26.03.2009 - 4.5 Vorschlag der SPD-Fraktionhier: Orchesterproben...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4.5
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 26.03.2009
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Vorschlag zur Tagesordnung
- Federführend:
- OB/A Amt des Oberbürgermeisters
- Bearbeitung:
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Oberbürgermeister Demnitz verweist auf die als Tischvorlage ausgelegte
Stellungnahme der Verwaltung, die als Anlage
5 Gegenstand der Niederschrift ist.
Herr Jochen Weber merkt an, dass die vorliegende Tischvorlage sehr
umfangreich sei und kurzfristig dem Rat zugeleitet wurde. Eine Bewertung könnte
daher zunächst nicht erfolgen. Bezüglich der Fragestellung zu den Gesamtkosten
geht Herr Jochen Weber davon aus, dass diese insgesamt bei 558.000 Euro
gedeckelt waren. Mögliche Planungskosten dürften nun nicht mehr hinzugerechnet
werden. Die weiteren Beratungen müssten in einer der nächsten Ratssitzungen
erfolgen, wobei der Rat umfassend zu informieren sei.
Frau Kingreen bezieht sich auf die nicht geklärte Finanzierung des Umbaus der Aula des
Theodor-Heuss-Gymnasiums. Es stelle sich die Frage, ob dieser Umbau als Investition
genehmigt werde. Im Übrigen sei es beschämend, wenn ein Orchester auf einen
langen Zeitraum gesehen unter nicht zumutbaren Arbeitsbedingungen arbeiten
müsste.
Herr Gerbersmann entgegnet gegenüber Herrn Jochen Weber,
dass im Rahmen einer Ausschreibung für alle anfallenden Arbeiten ein
Maximalbetrag von 558.000 Euro festzuschreiben sei. Dies entspreche exakt der
Formulierung des Beschlusses der Geschäftsführung der Stadthallenbetriebs GmbH.
Das Architektenhonorar sei in dieser Summe üblicherweise nicht enthalten. Die
weiterfolgenden Planungskosten nach HOAI wären in den 558.000 Euro enthalten
gewesen. Durch ein heute zugeleitetes Schreiben des Gemeindeunfallverbandes
bezüglich der aktuellen rechtlichen Situation stehe diese Angelegenheit unter
einen immensen Zeitdruck. Im Kultur- und Weiterbildungsausschuss habe Herr
Gerbersmann fraktionsübergreifend wahrgenommen, dass Handlungsbereitschaft
bestehen würde. Ein Umbau und die spätere Nutzung der Aula des Theodor-Heuss-Gymasiums
(THG) sei möglich, jedoch weist Herr Gerbersmann ausdrücklich darauf
hin, dass das Orchester die Dispositionshoheit des Raumes für sich beanspruchen
müsste. Die Kosten des Umbaus könnten voraussichtlich nicht aus Mitteln des
Konjunkturpaketes finanziert werden. Die weiteren vorliegenden Angebote seien wesentlich
teurer als die Anmietung der Räume in der Stadthalle. Die Probenpläne für das
OPUS würden deutlich aufzeigen, dass Probemöglichkeiten für das Orchester nicht
vorhanden seien. Herr Gerbermann empfiehlt, die Planungen zum
Orchesterprobenraum in der Stadthalle weiter zu verfolgen. Die bisherigen
Kosten für Herrn Prof. Gerber sind zu den 558.000 Euro hinzuzurechnen.
Herr Schenten erklärt, dass er versucht habe, dem Orchesterprobenraum zur Durchführung
zu verhelfen. Er habe zu jeder Zeit deutlich gemacht, als Architekt in dieser
Angelegenheit nicht tätig werden zu wollen. Der Orchesterprobenraum in der
Stadthalle sei die vernünftigste und beste Lösung. Der Rat der Stadt sollte
schnellstmöglich einen entsprechenden Beschluss fassen, um einen Nutzen aus der
jetzigen Kostensituation zuziehen.
Herr Röspel bestätigt die Auffassung von Herrn Schenten und bittet um eine
klare Aussage, ob der Umbau der Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums aus Mittel
des Konjunkturpaketes finanzierbar sei.
Herr Thielmann merkt an, dass Herr Gerbersmann die Tischvorlage gut erläutert
habe und der Rat eine Entscheidung treffen könnte. Der Rat sollte anerkennen,
dass aus schulorganisatorischen Gründen sowie einer bisher nicht geklärten
Finanzierung die Umsetzung eines Orchesterprobenraumes in der Aula des THG
nicht möglich sei. Aufgrund der zurzeit gut stehenden Zinsen sollte eine
Entscheidung nicht verzögert werden. Darüber hinaus würde sich durch die
Mietzahlungen das Projekt von alleine finanzieren.
Herr Thielmann schlägt vor, die Stadthallenbetriebs GmbH dahingehend aufzufordern, die
vom Rat gefassten Beschlüsse umzusetzen.
Herr Jochen Weber äußert erneut sein Befremden zur bisherigen
Vorgehensweise der Verwaltung. Die noch offenen Fragen würden möglicherweise in
Form einer schriftlichen Stellungnahme der Verwaltung im nichtöffentlichen Teil
dieser Sitzung beantwortet, lägen aber dem Rat noch nicht vor. Die bekannten
Berechnungsgrundlagen in Höhe von 558.000 Euro enthielten die bisherigen
Planungskosten nicht, so dass der Gesamteindruck in dieser Angelegenheit eher
undurchsichtig sei. Es gäbe seiner Kenntnis nach günstigere Angebote zum Bau
eines Orchesterprobenraums, aber auch diese würden dem Rat ebenfalls nicht
vorliegen. Eine abschließende sachgerechte Entscheidung könnte in der heutigen
Ratssitzung nicht getroffen werden.
Herr Kayser bittet um Auskunft, welche Kosten bisher insgesamt für dieses Projekt angefallen
seien.
Herr Riechel sieht im Vergleich zum Umbau des Raumes in der Stadthalle keine sinnvolle
Alternative und regt an, eine heutige Entscheidung zu treffen.
In Bezug auf das Konjunkturpaket II, so Herr
Gerbersmann, gäbe es Schwierigkeiten im Bereich des Bildungspaketes, weil
die Verwaltung mit energetischen Maßnahmen in dieser Sparte stark eingeschränkt
sei. Darüber hinaus sei es unzweifelhaft, dass es sich bei einem Umbau der THG
Aula in einen Orchesterprobenraum nicht mehr um eine Bildungseinrichtung
handeln würde. Hinzu käme, dass die Kosten der erforderlichen baulichen
Maßnahmen, hier die Sanierung der Hülle unter energetischen Gesichtspunkten,
zusätzlich zu den 450.000 Euro hinzugerechnet werden müssten. Dabei sollte auch
beachtet werden, dass die Sanierung der Gebäudehülle bereits in den
Rückstellungen enthalten sei. Auf die bisherigen bei der Verwaltung
eingetroffenen Angebote habe Herr Gerbersmann am 10.12.2008 und am
10.03.2009 im Kultur- und Weiterbildungsausschuss hingewiesen. Die Miet- und
Umbaukosten dieser Angebote seien kostenaufwendiger als die Umbaumaßnahme in
der Stadthalle. Nach Beschlussfassung im Haupt- und Finanzausschuss und im Rat
sollte zunächst vorrangig in die eigene Immobilie investiert werden.
Herr Thielmann schlägt vor, dass der Rat die Stadthallenbetriebs GmbH auffordern sollte,
die Ausschreibung für den neuen Orchesterprobenraum zeitnah vorzunehmen. Die
Deckelung der Gesamtkosten i.H.v. 558.000 Euro müsste dabei berücksichtigt
werden. Die Vertreter der Stadt Hagen in der Gesellschafterversammlung werden
angewiesen, einen entsprechenden Umsetzungsbeschluss in der
Gesellschafterversammlung zu fassen.
Frau Kramps versteht unter dem Begriff Gesamtkosten auch die dazugehörigen Planungskosten.
Die Planungskosten zum Neubau des Tierheims seien ebenfalls in den Gesamtkosten
enthalten.
Herr Gerbersmann geht auf das Finanzierungsmodell zum Umbau des
Orchesterprobenraums in der Stadthalle ein, wonach die Verwaltung im Vergleich
weniger Miete an die Stadthallenbetriebs GmbH als gegenüber dem vorherigen
Vermieter zahle. Der Vorteil eines Probenraums in der Stadthalle liege darin,
dass dieser Raum außerhalb der Probezeiten des Orchesters auch anderweitig vermietet
werden könnte. Der Beschluss des Rates habe sich auf eine Ausschreibung mit
558.000 Euro bezogen. Die Architektenkosten würden regelmäßig nicht mit
ausgeschrieben. Zur allgemeinen Verständigung sollte der Rat eine klare Entscheidung
treffen, ob diese Kosten in den 558.000 Euro enthalten sein sollen.
Herr Thielmann verdeutlicht, dass es um die auszuschreibenden Kosten gehen würde.
Frau Grebe teilt mit, dass die Planungskosten für die Kostenschätzungen und ersten
Planungen nicht den jeweiligen Bauprojekten zugerechnet werden. Diese Vorgehensweise
sei auch beim Emil Schumacher Museum durchgeführt worden und gelte ebenfalls
für das Tierheim.
Herr Jochen Weber fasst zusammen, dass die bisherigen
Planungskosten für die Vorplanungen von Herrn Prof. Gerber demnach
extern gerechnet würden. Die vorliegenden Rechnungen für die Rentierlichkeit
dieser Investition enthielten keine Planungskosten. Ausgehend davon, dass Herr
Prof. Gerber ggf. nicht mehr für dieses Projekt weiter planen werde, sei
eine Ablösesumme für die Planung nach HOAI zu zahlen. Die dann neue Planung
nach HOAI müsste in den Kosten der Ausschreibung in Höhe von 558.000 Euro
enthalten sein. Weiter hält Herr Jochen Weber fest, dass es nach Angaben
der Verwaltung nicht möglich sei, den Umbau der Aula des THG aus dem
Konjunkturpaket II zu finanzieren.
Herr Oberbürgermeister Demnitz unterbricht die Sitzung für eine kurze verwaltungsinterne
Abstimmung von 17.45 bis 18.00 Uhr.
Herr Gerbersmann bemerkt gegenüber Herrn Jochen Weber,
dass nach Auffassung des Liegenschafts- und Rechnungsprüfungsamtes sowie die
Kämmerei keine nicht energetischen Maßnahmen im Rahmen der Konjunkturmittel
umsetzbar seien.
Herr Riechel bemängelt die von der Verwaltung gemachten Aussagen zum Stand der
Planungskosten. Die Planungskosten würden entweder gar nicht oder erst sehr
viel später einem Projekt bzw. einer Investition mehr oder weniger zugerechnet.
Dadurch werden die anfallenden Kosten zu Gemeinkosten gemacht. In dieser
Angelegenheit fehle die erforderliche Kostentransparenz. Einem Gesamtprojekt
sollten sämtliche Kosten zugerechnet werden.
Nach Auffassung von Frau Suda werde der
Rat der Stadt eine Investitionssumme von 558.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer
beschließen. Im Ergebnis müsste das Theater Hagen die Rechnung über die Mietzahlung
begleichen. Es sei somit garantiert, dass sich die Miete für das Theater nicht
ändern werde.
Herr Gerbersmann erinnert daran, dass die Höhe der Mietzahlung
seit dem ersten Ratsbeschluss feststehe. Die Geschäftsführung der
Stadthallenbetriebs GmbH habe seinerzeit dargestellt, dass es für sie, trotz der
günstigen Mietzahlungen seitens der Stadt, immer noch wirtschaftlich sei,
dieses Projekt umzusetzen.
Frau Grebe weist darauf hin, dass der Mietvertrag für den Orchesterprobenraum mit einer
Festmiete und allen Nebenkosten bereits im Juli 2007 abgeschlossen wurde. Die
Nebenräume könnten kostenlos in Anspruch genommen werden.
Herr Oberbürgermeister Demnitz verliest den von Herrn Thielmann
vorgetragenen Beschlussvorschlag und lässt über diesen abstimmen.
Beschluss:
Der Rat fordert die Stadthallenbetriebs GmbH auf,
die Ausschreibung für den neuen Orchesterprobenraum zeitnah vorzunehmen. Die
Deckelung der Gesamtkosten i.H.v. 558.000 Euro netto wird ausdrücklich
bestätigt.
Die Vertreter der Stadt Hagen in der
Gesellschafterversammlung werden angewiesen, einen entsprechenden Umsetzungsbeschluss
in der Gesellschafterversammlung zu fassen.
Anlagen zur Vorlage
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Anlagen
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