23.09.2009 - 5 Bericht der ARGE
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5
- Sitzung:
-
Sitzung des Sozialausschusses
- Datum:
- Mi., 23.09.2009
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Frau
Frau Kaus-Köster stellt den Bericht „Vorbereitung auf die Krise“ vor (siehe
Anlage zu TOP 5) und erläutert die Daten.
Frau Buchholz möchte wissen, inwieweit sich der Betreuungsschlüssel verändert habe und
ob das Budget beim Eingliederungstitel im nächsten Jahr bei wachsenden Arbeitslosenzahlen in gleicher Höhe wie 2009 verbleibe.
Frau Kaus-Köster berichtet, dass es eine Verschiebung der Prioritäten bei der Arbeit der
Fallmanager geben werde. Diese würden sich zukünftig intensiver mit den Kunden
beschäftigen, die den vorrangigen Bedarf hätten.
Weiterhin berichtet sie von einer stattgefunden Geschäftsführertagung,
bei der Herr Alt gesagt habe, dass bundesweit davon ausgegangen werden könne,
dass es ca. 500 Millionen Euro mehr gebe. Die ARGE Hagen werde voraussichtlich
insgesamt 23,69 Millionen Euro bekommen. Das sei ein wenig mehr als 2009. Es
sei allerdings auch nur eine voraussichtliche Zahl. Das Geld werde
voraussichtlich „kleckerweise“ kommen. Es sei natürlich möglich,
dass nach der Wahl neu gerechnet würde. Das sei die Ausgangssituation, mit der
man planen müsse.
Herr Hentschel nimmt Bezug auf den Betrag in Höhe von 2,28 Millionen €, die umgeschichtet
werden müssten. Da diese aus der Eingliederungshilfe entnommen würden, möchte
er wissen, was das für die Kunden bedeuten würde.
Frau Kaus-Köster erklärt, dass es immer so sei, dass man immer aus dem Eingliederungstitel
auch das Verwaltungskostenbudget bestücken müsste. Bisher seien es 1,5
Millionen € gewesen. Dieser Betrag müsste jetzt auf einen Betrag in Höhe
von 2,28 Millionen € aufgestockt werden. Das bedeute ganz konkret, dass
in dem einen oder anderen Fall eine Maßnahme weniger eingekauft werden könne.
Frau Buchholz nimmt Bezug auf die gemachte Zahl des Zuwachses der Bedarfsgemeinschaften
bis zum Ende des Jahres auf voraussichtlich 14.000. Wenn der Eingliederungstitel
nicht wesentlich erhöht würde, würde
das weniger Hilfe und weniger Beratung
bedeuten für den Einzelnen, aber gleichzeitig mehr Arbeit für die Mitarbeiter
der ARGE bedeuten. Sie stelle sich die Frage, ob man nicht als Sozialausschuss
über den Rat über den Städtetag Druck auf die Bundesregierung machen könne,
dass die zuständigen Gremien mehr Geld bekämen.
Frau
Es müsse natürlich angesichts der Problemfelder vermehrt auf
Qualifikation geachtet werden. Wenn sie Frau Kaus-Köster richtig verstanden
habe, werde die Betreuung der Kunden in diesem Bereich jetzt runter gefahren,
weil jetzt die existentielle Versorgung der Menschen vorrangig zu bedienen sei.
Frau Kaus-Köster erklärt dazu, dass die
ARGE sich mit zunächst einmal mit mehr Personal von maximal 4,5 mehr Stellen
aufgestellt habe. Ursprünglich hätte man tatsächlich nach dem bundesweit
geltenden Betreuungsschlüssel ein Mehrbedarf an Personal in Höhe von 57,54
Menschen beantragen müssen. Das sei nicht möglich gewesen, weil sich eine
Belastung für den Eingliederungstitel in Höhe von 5,5 Millionen € ergeben
hätte.
Man verändere die Betreuungsschlüsse lediglich
bei den sogenannten „integrierten Kunden“ und bei denjenigen, die
zurzeit nicht arbeitsfähig seien wie z.B. Schüler oder Erziehungsberechtigte
kleiner Kinder. Diese stünden nach einer gewissen Zeit dem Arbeitsmarkt wieder
zur Verfügung.
Nur diese Kundengruppen würden im Augenblick
weniger betreut.
Auf eine Frage von Herrn Hentschel
erklärt Frau Kaus-Köster, dass sich der gesamte Eingliederungstitel auf
23,5 Millionen € belaufe. Diesem entnehme man 2,28 Millionen. Das ließe
sich nicht anders machen. Man müsse auch sehen, dass diese Umstrukturierung
durch eine Riesenanstrengung der Mitarbeiter der ARGE gestemmt werde, denn eigentlich
spreche man von 54 Mitarbeitern. Die ARGE versuche jetzt, mit 4,5 externen
Einstellungen, die aus dem Eingliederungstitel finanziert würden, und mit 10
Mitarbeitern für das Projekt „50-Plus“, die über Bundesmittel
finanziert würden, diese Mammutaufgabe zu stemmen.
Frau
Herr Halbeisen fragt,
welche konkreten Vorhaben es in Bezug auf die Umsetzung des Gerichtsurteils
gebe, dass die bisherige Trägerkonstruktion der ARGE so nicht zulässig sei.
Frau Kaus-Köster zitiert die Aussage von Herrn Alt, die er in Richtung der Geschäftsführer der ARGEN gemacht habe. „Ostern 2010 werde man erfahren, wie es zukünftig weitergehe.“
Frau Machatschek weist darauf hin, dass bis 2011 das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes umgesetzt sein müsse.
Sie fragt Frau Buchholz, ob sie die angesprochene Resolution formulieren wolle.
Die Aussage mache deutlich, dass diese Thematik dem Sozialausschuss wichtig sei. Wenn man bei den prognostizierten Mehrbelastungen weiterhin immer mehr „verwalte“, anstatt zu integrieren, sähe sie die Notwenigkeit gegeben, die Mittel dafür aufzustocken.
Herr Dücker hat gegen die Resolution nichts einzuwenden. Es stünden Wahlen an. Da könne sich einiges verändern. Eines allerdings bliebe bestehen. Das seinen die Nothaushalte der Kommunen, so dass eine Resolution immer richtig und sinnvoll sei.
Frau Buchholz formuliert die Resolution.
Frau Machatschek stellt diese zur Abstimmung und wünscht den Vertreterinnen der ARGE alles Gute für die weitere Arbeit.
Anmerkung der Schriftführerin:
Der Pressesprecher der Arge, Herr Opel, hat am Tag nach der Sitzung des
SOA folgende Richtigstellung übersandt:
„Ich möchte die gestrige Aussage, dass der Stadt für 2009
Mehrkosten KdU in Höhe von ca. 5 Millionen Euro entstehen, hiermit näher
erläutern und richtigstellen.
Die 5 Millionen Euro basieren alleine auf der prognostizierten
Entwicklung der Bedarfsgemeinschaften in Hagen von Juni 2009 – Dezember
2009.
Diese Prognose besagt eine Steigerung um 2.500 Bedarfsgemeinschaften
von 11.600 auf 14.100. Bei monatlichen Durchschnittskosten je Bedarfsgemeinschaft
in Höhe von 332, 23 Euro lägen die Zusatzkosten bei
4.983.450 Euro. Dies bezieht sich jedoch nur auf den prognostizierten
Verlauf Ende Juni – Ende Dezember 2009.
Im Vergleich zu Vorjahr kommen auf die Stadt jedoch lediglich ca.
500.000 Euro an Mehrkosten für KdU hinzu, weil der Bestand an Bedarfsgemeinschaften
Anfang 2009 der niedrigste seit Bestehen der ARGE war. Dies bedeutet, dass im
ersten Halbjahr 2009 weit weniger Kosten der Unterkunft angefallen sind als
noch im Vorjahreszeitraum. Hierdurch minimieren sich die zusätzlichen Kosten im
Bereich der KdU auf die o.g. knapp 500.000 Euro, wenn die Prognose tatsächlich
so eintrifft.
Im Jahr 2008 betrugen die Kosten für den Bereich KdU rund 46 Millionen
Euro. Für 2009 waren hier 45 Millionen Euro eingeplant. Durch die Krise auf dem
Arbeitsmarkt werden die Kosten jedoch bei ca. 46,5 Millionen Euro liegen. Die
zu erwartenden Kosten (bei Eintreten der Prognosewerte) für 2010 betragen knapp
55 Millionen Euro. Dies sind 8,5 Millionen Euro mehr als dieses Jahr und sogar
10 Millionen mehr als der diesjährige Planungswert von 45 Millionen
Euro.“
Anlagen
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(wie Dokument)
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