16.06.2009 - 8 Sachstandsbericht Projekt "Jedem Kind ein Instr...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 8
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Di., 16.06.2009
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 44 Max-Reger-Musikschule
- Bearbeitung:
- Carola Freudenberger
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Schröder knüpft an den Vortrag von Herrn Hilchenbach
an, die Musikschule habe die gleichen Probleme mit der negativen
Berichterstattung. Auch er werde immer wieder gefragt, wie lange die
Musikschule noch existiere.
Zur Vorlage möchte er sagen, dass sie von
leiser Skepsis durchzogen sei, wenngleich er am Ende durchaus empfohlen habe,
dieses Projekt weiterzuführen.
Insgesamt betrachtet habe man einen ganz
erheblichen Fortschritt in der Zusammenarbeit mit den Grundschulen zu verzeichnen.
Man erreiche mit diesem Projekt Kinder aus ausgesprochen bildungsfernen
Schichten, was sehr schwierig sei. Man arbeite
sehr direkt allen anderen Kulturinstituten zu, indem man Musikalisierung auf
einer sehr breiten Ebene vermittle.
Herr Schröder bewertet den Beschluss, dieses Projekt bis
mindestens 2010 als Experiment zu sehen, als sehr positiv. Zur Zeit seien in
Hagen neun Schulen beteiligt und im kommenden Schuljahr erreiche man bereits
über 700 Schülerinnen und Schüler.
Er verweist auf die schwierige
Personalsituation, zwei freiwerdende Stellen sollen nicht wiederbesetzt werden
und auf der anderen Seite solle JEKI ausgebaut werden. Besonders heikel sei die
Situation beim Gitarrenunterricht.
Finanziell stehe man durch die Einwerbung von Sponsoren- und Spendengeldern
für die Instrumentenbeschaffung relativ gut da. Diese Situation könne sich
möglicherweise aber ändern, da auch der Hauptsponsor, die Sparkasse,
signalisiert habe, dass die Zahlungen
nicht über Jahre hinweg so weitergehen können. Zudem müsse man auch der
Qualitätssicherung Rechnung tragen.
Angesichts der kulturellen und konjunkturellen
Entwicklung habe er gewisse Zweifel, ob die Landeszuschüsse für dieses Projekt
auch weiterhin so fließen wie angekündigt.
Als Musiker und Pädagoge habe er den Ehrgeiz,
unabhängig von der Entwicklung des JEKI-Projektes viel Positives aus diesem
Projekt zu ziehen und möglicherweise mit einem
alternativen Elementar-Projekt weiterzumachen.
Frau Kramps bedankt sich für diesen Bericht und stellt fest,
dass die Aussichten nicht vielversprechend seien. Denn wenn die Förderung durch
das Land auslaufe, könne die Stadt Hagen dieses Projekt nicht weiter
fortführen.
Herr Schröder macht deutlich, man wisse eben nicht, wie sich
die Dinge entwickeln, er habe nur klarmachen wollen, dass es unrealistisch sei,
nun auf sämtliche Grundschulen zuzugehen. Eine solche Aufgabe sei personell und
organisatorisch nicht zu bewältigen.
Frau Kramps hält das JEKI-Projekt für sehr gut, allerdings
habe die Stadt Hagen nicht das nötige Geld für eine Weiterführung des Projekts.
Herr Dr. Fischer bezieht sich auf den
Personalmangel und fragt, ob es möglich sei, fortgeschrittene Studenten
einzubeziehen.
Dazu berichtet Herr Schröder, es sei sowieso üblich, begabte Studenten aus den
oberen Semestern einzusetzen. Allerdings würde dieser Personenkreis dann in
Nachbarstädte abwandern, in denen noch TVÖD-Stellen ausgeschrieben werden.
Frau Purps verweist auf die Übersicht der Schüler- und
Instrumentenverteilung, die der Vorlage beigefügt ist. Sie fragt, wie es dazu
kommt, dass es 2010 überhaupt keine Anmeldungen für Blockflöten - oder
Cellounterricht gibt. Man könne eventuell versuchen, Kinder von einem anderen
Instrument zu überzeugen, wenn die Gitarrenkurse belegt seien.
Nach den Erfahrungen von Herrn Schröder lassen
sich Eltern und Kinder in dieser Hinsicht nur sehr schwer umstimmen. Nach dem
ersten Jahr gebe man ein Formular heraus, auf dem drei Instrumentenwünsche
angegeben werden können. Kinder seien schon bereits im ersten Jahr nicht
einfach für ein anderes Instrument zu begeistern.
Herr Jobst hat eine Nachfrage zur Qualifikation der
Mitarbeiter der Musikschule. Herr Schröder habe gesagt, es gebe Probleme, die
richtige Qualifikation herzustellen, er möchte nun wissen, worin die Hindernisse
dafür liegen.
Herr Schröder sieht die Probleme darin, dass innerhalb eines
Musikstudiums eine absolute Spezialisierung auf ein bestimmtes Instrument
stattfinde. Bezogen auf sein Kollegium könne er aber sagen, dass es dem
JEKI-Projekt sehr aufgeschlossen gegenüber
steht, obwohl es ein sehr schwieriges pädagogisches Programm sei.
Frau Kramps bedankt sich für diesen Vortrag und wünscht
der Musikschule viel Glück und Erfolg bei diesem Projekt. Man werde auch
weiterhin versuchen, Sponsoren zu finden.
Herr Schröder möchte noch eine Mitteilung von - 23 -
bekanntgeben. Die Musikschule habe ja den Auftrag; ca. ein Viertel der
Gesamtfläche in der Dödterstraße aufzugeben. Der Eigentümer habe einvernehmlich
einen neuen Mietvertrag angeboten und man werde während der Sommerferien
versuchen, diesen Umzug innerhalb des Gebäudes zu organisieren und teilweise
auch Auslagerungen vorzunehmen.
