28.04.2009 - 8 Bericht des Intendanten Herrn Hilchenbach- münd...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 8
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Di., 28.04.2009
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Herr Hilchenbach berichtet, man habe
sich seit dem letzten KWA sehr intensiv mit der finanziellen Lage des Theaters
beschäftigt und sei zu dem Schluss gekommen, dass es noch einmal dringend
erforderlich ist, auf die bisherigen Sparbemühungen des Theaters und des
gesamten Kulturbereiches in den letzten 25 Jahren hinzuweisen. Es sei immens
und überproportional gespart worden.
Allen Fraktionen sei er sehr dankbar dafür,
dass sie sich gemeinsam hinter das Theater gestellt haben. Eine Stadt wie Hagen
könne ohne das Theater und die anderen kulturellen Institute nicht auskommen.
Bei einer Veranstaltung in Oberhausen sei
angesprochen worden, dass ein Dialog zwischen Land und Kommunen über eine
geänderte Theater- und Kulturfinanzierung geführt werden solle. Dadurch könnte
die große Chance bestehen, eine Verbindlichkeit in der Förderung zwischen Land
und Kommunen dergestalt zu erzielen, dass der Zuschuss des Einen an den
Zuschuss des Anderen gebunden ist.
Gespräche hierzu sollten auch innerhalb des Städtetags noch vor der
Sommerpause geführt werden.
Es sei also fatal, vor diesen Gesprächen voreilige Schlüsse zu ziehen.
Außerdem habe es in Oberhausen auch den Ansatz gegeben, über den
Länderfinanzausgleich zu sprechen. Der Gedanke sei gewesen, diese Mittel aus
dem Länderfinanzausgleich herauszuholen und sie gleich in den Kulturhaushalt
des Landes zu geben und sie dann direkt den Kulturinstituten zur Verfügung zu
stellen. Dies müsse bei der Diskussion über die Finanzierung des Theaters und
auch aller kulturellen Einrichtungen mit bedacht werden, um nicht zu kurz
greifende Beschlüsse zu fassen.
Frau Kramps bedankt sich
für diesen hoffnungsvollen Beitrag, sie hoffe, dass auch alles so eintreten
wird.
Herr Dr. Fischer betont, durch
seine über 30-jährige Zugehörigkeit zum KWA kenne er alle von Herrn Hilchenbach
angesprochenen Vorgänge sehr gut. Nie sei die Situation so gefährlich für das
Theater gewesen wie heute.
Das Theater habe ohne Zweifel immer unter Rechtfertigungs- und Spardruck
gestanden. Alle Kulturpolitiker haben in all den Jahren immer zusammengestanden
und deshalb existiere das Theater heute auch noch. Aber so schwierig wie jetzt
sei die Situation noch nie gewesen. Die von der Regierungsaufsicht in Arnsberg
vorgeschlagenen Kürzungen könnten das Theater tödlich treffen. Daher könne man dankbar
sein, dass sich am vergangenen Dienstagabend alle OB-Bewerber aber auch heute
alle Fraktionen klar für ein Fortbestehen des Theaters hier in Hagen
entschieden haben.
Ein zweiter Punkt, an dem er seit über 25 Jahren auch persönlich arbeite,
sei, eine andere Finanzierung der Gemeinden zu erreichen. Er habe immer
vorgeschlagen, die theatertragenden Städte im Gemeindefinanzierungsgesetz
bevorzugt zu behandeln. Dies sei eine ungemein schwierige Sache, dennoch sei
dieser Gedanke richtig und müsse weiter verfolgt werden.
Zuletzt möchte Herr Dr. Fischer noch eine Bitte an Herrn
Hilchenbach richten. Er habe durchaus Verständnis dafür, dass die
Mitarbeiter für den Erhalt des Theaters kämpfen. Wenn allerdings Äußerungen
getätigt werden, dass bei Wegfall des Theaters nur noch eine marode
Fußgängerzone in Hagen übrigbleibe, so halte er dies für die Politik nicht für
förderlich. Solche Äußerungen seien erschreckend und er möchte Herrn
Hilchenbach herzlich bitten, seine Mitarbeiter anzuhalten, solche Äußerungen
nicht zu tätigen.
