18.03.2009 - 5 Jahresbericht 2008 Gehörlosen-Beratung Hagen

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Wortprotokoll

Frau Machatschek führt in die Thematik ein. Sie wünscht sich, dass in einer der weiteren Sitzungen des Sozialausschusses auch die Betroffenen selbst zu Wort kommen sollten.

 

Frau Terbeck berichtet von ihrer Arbeit in der Beratungsstelle für Gehörlose (siehe Anlage).

 

Frau Weickenmeier ergänzt die Ausführungen aus Sicht des Verbandes.

 

Herr Halbeisen möchte wissen, ob es von Seiten der Gehörlosen an den Sozialausschuss  Forderungen auf Herstellung von  Barrierefreiheit bestünden.

 

Frau Terbeck erläutert, dass der Gehörlose mit Hilfe eines Dolmetschers kommunizieren könne. Ein solcher Dolmetscher fehle sehr häufig. Es gebe auch viele Bereiche wie zum Beispiel Schule und  Kindertagesstätten, in denen Dolmetscherkosten nicht übernommen würden. In diesen Fällen müssten die Kinder für die Eltern dolmetschen. Wenn man in diesen Bereichen als Politik unterstützend wirken könnte, dass Dolmetscherkosten übernommen würden, wäre das sehr hilfreich für die Betroffenen. Mit dem Gehörlosengeld in Höhe von 77,- € monatlich ließe sich gerade für eine knappe Stunde ein Dolmetscher finanzieren. Dazu kämen noch die Fahrtkosten. Außerdem gebe es viel zu wenig Dolmetscher.

 

Auf die Frage von Frau Machatschek nach der Zahl von Gehörlosen teilt Frau Terbeck mit, dass es in Hagen 844 Gehörlose gebe.    

 

Frau Kurte fragt, wie sich denn die Krankenkassen verhielten, wenn ein Gehörloser zum Arzt müsse. Würden dann keine Dolmetscherkosten übernommen?

 

Frau Terbeck erwidert, dass in schwerwiegenden Fällen die Kosten für einen Dolmetscher übernommen würden. Der Gehörlose müsse den Dolmetscher mitbringen.

Sehr viele Gehörlose hätten einen Wortschatz von ca. 30.000 Worten. Das entspreche einem Kind im fünften Schuljahr.

 

Frau Weickenmeier weist darauf hin, dass es eine Kommunikationshilfeverordnung gebe, die genau regelt, wann welche Ansprüche da seien. Im Falle des medizinischen Versorgungssystems sei es so, dass der Arzt oder das Krankenhaus selber erklären müssten, dass ein Dolmetscher dringend notwendig sei. Das sei eine Frage der Aufklärung und Sensibilisierung. Vielen wüssten gar nichts von ihren Rechten.

 

Frau Kreiss ergänzt, dass man vor einiger Zeit mit der Schulverwaltung geklärt habe, dass die Elternsprechtage und Elternabende zum Verwaltungsverfahren gehörten und daher die Kosten für Gebärdendolmetscher für diese Termine finanziert würden.

 

Herr Halbeisen wirft die Frage in den Raum, ob es nicht sinnvoll sei, dass der Behindertenbeirat sich mit dieser Problemstellung befasse, um dort eine Vielzahl von Maßnahmen zu beraten und dann dem Sozialausschuss und dem Rat einen Beschlussvorschlag vorzulegen. Wie könne man zum Beispiel die Situation verbessern, dass es zur Zeit in Hagen und Umgebung viel zu wenig Gebärdendolmetscher gebe? Welche Einflussmöglichkeiten habe eine Kommune hier?

 

Frau Machatschek formuliert das Anliegen von Herrn Halbeisen so, dass in Hagen Strukturen geschaffen würden, dass die gehörlosen Menschen in Hagen zu ihrem Recht kämen. Sie ist auch der Meinung, dass dies eine Aufgabe für den Behindertenbeirat sei.

Da sie selber Mitglied im Behindertenbeirat sei, werde sie diese Fragestellung mitnehmen.

Abschließend erklärt sie, dass man sehr froh sei, diese Beratungsstelle für Gehörlose in Hagen zu haben. Sie wünscht Frau Terbeck und Frau Weickenmeier für ihre Arbeit weiterhin alles Gute.  Man werde sich mit der Thematik noch einmal befassen, indem man  eine/n Betroffene/e in den Ausschuss einlade.

 

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