. Es dürften keine Vorratsflächen sein für
Eigentümer, die diese irgendwann in der Zukunft nutzen möchten. Das letzte Wort aus Arnsberg
bzw. Essen sei 55,9 ha gewesen. Vielleicht könne man sich auf die
angesprochenen 70 ha einigen.
Herr Romberg bittet um die Beschlussergänzung,
dass die Verwaltung in dieser Richtung mit dem RVR weiter verhandeln solle, um
diese 70 ha auch zu erreichen.
Herr Dr. Ramrath betont nochmals, dass Herr Dr.
Rommelspacher Gesprächsbereitschaft signalisiert habe und auch gesprächs-offen
sei und wenn die Argumente weiter überzeugten auch entsprechend
kompromissbereit wäre.
Herr Panzer steht auf dem Standpunkt, dass
die letzten 30 Jahren ungehemmt Flächenverbrauch
betrieben worden sei. Die Stadt stehe dort, wo sie derzeit stehe. Es gebe den
demografischen Wandel, die Stadt habe weniger Bevölkerung. Es habe nicht daran
gelegen, dass zu wenig Flächen ausgewiesen worden seien. Das Instrument der Flächennutzungsplanung
könne die Stadt nicht allein nach vorne bringen. Er halte es für den richtigen
Weg, wenn sich die Zahlen von Stadt und Regionalverband annähern würden. Dies
sei realistischer.
Die Frage von Herrn Panzer nach dem Vorliegen
einer flächendeckenden Realnutzungskartierung wird von Herrn Dr. Rommelspacher dahin gehend
beantwortet, dass ihm diese für das Ruhrgebiet nicht bekannt sei. Es würde
heute auf der Basis von Luftbildern gearbeitet.
Herr Dr. Ramrath lässt über den nachfolgenden
Beschluss auf Grundlage des Vorschlages
von Herrn Romberg abstimmen.
