23.03.2010 - 7 Ortsumgehung Boele und Sperrung der Schwerter S...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
Reduzieren

Wortprotokoll

Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:

Die Diskussion einleitend weist Herr Dr. Ramrath darauf hin, dass er aus dem Grunde darum gebeten habe, diese Angelegenheit auf die Tagesordnung in diesem Ausschuss zu setzen, weil es ein Teil des Gesamtkonzeptes Verkehrsführung in Boele und darüber hinaus sei. Auch sei es im Zusammenhang mit der Ortsumgehung immer um die Verkehrsberuhigung der Ortsmitte gegangen.

 

Herr Grothe verweist auf die in der Vorlage aufgeführte Liste mit Beschlüssen und Diskussionen in Bezirksvertretung, Ausschuss und Rat ab 2001, worin die konsequente Verkehrsberuhigung mit der kompletten Herausnahme des Verkehrs im Bereich des Boeler Ortskerns Thema gewesen sei einschließlich eines Ratsbeschlusses. Diskutiert worden sei in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Nord eine Vorlage, die Markierungen im Bereich Ortsmitte zum Inhalt hatte. Dies sei lediglich der Nachvollzug von Beschlüssen gewesen. Im letzten halben Jahr seien am Boeler Marktplatz zwei Bushaltestellen ausgebaut worden, die die Fahrbahn weiter verengten. Auch die vorliegenden Verkehrszahlen machten eine notwendige Herausnahme des Durchgangsverkehrs deutlich. Dieser verlagere sich dann auf die Ortsumgehung. Dies sei auch der Sinn der gesamten Maßnahmen. Insbesondere in Boele würde es mitgetragen, dass dieser Streckenabschnitt durch entsprechende Beschilderung bis auf die Busse vom Verkehr befreit werde.  Die Erreichbarkeit der Ortsmitte über andere Straßen sei gewährleistet.

 

Auf die Nachfrage von Herrn Romberg nach den Zuständigkeiten für die beiden hier verlaufenden Landstraßen erklärt Herr Hegerding,  dass Hagen als kreisfreie Stadt selbst Baulastträger dieser Straßen in der Ortsdurchfahrt seien. Hier sei also der Landesbetrieb Straßenbau nicht zu hören. Die Klassifizierung als Landstraße würde Ende dieses Jahres dann in Änderung der bisherigen auf die neue Ortsumgehung durch die Bezirksregierung gelegt. Die Schwerter und Hagener Straße würden dann keine klassifizierten Straßen in den betroffenen Abschnitten mehr darstellen.

 

Herr Klinkert hält die Darstellung von Herrn Grothe für unzutreffend. Die Autofahrer führen jetzt weiterhin durch den Ortskern und nicht über die Ortsumgehung. Es könnte der Eindruck entstehen, die Umgehungsstraße sei überdimensioniert. Es sei den Boelern immer der Eindruck vermittelt worden, dass sich nach dem Bau der Ortsumgehung die Aufenthaltsqualität und Attraktivität verbessern würde, vielleicht sogar eine Fußgängerzone entstehen würde. Er bemängele, dass hier eine Parallelplanung versäumt worden sei. Mit der Ortsumgehung hätte sofort eine Neuplanung des Ortskerns einher gehen müssen. Jetzt gebe es kein Geld mehr und es würde versucht mit reinen verkehrslenkenden Maßnahmen Verkehrsberuhigung zu schaffen. Vielleicht  sei es aber derzeit die einzige Möglichkeit.

 

Herr Thieser ist der Auffassung, dass sich im Ortskern von Boele schon eine ganze Menge positiv getan habe. Die jetzt vorliegende Planung mit der Sperrung für den Individualverkehr sei von Anfang an Bestandteil der Umgehungsplanung gewesen. Dies sei jetzt der letzte Schritt, der getan werden müsse, um den Ortskern zu beruhigen.

 

Herr Erlmann bemerkt, dass seit zwei Jahrzehnten hier von einer konsequenten Verkehrsberuhigung gesprochen worden sei. Er spreche sich auch hierfür aus aber nicht für eine Sperrung dieses Verkehrsabschnittes. Es sollten hier Lösungen mit Fingerspitzengefühl gesucht und gefunden werden, die sich vielleicht nicht ganz so radikal darstellten. Er weise auch darauf hin, dass es heute kaum noch Laufkundschaft für die Geschäfte gebe, sondern viel mehr Fahrkundschaft. Er habe die Befürchtung, dass es auf Strecken in diesem Bereich zu Mehrbelastungen komme, die noch gar nicht bekannt seien und plädiere daher dafür, sorgfältig an die Sache heran zu gehen.

 

Herr Oberste-Berghaus unterstützt die Ansicht des Herrn Erlmann. Die Situation müsse sich zunächst an die neuen Gegebenheiten anpassen und sich entwickeln. Es sollte nicht mit radikalen Schnitten wie der Sperrung gearbeitet werden.

 

Herr Grothe macht nochmals deutlich, dass die Herausnahme des Verkehrs an dieser Stelle immer Diskussionsgegenstand in Boele und in allen Gremien gewesen sei. Auch die Verwaltung habe gesagt, dass die Ortumgehung nur dann richtig  funktioniere, wenn an dieser Stelle der Verkehr herausgenommen würde. Dies sei der letzte Schritt. Die Verwaltung sage jedoch zu, da jetzt nur Markierungsarbeiten anständen einschließlich Verkehrsschildern die jederzeit zurückgenommen werden könnten, nach einer Probezeit von etwa einem Jahr festzustellen, wie die Sperrung angenommen worden sei.

 

Herr Meier ist nach persönlichen Beobachtungen davon überzeugt, dass bei Herausnahme des Verkehrs die Verkehrsteilnehmer gezwungen würden, auf die Ortsumgehung auszuweichen, was ja auch richtig sei. Er habe die Überzeugung, dass die Sperrung sinnvoll wäre.

 

Herr Oberste-Berghaus hält weiterhin eine Vollsperrung für den Individualverkehr  derzeit nicht für sinnvoll. Vielleicht wäre auch eine Temporeduzierung möglich, die eine Zeit lang beobachtet werden könnte, um erst dann zu entscheiden.

 

Da die Herausnahme des Verkehrs aus diesem Abschnitt Bestandteil der Gesamtmaßnahme Ortsumgehung Boele und somit auch bezuschusst sei, warnt Herr Grothe davor, die Planung zu verändern, da dann auch die Zuschüsse in Frage gestellt würden. Der Verkehr müsse auf die Umgehungsstraße verlagert werden.

 

Falls die Stadt Hagen heute nicht in dieser finanziellen Notsituation wäre, gäbe es lt. Herrn Kohaupt nach der Eröffnung der Ortumgehung in Boele im Bereich der Schwerter-/Dortmund Straße eine Fußgängerzone und der Verkehr hätte weiter über die Denkmalstraße laufen können. Dies sei auch Forderung der Einzelhändler gewesen. Er gibt zu bedenken, dass noch immer eine hohe Verkehrsbelastung auf der Hagener Straße herrsche. Dies müsse geändert werden, auch durch eine bessere Beschilderung. Die Intention sei von Anfang an die Verkehrsberuhigung durch eine Fußgängerzone gewesen, die jedoch ca. 300.000 € gekostet hätte, Geld, dass heute leider nicht mehr vorhanden sei. Dann sei überlegt worden, um auch die Förderfähigkeit nicht zu gefährden, wie aus diesem Dilemma heraus zu kommen sei. Dies habe dann zu der Idee der Bushaltestellen und Sperrung für den Individualverkehr geführt. Auch die wichtigen Einzelhändler in diesem Bereich hätten letztendlich diesem Kompromiss zugestimmt. Es würde nun auch die Möglichkeit der Aufstellung von Hinweisschildern zu den wichtigen Einzelhandelsgeschäften, evtl. auch auf deren Kosten, geprüft. Auch die Hagener Straßenbahn stimme den Bushaltestellen nur zu, wenn der IV hier herausgenommen würde. Die Bezirksvertretung Nord habe einstimmig über alle Parteien diese Schließung beschlossen. Der nächste Schritt sei nun die Denkmalstraße durch entsprechende Markierungen und Parkstände so  zu beruhigen, dass die Menschen dort angemessen fahren müssten. So werde erreicht, dass die Geschäfte und Einrichtungen im Ortskern weiterhin mit dem Auto angefahren werden können. Dies treffe auch auf Markt und Kirchplatz zu. Im Grundsatz sei mit geringeren Mitteln das erreicht, was von Anfang an vorgesehen gewesen sei.

 

Herr Dr. Ramrath findet den Hinweis wichtig, dass nochmals intensive Gespräche mit den Einzelhändlern geführt worden seien. Die Vorlage sollte mit dem Hinweis von Herrn Grothe zur Kenntnis genommen werden, dass nach einem Erfahrungszeitraum sowohl in diesem Ausschuss als auch in der Bezirksvertretung berichtet würde, wie sich die Verkehrssteuerung in der Wirklichkeit  verhalte und angenommen würde. Hierüber könne dann weiter diskutiert werden, so dass man sich sicher sein könne, auf dem richtigen Weg zu sein.

 

Herr Riegel berichtet, dass nach der Beruhigung der Schwerter Straße allerdings der Schwerlastverkehr auf der Sauerlandstraße in Fley sehr zugenommen habe.

 

  

Reduzieren

Beschluss:

Der Bericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.

Reduzieren

Abstimmungsergebnis:

x

 Zur Kenntnis genommen

 

Reduzieren

Anlagen zur Vorlage