29.05.2008 - 1 Einwohnerfragestunde
Grunddaten
- TOP:
- Ö 1
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 29.05.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:45
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Herr B. bezieht sich auf die aktuelle Diskussion zum Sportplatz Garenfeld
/Berchum und fragt nach, wie bei einer Schließung der beiden Sportplätze die
Weiterführung des Spielbetriebes aufrecht gehalten werden soll.
Herr Oberbürgermeister Demnitz verweist auf die stattfindenden Beratungen
zwischen Politik und Verwaltung. Eine Aussage, inwieweit die in Rede stehenden
Sportplätze dem Sparkonzept zum Opfer fallen, kann zurzeit nicht getroffen
werden, weil dies der politischen Beratung, der Verwaltung sowie dem Mentor
vorbehalten sei. Ergänzungen, Veränderungen und alternative Vorschläge könnten
bei den weiteren Beratungen berücksichtigt werden. Gewichtige Abwägungspunkte
seien die besondere Haushaltslage der Stadt und der Demographische Wandel.
Herr Dr. Schmidt teilt zunächst mit, dass der zu diesem Thema
verfasste Artikel in der Presse nicht richtig wiedergegeben wurde. Richtig sei,
dass einer der beiden Sportplätze mit einem Kunstrasen ausgestattet werden soll.
Dafür soll dann möglicherweise, in enger Abstimmung mit dem Stadtsportbund, der
andere Sportplatz eingespart werden.
Herr H. geht auf die sportlichen Bedingungen und der finanziellen Situation des
Sportvereins Berchum ein und fragt nach, ob die Verwaltung bereit sei, ein
gemeinsames Konzept mit den Vereinen Garenfeld und Berchum zur Errichtung einer
Sportstätte zu erarbeiten, die den Ansprüchen des Spielbetriebes gerecht
werden.
Herr Dr. Schmidt signalisiert hinsichtlich der Ausarbeitung eines
gemeinsamen Konzeptes Gesprächsbereitschaft, unterstreicht aber, dass die
Verwaltung auf Ihre finanzielle Situation Rücksicht nehmen müsste. Die
Einbringung von eigenen Vereinsmitteln werde anerkannt und bei den weiteren
Beratungen berücksichtigt.
Auf die Frage von Frau T., ob und in
welcher Höhe bei Abschluss der Derivatgeschäfte Provisionen ausgezahlt wurden,
antwortet Herr Dr. Schmidt, dass die Stadt Hagen keine
Provisionszahlungen erhalten habe.
Frau Sch. möchte wissen, ob in Bezug auf die fehlenden Kunstwerke im Karl Ernst Osthaus-Museum
eine Strafanzeige gestellt wurde.
Herr Gerbersmann erinnert an die ausführliche Berichterstattung
in der letzten Ratssitzung am 08.05.2008 und teilt mit, dass aufgrund des
Fehlens einer kriminellen Handlung keine Strafanzeige gestellt wurde.
Die weitere Frage von Frau Sch.
bezüglicher Einstellungen und Beförderungen aus Vorjahren kann nicht
beantwortet werden.
Herr O. bezieht sich in seiner Fragestellung auf die pauschalierte Auszahlung von
Energiekosten für Hartz IV Empfänger und fragt nach, wann die Stadt Hagen
diesen Auszahlungsmodus ändern werde.
Frau Kingreen verweist auf das Urteil des Bundessozialgerichtes, wonach ein pauschaliertes
Auszahlungsverfahren rechtswidrig sei. Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen
werden in der nächsten Sitzung des Sozialausschusses eine entsprechende Anfrage
stellen, ob die Verwaltung auch weiter das bisherige Auszahlungsverfahren fortführen
werde.
Weiter möchte Herr O. wissen, ob es eine
zeitliche Frist zur Beantwortung der Anfragen in der Einwohnerfragestunde geben
würde.
Herr Hoffmann erklärt, dass die Geschäftordnung des Rates keine festgelegte Frist zur
Beantwortung der Anfragen aus der Einwohnerfragestunde vorsehen würde. Die Verwaltung
bemühe sich stets die Anfragen schnellstmöglich zu beantworten.
Herr Dr. Schmidt ergänzt, dass die Anfragen aus der
Einwohnerfragestunde in der Regel bis zu nächsten Ratssitzung beantwortet
werden. Je nach Ermittlungsaufwand kann die Beantwortung auch eine längere Zeit
in Anspruch nehmen.
Herr O. stellt seine weiteren Fragen in einem nicht mehr ordnungsgemäßen Rahmen,
so dass Herr Oberbürgermeister Demnitz Herrn O. zur Ordnung ruft.
Herr Thielmann teilt Herrn O. mit, dass seine gestellten Fragen nicht von
allgemeinem kommunalpolitischem Interesse seien und aus diesem Grund nicht
beantwortet werden können.
Frau Machatschek unterstützt die Ausführungen von Herrn
Thielmann.
Herr Oberbürgermeister Demnitz ruft Herrn O. wiederholt zur Ordnung.
Aufgrund weiterer Ruhestörungen erteilt Herr
Oberbürgermeister Demnitz Herrn O. ein Hausverbot.
Frau H. geht auf den demographischen Wandel und den bevorstehenden Sparmaßnahmen
der Stadt Hagen ein und fragt nach, wie die Verwaltung gedenke, dieser Entwicklung
entgegenzusteuern.
Herr Oberbürgermeister Demnitz erläutert, dass sich die finanzielle Situation
der Stadt dramatisch darstelle und vehemente Sparmaßnahmen erforderlich seien.
Die Stadt Hagen werde sonst im Jahre 2009/2010 überschuldet und zahlungsunfähig
sein. Dann wäre die weitere Handlungsfähigkeit in Frage gestellt.
Zusätzlich möchte Frau H. wissen, warum
mit dem Fahrplanwechsel im Juni 2008 die Leistungen im Öffentlichen
Personennahverkehr (ÖPNV) gekürzt werden. Im Hinblick auf die Feinstaubbelastung
sei es sinnvoller, in diesem Bereich keine Einsparungen vorzunehmen.
Herr Oberbürgermeister Demnitz verweist auf die erforderlichen Sparbemühungen
seitens der Verwaltung. In der Politik werden zurzeit zusätzliche Varianten
(Sammeltaxis) diskutiert, um die Einschränkungen im ÖPNV so gering wie möglich
zu halten.
Darüber hinaus bittet Frau H. um Auskunft,
wie sich die Baustellensituation am Bahnhof Hohenlimburg darstelle und ob
dieser behindertenfreundlich umgebaut werde.
Herr Grothe erklärt, dass nicht der
Bahnhof, sondern die Brücke über die Herrenstraße, die über die Bahnstrecke
führe, ausgebaut werde. Im Zusammenhang mit einem möglichen Umbau des
Parkhauses Hohenlimburg bestehe gegebenenfalls die Möglichkeit, den Zugang zu
Gleis 1 in Richtung Hagen behindertengerecht auszubauen. Das Gleiche soll, vor
dem Hintergrund der finanziellen Möglichkeiten, für das Gleis 2 umgesetzt werden.
Auf die Frage von Herrn J.-K., wann die
Sportvereine und der Stadtsportbund in die Diskussion zum Sparpaket mit
eingebunden werden, antwortet Herr Dr. Schmidt, dass die Verwaltung mit
dem Stadtsportbund zurzeit Gespräche führen würde. In rd. zwei Wochen würden
erste Ergebnisse vorliegen. Nach Aussage des Stadtsportbundes erfolgen in den
nächsten zwei Wochen die Gespräche mit den betroffenen Sportvereinen.
Herr J.-K. bezieht sich in einer weiteren Frage auf den Sportplatz
„Hegge“ in Holthausen und bittet um Auskunft, ob ein Verkauf vor
dem Hintergrund des angrenzenden Naturschutzgebietes und der Ausweisung im
Flächennutzungsplan sinnvoll erscheine.
Herr Grothe erläutert, dass eine Ausweisung der angesprochenen Fläche als Bauland
nicht möglich sei. Damit sei aber nicht sichergestellt, dass der Sportplatz in
der jetzigen Nutzung bestehen bleiben werde.
Herr Grothe und Herr Dr. Schmidt bestätigen auf Nachfrage von Herrn J.-K.,
dass über mögliche Alternativen Gespräche geführt werden könnten.
Frau B. bezieht sich auf einen Zeitungsbericht der örtlichen Presse und bittet
um Auskunft zu der angedachten Schließung der Grundschule Boloh.
Herr Dr. Schmidt erklärt, dass auch diese Pressemitteilung nicht
richtig sei. Eine bestehende Arbeitsgruppe beschäftige sich intensiv mit dem
Rückgang der Schülerzahlen in den Eingangsklassen. Schon heute sei absehbar,
dass der Rückgang der Schülerzahlen im Jahre 2013/2014 sehr hoch sein werde.
Daraus ergebe sich, dass der heute vorhandene Schulraum dann im erheblichen
Maße nicht mehr benötigt werde. Im Ergebnis werden, abhängig vom Einzugsgebiet,
Zustand, Reparaturbedarf und den Einschulungszahlen der einzelnen Schulen im
Zusammenhang mit den Fahrtwegen der Kinder, stadtbezirksweise voraussichtlich
bis zu sieben Grundschulen plus zwei Hauptschulen geschlossen werden. Nach der
abschließenden Beratung hinsichtlich einer Vorauswahl in der Arbeitsgruppe und
dem Schulausschuss, werde die Verwaltung in eine intensive Diskussion mit den
Eltern und den Schulleitungen einsteigen.
Herr H. von den Ballettfreunden Hagen bezieht sich auf ein möglicherweise
vorgesehenes Genossenschaftsmodell für das Theater Hagen und hinterfragt
kritisch den dann erforderlichen Zuschussbedarf seitens der Stadt Hagen sowie
die erforderliche Anzahl an Genossenschaftsmitglieder. Nach Auffassung von Herrn
H. werde sich das Theater Hagen auch im Rahmen eines Genossenschaftsmodells
deutlich verkleinern müssen.
Herr Gerbersmann verweist auf die von Herrn Oberbürgermeister
Demnitz vorgetragene finanzielle Zwangslage der Stadt und ergänzt, dass
zurzeit über 40 Millionen Euro Schuldendienst an die Banken gezahlt werden. Aus
diesem Grund sei es notwendig, sich in allen Bereichen der Verwaltung dem
Spardruck zu stellen. Der vom Mentor vorgeschlagene Einsparvorschlag werde vom
Verwaltungsvorstand unterstützt. Zwar stehe dadurch das Theater sowie das
Ballett in einer erneuten Spardiskussion, allerdings biete sich auch die Chance
über eine andere Organisationsform den Zuschussbedarf des Theaters zu
reduzieren. Herr Gerbersmann appelliert an alle Theater- und Konzertfreunde
sich dieser Diskussion fair zu stellen und Lösungen zu erarbeiten, um das Theater
zu erhalten.
Herr L. bezeichnet die im ersten Sparpaket vorgesehen Einsparsumme in Höhe von
34 Millionen Euro in Bezug auf ein Defizit von 120 bis 150 Millionen Euro als
zu niedrig und fragt Herrn Prof. Dr. Bajohr, ob es zur Realisierung
eines höheren Einsparvolumens sinnvoll sei, die verantwortlichen Personen zu
entlassen und dafür kaufmännisches Personal einzustellen.
Herr Prof. Dr. Bajohr bittet zu bedenken, dass die Höhe des
Einsparvolumens in Höhe von 34 Millionen Euro zunächst ein erster Aufschlag
sei. Aufgrund bestehender Verfassungsgrundsätze bestehe keine Möglichkeit die
von Herrn L. geforderten Personalveränderungen durchzuführen.
