11.03.2010 - 6.1 Haushaltsplanentwurf 2010
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.1
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 11.03.2010
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beschluss:
- vertagt
Wortprotokoll
Herr Oberbürgermeister Dehm verweist auf die als Tischvorlage ausliegenden
Konsolidierungsvorschläge.
Herr Gerbersmann erklärt, dass die Produktinformationen aufgrund
einer technischen Panne nicht im Auszug aus dem Haushalt, der für den Haupt-
und Finanzausschuss bereitgestellt wurde, enthalten, jedoch mit versandt worden
sind. Er bittet das Versehen zu entschuldigen und erklärt, dass diese
Produktinformationen in den Haushaltsbänden jedoch zu finden sind. Er stellt in
Aussicht, künftig den kompletten Haushaltsplan der Politik auf CD zur Verfügung
zu stellen. Herr Gerbersmann bedauert, dass die Maßnahmen zur
Haushaltskonsolidierung als Tischvorlage ausgelegt werden mussten und geht auf
diese anschließend näher ein (Anlage 3
der Niederschrift). Die Beratung der Maßnahmen kann im Zusammenhang mit der
Veränderungsliste erfolgen. Um die Einhaltung des Zeitplans zu gewährleisten,
bittet er die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses zeitnah Hinweise zu
geben, wo Fragen bestehen, um auf diese frühzeitig eingehen zu können.
Herr Oberbürgermeister Dehm ergänzt, dass er im Ältestenrat am 11.03.2010 in
Aussicht gestellt hat, dass die Verwaltung an der Reduzierung der Tischvorlagen
arbeiten wird, da dies für ehrenamtliche Kommunalpolitiker im bisherigen Umfang
eine Zumutung darstellt.
Frau Knollmann erklärt, dass sich im Hinblick auf die Neuausrichtung des Forderungsmanagements
folgende entscheidenden Fragen ergeben:
1. Um welche Art von Forderungen soll es sich
handeln? Geht es hier um öffentlich-rechtliche Forderungen, die nach dem
Verwaltungsvollstreckungsgesetz auf Dritte nicht übertragbar sind, oder
ausschließlich um fiskalische Forderungen?
2. Wie soll der Gang des Verfahrens aussehen? Es
wird auf eine Nachbarkommune verwiesen, die bereits in den Focus der
Landesdatenschutzbeauftragten gerückt ist. Telefonische Maßnahmen sind für die
Landesdatenschutzbehörde bedenklich. Adressen und öffentliche
Schuldenforderungen würden an Private übertragen, und nach Auffassung der
Landesdatenschutzbehörde kann dies nur durch Gesetz und nicht durch einfache
Verwaltungsentscheidung erlaubt werden. Ein solches Gesetz gibt es bisher
nicht.
Frau Knollmann bittet, dies bei der Erörterung zu
berücksichtigen.
Herr Oberbürgermeister Dehm sagt dies zu.
Herr Riechel erklärt im Namen der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, dass eine Äußerung
in der gebotenen Tiefe im Rahmen der Haushaltsplandebatte erfolgen wird. Auf
die Einzeldiskussionen wird im Wesentlichen verzichtet. Er sichert zu, dass zu
den Konsolidierungsmaßnahmen Anmerkungen eingereicht werden. Herr Riechel
verleiht seinem Befremden Ausdruck, dass der Stellenplan 2010 nicht zusammen
mit der Haushaltsplanberatung 2010 im Haupt- und Finanzausschuss vorgelegt wird
und verweist darauf, dass dieser Ausschuss auch die Aufgaben des
Personalausschusses übernommen hat.
Herr Oberbürgermeister Dehm pflichtet Herrn Riechel bei, dass letzteres
nicht optimal ist. Der Stellenplan 2010 befindet sich in der Endabstimmung mit
der Personalvertretung. Die Verwaltungsvorlage wird in der nächsten
Lenkungsgruppe vorberaten und dann mit den Unterlagen für den Haupt- und
Finanzausschuss am 22.04.2010 versandt.
Herr Dr. Bücker möchte zur Tischvorlage wissen, warum die Darstellungsform von der in
SAP abweicht.
Herr Gerbersmann erklärt, dass es sich hierbei um einen Auszug
aus Access handelt.
Herr Oberbürgermeister Dehm bittet, Anmerkungen für die
Haushaltsplanberatung nach der Einzelberatung in den Fraktionen zeitnah an die
Verwaltung zu übermitteln. Er sichert zu, dass die Verwaltung auch während der
Zeit der Beratung in den Fraktionen für Rückfragen zur Verfügung steht.
Herr Dr. Ramrath erklärt, dass - mit Blick auf den Umfang der
Investitionskrediten - keine Transparenz - wie in früheren, kameralistischen
Haushalten - gegeben ist. Er geht auf die Seite 341 ein, wo Aussagen zu
Investitionskrediten getroffen werden. Hier wird mit einer Größenordnung von 2
Mio. € geplant, so dass er wissen möchte, ob das das Investitionsvolumen
mit Eigenanteil haushaltswirksam in 2010 widerspiegelt. Darüber hinaus möchte
er wissen, ob die Möglichkeit besteht, dass der Politik für die weitere Beratung
eine Grafik, die die Entwicklung der Investitionsquote über einen Zeitraum von
10 Jahren zeigt, zur Verfügung gestellt wird. Herr Dr. Ramrath möchte in die
Lage versetzt werden, die absoluten Zahlen betrachten zu können (Stichwort:
Verarbeitung von Investitionsvolumina, Verarbeitung der von der Stadt zu
finanzierenden Eigenanteile und Verhältnis zum Haushalt insgesamt). Hintergrund
für die Bitte ist die Besorgnis, dass das Investitionsgeschehen insgesamt -
bedingt durch den Sparzwang im Konsolidierungsprozess - rückläufig ist. Er
möchte erkennen können, ob Investitionen zurückgestellt wurden, weil dies
leichter ist, als im konsumptiven Bereich zu sparen und somit zu Veränderungen
zu kommen. Herr Dr. Ramrath vertritt die Auffassung, dass wertschöpfende
Investitionen auch in schwierigen Haushaltszeiten erforderlich sind, um die
Stadt effizient und lebensfähig zu erhalten.
Herr Gerbersmann erklärt, dass die Regelungen für
Nothaushaltskommunen deutlich verschärft wurden. Bei jeder einzelnen Investitionsmaßnahme
ist die Stadt auf das Placet der Aufsichtsbehörde angewiesen. Dies schlägt sich
in deutlich niedrigeren Kreditgenehmigungen als in den Vorjahren nieder. Er
hält die Frage, ob diese Entwicklung für die Stadt Hagen gut ist, für strittig,
weist aber auch darauf hin, dass Investitionen immer auch Folgekosten nach sich
ziehen. Bei den im Haushaltsplanentwurf genannten rd. 2 Mio. € handelt es
sich um die derzeit verarbeiteten Investitionsmaßnahmen. Herr Gerbersmann weist
darauf hin, dass auch in diesem Haushaltsjahr wieder die Notwendigkeit besteht,
Wiederveranschlagungen vorzunehmen. Dabei handelt es sich um Maßnahmen, die in
2009 begonnen, jedoch nicht zu Ende geführt bzw. abgerechnet werden konnten.
Dies wird in die Veränderungsliste mit aufgenommen. Bei den Investitionssummen
sind die Förderungen und die Zweckpauschalen sowie die Mittel aus dem Konjunkturpaket
II mit zu berücksichtigen.
Herr Oberbürgermeister Dehm weist auf die Wichtigkeit der Einhaltung des
Zeitplans für die Haushaltsberatung 2010 hin, da dies aufgrund der umfassenden
Vorarbeiten für den Haushalt 2011 ansonsten die personellen Kapazitäten der
Kämmerei überschreitet. Er fasst zusammen, dass eine Beschlussfassung über die
Teilhaushalte heute nicht erfolgen soll, da die Vorberatung in den Fraktionen
noch erfolgen muss. Daher bittet er noch einmal, Veränderungsnotwendigkeiten,
die in den Fraktionen gesehen werden, der Verwaltung zu übermitteln. Sofern
erforderlich, stellt er eine Absprache mit den Fraktionsgeschäftsführern in
Aussicht.
Beschluss:
Der
Haupt- und Finanzausschuss betrachtet die Beratung des Haushaltsplanentwurfs
2010 als 1. Lesung, da über die Teilhaushalte noch nicht abschließend befunden
werden kann.
Die
Fraktionen im Rat der Stadt Hagen werden für die weitere Beratung Informationen,
Fragen und Anregungen aus ihren Reihen zeitnah einspeisen, um die Verwaltung in
die Lage zu versetzen, die weitere Beratung und Beschlussfassung im Haupt- und
Finanzausschuss am 22.04.2010 vorzubereiten.
Anlagen
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(wie Dokument)
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149,7 kB
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