01.12.2009 - 4 Änderung der Entgeltordnung für das Kunstquarti...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Herr Gerbersmann möchte die Hintergründe der Vorlage kurz zusammenfassen.

 

Bei der grundsätzlichen Entscheidung über die Entgeltordnung habe man seinerzeit mitgeteilt, nach einer angemessenen Zeit zu evaluieren, ob Eintrittspreise angepasst werden sollten. Dazu sei es nach nunmehr ca. zwei Monaten noch zu früh. Dennoch könne er sagen, dass die Besucherzahlen sich sehr gut entwickelt haben, was auch zu einem sehr guten Zulauf im Bereich der Führungen beigetragen hat. Diese Führungen seien Aus Sicht der Verwaltung individuelle Sonderveranstaltungen und müssen daher im Mittel kostendeckend sein.

 

Ziel sei es, die Führungen für die Schulen günstiger zu gestalten, die dann natürlich nicht mehr kostendeckend seien. Dies wolle man aber durch die Erhöhung der allgemeinen Führungsentgelte, die der Vorlage zu entnehmen sind, finanzieren.

Es gehe dabei lediglich um eine Anhebung von 10 €, dennoch müsse eine Änderung der Entgeltordnung auf dem normalen Beschlussweg herbeigeführt werden.

 

Bei dieser Gelegenheit möchte er auch darauf hinweisen, dass der Hagener Kulturring, vertreten durch Herrn Piotrowski, geschrieben habe und mit der Entgelterhöhung nicht einverstanden ist. Er habe darum gebeten, die Erhöhung hier im KWA abzulehnen.

 

In einem Punkt möchte Herr Gerbersmann diesem Schreiben entgegentreten. Herr Piotrowski sei der Auffassung,  Hagen sei im Programm der Ruhr 2010 leider „unterbelichtet“. Dem könne er nur entgegenhalten, dass jeder, der diese Auffassung teilt, einmal versuchen soll, mit lediglich 380.000 € für den gesamten Zeitraum inklusive Vorbereitung ein solches Projekt zu organisieren und gleichzeitig noch viele externe Starproduktionen nach Hagen zu holen.

Er selbst habe das Programm im Beisein von Herrn Pleitgen bei einer Veranstaltung der Lions vorgestellt. Herr Pleitgen habe am Ende gesagt, er sei regelrecht begeistert, mit wie viel Kreativität Hagen aus einer verhältnismäßig kleinen Summe so viele Veranstaltungen organisiert habe. 

Es werde ein breitgefächertes Angebot geben, das sich in erster Linie an breite Schichten der Hagener Bevölkerung richte, insbesondere auch in der Local-Hero-Woche. Dieses Programm lasse er sich von niemand schlecht reden.

 

Er bittet nochmals dieser Vorlage zuzustimmen, da es angesichts der Haushaltslage nicht vertretbar ist,  freiwillige Zusatzangebote in einem Museum nicht kostendeckend anzubieten.

 

Herr Röspel bedankt sich für den ausführlichen Vortrag und bittet um Wortmeldungen.

 

Herr Dücker möchte der Vorlage wohl zustimmen, er hätte aber gerne zu den Führungen noch ein paar Vergleichszahlen anderer Museen gehabt, damit man dann in den Fraktionen und im Umfeld dementsprechende Argumentationshilfen habe.

Im Teil 2 in der Vorlage seien bei den Schulklassen die Preise für die Führungen nicht genannt worden, der Vollständigkeit halber wäre es sinnvoll gewesen, den alten Preis einzutragen, damit nicht die irrtümliche Schlussfolgerung gezogen wird, dass die Führungen für Schulklassen kostenfrei sind.

Ansonsten werde er der Erhöhung der Entgelte zustimmen, da sie noch im Bereich des Bezahlbaren liegen.

 

Frau Nigbur-Martini fragt, ob der Differenzbetrag zwischen der Schulführung von 25 € und den Kosten für die Honorarkraft von 35 € schon vorher bekannt war.

Zweitens interessiert sie, wie man bei zwei Führungen pro Tag auf angenommene 20 Führungen in der Woche komme.

Ihre dritte Frage zielt auf den vorletzten Satz in der Begründung der Vorlage, „Diese Maßnahme versteht sich selbstverständlich auch als Konsolidierungsbeitrag, damit Führungen nicht seitens des Osthaus Museums subventioniert werden.“ Frau Nigbur-Martini möchte wissen, wie sie dies zu verstehen habe.

 

Herr Gerbersmann erläutert, wenn man die allgemeinen Entgelte nicht anheben würde, komme es zu Schwierigkeiten mit der Kostendeckung, letztlich müsse dann aus dem normalen Etat des Osthaus Museums dieser Fehlbetrag aufgebracht werden.

 

Zur Anzahl der Führungen stellt Herr Dr. Belgin klar, mit 20 Führungen pro Woche seien alle Führungen insgesamt gemeint. Pro Tag werden ca. 2 bis 3 Führungen gebucht, dazu kommen noch etliche  an den Wochenenden, so dass man im Schnitt schon auf 20 Führungen komme, was für ein neues Kunstquartier sehr erfreulich sei.

Im Vergleich mit anderen Museen liege man sowohl bei den Eintrittspreisen als auch bei den Führungsentgelten im mittleren Bereich. Bei den individuell gebuchten Führungen komme man bei 20 Teilnehmern auf eine Erhöhung des Entgelts von 0,50 € pro Person. Die bisherige Evaluation habe gezeigt, dass gerade diese Führungen auch sehr gerne gebucht werden.

 

Frau Nigbur-Martini fragt, ob es sich dann im Prinzip um eine Fehlkalkulation handele, wenn die Differenz zwischen dem Betrag von 25 € für die Schulführung und 35 € für die Honorarkraft schon vorher bekannt war. Sie ist der Auffassung, dass man dann die Preise ja sofort hätte angleichen können, ohne sie schon nach zwei Monaten anheben zu müssen.

 

Herr Gerbersmann bestätigt, dass die Preise bekannt waren. Man habe aber vorher nicht voraussagen können, wie die Führungen angenommen werden. Nun habe man festgestellt, dass sie außerordentlich gut gebucht werden und der nicht gedeckte Aufwand immer höher wird. Deshalb sei es nötig geworden, diesen Betrag auszugleichen.

 

Herr Söhnchen stellt für die SPD-Fraktion klar, man werde der Vorlage zustimmen. Der Fraktion sei es wichtig gewesen, die Beträge als Subvention für die Schulführungen zu verwenden.

Eine Anregung aus seiner Fraktion sei, demnächst noch zu diskutieren, ob man auch über den Einsatz von Audio-Systemen bei den Führungen nachdenken sollte, die dann möglicherweise auch noch Gewinne abwerfen könnten.

 

Darauf möchte Herr Dr. Belgin gleich antworten. Selbstverständlich hat er selbst Erfahrungen mit Audio-Systemen, das Problem dabei sei aber die Finanzierung. Bei einer Audio-Führung für ca. 30 Personen müsse man erstmal 30.000 bis 40.000 € in die Hand nehmen. Das lohne sich nur dann, wenn eine Ausstellung auch mindestens drei Monate läuft. Das Museum könne eine solche Führung auch nicht selber produzieren, weil man nicht über die nötige Technik verfüge. Sicher sei ein solches System sehr wünschenswert, genauso wie erweiterte Öffnungszeiten,  aber die Finanzen seien eben auch zu berücksichtigen, er behalte aber diese Angelegenheit im Blick.

 

Herr Röspel geht auf das Stichwort „längere Öffnungszeiten“ von Herrn Dr. Belgin ein, denn dieses Thema werde ja ebenfalls in dem Schreiben von Herrn Piotrowski angesprochen. Auch bei der CDU-Fraktion seien ja immer wieder Anfragen eingegangen, ob es nicht möglich sei, im Kunstquartier einen längeren Öffnungstag einzurichten.

Er bittet die Verwaltung, doch noch einmal zu prüfen, ob innerhalb des Kontingents der Öffnungszeiten die Möglichkeit besteht, z.B. donnerstags die Museen bis 20.00 Uhr oder 21.00 Uhr zu öffnen. Dies dürfe allerdings nicht zulasten der Schulen am Vormittag gehen.

 

Herr Gerbersmann wiederholt, die Verwaltung beabsichtige ja nach einer bestimmten Zeit zu evaluieren. Wenn man in dem Rahmen Zeiten erkennen würde, die Kürzungen möglich machen, könne man über eine Verlängerung an einer anderen Stelle nachdenken. Er sagt aber auch sehr deutlich, dass eine Öffnungszeit von 42 Stunden vertraglich zugesichert sei. Man benötige einfach noch mehr Zeit, um die Besucherströme genauer zu beobachten, danach werde man hier erneut berichten.

 

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Beschluss:

Der Rat der Stadt Hagen beschließt die I. Änderung zur

Entgeltordnung für das Kunstquartier Hagen (Osthaus Museum Hagen und Emil

Schumacher Museum) und den Hohenhof, wie sie als Anlage Gegenstand der

Verwaltungsvorlage (Ducksachen- Nr. 0882/2009) vom 23.11.2009 ist. Die Änderungen treten am 01.01.2010 in Kraft.

 

Realisierungstermin: 01.01.2010

 

 

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Abstimmungsergebnis:

x

 Einstimmig beschlossen

 

Dafür:

 14

Dagegen:

 0

Enthaltungen:

 0

 

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Anlagen zur Vorlage