24.06.2009 - 3 Bericht über die Situation der ambulanten Sterb...

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Wortprotokoll

Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:

 

Frau Machatschek begrüßt zu diesem Thema Frau Stoppa vom Caritasverband und  Frau Schnarbach vom Palliativpflegedienst der Diakonie Hagen-Ennepe-Ruhr und Frau Pfarrerin  Lauxmann als Koordinatorin und Frau Backhaus als ehrenamtliche Kraft vom Ambulanten Hospizdienst „DA-SEIN“.

Intention für die heutige Einladung sei ein Bericht aus dem Seniorenbeirat gewesen, in dem mitgeteilt worden sei, dass es in diesem Bereich finanzielle Probleme gebe.

 

Frau Lauxmann stellt sich und ihre Arbeit vor.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter seien in diesem Bereich ein wesentlicher Stützpfeiler. 

 

Frau Backhaus ergänzt die Ausführungen aus ihrer Sicht als ehrenamtliche Kraft.

 

Frau Stoppa stellt sich vor.

Sie geht näher auf den Bereich der Finanzierung ein. Man werde seit einigen Jahren über die Krankenkassen finanziert. Es gebe einen Topf für die Hospizarbeit, aus dem das Geld an die ambulanten Hospize ausgeschüttet würde. Davon würden die Personalkosten  finanziert. Es werde immer schwieriger, einen ambulanten Hospizdienst zu finanzieren. Von den beantragten Geldern fehlten dem Caritasverband für diese Arbeit im Endeffekt 20.000 €. In den Töpfen der Krankenkassen seien noch 9 Millionen vorhanden, die auf Ausschüttung warteten. Hier sei die Politik gefordert. Die Spendengelder brächen weg.

 

Frau Machatschek möchte von Frau Schnarbach wissen, was genau ihr Aufgabengebiet sei. Gebe es in Hagen in einer Klinik eine Palliativstation?

 

Frau Schnarbach erklärt, dass es sich bei dem  Dienst um einen ambulanten Palliativpflegedienst handele, der für den Bereich Hagen / Ennepe-Ruhr zuständig sei. Die Patienten würden zu Hause versorgt. Man habe 9 Mitarbeiter, davon 8 Schwestern und

ein Pfleger.

 

Herr Haensel hält die Differenzierung für geeignet, was denn ein ambulanter Hospizdienst in einer Familie mache, welchen Bereich die Pflege abdecke und wie sich das das Zusammenspiel beider gestalte. Das seien die Netzwerkverbünde, die man insgesamt benötige.

 

Frau Machatschek fragt nach, ob es sich hier um die gleiche Finanzierung handele wie von Frau Stoppa beschrieben.

 

Frau Schnarbach berichtet, dass Ziel der Palliativpflege sei, die Lebensqualität des Patienten und seiner Angehörigen in der letzten Lebensphase zu stabilisieren.

Von der Kasse würden 100,- € bezahlt, von denen drei Einsätze je 33,- € finanziert werden könnten.

 

Frau Stoppa ergänzt, dass man in der Palliativpflege immer wieder an seine Grenzen stieße. Es sei jedoch festzustellen, dass die Versorgung bedeutend besser geworden sei.

Herr Schellhorn möchte wissen, ob die Krankenkasse über die 100 € pro Patient hinaus etwas bewilligen würde, da er sich gut vorstellen könne, dass drei Einsätze nicht immer ausreichten.

 

Frau Stoppa bejaht diese Frage. Es handele sich dabei um die sogenannten Kriseneinsätze. Bei den drei Einsätzen pro 33,00 € handele es sich um Palliativeinsätze. Darin sei zum Beispiel die Grundpflege nicht enthalten.

 

Herr Schellhorn fragt, ob bürokratische Hürden vorhanden seien. Müsse ein Kriseneinsatz vorher von der Krankenkasse genehmigt werden?

 

Frau Stoppa erwidert, dass das in der Praxis nicht möglich sei. Man müsse darauf hoffen, dass die Kasse den Einsatz nachvollziehen könne.      

 

Herr Haensel stellt fest, dass die Hagener Bevölkerung in diesem Bereich ausreichend versorgt sei. Es seien  in den letzten Jahren einige Angebote dazugekommen. Es gebe mittlerweile ein Palliativnetzwerk, an dem sich viele Menschen und Organisationen  beteiligten. Es seien auch privat- gewerbliche Anbieter darunter. In diesem Bereich  sei teilweise ein Höchstmaß an Engagement und Idealismus zu finden.

 

Herr Hentschel schildert die Situation, dass ein Patient mit einer Sterbeverfügung im Sterben liege und eine ehrenamtliche Kraft zugegen sei. Wer entscheide über möglichen Einsatz von sterbe verlängernden Maßnahmen. Sei die ehrenamtliche Kraft an die Verfügung gebunden?

 

Frau Stoppa erklärt, dass klar sei, dass der Wunsch des Patienten vorgehe.

 

Herr Steuber fragt nach der Einschätzung des Bedarfes an stationären Hospizplätzen in Hagen.

 

Frau Stoppa macht deutlich, dass in den meisten Fällen der Patient zu Hause versorgt und sterben wolle. Das müsse Priorität haben. Dabei stoße man natürlich immer wieder an seine Grenzen. Für die Fälle sollten Hospizplätze vorhanden sein. Hagener Bürger äußerten auch immer wieder diesen Wunsch, in Hagen Hospizplätze vorzufinden.

Der Caritasverband plane 5 Hospizbetten im St. Clara Altenheim. Die Baumaßnahmen würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Auch hier stelle sich die Frage, wie sich die Maßnahme finanzieren lasse.

 

Herr Haensel berichtet von Plänen eines Vereins, ein eigenständiges Hospiz in Hagen zu verwirklichen. Das sei letztendlich auch am Geld gescheitert. Man müsse einen Eigenanteil von mindestens 10 % einplanen. Das könne ein Betrag in fünf- bis sechsstelliger Höhe sein.

Es gebe eine Vereinbarung zwischen Herrn Röspel und ihm, wenn ein solches Hospiz für Hagen komme, dieses in jedem Falle als ein ökumenisches Haus betrieben werden solle.  Das sei Ziel der Gespräche, die zurzeit im nichtöffentlichen Teil geführt würden.

 

Frau Machatschek ist auch der Meinung, dass Angebote im stationären Bereich sehr wichtig seien. Sie sei sehr traurig darüber, dass man keine Palliativstation in einer Klinik habe.

 

Herr Haensel macht noch einmal deutlich, dass man im Moment in guten Gesprächen sei. Alle zögen an demselben Strang. Ein Aspekt sei ihm in dieser Diskussion zu kurz gekommen. Die stationäre Altenpflege habe sich  im Hinblick auf die älter werdende Bevölkerung längst auf die Bedarfe eingestellt. Die in diesem Bereich Beschäftigten hätten Fortbildungen in diesem Bereich. In jedem der Häuser gebe es in der Regel ein eigenständiges Konzept für palliative Versorgung. Er nennt in diesem Zusammenhang bei den privat-gewerblichen Anbietern das Haus Wohlbehagen als positives Beispiel. Die Stadt Hagen habe eine gute Grundversorgung in diesem Bereich.

 

Frau Machatschek bedankt sich bei ihren Gästen und wünscht alles Gute für die weitere Arbeit.

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