04.06.2009 - 5.1 Vorschlag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5.1
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 04.06.2009
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:10
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Vorschlag zur Tagesordnung
- Federführend:
- OB/A Amt des Oberbürgermeisters
- Bearbeitung:
- Gesine Specht
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Riechel erläutert den Vorschlag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen und
erklärt, dass er die Möglichkeit sieht, diesen Antrag mit der
Verwaltungsvorlage unter Tagesordnungspunkt I.6.9 abzustimmen, wobei der Antrag
seiner Fraktion der weitergehende ist. Er ist der Ansicht, dass die
Prüfaufträge, die seitens der Verwaltung erteilt werden, nicht über das Jahr
2014 hinausgehen, was dringend erforderlich ist. Darüber hinaus plant die
Verwaltung nur mit einer eingeschränkten externen Beratung. Es ist seines
Erachtens nicht möglich, die Aufgabe allein durch das Projekt "Moderne
Verwaltung" und die Zentrale Steuerung erledigen zu lassen, daher wird
eine kontinuierliche externe Beratung für zwingend notwendig gehalten. Es ist
ferner nicht denkbar, dass die Politik bei einer so wesentlichen Maßnahme nicht
beteiligt wird. Intention für den Antrag ist, die Krise als Chance für den
Personalabbau zu verstehen.
Herr Thielmann ergänzt, dass im Zusammenhang mit dem Bericht der Zukunftskommission
bereits kritisch angemerkt wurde, dass nur über Größenordnungen beschlossen
werden soll. Zum Thema Personalkosteneinsparungen hält er die Fortführung der
Beratung des Antrages und der Verwaltungsvorlage im Personalausschuss für
erforderlich.
Der Stellenabbau soll aus Sicht der Verwaltung
nicht in 2014 beendet sein, teilt Herr Gerbersmann mit. Es handelt sich
hier nur um die mit dem Regierungspräsidenten abgestimmte Zielzahl, auf die
reflektiert wird, wenn es um die Themen "natürliche Fluktuation" und
"Stellenabbau" geht. Einiges, was im Antrag der Fraktion Bündnis 90 /
Die Grünen formuliert wurde, wird sich in der weiteren Bearbeitung wiederfinden.
Er schlägt vor, ein gestuftes Verfahren zu beginnen, um möglichst zeitnah anfangen
und erste Erfolge erzielen zu können. Eine gleichzeitige Abarbeitung aller Punkte
ist nicht möglich, daher möchte sich die Verwaltung zunächst mit den Bereichen
befassen, wo sie die größten Einsparpotentiale erwartet. Hierzu gehören die
"Anreizsysteme", denen sich dann die Sachthemen anschließen werden.
U. a. bei der GWH werden Schwerpunkte entwickelt. Zunächst ein Gesamtkonzept zu
entwickeln, hält er nicht für zielführend. Arbeitet die Verwaltung den Antrag
der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen zuerst einmal ab, so wird es nach
Einschätzung von Herrn Gerbersmann zu einer zeitlichen Verzögerung von
sicherlich einem dreiviertel Jahr kommen, bevor mit der eigentlichen Arbeit
begonnen werden kann. Herr Gerbersmann weist aufgrund kritischer Reaktionen
darauf hin, dass die Aufgabenkritik mit der Personalkosteneinsparung einher
geht. Werden Stellen nicht wieder besetzt, so wird die Personaldecke innerhalb
der Verwaltung dünner, und man wird gezwungen sein, sich mit der Aufgabenkritik
zu befassen.
Herr Röspel empfindet es als schwierig, über die beiden korrespondierenden Tagesordnungspunkte
zu sprechen, ohne dass die Diskussion zusammengefasst wird. Er schlägt daher
vor, die beiden Tagesordnungspunkte für die Ratssitzung am 25.06.2009 zusammenzufassen
und einen interfraktionellen Beschlussvorschlag zu erarbeiten. Er hält es für
geboten, externen Sachverstand nicht nur beim Thema "Anreizsysteme"
einzubinden, sondern auch mit der Frage der internen Fluktuation zu befassen.
Im Namen der
Herr Sondermeyer sieht die Nutzung von Anreizsystemen kritisch,
weil er dies für eine Abwälzung von Kosten auf die Sozialsysteme erachtet. Er
zeigt weiter auf, dass der Personalabbau seiner Ansicht nach dazu führen wird,
dass es weniger Steuerzahler in Hagen geben wird. Eine Abwärtsspirale ist
seines Erachtens nicht der richtige Weg. Wichtig ist ihm ferner, dass die
Beschäftigten der Stadt wieder eine gesicherte Zukunftsperspektive erhalten.
Herr Sondermeyer möchte wissen, auf welchen Gehaltsstufen eine
Stellenreduzierung erfolgen soll und hofft, dass es sich hier nicht nur um die
unteren Lohngruppen handeln wird.
Herr Gregull sichert zu, dass der Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen in die
weitere Bearbeitung seitens der Verwaltung mit einbezogen wird. Zu den Aussagen
von Herrn Sondermeyer erklärt er, dass die Anreizsysteme ein wesentlicher
Bestandteil des Verwaltungsvorschlages sind. Bei diesen wird man sich in einem
durch die Zukunftskommission vorgegebenen Rahmen bewegen. Bis zum Jahr 2015 ist
die strukturelle Einsparung zu erzielen.
Herr Riechel erklärt sich mit der vorgeschlagenen Vorgehensweise einverstanden. Er
merkt auf die Ausführungen von Herrn Gerbersmann hin an, dass er es für
notwendig erachtet, die generelle Perspektive bei der Bearbeitung im Auge zu
behalten. Dies wurde in der Vergangenheit versäumt. Es wurde Aufgabenkritik
betrieben, jedoch nicht beachtet, dass hiermit Qualifizierungs- und
Entwicklungsprogramme einhergehen sowie eine Personalplanung betrieben werden
müssen. Ebenso wird es erforderlich sein, Arbeitsprozesse zu verändern.
Herr Oberbürgermeister Demnitz fasst den Vorschlag von Herrn Röspel noch einmal
dahingehend zusammen, dass die Tagesordnungspunkte I.5.1 und I.6.9 für die
Ratssitzung am 25.06.2009 gebündelt werden sollen und für diese Sitzung ein
interfraktioneller Beschlussvorschlag erarbeitet werden soll. Er lässt über
diesen Vorschlag abstimmen.
Beschluss:
Der
Haupt- und Finanzausschuss verständigt sich darauf, dass aus dem Antrag der
Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, Drucksachennummer 0492/2009 und dem
Beschlussvorschlag der Verwaltungsvorlage "Personalkostenziele der
Zukunftskommission / Neuausrichtung des Projektes MoVe", Drucksachennummer
0439/2009, unter Tagesordnungspunkt I.6.9, seitens der Fraktionen im Rat der
Stadt Hagen ein gemeinsamer Beschlussvorschlag für die Ratssitzung am
25.06.2009 erarbeitet werden soll.
Anlagen zur Vorlage
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