25.06.2009 - 1 Einwohnerfragestunde
Grunddaten
- TOP:
- Ö 1
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 25.06.2009
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Frau P. fragt nach, ob Herr Oberbürgermeister Demnitz mit dem Rat der
Stadt Hagen eine Resolution verfassen würde, die inhaltlich die
Arbeitgeberverbände zeitnah auffordere, eine Einigung bezüglich des zurzeit in
Rede stehenden Gesundheitstarifvertrags zu erzielen.
Da die Stadt Hagen Mitglied im Arbeitgeberverband
ist, sieht sich Herr Oberbürgermeister Demnitz in seiner Funktion als
Oberbürgermeister zurzeit nicht in der Lage, eine entsprechende Resolution mit
zu unterstützen.
Herr Riechel teilt für seine Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen mit, dass diese die
Resolution in allen Punkten unterstützen werde. Aufgrund der Auswirkungen des
KiBiz Gesetzes sei die Forderung nach einem Gesundheitstarifvertrag zu
unterstützen.
Herr Sondermeyer erklärt für seine Fraktion Die Linke., dass sich
diese ebenfalls der Resolution im vollen Umfang anschließen werde.
Die SPD-Fraktion, so Herr Jochen Weber,
stelle sich inhaltlich ebenfalls hinter dieser Resolution, allerdings sei zu
beachten, dass sich der Rat in seiner Eigenschaft als Organ nicht in die
Tarifauseinandersetzungen einbinden sollte. Die Politik sollte dafür Sorge
tragen, dass die beiden Verhandlungspartner ein für beide Seiten akzeptables
Tarifergebnis herbeiführen.
Herr Strüwer bezieht sich zunächst auf die bisherigen Tarifauseinadersetzungen in dieser
Angelegenheit. Die Arbeitgeber hätten inzwischen ein deutlich besseres Angebot
unterbreitet. Die von ver.di vorgelegte Resolution könnte die CDU-Fraktion
weder sachlich noch fachlich stützten. Die von ver.di dargestellten
Ausführungen bezüglich der Auswirkungen des KiBiz Gesetzes seien nicht richtig
wiedergegeben worden. Insgesamt habe sich KiBiz auf die vorhandenen Strukturen
wesentlich positiv ausgewirkt.
Herr Dr. Bücker erklärt für Hagen Aktiv, dass diese die Resolution in vollen Umfang unterstützen
werde.
Für die Fraktion Bürger für Hagen kündigt Herr
Marscheider die Unterstützung zur Resolution an.
Die Republikaner werden ebenfalls die Resolution
unterstützten.
Frau Sch. möchte wissen, wann und inwieweit die Verwaltung die im Kindertagesstättenbereich
vorhanden vielen befristeten Arbeitsverträge in unbefristete Verträge umwandeln
werde.
Herr Dr. Bleicher teilt mit, dass befristete Arbeitsverträge ein
wichtiges arbeitsrechtliches Instrumentarium seien, um eine hohe Fluktuation im
Personalkörper zu behalten. Allerdings sei es im Bereich der Erzieherinnen
nicht unproblematisch, wechselndes Personal einzusetzen. Augrund des Berichtes
der Zukunftskommission sei der Fachbereich Jugend und Soziales derzeit damit
beschäftigt ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten. In diesem Zusammenhang
werde die Frage der befristeten Arbeitsverträge thematisch aufgegriffen.
Herr Thielmann weist darauf hin, dass einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kindertagesstätten
teilweise seit über 12 Jahren mit einem Befristungsgrund beschäftigt werden und
ständig mit der Sorge des Arbeitsplatzverlustes leben müssten. Hier bestehe
akuter Handlungsbedarf. Die vorhandenen Erfahrungswerte sollten dazu beitragen,
dass die betroffenen Personen die länger als drei Jahre mit Befristungsgrund
beschäftigt werden, einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten, aber weiterhin
flexibel eingesetzt werden sollten.
Frau K. fragt nach, wann und wie der geforderte Gesundheitstarifvertrag angemessen
und zeitnah umgesetzt werden könnte.
Herr Oberbürgermeister Demnitz bittet um Verständnis, dass der Abschluss der
Tarifverhandlungen abgewartet werden müsste. Im Anschluss werde sich die
Verwaltung inhaltlich damit auseinandersetzen.
Herr H. möchte wissen, ob in der ersten Reihe (rechts und links des Mikrofonständers)
auf der Besucherempore, vier Plätze für Menschen mit Behinderung während der
Ratssitzungen reserviert werden könnten.
Herr Oberbürgermeister Demnitz sichert zu, dass zu den Ratssitzungen zukünftig
mindestens vier Plätze für Menschen mit Behinderung auf der Besucherempore
reserviert werden.
Auf die Zusatzfrage von Herrn H., ob die
behindertengerechte Toilette im Volkspark wieder geöffnet und zugänglich
gemacht werden könnte, antwortet Herr Oberbürgermeister Demnitz, dass
diese Thematik im Rahmen der bevorstehenden Tagesordnung beraten werde.
Herr O. fragt nach, welche weiteren Auswirkungen eine verminderte Dividenzahlung
der SEWAG an die HVG habe und ob sich diese ggf. weiter auf den öffentlichen Personennahverkehr
(ÖPNV) auswirke.
Herr Oberbürgermeister Demnitz informiert Herrn O. darüber, dass der
Verwaltung in dieser Angelegenheit bisher keine genauen Informationen seitens
der SEWAG vorliegen würden.
Weiter möchte Herr O. wissen, unter
welchen Gesichtspunkten die durch Verlust begründeten Ankündigungen der
Fahrpreiserhöhungen der HVG in Verbindung mit der Übernahme der Firma Werkhof
GmbH zu beurteilen seien.
Herr Grothe teilt mit, dass die gestellte Frage inhaltlich in keinem Zusammenhang stehen
würde, weil die Finanzierung des ÖPNV unabhängig von der Übernahme der angesprochenen
Firma zu werten sei.
Zusätzlich bittet Herr O. um Auskunft, wie
die Übernahme der Heizkosten durch die ARGE für jedem Arbeitslosengeld II und
Grundsicherungsempfänger gesichert sei. Ergänzend zu der vorherigen Frage
möchte Herr O. wissen, in wie vielen Fällen der Heizstrom der Gasthermen
anerkannt, übernommen und nachgezahlt wurde.
Herr Oberbürgermeister Demnitz sichert eine schriftliche Antwort zu.
Herr G. stellt im Raum, dass die Verwaltung bewusst billige Arbeitskräfte
einstelle und fragt nach, wie die SPD und CDU Fraktion zu dieser Angelegenheit
stehen würden.
Herr Jochen Weber, Herr Röspel und Herr Ramrath
weisen diese Behauptung energisch zurück.
Aufgrund weiterer geäußerten Unterstellungen
gegen Hagener Behörden entzieht Herr Oberbürgermeister Demnitz Herrn
G. das Wort.
Hinweis des Schriftführers: Der Rat der Stadt
bestätigt auf eine Nachfrage von Herrn Oberbürgermeister Demnitz, dass
der Westdeutsche Rundfunk (WDR) im öffentlichen Teil der Ratssitzung die
Diskussionen aufzeichnen dürfe.
