27.01.2009 - 8 Sachstandsbericht zur Umsetzung des Ratsbeschlu...

Reduzieren

Wortprotokoll

Herr Gerbersmann geht einleitend auf Szenario 2 b des Gutachtens der Fa. Actori  ein. Darüber hinaus sei im Juni der Alternativbeschluss gefasst worden, entweder das Theater in eine andere Rechtsform zu überführen und 500.000 € einzusparen oder das Ballett mit Beginn der Spielzeit 2010/2011 zu schließen.

 

Nach den von Herrn Schöne in anderen Häusern betriebenen Recherchen ließen sich dort durch eine Rechtsformänderung keine Einsparungen ableiten.

Der Weg der Rechtsformänderung wird zumindest den geforderten Einsparbetrag nicht bringen. Gleichwohl halte er es für richtig, den Weg der veränderten Rechtsform zu gehen, um verschiedene Probleme zu lösen, z.B. kürzere Wege, vereinfachte Entscheidungsstrukturen und die veränderte Spielzeit gegenüber dem Geschäftsjahr.

 

Es sei mit dem Herrn Oberbürgermeister vereinbart worden, auf die Nachbargemeinden zuzugehen und zu versuchen, diese mit einzubinden, wie es auch Herr Dr. Bajohr gefordert habe. 

Insgesamt möchte er vor dem Hintergrund des Actori-Gutachtens sagen, es sei nicht möglich, bei Erhalt der jetzigen Qualität des Hauses, an irgendeiner Stelle 500.000 € „auszuschwitzen“.

 

Frau Kramps berichtet, auch der KWA habe den Kontakt zu den Nachbargemeinden gesucht, besonders auch über Herrn Millhoff. Man habe die Bitte, bei den Gesprächen auch zu versuchen, zusätzliche Besucher aus den Nachbargemeinden zu gewinnen.

 

Sie weist darauf hin, es müsse unmissverständlich im Juni eine Entscheidung getroffen werden. Sie regt an, dass die Politik und auch die Verwaltung sich formieren sollen. Sie möchte wissen, welche Gespräche nun im Einzelnen bereits stattgefunden haben.

 

Herr Gerbersmann stellt klar, es müsse hoffentlich Verständnis dafür geben, dass die Verwaltung so handelt, wie der Rat es beschlossen habe. Natürlich habe es Gespräche mit Herrn Dr. Bajohr gegeben. Die Ergebnisse der GPA haben Herrn Dr. Bajohr bewogen, noch einen weiteren Sparvorschlag für den Kulturbereich zu machen. Das gesamte Paket werde als Arbeitspapier in die Kommission mit eingehen, so sei die Verabredung innerhalb des Verwaltungsvorstandes. Außerdem habe man verabredet, dass Verwaltungsvorstandsmitglieder vorher keine Stellungnahmen dazu abgeben.

Auch die Ergebnisse des 2. Actori-Gutachtens werde man termingerecht mit in die Kommission nach Arnsberg nehmen, damit auch dort die Auswirkungen klar werden.

 

Im Übrigen sei auch der Oberbürgermeister an den Ratsbeschluss gebunden, man werde die Gesprächsrunde mit den Nachbargemeinden wie verabredet durchführen, aber er sage hier deutlich, es sei nicht möglich, vor dem Hintergrund des Actori-Gutachtens eine Summe von 500.000 € zu erfinden. Er sehe keine Chance, dass man über irgendwelche Aktivitäten in der Lage sein werde, eine solche Summe zusätzlich aus dem Haus herauszupressen, ohne dass es Folgen habe.

Letztendlich sei es eine politische Entscheidung, wie man mit dem Ratsbeschluss umgehen wolle, die dann auch der Rat treffen müsse.

 

Frau Kramps hält fest, auch der KWA könne Entscheidungen treffen. Insgesamt sei es positiv, zu hören, welche Aktivitäten und Bemühungen bereits stattfinden, um das Theater auch weiter in der Stadt zu halten.

Natürlich wolle der KWA nicht gegen den Ratsbeschluss agieren, man könne höchstens eine Empfehlung geben, den Ratsbeschluss aufzuheben, aber man sei auch lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass das nicht so ohne Weiteres gehe.

Sie hat die Bitte, eben weil es sich um eine politische Entscheidung handele, nochmals in die Fraktionen zu gehen und alle Register zu ziehen und die Argumente für ein Theater zu bekräftigen.

 

Frau Suda ist nicht ganz zufrieden mit den Aussagen von Herrn Gerbersmann. Von einem Kulturdezernenten erwarte sie soviel Engagement wie irgendwie möglich, um den KWA in dieser Sache zu stärken. Er habe schon einen gewissen Einfluss auf die Verwaltung, die Beigeordneten und den Oberbürgermeister. Sie appelliert an alle, sich ganz vehement für den Erhalt des Balletts einzusetzen.

 

Herr Gerbersmann verwahrt sich dagegen, dass er gegen einen Ratsbeschluss opponieren soll. Aus nachvollziehbaren Gründen sei dieser Ratsbeschluss mit großer Mehrheit von den Fraktionen getragen worden, es könne nun nicht sein, dass er sich dafür rechtfertigen solle.

In dieser Situation bleibe ihm doch nur übrig, mit den Möglichkeiten, die man habe, einige Versuche zu unternehmen, um das Problem abzumildern. Er habe schon mehrfach gesagt, er habe keine Lösung für das Problem. Er glaube auch nicht, dass irgendjemand diese Lösung habe. Es gebe nicht nur in der Verwaltung und im Theater Anstrengungen in dieser Sache, sondern auch die Ballettfreunde seien sehr rührig. Auch bei den Ballettfreunden habe sich noch keiner gemeldet, der bereit ist, in dieser Größenordnung Geld zu geben.

 

Frau Suda stellt klar, sie habe nicht gesagt, Herr Gerbersmann solle sich gegen seine eigene Verwaltung stellen. Sie habe gemeint, dass er mit im Boot sein solle und als Kulturdezernent mit dem KWA kämpfen solle, dies erwarte sie einfach.

 

Herr Gerbersmann wiederholt, der Rat habe den Beschluss gefasst und jeder habe gewusst, welche Folgen das haben werde.

 

Herr Millhoff bezieht sich auf die bisher schon erbrachten Einsparungen, auf die Herr Hilchenbach vorhin hingewiesen habe. Er fragt, ob diese Beträge nicht ganz oder wenigstens teilweise angerechnet werden können. Das Theater kämpfe ständig gegen diese halbe Million an, ohne dass die bisherigen Bemühungen honoriert werden.

 

Herr Hilchenbach schließt sich der Meinung von Frau Suda an. Ergänzend dazu ruft er ins Bewusstsein, dass die Arbeit des Theaters auch vor dem Sparbeschluss nicht luxuriös gebettet war. Zur Zeit finde jedoch regelrecht etwas „Verzehrendes“ statt.

Man müsse auf jeden Fall das Ergebnis des neuen Actori-Gutachtens abwarten. Es wäre absolut hanebüchen, dass Ballett jetzt abzubauen und ein Jahr später anzufangen prinzipielle Dinge am Theater zu ändern, die sich auf 2012, 2013 und 2014 beziehen.

 

Er gibt noch einmal zu bedenken, es gehe ja nicht nur um den Wegfall des Balletts allein, sondern durch den Wegfall des Balletts werde das ganze Theater betroffen und beeinträchtigt  sein. Dies habe im Übrigen die Fa. Actori schon im ersten Gutachten vor zwei Jahren bemerkt. Dort sei ausdrücklich gesagt worden, mit dem Abbau des Balletts beginne der Tod des Theaters. Dies sei allen bekannt gewesen, als sie diesen Beschluss gefasst haben.

 

Frau Kramps versucht es auf einen Punkt zu bringen: man brauche mehr Zeit, um eine generelle Entscheidung zu treffen. Sie gibt Herrn Hilchenbach Recht, danach müsse eine generelle Entscheidung für oder gegen das Theater getroffen werden.

Sie wiederholt ihre Bitte, in die Fraktionen zu gehen, um für eine Zeitschiene zu werben und zu kämpfen, die auch über den Juni hinaus geht. Man wolle sich auch noch einmal im Kreise der Sprecher des KWA zusammensetzen, um sich zu informieren, wie die Gemengelage nun ist. Mit dem neuen Actori-Gutachten werde man mehr wissen.

 

 

 

Reduzieren

Beschluss: