10.03.2009 - 6.16 Bauvorhaben Kochstraße
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.16
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hagen-Mitte
- Datum:
- Di., 10.03.2009
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Vorlage:
-
0198/2009 Bauvorhaben Kochstraße
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Margot Sander
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Berichterstatter: Herr Thomys
Herr Thomys geht im Rahmen seiner Berichterstattung ausführlich auf die
Vorlage ein und begründet insbesondere die Meinung der Verwaltung, dass es sich
zum Zeitpunkt der Bauvoranfrage um eine Gemengelage gehandelt habe, die nicht
eindeutig auf ein Mischgebiet hinweise.
Aus diesem Grunde habe die Verwaltung die nachbarschaftlichen Aspekte
einfließen lassen und die entsprechenden Zustimmungen der Nachbarn
eingefordert. Die Zustimmung eines Nachbarn liege bis heute nicht vor.
Der Bauherr vertrat die Auffassung, dass es sich hier um ein Mischgebiet
handelt. Dieser Auffassung habe sich die Bezirksregierung nach Einschaltung
durch den Bauherrn angeschlossen. Das entsprechende Gesprächsprotokoll liege
aber noch nicht vor.
Nach der heutigen Rechtslage stehe dem Bauantrag jedoch der
Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes Nr. 05/08 –Einzelhandel Altenhagen-
entgegen, der für den hinteren Bereich die Festsetzung Gewerbegebiet vorsehen
soll.
Im Übrigen sei der Verwaltung mit dem heutigen Tage eine mögliche
Schadensersatzforderung des Investors in Höhe von 3,38 Mio. € zugegangen.
Herr Schumacher erläutert für den Fachbereich Stadtplanung die
planungsrechtliche Situation und stellt schon jetzt die mit dem nächsten
Tagesordnungspunkt beabsichtigte Umstellung des Bebauungsplanes dar.
An der anschließenden Aussprache beteiligen sich die Herren Glaeser,
Löwenstein, Homm, Klessa sowie Frau Richter und für die Verwaltung die Herren
Thomys, Schumacher und Dr. Eversberg.
Herr Dr. Eversberg erklärt, dass das Rechtsamt an der Vorlage mitgewirkt
habe, er jedoch persönlich befangen sei und bittet um Verständnis, dass er sich
selbst nicht zur Rechtslage äußern könne. Herr Hoffmann, den er hier vertrete,
sei kurzfristig erkrankt.
Frau Richter sieht im Namen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen das
angestrebte Bauvorhaben als sehr kritisch an, da hier eine übergroße
Einrichtung mit 151 selbstzufinanzierenden Pflegeplätzen gebaut werden solle,
was sie für nicht bedarfsorientiert hält.
Auf Nachfrage von Herrn Glaeser bestätigt Herr Thomys, dass dieser
Einwand baurechtlich nicht relevant sei.
Die Bezirksvertreter sind im Übrigen der Auffassung, dass es sich hier um
ein Mischgebiet gehandelt habe.
Die Festlegung des hinteren Bereiches als Gewerbegebiet, wie sie der Rat
der Stadt Hagen auf Empfehlung des Stadtentwicklungsausschusses für die
Einleitung des Verfahrens (Nr. 5/08) für den Bereich südlich der
Alexanderstraße beschlossen habe, sei für die Bezirksvertretung Hagen-Mitte nie
infrage gekommen.
Nach einer ausführlichen Diskussion und Aussprache über alle Gesichtspunkte,
unterbricht Herr Glaeser die Sitzung für eine kurze interfraktionelle Abstimmung
der weiteren Vorgehensweise.
Danach soll die angestrebte Umstellung des Bebauungsplanverfahrens im
nächsten Tagesordnungspunkt abgelehnt werden.
Es soll dem Rat der Stadt Hagen empfohlen werden, das
Bebauungsplanverfahren Nr. 5/08 (601) „Einzelhandel Altenhagen-Bereich
südlich der Alexanderstraße“ fortzuführen und die Absicht der Festsetzung
„Gewerbegebiet“ für die hinteren Teilflächen des Geltungsbereiches
nicht weiter zu verfolgen.
Das Bauvorhaben könne
dann genehmigt und eine mögliche Schadensersatzforderung abgewendet werden.
Herr Glaeser lässt über die Kenntnisnahme abstimmen.
