01.12.2009 - 4 Änderung der Entgeltordnung für das Kunstquarti...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Di., 01.12.2009
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 45 Osthaus Museum Hagen
- Bearbeitung:
- Ulrike Derksen
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Gerbersmann möchte die
Hintergründe der Vorlage kurz zusammenfassen.
Bei der grundsätzlichen Entscheidung über die
Entgeltordnung habe man seinerzeit mitgeteilt, nach einer angemessenen Zeit zu
evaluieren, ob Eintrittspreise angepasst werden sollten. Dazu sei es nach
nunmehr ca. zwei Monaten noch zu früh. Dennoch könne er sagen, dass die
Besucherzahlen sich sehr gut entwickelt haben, was auch zu einem sehr guten
Zulauf im Bereich der Führungen beigetragen hat. Diese Führungen seien Aus Sicht
der Verwaltung individuelle Sonderveranstaltungen und müssen daher im Mittel kostendeckend
sein.
Ziel sei es, die Führungen für die Schulen
günstiger zu gestalten, die dann natürlich nicht mehr kostendeckend seien. Dies
wolle man aber durch die Erhöhung der allgemeinen Führungsentgelte, die der
Vorlage zu entnehmen sind, finanzieren.
Es gehe dabei lediglich um eine Anhebung von 10
€, dennoch müsse eine Änderung der Entgeltordnung auf dem normalen
Beschlussweg herbeigeführt werden.
Bei dieser Gelegenheit möchte er auch darauf
hinweisen, dass der Hagener Kulturring, vertreten durch Herrn Piotrowski, geschrieben
habe und mit der Entgelterhöhung nicht einverstanden ist. Er habe darum gebeten,
die Erhöhung hier im KWA abzulehnen.
In einem Punkt möchte Herr Gerbersmann
diesem Schreiben entgegentreten. Herr Piotrowski sei der Auffassung, Hagen sei im Programm der Ruhr 2010 leider
„unterbelichtet“. Dem könne er nur entgegenhalten, dass jeder, der
diese Auffassung teilt, einmal versuchen soll, mit lediglich 380.000 €
für den gesamten Zeitraum inklusive Vorbereitung ein solches Projekt zu
organisieren und gleichzeitig noch viele externe Starproduktionen nach Hagen zu
holen.
Er selbst habe das Programm im Beisein von
Herrn Pleitgen bei einer Veranstaltung der Lions vorgestellt. Herr Pleitgen
habe am Ende gesagt, er sei regelrecht begeistert, mit wie viel Kreativität
Hagen aus einer verhältnismäßig kleinen Summe so viele Veranstaltungen
organisiert habe.
Es werde ein breitgefächertes Angebot geben,
das sich in erster Linie an breite Schichten der Hagener Bevölkerung richte,
insbesondere auch in der Local-Hero-Woche. Dieses Programm lasse er sich von
niemand schlecht reden.
Er bittet nochmals dieser Vorlage zuzustimmen,
da es angesichts der Haushaltslage nicht vertretbar ist, freiwillige Zusatzangebote in einem Museum
nicht kostendeckend anzubieten.
Herr Röspel bedankt sich für den ausführlichen Vortrag und
bittet um Wortmeldungen.
Herr Dücker möchte der Vorlage wohl zustimmen, er hätte
aber gerne zu den Führungen noch ein paar Vergleichszahlen anderer Museen
gehabt, damit man dann in den Fraktionen und im Umfeld dementsprechende Argumentationshilfen
habe.
Im Teil 2 in der Vorlage seien bei den
Schulklassen die Preise für die Führungen nicht genannt worden, der Vollständigkeit
halber wäre es sinnvoll gewesen, den alten Preis einzutragen, damit nicht die
irrtümliche Schlussfolgerung gezogen wird, dass die Führungen für Schulklassen
kostenfrei sind.
Ansonsten werde er der Erhöhung der Entgelte
zustimmen, da sie noch im Bereich des Bezahlbaren liegen.
Frau Nigbur-Martini fragt, ob der
Differenzbetrag zwischen der Schulführung von 25 € und den Kosten für die
Honorarkraft von 35 € schon vorher bekannt war.
Zweitens interessiert sie, wie man bei zwei
Führungen pro Tag auf angenommene 20 Führungen in der Woche komme.
Ihre dritte Frage zielt auf den vorletzten Satz
in der Begründung der Vorlage, „Diese Maßnahme versteht sich selbstverständlich
auch als Konsolidierungsbeitrag, damit Führungen nicht seitens des Osthaus
Museums subventioniert werden.“ Frau Nigbur-Martini möchte wissen,
wie sie dies zu verstehen habe.
Herr Gerbersmann erläutert, wenn man
die allgemeinen Entgelte nicht anheben würde, komme es zu Schwierigkeiten mit
der Kostendeckung, letztlich müsse dann aus dem normalen Etat des Osthaus
Museums dieser Fehlbetrag aufgebracht werden.
Zur Anzahl der Führungen stellt Herr Dr.
Belgin klar, mit 20 Führungen pro Woche seien alle Führungen insgesamt
gemeint. Pro Tag werden ca. 2 bis 3 Führungen gebucht, dazu kommen noch etliche
an den Wochenenden, so dass man im Schnitt
schon auf 20 Führungen komme, was für ein neues Kunstquartier sehr erfreulich
sei.
Im Vergleich mit anderen Museen liege man
sowohl bei den Eintrittspreisen als auch bei den Führungsentgelten im mittleren
Bereich. Bei den individuell gebuchten Führungen komme man bei 20 Teilnehmern
auf eine Erhöhung des Entgelts von 0,50 € pro Person. Die bisherige
Evaluation habe gezeigt, dass gerade diese Führungen auch sehr gerne gebucht
werden.
Frau Nigbur-Martini fragt, ob es sich dann
im Prinzip um eine Fehlkalkulation handele, wenn die Differenz zwischen dem
Betrag von 25 € für die Schulführung und 35 € für die Honorarkraft
schon vorher bekannt war. Sie ist der Auffassung, dass man dann die Preise ja
sofort hätte angleichen können, ohne sie schon nach zwei Monaten anheben zu
müssen.
Herr Gerbersmann bestätigt, dass die
Preise bekannt waren. Man habe aber vorher nicht voraussagen können, wie die
Führungen angenommen werden. Nun habe man festgestellt, dass sie
außerordentlich gut gebucht werden und der nicht gedeckte Aufwand immer höher
wird. Deshalb sei es nötig geworden, diesen Betrag auszugleichen.
Herr Söhnchen stellt für die SPD-Fraktion klar, man werde
der Vorlage zustimmen. Der Fraktion sei es wichtig gewesen, die Beträge als
Subvention für die Schulführungen zu verwenden.
Eine Anregung aus seiner Fraktion sei,
demnächst noch zu diskutieren, ob man auch über den Einsatz von Audio-Systemen
bei den Führungen nachdenken sollte, die dann möglicherweise auch noch Gewinne
abwerfen könnten.
Darauf möchte Herr Dr. Belgin gleich
antworten. Selbstverständlich hat er selbst Erfahrungen mit Audio-Systemen, das
Problem dabei sei aber die Finanzierung. Bei einer Audio-Führung für ca. 30
Personen müsse man erstmal 30.000 bis 40.000 € in die Hand nehmen. Das lohne
sich nur dann, wenn eine Ausstellung auch mindestens drei Monate läuft. Das
Museum könne eine solche Führung auch nicht selber produzieren, weil man nicht
über die nötige Technik verfüge. Sicher sei ein solches System sehr wünschenswert,
genauso wie erweiterte Öffnungszeiten, aber die Finanzen seien eben auch zu
berücksichtigen, er behalte aber diese Angelegenheit im Blick.
Herr Röspel geht auf das Stichwort „längere
Öffnungszeiten“ von Herrn Dr. Belgin ein, denn dieses Thema werde
ja ebenfalls in dem Schreiben von Herrn Piotrowski angesprochen. Auch bei der
CDU-Fraktion seien ja immer wieder Anfragen eingegangen, ob es nicht möglich
sei, im Kunstquartier einen längeren Öffnungstag einzurichten.
Er bittet die Verwaltung, doch noch einmal zu
prüfen, ob innerhalb des Kontingents der Öffnungszeiten die Möglichkeit
besteht, z.B. donnerstags die Museen bis 20.00 Uhr oder 21.00 Uhr zu öffnen.
Dies dürfe allerdings nicht zulasten der Schulen am Vormittag gehen.
Herr Gerbersmann wiederholt, die
Verwaltung beabsichtige ja nach einer bestimmten Zeit zu evaluieren. Wenn man
in dem Rahmen Zeiten erkennen würde, die Kürzungen möglich machen, könne man
über eine Verlängerung an einer anderen Stelle nachdenken. Er sagt aber auch
sehr deutlich, dass eine Öffnungszeit von 42 Stunden vertraglich zugesichert
sei. Man benötige einfach noch mehr Zeit, um die Besucherströme genauer zu
beobachten, danach werde man hier erneut berichten.
Beschluss:
Der Rat der Stadt Hagen beschließt die I.
Änderung zur
Entgeltordnung für das Kunstquartier Hagen
(Osthaus Museum Hagen und Emil
Schumacher Museum) und den Hohenhof, wie sie als
Anlage Gegenstand der
Verwaltungsvorlage (Ducksachen- Nr. 0882/2009)
vom 23.11.2009 ist. Die Änderungen treten am 01.01.2010 in Kraft.
Realisierungstermin: 01.01.2010
Anlagen zur Vorlage
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