13.05.2009 - 6 Bericht der ARGE
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6
- Sitzung:
-
Sitzung des Sozialausschusses
- Datum:
- Mi., 13.05.2009
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Frau Kaus-Köster teilt mit, dass die Wirtschaftskrise Hagen nun voll trifft. Deutlich ablesbar ist das an den steigenden Zahlen der Kurzarbeit. 28.700 Beschäftigte in 940 Betrieben müssen zurzeit Kurzarbeiten. Dieser Situation muss das Fallmanagement gegensteuern. Hierzu gibt es neben der individuellen Förderung entwickelte Programme. Die Lage ist für alle Beteiligte eine große Belastung. Größtenteils können Kunden nicht einmal bei einem 75 %igen Unterstützungszuschuss in einen Arbeitsplatz vermittelt werden.
Frau Kaus-Köster stellt die Tischvorlage vor:
Entwicklung
und Ergebnisse der ARGE Hagen
Entwicklung der Zahl der Bedarfsgemeinschaften (BG)
Die
Zahl der Bedarfsgemeinschaften ist in den Monaten März bis Dezember 2008
rückläufig gewesen. Im Dezember 2008 wurde der tiefste Stand der Zahl der Bedarfsgemeinschaften
erreicht. Seit Januar 2009 ist aufgrund der Wirtschaftskrise ein stetiger
Anstieg der zu betreuenden Bedarfsgemeinschaften zu erkennen.
Blick in die Zukunft:
Im April lag die Zahl der Bedarfsgemeinschaften
bereits bei 11.383. Bei konservativer Hochrechnung der Fallzahlen (lineare
Steigerung) wird die Zahl der BG’s im Dezember bei 12.586 liegen. Die
ARGE geht derzeit davon aus, dass sich die Steigerung der BG’s zum Herbst
hin so auswirken wird, dass ggf. eine deutliche Steigerung der anfallenden
Arbeit spürbar sein wird.
Zielerreichung 2009
Die BA hat am 05.02.2009 gem. § 48 SGB II mit dem
BMAS eine Vereinbarung zur Erreichung von Zielen nach dem SGB II geschlossen.
Die vereinbarten Leistungszielen betreffen die Leistungen, für die die BA gem.
§ 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB II die Verantwortung als Leistungsträger innehat. Diese
Ziele sind auf folgendes ausgerichtet:
- Verringerung der
Hilfebedürftigkeit (Zielindikator: Summe passiver Leistungen)
- Verbesserung der
Integration in Erwerbstätigkeit (Zielindikator: Integrationsquote = Anteil
der Kunden, die in eine Erwerbstätigkeit bzw. eine Ausbildung geht -
Bezugsgröße : Kunden im Kundenkontakt)
- Vermeidung von
Langzeitbezug (Zielindikator: Bestand Kunden im Kundenkontakt > 24
Monate = Kunden, die in der Rolle zu aktivierender erwerbsfähiger
Hilfebedürftiger (eHb) sind (eHb, dem Arbeit zuzumuten ist, auf den die
ARGE ihre Integrationsbemühungen richten kann)
Aufgrund der zwischen dem BMAS und der BA abgeschlossenen
Zielvereinbarung wird von folgenden Zielwerten ausgegangen:
Summe passive Leistungen - 2,1 Prozent
(Veränderungsrate)
Integrationen
(Integrationsquote) +
2,2 Prozent (Veränderungsrate)
Kunden im Kundenkontakt
>24 Monate 0,0 Prozent (Veränderungsrate)
Die
ARGE selbst hält diese Ziele für nicht erreichbar und geht bei allen 3 Zielen
von einer Veränderungsrate von 0,0 % aus. Sie hat es sich also zum Ziel
gesetzt, trotz der schlechten wirtschaftlichen Voraussetzungen nach Möglichkeit
die Ziele des Vorjahres wieder zu erreichen (siehe Jahresbericht).
Operative
Mindeststandards
Welche
operativen Mindeststandards haben wir?
·
Mindeststandard
Erstberatung mit Profiling
U25
innerhalb einer Frist von 10 Arbeitstagen nach Antragstellung
UE
25 innerhalb einer Frist von 15 Arbeitstagen nach Antragstellung
·
Mindeststandard
Angebot U25
Angebot insbesondere einer Arbeit , Ausbildung, Ausbildungsvorbereitung,
Weiterbildung oder Arbeitsgelegenheit innerhalb von 20 Arbeitstagen nach
Abschluss der Eingliederungsvereinbarung. Wenn keine Eingliederungsvereinbarung
binnen 15 Arbeitstagen ab Antragstellung geschlossen wurde, beträgt die Frist
für das Angebot 20 Arbeitstage ab Antragstellung.
Im
Bereich der Mindeststandards, wurden aufgrund der organisatorischen Änderung im
November 2008 und aufgrund von Änderungen der Arbeitsabläufe erste große
Fortschritte erzielt. Es ist davon auszugehen, dass die Zielvorgabe für das
Jahr 2009
erreicht
wird. Eine genaue Standortbestimmung ist allerdings nicht möglich, da das
Programm Cockpit derzeit keine valide Auswertung für die Mindeststandards
liefert.
Summe der passiven Leistungen und Integrationen
Die
Situation bei den passiven Leistungen ist zurzeit noch sehr stabil. Die
Ausgaben bewegen sich in den ersten drei Monaten des Jahres 2009 auf einem
gleichbleibenden Niveau und liegen mit 12.725.000 € unter den Ausgaben
der ersten drei Monate des Jahres 2008, die bei 13.477.000 € lagen. Der
Zielwert sollte bei 12.779.000 € liegen.
Bei
der Berechnung des Zielwertes wurde die zum 01.07.09 vorgesehene
Regelsatzerhöhung von 2 Prozent sowie die Regelsatzerhöhung von 60 auf 70
Prozent für Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres nicht
berücksichtigt!
Darüber
hinaus deutet alles darauf hin, dass wir im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg
an Bedarfsgemeinschaften haben werden, so dass sich die passiven Leistungen auf
jeden Fall erhöhen werden. Vorgesehen war laut Zielwert eine Senkung der
passiven Leistungen um 5,3 Prozent. Diese Zahl ist aus heutiger Sicht nicht
realistisch.
Geht
man von den ersten Monaten des Jahres 2009 aus, stellt man fest, dass es einen
deutlichen Rückgang der Integrationen gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit rund
35,2 Prozent gegeben hat.
Mit
Blick auf die Entwicklung der SGB III Kunden und der hohen Zahl von Kurzarbeitern,
ist zu vermuten, dass sich dieser Trend erstmal fortsetzen wird und es dieses
Jahr keine Frühjahresbelebung und somit auch keinen Anstieg der Integrationen geben
wird.
Auch die Integrationen des U-25-Bereichs sind seit
dem Monat Dezember erheblich zurückgegangen. Eine verlässliche Prognose für den
Ausbildungsmarkt ist derzeit noch nicht möglich. Es ist aber zu befürchten,
dass es auch hier Einbrüche geben wird. Die ARGE wird auch in diesem Segment
versuchen, durch entsprechende Maßnahmen gegenzusteuern und ihre Anstrengungen
zu verstärken.
Bestand Kunden im Kundenkontakt mit Dauer
> 24 Monate
Der Zielwert für 2009 sieht vor, dass sich der Bestand
dieser Kunden nicht erhöhen soll. Der avisierte Zielwert bis einschließlich
März waren 4.238 Kunden, die ARGE hatte mit Stand März 3.985 Kunden im
Kundenkontakt mit Dauer > 24 Monate,
der Zielwert wurde hier übertroffen. Da die ARGE die Betreuung für diese Kunden
intensiviert hat, ist davon auszugehen, dass dieser Zielwert auch bis zum
Jahresende erreicht wird.
Frau Machatschek bedankt sich für den ausführlichen Bericht.
Frau Sauerwein fragt nach den zu erwartenden Kosten der Unterkunft, die von der Stadt Hagen zu tragen sind.
Frau Kaus-Köster kann hier keine Prognose abgeben, da die Zahl der so genannten Rechtskreiswechsler, diejenigen, die vom SGB-III-Bereich zum SGB-II-Bereich wechseln, nicht vorhergesagt werden kann.
Frau Sauerwein möchte wissen, ob sich der Bundesanteil an den Kosten der Unterkunft verändert hat.
Herr Dr. Brauers teilt mit, dass dieser Bundesanteil bereits zwei mal gekürzt worden ist.
Die weiteren Fragen von Frau Buchholz und Herrn Hässner werden von Frau Küper und Herrn Goldbach beantwortet.
Frau Machatschek wünscht der ARGE Hagen viel Erfolg mit der Umsetzung der vorgestellten Maßnahmen.
