29.05.2008 - 5.4 Konsolidierung des städtischen HaushaltsErstes ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5.4
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 29.05.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:45
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- VB 1/M
- Bearbeitung:
- Sonja Schwarzbach
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Oberbürgermeister Demnitz verweist auf die ergänzenden Informationen bzw.
Änderungsanträge zum ersten Sparpaket der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen, die
als Anlage 4 + 5 der Niederschrift
beigefügt sind.
Darüber hinaus macht Herr Oberbürgermeister
Demnitz auf den als Tischvorlage und der Niederschrift als Anlage 6 beigefügten gemeinsamen
Beschlussvorschlag der SPD und CDU Fraktion aufmerksam.
Hinsichtlich der Beratungsabfolge schlägt Herr
Oberbürgermeister Demnitz vor, die Maßnahmen im Sparpaket blockweise
aufzurufen, so dass zu den einzelnen Blöcken die noch bestehenden Fragen von
den Fraktionen und Ratsmitglieder gestellt werden können.
Dagegen bestehen keine Bedenken.
Herr Riechel hält die der Niederschrift als Anlage
7 beigefügte Rede.
Herr Jochen Weber bittet Herrn Prof. Dr. Bajohr um einen kurzen
Einstieg zur anstehenden Beratung in Bezug auf das Sparpaket. Zu einigen Zahlen
im Sparpaket bestehe aus seiner Sicht Klärungsbedarf. Herr Jochen Weber
erinnert an die Vereinbarung, dass die Gesamtheit des Sparpaketes mit allen
Fragen und Änderungen im Rat beraten werden sollte, damit jedes Ratsmitglied
sich dazu äußern könnte.
Herr Prof. Dr. Bajohr entgegnet gegenüber Herrn Jochen Weber,
dass die im Sparpaket aufgeführten Zahlen von der Verwaltung in drei
Durchgängen mit dem Verwaltungsvorstand richtig durchgerechnet seien und die
Verwaltungsmeinung wiedergeben würde. Der Verwaltungsvorstand habe sich das
Sparpaket zu Eigen gemacht. In der anstehenden Erörterung bestehe aber die
Möglichkeit, zu den einzelnen Zahlen ergänzende Fragen zu stellen. Hinsichtlich
des gewünschten Einstiegs verweist Herr Prof. Dr. Bajohr auf den
Vorbericht im Sparpaket und geht in diesem Zusammenhang auf das finanzielle
Defizit und der finanziellen Situation der Stadt Hagen ein. Möglicherweise sei
Hagen die erste Gemeinde, die sich verbotenerweise finanziell überschulden
werde. Die Pflicht des Rates bestehe darin, dieses wenn möglich abzuwenden bzw.
die Phase der Überschuldung so kurz wie möglich zu halten. Zusätzlich erinnert Herr
Prof. Dr. Bajohr an die Generationengerechtigkeit und Zukunftsorientierung,
die ebenfalls berücksichtigt werden müsste. Die Perspektive der Stadt stelle
sich in der Form dar, dass aktuelle Defizit von 120 Millionen Euro schnell und
konsequent abzubauen.
Herr Oberbürgermeister Demnitz verdeutlicht, dass es vorrangig die Aufgabe des
Mentors und seines Mitarbeiterstabes sei, die noch offenen Fragen im Rat zu
beantworten.
Nach der Klausurtagung hätten sich die
Beteiligten darauf verständigt, dass der Verwaltungsvorstand einvernehmlich das
erste Sparpaket von Herr Prof. Dr. Bajohr im vollen Umfang dem Rat zur
Beschlussfassung zugeleitet werde. Nach intensiven Beratungen und ernsten
Bedenken mit Blick auf die Auswirkungen für die Bürgerinnen und Bürger, Politik
und Verwaltung, habe der Verwaltungsvorstand einige alternative Vorschläge und
Änderungen erarbeitet, die gemeinsam mit dem Mentor in das Sparpaket eingearbeitet
werden sollten. Dadurch werde deutlich, dass sich der Verwaltungsvorstand keinerlei
Verantwortung entziehen möchte. Herr Oberbürgermeister Demnitz macht Herr
Prof. Dr. Bajohr darauf aufmerksam, dass dieser aufgrund seines bestehenden
Beschäftigungsverhältnisses die von Ihm eingeforderte Arbeitsleistung erbringen
müsste. Dazu gehöre insbesondere die Ausarbeitung eines Konzeptes, welches für
alle beteiligten Personen nachvollziehbar sei. Darüber hinaus sei Herr Prof.
Dr. Bajohr der erste Ansprechpartner bei noch offenen Fragen hinsichtlich
des Sparpaketes. Für die weitere Entwicklung der Stadt Hagen im Zusammenhang
mit der zuvor ausgeführten erforderlichen Einsparsumme sei eine Gesamtschau und
Analyse wichtig die deutlich mache, wie die Stadt einen ausgeglichenen Haushalt
aus eigener Kraft erreichen könnte. Auf die Vorstandsbereiche müsste
runtergerechnet werden, welche weiteren Einschnitte auf Ihre Bereiche zukünftig
zukommen werden.
In Bezug auf die Anmerkung von Herr Riechel,
die Schuldenmacher von gestern seien die Sanierer von heute, erinnert Herr
Oberbürgermeister Demnitz daran, dass die seinerzeit gemachten Ausweitungen
zum Stellenplan der Stadtverwaltung immer mit den Stimmern der Fraktion Bündnis
90/ Die Grünen beschlossen wurden.
Herr Thielmann teilt für die FDP-Fraktion mit, dass diese dem Sparpaket generell nicht
zustimmen werde. Einige Zahlenelemente seien nur schwer nachvollziehbar und müssten
hinterfragt werden. Aufgrund der durchgeführten Fraktionsklausurtagungen mit
den sachkundigen Bürgern und der öffentlichen Beratung, sei unter dem Druck der
Zeit eine zusätzliche Beratung in den Ausschüssen nicht mehr erforderlich.
Herr Riechel verweist auf die von der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen gestellten Fragen
und bittet um schriftliche Beantwortung bis zum 16.06.2008.
Herr Schulz macht eine Anmerkung zur Aufgabenwahrnehmung des Mentors. Darüber hinaus
verweist Herr Schulz auf seine im Rat gehalten Haushaltsreden.
Herr Oberbürgermeister Demnitz informiert den Rat darüber, dass ihm zur Erhalt
der Büchereien insgesamt 13.000 Unterschriften übergeben wurden.
Zunächst ruft Herr Oberbürgermeister Demnitz
den Vorstandsbereich des Oberbürgermeisters auf und bittet um Wortmeldungen.
Herr Röspel bezieht sich auf die Maßnahme Nr. 30-M04 und bittet das Rechtsamt um
Auskunft, wie sich die Schadenshaftung einzelner Ratsmitglieder darstellen
würde, wenn sich im Karl Ernst Osthaus-Museum ein Schaden ergeben würde und die
Museumsversicherung für den Eigenbesitz des KEOM aufgegeben werde.
Herr Hoffmann sieht kein Haftungsrisiko für Ratsmitglieder. Eine Haftung könnte nur entstehen,
wenn das einzelne Ratsmitglied vorsätzlich oder grob fahrlässig einen solchen
Schaden für die Gemeinde herbeiführen würde. Ein Beschluss der auf der
Grundlage eines Vorschlages der Verwaltung gefasst werde, könne nicht dem
einzelnen Ratsmitglied als grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden.
Frau Suda zweifelt die Aussage von Herr Hoffmann an. Ihrer Kenntnis nach
haftet jedes Ratsmitglied für den jeweils selbst mitgetragenen Ratsbeschluss. Frau
Suda selber werde dem Vorschlag nicht zustimmen.
Herr Hoffmann zitiert aus der Gemeindeordnung zu § 43 Abs.4 und hebt hervor, dass die
Verwaltung den in der Verwaltungsvorlage gemachten Vorschlag für sachgerecht halte.
Es gebe keine rechtliche Verpflichtung persönliches Eigentum gegen eintretende
Schäden zu versichern. Es handele sich bei der in Rede stehenden Versicherung
um eine freiwillige Leistung, auf die verzichtet werden könnte. Die
Einsparungen belaufen sich auf jährlich
rd. 32.000 Euro Versicherungsprämie.
Herr Hartmann erinnert an den Brand in der Heinrich Heine Realschule und befürchtet,
dass die im Eigenbesitz des KEOM vorhandenen Millionenwerte bei einem möglichen
Brandschaden nicht mehr restauriert oder ersetzt werden könnten. Nach
anwaltlicher Rücksprache seinerseits, könnten die Ratsmitglieder in einem
solchen Falle persönlich haftbar gemacht werden. Vor diesem Hintergrund bittet Herr
Hartmann die Fragestellung der Haftung bis zur nächsten Ratssitzung
eindeutig zu prüfen.
Auf die Frage von Herr Thielmann, ob sich
die Versicherung auch auf das neuen Emil Schumacher Museum (ESM) beziehen würde
und ob die Versicherungsprämie unbegrenzt gelten würde, antwortet Herr
Hoffmann, dass die in Rede stehende Versicherung für zukünftige Werke des
ESM, die heute der Stadt Hagen gehören, auch gelten würde. Für die Kunstwerke,
die die Emil Schumacher Stiftung in das Museum einbringen werde, sei die Stadt
Hagen vertraglich verpflichtet eine Versicherung abzuschließen. Die Gespräche
zu dieser Thematik seien mit der Emil Schumacher Stiftung bereist aufgenommen
worden. Inwieweit die bestehende Feuerversicherung bei einem Brandschaden
Schadensersatz leisten werde, müsste vom Rechtsamt geprüft werden.
Herr Oberbürgermeister Demnitz unterbricht die Beratung für eine Pause von
18.45 bis 19.10 Uhr.
Herr Jochen Weber stellt den Antrag, dass die noch offenen Fragen
der Fraktionen schriftlich an die Verwaltung eingereicht und beantwortet
werden. Um den gleichen Informationsstand zu gewährleisten sind die Fragen und
Antworten den einzelnen Fraktionen zuzuleiten.
Auf die Frage von Herrn Ciupka, ob die
Möglichkeit bestehen würde über das Allris Informationssystem ein
Diskussionsforum einzurichten, empfiehlt Herr Oberbürgermeister Demnitz,
an der vorgeschlagenen Vorgehensweise festzuhalten.
Herr Dr. Ramrath hält es für notwendig, dass der Mentor zu den
dann eingereichten Fragen auch noch mal Stellung nehmen werde.
Herr Oberbürgermeister Demnitz fasst zusammen und lässt über den von Herrn
Jochen Weber gestellten Antrag abstimmen, dass die noch offenen Fragen bis
Mittwoch, den 04.06.2008, 12.00 Uhr, dem Büro des Oberbürgermeisters
schriftlich zugeleitet werden und die Beantwortung der Fragen bis Montag, den
16.06.2008 erfolgen sollte. Die Fragen sollen allen Fraktionen und
fraktionslosen Vertretern im Rat zur Verfügung gestellt werden.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Einstimmig beschlossen |
Im Anschluss lässt Herr Oberbürgermeister
Demnitz über den gemeinsamen Beschlussvorschlag der SPD und CDU Fraktion
abstimmen.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Mit Mehrheit beschlossen. |
Beschluss:
1. Die
noch bestehenden Fragen zum Sparpaket werden bis Mittwoch, den 04.06.2008, 12.00 Uhr dem Büro des
Oberbürgermeisters schriftlich zugeleitet. Die
Beantwortung der Fragen sollte bis Montag, den 16.06.2008 erfolgen. Die Fragen sind allen Fraktionen und
fraktionslosen Vertretern im Rat zuzuleiten.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Einstimmig beschlossen |
2. Die Beratung und Beschlussfassung der Sparpakete zur Konsolidierung des städtischen Haushalts erfolgt ausschließlich im Rat.
Der Rat behält sich insoweit die Entscheidung gemäß § 41 Abs. 3 GO NW vor.
Die Vorberatung durch die Fachausschüsse gemäß § 2 Abs. 2 der Zuständigkeitsordnung entfällt für die Sparpakete.
Die gesetzlich normierten Zuständigkeiten von Bezirksvertretungen und Jugendhilfeausschuss bleiben hiervon unberührt.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Mit Mehrheit beschlossen |
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
|
2,4 MB
|
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
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1,2 MB
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|
2
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(wie Dokument)
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102,1 kB
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3
|
(wie Dokument)
|
100,9 kB
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4
|
(wie Dokument)
|
441,9 kB
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