23.03.2010 - 5 Osthaus Museum Hagen / Emil Schumacher Museum- ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5
- Gremium:
- Stadtentwicklungsausschuss
- Datum:
- Di., 23.03.2010
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 23 Fachbereich Immobilien, Wohnen und Sonderprojekte
- Bearbeitung:
- Holger Klinkmann
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Frau Grebe gibt zu bedenken, dass diese Vorlage
zu früh vorgelegt worden sei, da noch nicht alle Dinge geprüft werden konnten.
Bei der ursprünglichen Kostenermittlung im Jahr 2002 sei nur der Neubau des
Museums gesehen worden, die heutigen Kosten bezögen sich auf den gesamten
Museumskomplex, sowohl die alten als auch neuen Gebäude. Ein Vergleich der Personalkosten damals und heute
sei schwierig. Auch gebe es heute ein anderes Haushaltsrecht als 2002, womit
eine bessere Kostenermittlung möglich sei. Es solle weiter an der Optimierung
der Kosten gearbeitet werden, insbesondere was die Betriebskosten und
Energiekosten angehe. Immerhin seien schon Verbesserungen z. B. bei
Raumtemperaturen, Feuchtigkeitswerten und Beleuchtung erreicht worden.
Herr Romberg hält die Ausführungen für durchaus
schlüssig und nachvollziehbar. Wichtig sei jedoch besonders das Vorliegen eines
Energie-Gesamtkonzeptes bestehend aus Heizung, Klima und Lüftung und den sich
daraus ergebenden Konsequenzen.
Auf die Frage von Herrn Thormählen nach dem
möglichen Ablauf von Ansprüchen erklärt Herr Grothe, dass lt. Verträgen die
Arbeitsgemeinschaft, die für Heizung, Klima und Lüftung zuständig sei, 12
Monate Zeit habe, um bestimmte Verbrauchswerte zu erreichen. Erst dann könnten
Ansprüche geltend gemacht werden. Es würde jedoch laufend weiter an
Optimierungen gearbeitet. Möglicherweise sei bei der Ermittlung der ursprünglichen
Energiekosten auch von falschen Voraussetzungen ausgegangen worden, etwa dass
nur Mehrkosten für das neue Emil-Schumacher-Museum angegeben worden seien und
nicht Gesamtkosten.
Für Herrn Dr. Ramrath sollte schon jetzt der
Leistungspartner in die Pflicht genommen werden, der Zahlen liefern müsse. Es
hätten ja wohl tatsächliche Überschreitungen
und auch Konzeptionsfehler auf der kaufmännischen Kalkulationsseite zu
Grunde gelegen. In diesem Zusammenhang müsste doch auch von Seiten des
Rechtsamtes ein Prozess in Gang gesetzt werden, welche rechtlichen
Möglichkeiten sich aus der Vertragsgestaltung ergäben
Herr Grothe versucht dem Eindruck entgegen zu
wirken, dass nicht an den Problemen gearbeitet würde. Dies geschehe mit
Nachdruck und es würde alles getan, um nachzuvollziehen, wie es damals zu den
Zahlen kam. Hierzu würden auch entsprechende Messeinrichtungen installiert.
Diese Berechnungen brauchten jedoch auch Zeit, um möglicherweise auch bestimmte
Beweise antreten zu können.
Frau Grebe fügt hinzu, dass von Seiten des
Rechtsamtes alle Unterstützung gewährt würde. Sie gibt jedoch zu bedenken, dass
z. Zt. die Fachplaner noch dabei seien, Verbesserungen und Nachregulierungen
durchzuführen. Alle technischen Einrichtungen des Museums müssten optimal
miteinander harmonieren um geringere Werte zu erreichen. Berücksichtigt werden
müssten die heutigen anderen Preise, andere Öffnungszeiten und die größere
Anzahl an Publikum. Falls sich keine gravierenden Verbesserungen ergäben,
könnten Regressmöglichkeiten in Betracht gezogen werden. Dann würde auch eine
Beteiligung des Rechtsamtes notwendig. Dieser Zeitpunkt sei jedoch noch nicht erreicht.
Herr Klinkert äußert sein Erstaunen über die
vorgelegten Zahlen. Nicht nur die Technik, sondern auch die personelle
Ausstattung sei für diesen Ausschuss wichtig.
Auf Grund der 2002 vorgelegten
Zahlen könnte man auf die Idee kommen, dass der damalige Ratsbeschluss zum Bau
des Museum unter Vorspielung falscher Tatsachen erschlichen worden sei. Dies
sei jedoch sicherlich nicht der Fall.
Herr Thieser gibt zu bedenken, dass die
vorgelegten Zahlen Annahmewerte ohne jegliche Begründung und keine Kalkulation
seien. Es müsse aber eine saubere Kalkulation erstellt werden, um auch die
Wirtschaftlichkeit feststellen zu können. Dies würde alles nicht aus der
Vorlage ersichtlich und betreffe auch die personellen Fragen. Er bitte darum,
bei Vorliegen der genauen Kalkulationszahlen, diese vorzulegen, um sie auch bewerten
und diskutieren zu können.
Im Hinblick auf die vorgesehenen Aufsichtskräfte
für das Museum erstaunt Frau Knollmann, dass die Kosten hierfür sich 2002 auf 2
zusätzliche Kräfte beschränkten. Diese Kosten seien nicht mit denen in 2010
vergleichbar, da hier die Gesamtkosten genannt worden seien. Es hätte hier von
Anfang an von der Gesamtzahl der Aufsichtskräfte ausgegangen werden müssen.
Außerdem interessiert sie die Art von Gutachten, die damals in Auftrag gegeben
worden seien, ob es sich hier um Werkverträge gehandelt habe oder um Gutachten
um der Gutachten willen. Dann sei es problematisch, hieraus Rechtsansprüche ableiten
zu können.
Herr Meier sieht diesen Ausschuss in der
Verantwortung für den Bau des Museums. Während der gesamten Bauzeit habe er
sich mit diesem Thema beschäftigt und es sei auch auf die Betriebskosten
hingewiesen worden, immer mit der Bitte einhergehend, noch etwas abzuwarten,
bis die genauen Kosten vorlägen. Von der Verwaltung sei damals angepriesen
worden, hier entstehe ein Gebäude mit bester Technik und kaum Energiekosten.
Dafür gebe es heute hohe Wartungskosten, was 2002 auch nicht erwartet worden
sei. Vielleicht würde man mit althergebrachten Heizungen besser fahren. Auch
kritisiere er die hohen Kosten für die Wartung der Fassade im Zusammenhang mit
der Betriebs- und Verkehrssicherungspflicht. Der Ausschuss komme jetzt an einen
Punkt, wo eine gute Sache mit dieser Diskussion kaputt gemacht würde, weil im
Vorhinein bestimmte Dinge nicht bis zu Ende gedacht worden seien.
Herr Romberg schließt aus der bisherigen
Diskussion, dass es ein Energie-Konzept für Heizung, Klima, Luft gebe, jedoch
heute die Voraussetzungen anders liegen würden als damals angenommen. Daher
könnten möglicherweise auch gar keine Ansprüche gestellt werden.
Herr Panzer ist der Auffassung, dass die
Verwaltung ihre Schularbeiten besser machen müsste. Die ganze Angelegenheit sei
doch sehr verfahren und bevor am Ende rechtliche Schritte eingeleitet würden,
sollten diese im Ausschuss diskutiert und begründet werden.
Herr Grothe hält dieses Museum in der Region für
sehr beachtet. Er warne davor, es zu sehr negativ zu reden. Dies sei ein
vorbildlicher Bau mit hohem Anspruch, mit dem Ziel, eine bestimmte Kostengrenze
einhalten zu müssen. Nachzuliefern sei jetzt der Verbrauch mit der Problematik
der Vergleichbarkeit der Kosten von 2002 und 2010. Teilweise könnten die Dinge, die 2002 gedacht worden seien,
nicht mehr nachvollzogen werden. Teilweise sei man in vielen dingen vielleicht heute
auch schlauer. Mit der Vorlage sei nun versucht worden, alle Fakten auf den
Tisch zu legen, ohne etwas zurück zu halten. Nach Abschluss der Frist müsse
dann geklärt werden, ob Ansprüche geltend gemacht werden sollten oder nicht.
Ziel sei es auch die Kosten so weit wie möglich in allen Bereich zu senken.
Die Diskussion abschließend schlägt Herr Dr.
Ramrath eine Beschlussergänzung unter Punkt 3 vor, die sich im nachfolgenden
Beschluss wieder findet. Er stellt fest, dass hiergegen und gegen den Gesamtbeschluss
keine Bedenken bestehen.
Beschluss:-
Der Stadtentwicklungsausschuss empfiehlt dem Rat
der Stadt folgenden Beschluss zu fassen:
- Der Bericht der
Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.
- Die
Verwaltung wird beauftragt, alle Möglichkeiten zur Optimierung der
Betriebskosten auszuschöpfen. Unter Einbeziehung der Fachplaner ist auf
die schnellstmögliche Einregelung der Gebäudetechnik hinzuwirken. Mit den
Nutzern sind alle möglichen Einsparpotentiale zu erschließen.
- Über
die Ergebnisse ist laufend zu berichten. Die Fachplaner werden zu einem Zwischenbericht für die nächste
Sitzung aufgefordert.
- Der
Beschluss ist sofort umzusetzen.
