29.05.2008 - 4.3 Vorschlag der Fraktion Bürger für Hagenhier: Ko...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4.3
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 29.05.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:45
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Vorschlag zur Tagesordnung
- Federführend:
- OB/A Amt des Oberbürgermeisters
- Bearbeitung:
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Hinweis des Schriftführers: Der Antrag der Fraktion Bürger für Hagen ist
als Anlage 3 der Niederschrift
beigefügt.
Herr Marscheider merkt an, dass sich der Rat noch im weiteren
Verlauf der heutigen Sitzung mit dem Sparpaket auseinandersetzen müsse. Dieses
sei eine Ansammlung aus bereits beschlossenen Maßnahmen des Rates, Einsparungen
aufgrund von Bundesgesetzen und Personalvorschlägen die erst in vielen Jahren
realisiert werden könnten. Auf dieser Grundlage könnte nicht von einer
Sanierung des Haushaltes der Stadt Hagen gesprochen werden. Auffällig sei das
Fehlen eines Konzeptes, um der von der CDU und SPD verursachten Haushaltsmisere
entgegenzutreten. Die Stadt sei bereits so vor die Wand gefahren, dass die
Schulden täglich um 300.000 Euro anwachsen würden. Herr Marscheider
erinnert an die Verantwortung jedes einzelnen Ratsmitgliedes und bittet um
Zustimmung zu dem von der Fraktion Bürger für Hagen eingereichten Antrag. Seit
Jahren schlage seine Fraktion radikale Einsparungen in der Verwaltung vor. Der
Personalrat zeige sich einsichtiger als der Verwaltungsvorstand und die großen
im Rat vertretenen Fraktionen. Neben den Bürgerinnen und Bürger müssten auch
die Mitarbeiter der Verwaltung für die finanzielle Schieflage geradestehen. Es
stelle sich die Frage nach einem Personalentwicklungsplan und einer klaren
Aussage, wann z.B. Mitarbeiter befördert werden könnten. Die Fraktion Bürger
für Hagen schlägt vor, Hagen unter folgenden Einsparungen schuldenfrei zu
machen. Die Personalkosten und Sachkosten würden um jeweils 35 Millionen Euro gesenkt
werden. Die Zinsbelastung werde ebenfalls um 35 Millionen Euro durch den Verkauf
von Anteilen bei Unternehmen reduziert.
Der Verwaltungsvorstand habe sich mit dem Mentor
darauf geeinigt, den Bürgerinnen und Bürger mit erhöhten Gebühren und Abgaben
in die Tasche zu greifen. Bei der Verwaltung soll entgegen der Empfehlung des
Berger Gutachten nur eine unbedeutende Reduzierung erfolgen. Die Fraktion
Bürger für Hagen werde den eingeschlagenen Kurs der Verwaltung nicht mittragen.
Die im eingereichten Antrag dargestellte Kernfrage, sei die Lösung des Haushaltsproblems.
Dadurch werde deutlich, inwieweit die großen Fraktionen dieses Problem lösen
wollen. Beide großen Fraktionen würden der Bevölkerung vorspielen, dass noch
finanzieller Spielraum bestehen würde, obwohl beide Fraktionen mit Blick auf
die Kommunalwahl hinter vorgehaltener Hand nach dem Sparkommissar rufen würden.
Mit der Zustimmung zu dem eingereichten Antrag haben die Fraktionen und
Einzelvertreter im Rat die Möglichkeit Ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Im
Falle der Ablehnung bittet die Fraktion Bürger für Hagen um Mitteilung, welche
Belastungen den Bürgerinnen und Bürger noch abverlangt werden sollen.
Abschließend erklärt Herr Marscheider,
sich der Presseerklärung des Regierungspräsidenten aus Arnsberg anschließen zu
müssen.
Herr Jochen Weber bezieht sich auf die Kernaussage des
Beschlussvorschlages, den bestehenden Kooperationsvertrag kündigen zu wollen.
Der von Herrn Marscheider gehaltene Wortbeitrag stehe in keinem
Zusammenhang zu seinem eingereichten Antrag.
Die von Herrn Marscheider gemachte Aussage,
dass sich der Personalrat zu den Vorstellungen der Fraktion kooperativer als
die Verwaltung und der Verwaltungsvorstand zeigen würde, stehe im Gegensatz zu
der gleichzeitigen Aussage, den Kooperationsvertrag kündigen zu wollen. Die
SPD-Fraktion werde den Antrag ablehnen.
Der Antrag der Fraktion Bürger für Hagen, so Herr
Riechel, soll glaubhaft machen, dass durch die Kündigung des
Kooperationsvertrages der Personalabbau beschleunigt werde. Die Fraktion
Bündnis 90/ Die Grünen vertreten die Auffassung, dass die natürliche
Personalfluktuation hinreichend sei, Personal bis 2014 in der Größenordnung von
450 und bis 2017 von rd. 600 Stellen abzubauen. Erforderlich sei dafür ein
Personalentwicklungskonzept. Durch die Kündigung des Kooperationsvertrages
werde lediglich der Betriebsfrieden gestört.
Herr Thielmann erklärt für die FDP-Fraktion, dass diese den eingereichten Antrag ebenfalls
ablehnen werden und erinnert an die seinerzeit mit dem Personalrat geführten Verhandlungen
zu den Personalenwicklungsmaßnahmen bei der Gebäudewirtschaft Hagen. Eine
ähnliche Vorgehensweise erscheine sinnvoller als den Kooperationsvertrag
kündigen zu wollen. Richtig sei allerdings, dass zukünftig eine Reduzierung des
Personals erforderlich sei.
Am Rande der Diskussion bringt Herr Thielmann
seine Erschütterung zum Verhalten des Regierungspräsidenten Diegel
gegenüber Herrn Oberbürgermeister Demnitz zum Ausdruck.
Herr Sondermeyer teilt für seine Fraktion Die Linke. mit, dass
diese den Antrag der Fraktion Bürger für Hagen ebenfalls ablehnen werden.
Herr Röspel zeigt sich über die Ausführungen von Herrn Marscheider entsetzt.
Im Namen der CDU-Fraktion weist Herr Röspel die Aussage hinsichtlich der
Forderung nach einen Sparkommissar entschieden zurück. Seit Tagen und Wochen
arbeiten und diskutieren die Fraktionen am Sparpaket des Mentors, um gemeinsame
Lösungen zu erreichen, damit diese im Rat am 19.06.2008 verabschiedet werden
können. Die von der Fraktion Bürger für Hagen dargestellten substanzlosen Vorschläge
seien nicht nachvollziehbar. Der eingereichte Antrag führe zu Verängstigung und
Unsicherheit bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Für die Umsetzung des
Sparpaketes sei die Mitarbeit und Motivation aller städtischen Beschäftigten
erforderlich. Die CDU-Fraktion werde den Antrag ebenfalls ablehnen.
Ergänzend zu seinem Wortbeitrag, weist Herr
Röspel den Vorwurf von Herrn Regierungspräsident Diegel bezüglich
der nicht nachvollziehbaren finanziellen Zahlen der Stadt Hagen auf das
Schärfste zurück.
Auf die Frage von Herrn Kayser, inwieweit
ein Personalentwicklungskonzept bei der Verwaltung vorliegen würde, antwortet Herr
Gregull, dass ein Personalentwicklungskonzept vorhanden sei, wonach die
Verwaltung auch handeln würde. Seit 2004 habe die Verwaltung erhebliche
Einsparmargen umgesetzt, wie z.B. Augaben- und Personaleinsparungen. Dies sei
nur in Verbindung mit einem Personalentwicklungsplan möglich gewesen.
Herr Oberbürgermeister Demnitz lässt über den Beschlussvorschlag der Fraktion
Bürger für Hagen mit folgendem Ergebnis abstimmen.
Anlagen zur Vorlage
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(wie Dokument)
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Anlagen
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