15.07.2004 - 2 Einwohnerfragestunde
Grunddaten
- TOP:
- Ö 2
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 15.07.2004
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Frau T. möchte
wissen, warum von den Kürzungen der städtischen Ausgaben gerade die bedürftigen
Personengruppen, wie z.B. Kindergärten, Straßenkindern oder Jugendarbeit,
betroffen seien. Sie vertritt die Auffassung, dass mit dem Eigenanteil der
Stadt für aufschiebbare Bauprojekte Kindergartenplätze finanziert werden
könnten, um so zuerst den Menschen zu helfen.
Herr Dr.
Schmidt entgegnet, dass es eine Konsolidierungsvorgabe in Höhe von 60 Millionen
Euro gebe, von der alle Fachbereiche erfasst seien. Der Rat der Stadt habe es
sich vorbehalten, jede Einzelmaßnahme gesondert zu beraten und darüber zu
entscheiden. Dieses treffe auch auf den Sozialbereich zu.
Frau Wolff ergänzt, der
Rat der Stadt habe sich dafür eingesetzt, allen Kindern eine Betreuung zu
ermöglichen. Sie gehe davon aus, dass sich der zukünftige Rat ebenso dafür
engagieren werde.
Herr Strüwer betont, dass
in den angesprochenen Bereichen bisher keine Einsparungen erfolgt seien.
Lediglich in Teilbereichen seien Kürzungen des Landes an Jugendeinrichtungen
und Wohlfahrtsverbände weitergegeben worden. Kürzungen im Sozial- und Jugendbereich
müssten mit äußerster Sensibilität angegangen werden. Er weist darauf hin, dass
der Anspruch auf einen Kindergartenplatz rechtlich garantiert sei und die Stadt
diesem Anspruch auch nachkommen werde. Es könne jedoch nicht ausgeschlossen
werden, dass alle Einrichtungen in der heutigen Form weitergeführt würden.
Hinsichtlich der diskutierten Schließung
von Kindergärten der Ev. Stadtkirchengemeinde macht Herr Strüwer deutlich,
dass es sich hier um Einnahmeausfälle der ev. Landeskirche handele, die zu diesem
Schritt führen könnten. Das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Hagen würden
sich wie bisher mit je 40 v. H. an den Kosten beteiligen. Seitens der Stadt
bestehe ein Interesse daran, dass diese Kindergärten weitergeführt werden
können.
Herr Gerbersmann bittet alle
besorgten Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich in den Bereichen Altenhagen
und Oberhagen Gedanken über die zukünftige Versorgung ihrer Kinder machen
würden um eine faire Diskussion. Es entstehe derzeit der Eindruck, dass die
Stadt für die befürchtete Schließung verantwortlich sei und ihrer rechtlichen
Verpflichtung, für eine ausreichende Zahl an Kindergartenplätzen zu sorgen,
nicht nachkomme. Außerdem sei ihm noch nicht klar geworden, gegen wen sich der
für das Wochenende angekündigte Protest richten solle. Anders als es in der
Öffentlichkeit dargestellt werde, gebe die Stadt Hagen jährlich rd. 10 Mio.
Euro für Kindergärten aus.
Herr Demnitz schließt sich
den Ausführungen von Herrn Gerbersmann an, vertritt jedoch die Auffassung, dass
die Stadt für die beabsichtigte Schließung der Kindergärten zwar nicht
verantwortlich sei, dafür aber in die Verantwortung gedrängt werde. Er
kritisiert, dass im Haushaltssicherungskonzept für den Bereich der
Kindertagesstätten und Kindergärten eine Einsparsumme von rd. 4,14 Mio. Euro
ausgewiesen sei. Herr Demnitz betont, dass eine solche Einsparung ohne
eine Veränderung der bestehen Struktur nicht zu realisieren sei.
