15.07.2004 - 4 Vorschlag der SPD-Fraktion zur Tagesordnung gem...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 15.07.2004
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- AdR Amt des Rates
- Bearbeitung:
- Burkhard Wehner
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Demnitz führt aus,
dass er durch einen in der Presse veröffentlichten Leserbrief über eine in
Dortmund durchgeführte Veranstaltung auf dieses Thema aufmerksam geworden sei.
Trotz Teilnahme verschiedener Kommunen sei die Stadt Hagen nicht vertreten
gewesen. Er spricht sich dafür aus, das Thema “Bündnis für Familie”
gerade vor dem finanziellen Hintergrund der Stadt in Angriff zu nehmen und nach
einem gewissen Zeitraum zu prüfen, ob das Projekt weiter verfolgt werden solle.
Frau
Sauerwein
entgegnet, dass sie dem Projekt eher skeptisch gegenüber stehe. Es sei ein
wichtiges Anliegen der Politik auf eine familienfreundliche Stadt verweisen zu
können, die sich u.a. die Verbesserung
der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zum Ziel gesetzt habe. In der
Realität würden jedoch die Arbeitszeiten zur Zeit in die Abendstunden und an
Wochenenden ausgeweitet. Sie spricht sich dafür aus konkrete Projekte z.B. zu
Arbeitszeiten oder Firmenkindergärten zu initiieren statt ein neues Bündnis aus
der Taufe zu heben.
Herr Thielmann teilt die von
Frau Sauerwein vorgetragene Skepsis. Das Projekt sei in der angedachten Form
nicht dazu angetan, Themenschwerpunkte wie die Vereinbarkeit von Familie und
Beruf abarbeiten zu können. Er spricht sich dafür aus, dem Antrag der
SPD-Fraktion nicht zuzustimmen.
Herr Demnitz setzt sich
vor dem Hintergrund der finanziellen Lage der Stadt dafür ein, einen erneuten
Anlauf zu unternehmen, die bei Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften u.a. in
diesem Bereich vorhandenen Ressourcen besser nutzen zu können. Er vertritt die
Auffassung, dass sich der Rat der Stadt in den vergangenen Jahren den
Themenbereichen Kinder- Jugend- und Familienpolitik nicht in ausreichendem Maße
angenommen habe und bittet darum, das Projekt zu unterstützen. Herr Demnitz
erklärt, dass das Bündnis bei einem Mißerfolg wieder eingestellt werden könne.
Herr
Gerbersmann erklärt, dass auch bei der CDU-Fraktion Vorbehalte
gegen den Erfolg des Bündnisses bestünden. Dennoch stehe der Versuch im
Vordergrund, den es zu unterstützen gelte. Er weist jedoch darauf hin, dass
nach relativ kurzer Zeit überprüft werden müsse, ob es sich lohne, das Projekt
weiter fortzuführen. Im Gegensatz zu den Ausführungen von Herrn Demnitz betont Herr
Gerbersmann, die CDU-Fraktion habe sich in der Vergangenheit des
Themas Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Hagen z.B. durch Unterstützung
des Tagesmütterwerks angenommen. Darüber hinaus sei die Bedeutung der
Familienfreundlichkeit durch die Förderung des Bauens für junge Familien in
Hagen unterstrichen worden. Er empfinde es in diesem Zusammenhang als einen
Skandal, wenn seitens der Bundesregierung einerseits angeprangert werde, die
Betreuung von Kinder unter drei Jahren sei unzureichend, andererseits darüber
nachgedacht werde, ob ein Rechtsanspruch auf Betreuung bestehe und die daraus
entstehenden Kosten den Kommunen aufbürden zu wollen.
Frau Kingreen ergänzt, dass
seitens der bundesweiten Initiative Serviceleistungen angeboten werden sollen.
Nach ihr vorliegenden Informationen würden in anderen Städten Vereine im Rahmen
des Projektes Aufgaben, wie z.B. die Ganztagsbetreuung, übernehmen. Frau
Kingreen hält es nicht für sinnvoll, neue Strukturen für das Projekt aufzubauen.
Statt dessen spricht sie sich für eine gezielte Kampagne aus, um nachhaltig etwas
gegen die Kinderfeindlichkeit zu unternehmen.
An der
weiteren Diskussion beteiligen sich die Herren Marscheider, Demnitz und Strüwer.
Beschluss:
1.
Die Stadt Hagen beteiligt sich an der bundesweiten
Initiative “Lokale Bündnisse für Familien” des BMFSFJ und initiiert
ein “Bündnis für Familie in Hagen”.
2.
Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept für eine
öffentlichkeitswirksame Kampagne ab Oktober 2004 zu entwickeln. Dabei ist das
Beratungsangebot aus dem BMFSJF und dem Servicebüro der Initiative zu nutzen.
3.
Inhaltlicher Schwerpunkt der Kampagne ist die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bereits existierende Maßnahmen,
insbesondere im Bereich der Kinderbetreuung, sind aufzunehmen und
fortzuentwickeln.
4.
Für das Bündnis sollen Betreuungseinrichtungen, Schulen,
Elterninitiativen, Parteien, Verbände, Kirchen, Unternehmen und Kammern,
Gewerkschaften und weitere gesellschaftliche Akteure gewonnen weren.
