11.03.2010 - 6.3 Neuaufstellung der Wirtschaftsförderung und des...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.3
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 11.03.2010
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- OB/A Amt des Oberbürgermeisters
- Bearbeitung:
- Gesine Specht
- Beschluss:
- vertagt
Wortprotokoll
Herr Oberbürgermeister Dehm hat von den Fraktionen signalisiert bekommen,
dass noch Diskussionsbedarf besteht, daher schlägt er vor, dass die
Verwaltungsvorlage heute nicht zur Abstimmung gestellt wird. Gleichwohl bietet
er an, in die Diskussion einzusteigen.
Herr Krippner erklärt für die
1. Wurden Gespräche mit der SIHK und der
Handwerkskammer geführt? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
2. Ist die Möglichkeit der Regionalisierung mit
dem Märkischen Kreis und dem Ennepe-Ruhr-Kreis diskutiert worden?
3. Soll das bei dieser Maßnahme geplante
Konsolidierungsziel von rd. 500.000 € weiterhin verfolgt werden? Ein
Hinweis darauf ist nicht in der Verwaltungsvorlage enthalten.
4. Ist die externe Einstellung eines
Geschäftsführers aufgrund des § 82 GO NW überhaupt möglich?
Er sichert zu, dass alle weiteren Fragen
interfraktionell geklärt und dann ein Signal an die Verwaltung gegeben wird.
Herr Riechel teilt mit, dass auch die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen noch Beratungsbedarf
sieht. Seiner Ansicht nach fällt die neue Verwaltungsvorlage hinter die vor rd.
1 Jahr geführte Diskussion zurück. Auch ihm fehlt der Hinweis darauf, dass die
Konsolidierung in diesem Bereich der eigentliche Anlass für die Überlegungen
zum Zusammenschluss der verschiedenen Einheiten war. Er geht davon aus, dass es
bei der Umsetzung wie hier beschrieben zu Mehrkosten für den Einsatz eines
"headhunters" und eines neuen Geschäftsführers kommen wird. Der
Vorschlag, einen Wirtschaftsbeirat zu installieren, wird mit der neuen
Verwaltungsvorlage nicht mehr aufgegriffen, und es erfolgt keine Beteiligung
der betroffenen Gesellschaften und Vorstände.
Herr Dr. Ramrath hält die von Herrn Krippner aufgeworfenen Fragen
für wesentlich und schließt sich der Bitte um Beantwortung an. Entscheidender
Punkt für die Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung ist neben der
Konsolidierung die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Hagen mittels Optimierung
der Wirtschaftsförderung. Er hält die in der Verwaltungsvorlage genannten Eckpunkte
für richtig, um zu einer Willensbildung im Rat der Stadt Hagen kommen zu können
und geht davon aus, dass die inhaltliche Ausgestaltung der Wirtschaftsförderung
in einer späteren Umsetzungsvorlage erfolgen wird. Mit Blick auf den
Wirtschaftsbeirat vertritt er die Auffassung, dass es sich aufgrund des Meinungsbildungsprozesses
mit der Wirtschaft um eine Fortentwicklung handelt, dass nun eine Verfestigung
mittels eines eingetragenen Vereins erfolgen soll. Gibt die Politik ein
entsprechendes Signal, wird sich seiner Ansicht nach die Wirtschaft in den
weiteren Prozess einbinden.
Herr Thielmann geht auf die Historie der Bildung der bisherigen Wirtschaftsförderung
Hagen GmbH ein. Er sieht die Notwendigkeit, in der Sache bald zu einer
Entscheidung zu kommen. Herr Thielmann warnt jedoch davor, die
Wirtschaftsförderung bei ihrer Neuausrichtung mit zu großer Distanz zur
Verwaltung zu platzieren, da dies schon einmal zu Reibungsverlusten geführt
hat.
Herr Thieser erklärt, dass nach seinem Verständnis nicht die punktuell auftretenden Akteure
die Hagener Wirtschaft vertreten. Vor der Diskussion über die Organisationsform
muss seines Erachtens Einigkeit über die Inhalte erzielt werden. Er wirft die
Frage auf, ob es schwerpunktmäßig um Serviceleistungen im Zusammenhang mit
städtischen Dienstleistungen gehen soll oder ob es um die Vermarktung der
Gewerbeflächen vorrangig geht. Herr Thieser vertritt weiter die Ansicht, dass
die Wirtschaftsförderung dauerhaft beim Oberbürgermeister verankert werden muss
und nicht einem Geschäftsführer überlassen werden darf. Er hält in diesem
Zusammenhang die Reflektion einer regionalen Kooperation mit den von Herrn
Krippner genannten Kreisen für zwingend erforderlich (Stichwort: Vermarktungs-
und Ansiedlungspolitik). Herr Thieser bittet darum, die in der letzten
Legislaturperiode gefassten Beschlüsse und Diskussionsinhalte - inklusive denen
zur Konsolidierung in diesem Bereich - zu bündeln und den Fraktionen zur
Verfügung zu stellen.
Herr Dr. Bücker erklärt, dass er im Namen der Fraktion Hagen Aktiv generell zunächst die
Zustimmung zur Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung signalisieren kann.
Seine Fraktion hat allerdings Probleme mit der Einstellung eines neuen
Geschäftsführers und der Einbeziehung der agentur Mark, was nicht als ins
Gefüge passend erachtet wird.
Herr Oberbürgermeister Dehm geht auf die Zielsetzung der Verwaltungsvorlage
ein. Sowohl vor als auch nach seinem Amtsantritt hat er eine Vielzahl von
Gesprächen mit der Hagener Wirtschaft, mit Verbänden und mit einzelnen
Unternehmern und auch mit Vertretern der Politik geführt. Allen gemeinsam ist
die Einschätzung, dass Handlungsbedarf besteht, der Standort Hagen nicht
optimal vermarktet wird und die Rückmeldung kommt, dass Qualitätsverbesserungen
erforderlich sind. Im Bereich des Stadtmarketings klafft eine Lücke, die es zu
schließen gilt, und auch die touristische Vermarktung der Stadt kann optimiert
werden. Wichtig ist es aus seiner Sicht, vor den Detailgesprächen - auch mit
potentiellen Partnern - die grundsätzliche Ausrichtung festzulegen. Herr Oberbürgermeister
Dehm hält es für ganz wesentlich, dass die Entscheidung mit möglichst breiter
Mehrheit im Rat der Stadt Hagen getroffen werden kann, da es sich um eine
Weichenstellung über diese Wahlperiode hinaus handelt. Erst nachdem klar erkennbar
wird, dass Verwaltung und Politik die Neuausrichtung betreiben wollen, werden
sich Externe auch entsprechend einbringen. Regionale Kooperationen müssen auch
aus seiner Sicht diskutiert werden, jedoch wird es nicht möglich sein, die in
Rede stehenden Aufgaben ausschließlich in Zusammenarbeit mit
Wirtschaftsförderungsgesellschaften anderer Gebietskörperschaften zu erbringen.
Herr Oberbürgermeister Dehm weist darauf hin, dass Organisationseinheiten immer
auch durch die handelnden Personen leben. Daher muss die Führungsperson auch
intensiv in die Detaildiskussion eingebunden werden. Er erklärt, dass die
Konsolidierungsziele gesetzt sind. Dies kann zur Verdeutlichung in den
Beschlussvorschlag aufgenommen werden. Ob ein Wirtschaftsbeirat letztendlich
benötigt wird oder ob Diskussionen im Aufsichtsrat später ergebnisorientiert geführt
werden können, hängt seiner Ansicht nach stark davon ab, wie die Beteiligung
der Wirtschaft ausfällt. Die Bereitschaft der Wirtschaft zur Beteiligung ist
groß, hängt aber auch davon ab, wie deutlich die Einladung zur Beteiligung
seitens der Stadt ausgesprochen werden wird. Die Konsultation der
Gesellschafter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft ist im Vorfeld der
Erstellung der Verwaltungsvorlage erfolgt. Auch ihnen gegenüber ist die Einladung
zur Mitarbeit an der Neuausrichtung ausgesprochen worden. Herr Oberbürgermeister
Dehm verschiebt zum Abschluss der Diskussion die Beschlussfassung auf die
Ratssitzung am 25.03.2010.
Beschluss:
1. Der Rat beschließt im Grundsatz, zukünftig die Aufgaben Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus in der neu aufgestellten WFG GmbH zu bündeln.
2. Der Rat beauftragt die Verwaltung, die notwendigen Vorbereitungen zu treffen und den politischen Gremien zur abschließenden Beschlussfassung vorzulegen.
3. Der Rat lädt die Hagener Unternehmen und Wirtschaftsverbände ausdrücklich ein, sich an der neuaufgestellten Wirtschaftsförderungsgesellschaft maßgeblich zu beteiligen.
4. Der Rat beauftragt den Gesellschaftervertreter der Stadt Hagen in der Gesellschafterversammlung der WFG GmbH, einen Beschluss herbeizuführen, die Neubesetzung der Position einer Geschäftsführerin/eines Geschäftsführers für die erweiterte Gesellschaft durch öffentliche Ausschreibung und begleitende Direktsuche durch ein Personalberatungsunternehmen vorzubereiten.
Anlagen zur Vorlage
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(wie Dokument)
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