25.06.2009 - 4.2 Vorschlag der SPD-Fraktionhier: Ausbildungsplät...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4.2
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 25.06.2009
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Vorschlag zur Tagesordnung
- Federführend:
- OB/A Amt des Oberbürgermeisters
- Bearbeitung:
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Jochen Weber teilt mit, dass die SPD-Fraktion mit großer
Betroffenheit die Entscheidung des Verwaltungsvorstandes, ab 2010 keine
Ausbildung mehr bei der Stadt Hagen anzubieten, zur Kenntnis genommen habe.
Weiter geht Herr Jochen Weber auf den von seiner Fraktion eingereichten
Antrag ein, der als Anlage 6
Gegenstand der Niederschrift ist. Es sei nicht nachvollziehbar, dass seitens
der Verwaltung die Ausbildung in den freien Wirtschaftsunternehmen eingefordert
werde, aber die Verwaltung selbst sich aus dieser Verpflichtung herausnehme.
Die Stadt Hagen habe in dieser Angelegenheit eine gesellschaftliche
Verantwortung zu übernehmen. Zwar sei es nicht unbedingt erforderlich
Verwaltungskräfte auszubilden, aber im gewerblich-technischen Bereich sollten
weiterhin 55 Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt werden. Die Regelungen
zur Übernahme könnten für diesen Ausbildungsjahrgang zunächst zurückgestellt
werden, weil die Ausbildung bei der Stadt Hagen gut sei und in der freien
Wirtschaft nachgefragt werde. Darüber hinaus bittet Herr Jochen Weber
die Verwaltung zu prüfen, ob nicht auch im Bereich der Feuerwehr weiter
ausgebildet werden müsste. Aufgrund möglicher anstehender Verschiebungen bei
der Feuerwehr könnte es dazu kommen, dass einige Stellen dort wiederbesetzt werden
müssten.
Vor dem Hintergrund, dass rd. 750 Stellen bei der
Stadt Hagen einzusparen seien, so Herr Oberbürgermeister Demnitz, habe
es sich der Verwaltungsvorstand nicht einfach gemacht, diese Entscheidung zu
treffen. Der Verwaltungsvorstand habe sich dabei intensiv damit
auseinandergesetzt, in welchen Bereichen innerhalb der Verwaltung zielgerichtet
ausgebildet werden kann. Herr Oberbürgermeister Demnitz erinnert daran,
dass er als Fraktionsvorsitzender und Oberbürgermeister sowie auch sein
Vorgänger Herr Horn regelmäßig auf die Wirtschaft zugegangen sei und
darum gebeten habe bedarfsgerecht bzw. auch über den Bedarf auszubilden. Dabei hätten
beide Oberbürgermeister die insolventen Unternehmen allerdings außen vor
gelassen. Bezüglich der Feuerwehr habe der Verwaltungsvorstand keine
Gelegenheit ausgelassen, beim Innenministerium und bei der Bezirksregierung
dafür zu werben, die Feuerwehrleute zu befördern, da diese sich möglicherweise
in anderen Gemeinden bewerben würden. Eine Nachbesetzung der freiwerdenden Stellen
würden dann erhöhte Kosten verursachen. Leider wurde in dieser Angelegenheit
noch keine Einigung erzielt.
Herr Röspel erklärt, dass sich die CDU-Fraktion vehement für die Aufhebung des Beförderungsstaus
bei den Feuerwehrbeamten einsetze. Vor dem Hintergrund der finanziellen
Situation und der damit einhergehenden Herausforderungen sei der Antrag der
SPD-Fraktion das falsche Signal. Die CDU-Fraktion stütze ausdrücklich die
mutige Haltung des Oberbürgermeisters in Hinblick der Ausbildung bei der Stadt
Hagen. In Zeiten des Umbaus der Verwaltung und Senkung der Personalkosten sei
diese Entscheidung notwendig. Eine Ausbildung ohne zukünftige Perspektive sei
verantwortungslos.
Herr Riechel ergänzt den Wortbeitrag von Herrn Jochen Weber dahingehend, dass nach
Auffassung seiner Fraktion die Ausbildung und die damit zusammenhängenden Übernahmeregelungen
bei der Stadt Hagen in gleichem Umfang beibehalten werden sollten. Die
Jugendlichen bräuchten in der heutigen Zeit eine Perspektive. Mit einem Ausbildungsstopp
setze die Stadt Hagen kein Zeichen für die Jugendlichen, deren Familien
und für die Wirtschaft in dieser Region.
In finanziellen schwierigen Zeiten Personalentscheidungen bei den
Auszubildenden vorzunehmen, sei nicht zu vertreten. Der Beförderungsstau der
Feuerwehrleute und die Ausbildung bei der Stadt Hagen sollte Bestandteil eines
Personalentwicklungskonzeptes sein. Bis zur Erstellung des endgültigen Personalentwicklungskonzeptes
sollte diese Nullrunde ausgesetzt werden. Hagen wäre die einzige Großstadt, die
zurzeit von einer Ausbildung Abstand nehmen würde.
Herr Jochen Weber äußert sein Verständnis für die Auffassung von Herrn
Oberbürgermeister Demnitz, erinnert aber daran, dass die Stadt Hagen eine
Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwesen habe. Aus diesem Grunde sollten
zumindest im gewerblich-technischen Bereich Ausbildungsplätze zur Verfügung
gestellt werden.
Herr Sondermeyer geht auf die soziale Verantwortung der
Verwaltung ein und unterstützt den Antrag der SPD-Fraktion. In Zukunft werden
der Verwaltung wieder Fachkräfte fehlen, die dann wieder extern eingestellt
werden müssten.
Herr Thielmann ist davon überzeugt, dass sich der Ausbildungsmarkt in wenigen Jahren
entspanne. Dann werde die Verwaltung dringend Ausbildungskräfte benötigen. Aufgrund
der zurzeit angespannten Ausbildungssituation müsse abgewogen werden, ob und in
welchen Bereichen eine Ausbildung erfolgen sollte. Die FDP-Fraktion fordere
ebenfalls, dass im gewerblich-technischen Bereich 40 Personen weiter
ausgebildet werden. Den Auszubildenden müsste allerdings deutlich gemacht
werden, dass es keine Übernahmegarantie geben werde.
Herr Hammer erklärt für die Fraktion Bürger für Hagen, dass diese den Antrag der SPD
unterstützen werde. In seinem weiteren Wortbeitrag erläutert Herr Hammer
die finanziellen Folgen für die Jugendliche, wenn Ausbildungsplätze nicht
angeboten werden.
Herr Schulz spricht sich für die Erhaltung weiterer Ausbildungsplätze bei der Stadt
Hagen aus.
Herr Dr. Bleicher erinnert daran, dass die Stadt Hagen auf der
Grundlage des Erlasses des Innenministeriums haushaltstechnisch in Stufe drei
eingeteilt wurde, d.h., Hagen ist eine Kommune mit eingetretener bzw. drohender
Überschuldung. Aus diesem Grund müsste die Stadt Hagen alles dafür tun, um die
Kosten in Bereichen einzusparen, in denen noch nicht klar sei, wie sich
zukünftig die Aufgaben der Verwaltung und das dafür erforderliche Personal
zusammensetzen werde.
Herr Strüwer fragt nach, ob es sich bei einer Beschlussfassung im Sinne des SPD Antrages,
um einen Empfehlungsbeschluss an den Oberbürgermeister handeln würde.
Herr Oberbürgermeister Demnitz teilt mit, dass eine entsprechende
Beschlussfassung im Sinne des SPD Antrages durch das Rechtsamt geprüft und ggf.
eine Beanstandung vorgenommen werden müsste.
Herr Marscheider vertritt die Auffassung, dass jede Ausbildung
besser sei als keine Ausbildung.
Frau Kingreen mahnt an, dass es für die Jugendlichen eine Katastrophe sei, nach ihrer
Schulausbildung keinen Ausbildungsplatz bzw. Weiterbildungsmöglichkeit zu
erhalten. Nach einer Ausbildung sei der Mensch reifer und erfahrener, um mit
geänderten Arbeitsmarktsituationen zu Recht zu kommen.
Auf die Frage von Frau Kuschel-Eisermann
wie viele Auszubildende und in welchen Bereiche diese bei der Stadt Hagen 2009
eingestellt wurden, antworte Herr Dr. Bleicher, dass 22 Personen im
Verwaltungsbereich und 33 Personen im gewerblich-technischen Bereich
eingestellt wurden.
Herr Oberbürgermeister Demnitz unterbricht die Ratssitzung für eine
fraktionsübergreifende Beratung von 16.10 Uhr bis 16.25 Uhr.
Auf die Frage von Herrn Röspel, ob der von
der SPD-Fraktion eingereichte Antrag rechtswidrig sei, antwortet Herr
Hoffmann, dass er Herrn Oberbürgermeister Demnitz, bei
Beschlussfassung im Sinne des SPD-Antrages, dringend empfehlen werde, diesen
Beschluss zu beanstanden. Eine entsprechende Beschlussfassung würde einen Eingriff
in die Personalhoheit darstellen und sei nicht vereinbar mit den Bestimmungen
einer vorläufigen Haushaltsführung.
Herr Oberbürgermeister Demnitz lässt über folgenden Beschlussvorschlag
abstimmen.
Anlagen zur Vorlage
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(wie Dokument)
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47,3 kB
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