22.04.2010 - 6.2 Abschlussberatung Haushaltsplanentwurf 2010 mit...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.2
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 22.04.2010
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:10
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Oberbürgermeister Dehm trägt den Beschlussvorschlag der Verwaltung vor:
" Der Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt
dem Rat der Stadt Hagen, folgenden Beschluss zu fassen: Der Rat der Stadt Hagen
beschließt die Haushaltssatzung für das Haushaltsjahr 2010 sowie das
Haushaltssicherungskonzept 2010 unter Berücksichtigung der 1.
Veränderungsliste. Das 1. Sparpaket ist Bestandteil des Haushaltssicherungskonzepts.
Der Bericht der Zukunftskommission ist in die Mittelfristige Finanzplanung
pauschal eingeflossen und wird bei der Aufstellung des Haushaltsplans 2011
durch konkrete Maßnahmen umgesetzt."
Herr Dr. Ramrath geht auf die Veränderungen des
Investitionsvolumens, Seite 6 der 1. Veränderungsliste, ein. Danach ergibt sich
für das laufende Jahr eine Verschlechterung von rd. 21 Mio. €. Er möchte
wissen, warum in den kommenden Jahren kein Ausgleich durch signifikant höhere
Ansätze erfolgt. Ferner bittet er erneut um eine Information darüber, wie sich
die Investitionsquote in den letzten 10 Jahren entwickelt hat.
Herr Röspel geht auf Seite 16, Ziffer 20, der 1. Veränderungsliste ein. Danach
steigt die Zinssumme bis 2013 auf rd. 55 Mio. € an, obwohl Erträge und
Aufwendungen Veränderungen unterworfen sind. Er möchte zu den Erträgen aus
Kostenerstattung/-umlage (Ziffer 6) wissen, ob es sich hier um die Summe
handelt, in der alle internen Verrechnungen subsumiert werden. Zu den
Transferaufwendungen (Ziffer 15) merkt er aufgrund des Anstiegs an, dass dies
in den Erläuterungen auf den Anstieg des Pflegewohngeldes zurückgeführt wird.
Auf diesen Sachverhalt hat die Politik bereits in der Vergangenheit aufmerksam
gemacht. Wenn Betreiber von Altenpflegeheimen in die Stadt geholt werden,
müssen die Bewohner erhebliche Beiträge erbringen, was entsprechende Antragstellungen
bei der Stadt nach sich zieht. Dadurch wird wiederum die Stadt Hagen dazu
gezwungen, hohe Beträge beim Pflegewohngeld in den Haushalt einzustellen. Herr
Röspel sieht die Notwendigkeit, sich mit dieser Thematik in absehbarer Zeit zu
befassen. Er vertritt die Auffassung, dass die Sparbemühungen der
Zukunftskommission auch auf die Senkung von Aufwendungen ausgerichtet werden
müssen.
Herr Krippner teilt für die SPD-Fraktion mit, dass die Systematik beim 1. Sparpaket
und bei den Berichten der Zukunftskommission herangezogen werden sollen, um
ersichtlich zu machen, wie sich Personal- und Sachkosten aufgrund der
Einsparvorgaben entwickeln. Dies gilt auch für die 3 zusätzlichen
Einsparvorschläge pro Amt / Fachbereich. Generell möchte er gerne erkennen
können, wer für die Umsetzung einer Maßnahme verantwortlich ist. Zum Thema
"Neueinstellungen" sind unterschiedliche Eintragungen im Bereich des
Haushaltssicherungskonzeptes und der Satzung verzeichnet. So steht in der
Satzung, dass Neueinstellungen unterbleiben und im Haushaltssicherungskonzept
steht, dass grundsätzlich keine Neueinstellungen vorgenommen werden, wobei über
Ausnahmen im Einzelfall der Oberbürgermeister entscheidet. Dies sollte textlich
in Einklang gebracht werden. Ferner ist seiner Fraktion aufgefallen, dass im
Haushaltssicherungskonzept keine Aussage mehr zur Ausbildung getroffen wird.
Dort war in der Vergangenheit immer die Aussage "bedarfsorientierte
Ausbildung" im Verwaltungsbereich und im gewerblichen Bereich
"Ausbildung auch über den Bedarf hinaus ohne Übernahmeanspruch" verzeichnet.
Herr Kayser geht auf Seite 300 der Veränderungsliste ein und stellt folgende Fragen
zu den Einsparvorschlägen der Ämter:
30.001B "Aufgabe der Elektronik-Versicheurng
für Geschwindigkeitsmessanlagen" - Was passiert mit z. B. durch Unfall
oder Vandalismus stark beschädigten Messanlagen?
30.002 "Aufgabe der Unfalldeckung für
Mandatsträger beim KSA" - Hier ist zu klären, was unter
"Sonderleistungen" zu verstehen ist. Ferner sind die Effekte zu
klären.
OBA.002 "Kürzung
Repräsentationsmittel" - Um welche Repräsentationsmittel handelt es sich
konkret?
OBA.003 "Kürzung des Ansatzes
Öffentlichkeitsarbeit" - Welche konkreten Maßnahmen sind hier von der
Kürzung betroffen?
OBA.005 "Internetwerbung" - Hier sollte
seiner Ansicht nach eine Einbindung in ein Werbekonzept erfolgen, wie auf der
Internetseite geworben wird. Dabei ist auch zu klären, wer werben darf und wer
nicht. Wie hoch fallen die Kosten für den Relaunch der Internetseite dann aus?
Herr Krippner ergänzt seine Ausführungen dahingehend, dass im Vorwort zur 1. Veränderungsliste
der Beschluss des Sport- und Freizeitausschusses zur Verwendung eines Anteils
der Sportpauschale als Zuschuss für vereinseigene Anlagen nicht übernommen
wurde. Die SPD-Fraktion stellt den Antrag, diesen Beschluss mit aufzunehmen und
die Veränderung in den Haushalt 2010 zu übernehmen.
Herr Riechel geht auf die Steuerschätzung 2013 ein. Die Prognose dort erscheint ihm
sehr positiv, was aufgrund der demografischen Entwicklung in Hagen bei ihm
Verwunderung auslöst. Er möchte die Gründe für die positive Schätzung wissen.
Herr Oberbürgermeister Dehm bittet erneut um möglichst frühzeitige
Bereitstellung der auftretenden Fragen vor der Sitzung, damit sich die
Verwaltung entsprechend auf die sachgerechte Beantwortung vorbereiten kann.
Herr Gerbersmann teilt mit, dass bei der Steuerschätzung 2013 die
Orientierungsdaten des Landes umgesetzt wurden.
Zum Fehlen des Beschlusses des Sport- und
Freizeitausschusses teilt er mit, dass dieser nicht in die 1. Veränderungsliste
übernommen wurde, da die Verwaltung die Auffassung vertritt, dass dies vor dem
Hintergrund der Ausführungen des Innenministeriums und auch vor dem Hintergrund
der Ausführungen der Bezirksregierung Arnsberg nicht zulässig ist.
Herr Gerbersmann sichert zu, den Hinweis von
Herrn Krippner zu den sprachlichen Unterschieden bei den Neueinstellungen im
Haushaltssicherungskonzept und in der Satzung aufzunehmen und einen Abgleich
durchzuführen.
Die Zuordnung des 1. Sparpakets zu den Zielzahlen
der Zukunftskommission ist teilweise vorgenommen worden bzw. wird noch
vorgenommen. Es soll dadurch transparent werden, welche Zielzahlen der
Zukunftskommission bereits durch das 1. Sparpaket abgearbeitet wurden.
Zum Anstieg der Zinsen in 2013 teilt Herr
Gerbersmann mit, dass es sich hier um eine vorsichtige Schätzung handelt. Die
höheren Zahlen sind dem stetig steigenden Kassenkreditbedarf und einem zu
erwartenden Zinsanstieg geschuldet.
Zur Verschiebung der Investitionen teilt er mit,
dass bestimmte Maßnahmen nicht abgearbeitet werden konnten, da u. a. die
Genehmigung zur Kreditaufnahme erst nach der Sommerpause vorgelegen hat und
somit nur noch ein Vierteljahr für die Abarbeitung verblieb.
Herr Gerbersmann stellt in Aussicht, dass mit der
Vorlage des Haushalts auch die Prioritätenliste vorgelegt wird, wobei auch dann
von der Bezirksregierung Arnsberg die Einzelfallgenehmigungen zu erteilen sind,
bevor Maßnahmen begonnen werden können. Lediglich Maßnahmen, die in 2009
rechtswirksam begonnen wurden, können fortgeführt werden.
Herr Hoffmann teilt zu 30.001B mit, dass die Reparatur defekter Messanlagen vorgenommen
wird. Sofern der Verursacher nicht ermittelt werden kann, erfolgt dies auf Kosten
der Stadt. Die Stadt hat bisher immer eine Eigenbeteiligung tragen müssen und
der Prämienaufwand in Höhe von rd. 18.000 €/Jahr war höher, als die
Kosten der Reparatur. Die Versicherung hat sich somit als unwirtschaftlich
erwiesen.
Zur Maßnahme 30.002 teilt er mit, dass hiermit
lediglich ein zusätzlicher Unfallschutz aufgegeben wird. Der normale
Unfallversicherungsschutz, wie für jeden Arbeitnehmer, bleibt bestehen.
Herr Oberbürgermeister Dehm erklärt zu den Maßnahmen OBA.002 und OBA.003,
dass es hier nicht um konkret einzusparende Projekte, sondern um die
Reduzierung des Ansatzes geht.
Herr Funk erklärt, dass die Kosten für den Internetauftritt optimiert werden
sollen, indem über ein Unternehmen, dass sich im kommunalen Bereich mit der
Akquise beschäftigt, Anzeigen eingeworben werden, die aufgrund der Einnahmen
dann zu einer Kostensenkung beitragen.
Herr Kayser merkt zu dem Internetauftritt an, dass eine Internetseite mit Werbung
sich anders, als eine Internetseite ohne Werbung gestaltet. Der Internetauftritt
ist daher einem Relaunch zu unterwerfen. Er bittet, den groben Kostenrahmen
hierfür bis zur Ratssitzung am 06.05.2010 zu benennen.
Herr Bleicher ergänzt die Ausführungen von Herrn Funk dahingehend, dass der Internetauftritt
der Stadt Hagen bereits Platzhalter für Werbung enthält, die jedoch für den Betrachter
nicht sichtbar sind. Dadurch kann Banner- oder Seitenwerbung eingebaut werden,
ohne dass zusätzliche Kosten entstehen.
Herr Thieser erklärt zur Sportpauschale, dass der Kämmerer im Sport- und Freizeitausschuss
eine Änderungsliste vorgelegt hat, in der mehr als 55.000 € nicht
verplant waren. Da die Mittel nicht verplant waren, ist es nach Auffassung von
Herrn Thieser - unter Berücksichtigung der Aussagen des Innenministeriums und
des Sportministeriums auf die Anfrage von MdL Wolfgang Jörg - unkritisch, wenn
diese Mittel für vereinseigene Sportanlagen zur Verfügung gestellt werden. Er
schlägt vor, einen Teil der Mittel zu verwenden, um zumindest ein Signal
gegenüber den Sportvereinen zu setzen. Herr Thieser regt an, in absehbarer Zeit
das Thema grundsätzlich noch einmal zu erörtern, da zu befürchten steht, dass
sonst in der Zukunft vereinseigene Anlagen an die Stadt fallen und die Kosten
für die Stadt Hagen dann erheblich höher ausfallen werden.
Herr Oberbürgermeister Dehm greift den Vorschlag von Herrn Thieser auf und
erklärt, dass er den Vereinen, die sich an ihn gewandt haben, einen ähnlichen
Vorschlag unterbreitet hat. Er sieht hier die Schieflage zwischen Vereinen, die
städtische Sportanlagen nutzen und jenen, die mit großem Engagement eigene
Anlagen unterhalten. Es gilt, eine einseitige Förderung zu vermeiden. Die
Kommunalaufsicht zögert hier jedoch, solange die Stadt eigene Bedarfe zu
befriedigen hat. Es gilt ein Gesamtkonzept aufzustellen, aus dem hervorgeht,
dass wichtige Versorgungsfunktionen für die ganze Stadt wahrgenommen werden.
Herr Oberbürgermeister Dehm schlägt vor, dass - sofern sich herausstellt, dass
Mittel aus der Sportpauschale nicht komplett für die ansonsten schon beschlossenen
Maßnahmen verwendet werden - dann eine Handlungsfähigkeit besteht. Er sichert
zu, dass dann das Thema der Mittelverteilung wieder aufgegriffen wird.
Herr Thieser signalisiert Zustimmung zu dieser Vorgehensweise, sodass eine Abstimmung
über den Antrag von Herrn Krippner entbehrlich ist.
Herr Oberbürgermeister Dehm geht auf eine Anmerkung in einer früheren
Sitzung zum Forderungsmanagement ein. Es wurde verwaltungsintern diskutiert, ob
sich hier datenschutzrechtliche Problematiken ergeben können. Beim Einsatz
Externer wird darauf zu achten sein, dass private Dienstleister nicht
Informationen erhalten, die diese missbräuchlich nutzen könnten. Er sichert zu,
dass der Finanzbereich zu gegebener Zeit Bericht erstatten wird.
Frau Schmitz geht auf die internen Leistungsverrechnungen, die Frage zu Zeile 6 auf
Seite 16 ein. Hier werden die internen Leistungsbeziehungen nicht dargestellt.
Bei der hier genannten Kostenerstattung/-umlage handelt es sich um die Leistung
von Unterkunft und Heizung für Arbeitslose. Die internen Leistungsbeziehungen
stellen sich im Gesamtergebnisplan nicht dar, weil es sich hierbei um ein
internes Verrechnen und Verschieben von Kosten für Leistungen anderer Ämter
handelt. Diese reduzieren sich im Saldo auf Null und sie sind nur in den Teilergebnisplänen
der einzelnen Produktbereiche zu finden.
Zum Konjunkturpaket II teilt sie mit, dass alle
Mittel daraus in diesen Haushaltsplan eingeflossen sind. Hier überwiegend in
das Haushaltsjahr 2010, da davon auszugehen ist, dass der Großteil der Mittel
in 2010 abfließen wird und die Abarbeitung bis spätestens 2011 erfolgen muss.
Im konsumptiven Bereich sind rd. 13 Mio. € in der Zeile 13 "Aufwendungen
für Sach- und Dienstleistungen" enthalten. Der überwiegende Teil des Konjunkturpakets
II wird nicht über den Investitionshaushalt abgebildet (größte Maßnahme ist
hier das Tierheim). Die Maßnahmen im konsumptiven Bereich finden sich im Ergebnisplan
in Zeile 13.
Herr Oberbürgermeister Dehm erklärt zum Thema "Ausbildung", dass
die sehr zurückhaltende Formulierung nicht so zu verstehen ist, dass während
des gesamten Haushaltssicherungszeitraums nicht mehr bedarfsgerecht ausgebildet
wird. Herr Ministerpräsident Rüttgers hat vor Kurzem klargestellt, dass auch in
Kommunen in der Haushaltssicherung bedarfsgerechte Ausbildung möglich sein
muss. Die Schwierigkeit, die die Stadt Hagen derzeit hat, ist, dass die Bedarfe
nachweisbar sein müssen. Dies soll auf Basis des bis Sommer 2010
aufzustellenden Personalentwicklungskonzepts erfolgen.
Herr Oberbürgermeister Dehm stellt zum Ende der Diskussion den eingangs
formulierten Beschlussvorschlag zur Abstimmung.
Beschluss:
Der Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt dem Rat
der Stadt Hagen, folgenden Beschluss zu fassen:
Der Rat der Stadt Hagen beschließt die
Haushaltssatzung für das Haushaltsjahr 2010 sowie das
Haushaltssicherungskonzept 2010 unter Berücksichtigung der 1.
Veränderungsliste. Das 1. Sparpaket ist Bestandteil des
Haushaltssicherungskonzepts. Der Bericht der Zukunftskommission ist in die
Mittelfristige Finanzplanung pauschal eingeflossen und wird bei der Aufstellung
des Haushaltsplans 2011 durch konkrete Maßnahmen umgesetzt.
