27.05.2008 - 9 Integrationskonzept für die Stadt HagenZweite L...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 9
- Sitzung:
-
Sitzung des Sozialausschusses
- Datum:
- Di., 27.05.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
- Bearbeitung:
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Frau
Herr Dücker weist erneut
darauf hin, dass die Vorlage nicht aufzeige, welche Kosten die geplanten
Maßnahmen verursachten. Könnten zumindest die Personalkosten beziffert werden?
Außerdem sehe er die Problematik, die angesprochenen Integrationsvereine zu
motivieren, miteinander zu arbeiten. Seien dort Vorstellungen vorhanden, Impulse zu geben?
Herr Kühn erklärt, dass im
Text der Vorlage Kosten ausgewiesen seien. Dort werde deutlich, dass
Integration Geld koste. Der Beschlussvorschlag
laute allerdings, dass die Verwaltung aufgefordert werden solle, die
Maßnahmen kostenneutral durchzuführen.
Zur zweiten Frage führt er aus, dass die Motivation der Integrationsvereine eine schwierige Sache sei. Diese seien wenig
bereit, sich an einem Gesamtintegrationskonzept zu beteiligen. Das könne man
als Stadt aber auch nicht einfordern. Aufgabe sei es, die Stadt Hagen für
Migranten tauglich zu gestalten. Niemand dürfe aufgrund seines Migrantenstatus
benachteiligt werden.
Frau Neuhaus kann sich
nicht vorstellen, dass einem Migranten die Aufnahme in einem deutschen
Sportverein verwehrt werde. Integration sei genau die Tatsache, dass diese
Menschen in die vorhandenen Strukturen integriert würden.
Herr Kühn fühlt sich
missverstanden. Es gehe nicht darum, dass jemand diskriminiert würde. Es gehe
darum, allgemeine Bedingungen so zu gestalten, dass keine strukturelle
Benachteiligung stattfinde. Es müsse ein Ausgleich geschaffen werden.
Herr Kilic ist der Meinung, dass der Sportbereich in
diesem Konzept nicht ausführlich genug behandelt würde. Der Sportausschuss
solle sich seiner Meinung nach auch mit dieser Vorlage befassen. Weiterhin sei
ihm aufgefallen, dass die Aussiedler in diesem Konzept auch zu kurz kämen.
Im Namen des Integrationsrates bemängelt er, dass im letzten Satz unter
Punkt 3 die Formulierung nicht konkret genug sei. Er schlage vor, dass in dem
Beschlussvorschlag folgende Formulierung aufgenommen würde:
„ Der Sozialausschuss empfiehlt dem Rat, die Finanzierung der
aufgeführten Maßnahmen sicherzustellen.“
Er fordert die Verwaltung auf, die Höhe der entstehenden Kosten zu
beschreiben.
Es fehle eine Koordinierungsstelle. Die Koordinierung der Maßnahmen sei
eine wichtige Aufgabe, damit keine Maßnahmen auf der Strecke blieben.
Weiterhin sei er der Meinung, dass eine internationale Begegnungsstätte
für Migranten geschaffen werden müsse.
Herr Steuber macht
deutlich, dass es sich hier um eine „weichgespülte Vorlage“ handele.
Ansonsten läge diese dem Ausschuss heute nicht zur Beratung vor.
Sollten die Finanzierungsquellen, die man jetzt habe, weg brechen, werde
die Verwaltung sich um andere Finanzierungsquellen bemühen. Man habe in dieser
Vorlage eine Reihe von Maßnahmen und deren Finanzierung beschrieben, die
derzeit liefen. Es würden auch neue Finanzierungsquellen kommen. Man sei zum
Beispiel im vorschulischen Bereich nicht mehr nur auf eine Finanzierung durch
die Sparkassenspende angewiesen, da der Gesetzgeber hier Geld zur Verfügung
stelle.
In Hagen käme bereits ein sehr hoher Aufwand für solche
Integrationsmaßnahmen dem betroffenen Personenkreis zugute. Natürlich wäre es
wünschenswert, noch mehr in diesem Bereich zu tun. Die Integrationskonferenz
sei durchgeführt worden, damit daraus neue Vorschläge gemacht würden. Diese
sollten dann mit Priorität versehen und versucht werden, diese zu
realisieren. Bezüglich der Subsumierung
von Kosten im Personalbereich werde vielleicht in Zukunft das NKF
Auswertungsmöglichkeiten bieten.
Herr Kühn weist darauf
hin, dass der Integrationsrat den von Herrn Kilic gemachten Vorschlag noch
nicht beschlossen habe. Er habe seine Sitzung wegen Beschlussunfähigkeit
verschoben.
Herr Mervelskemper sieht
den finanziellen Gesichtspunkt bei dieser Vorlage gar nicht im Vordergrund. In
dieser Vorlage würden viele Selbstverständlichkeiten beschrieben. Viele Dinge
müsse man perspektivisch sehen. Er sei der Meinung, dass der Sozialausschuss
den Beschlussvorschlag so übernehmen solle, um nach außen ein Signal zu setzen,
dass man sich in Hagen auch für die Migranten einsetze.
Herr Dücker macht
deutlich, dass die Stadt Hagen sich in einem Zustand befände, in der sie total
desolat sei. Man könne das jetzt so beschließen, aber gleichzeitig schon wissen,
dass man personell und finanziell nicht in der Lage sei, das einzuhalten. Es
mache keinen Sinn, Hoffnungen zu schüren. Er werde sich aus diesem Grund bei
der Abstimmung enthalten.
Herr Wegener berichtet,
dass sich der Seniorenbeirat im April auch sehr kontrovers mit dieser Frage
beschäftigt habe, weil man auch die Not der Älteren in diesem Bereich gesehen
habe. Hier finde keine soziale Anbindung in dieser Gesellschaft statt. Hier
müsse noch mehr getan werden. Die
Beratung im Seniorenbeirat sei noch nicht abgeschlossen und man wolle die
Ergebnisse, wenn sie vorlägen, gern im Sozialausschuss präsentieren.
Frau Buchholz warnt davor,
an falscher Stelle zu sparen. Wenn man das Integrationskonzept nicht ernst
nehme, werde sich das bitter rächen. Über einzelne Positionen könne ja man
diskutieren, aber grundsätzlich müssten die Mindestanforderungen erfüllt sein.
Herr Steuber möchte von
Herrn Dücker wissen, ob sich seine Bedenken gegen alle Beschlussvorschläge
richteten oder nur gegen einzelne, bei denen es um weiterführende Aktivitäten
ginge. Die Verwaltung habe sich
vorgestellt, mit dem vorhandenen Personal diese Aufgaben nach Priorität zu
bewerkstelligen. Er erlaubt sich den Hinweis, dass der Rat im Zuge der
Diskussion um die Demographieveränderung diese Fragestellung der Integration
von Menschen in Hagen mit Priorität versehen habe. Hier läge ein klassischer
Zielkonflikt vor, der vielleicht irgendwann irgendwie aufgelöst werden
müsse.
Frau Kurte erinnert daran,
dass diese Vorlage aus der
Interkulturvorlage entstanden sei. Seit zwei Jahren habe es 14 Durchläufe
gegeben. Es störe sie, dass sie immer diese ausschweifenden Vorlagen bekäme und
keine Fakten. Herr Steuber habe gesagt, dass diese Vorlage zu diesem Zeitpunkt
nicht vorgelegt hätte werden können, wenn die finanziellen Auswirkungen ermittelt worden seien. Es sei schon ein
solcher Aufwand betrieben worden. Ihr fehlten die daraus resultierenden
Erfolge.
Frau Machaschek bestätigt,
dass man es hier mit einer Vorlage zu tun habe, die einen langen Vorlauf habe.
Sie wundere sich, dass man jetzt in zweiter Lesung die Vorlage nicht
beschließen wolle. Es gebe keine Neuigkeiten in dieser beschreibenden Vorlage.
Es sei deutlich gemacht worden, dass auf keinen Fall Kosten entstehen dürften.
Man wolle Integration nach vorne bringen. Das passiere aber nicht von
alleine, sondern da müssten Menschen dahinter stehen. Das sei die Grundlage der
Vorlage. Wenn man als Sozialausschuss solche Vorlagen schon im Vorfeld
zurückweise, dann stelle sich die Frage, was man denn eigentlich noch tun
könne. Dem Antrag von Herrn Kilic würde sie zum jetzigen Zeitpunkt im Hinblick
auf eine gesicherte Finanzierung niemals zustimmen. Aber sie wolle ein Votum
dafür abgeben, dass die Verwaltung beauftragt werde, andere
Finanzierungsmöglichkeiten zu finden und vorhandene Stellen zu nutzen.
Frau Kurte beantragt für
ihre Fraktion, den Punkt 6 der Beschlussvorlage bezüglich der Erhebung und
Auswertung von Daten und Indikatoren rauszunehmen. Dies sei eine umfangreiche
Arbeit und Daten und Indikatoren lägen doch wohl schon vor.
Herr Kühn erwidert, dass
dies einer der zentralen Punkte der Integrationskonferenz gewesen sei. Es sei
gefragt worden, über wen man eigentlich rede. Wer zähle zum Kreis der
Migranten? Migranten definierten sich genau wie Einheimische in ihren Rollen,
die sie hätten. Dies sei sehr schwierig
zu erfassen. Man müsse das Ziel erreichen, dass diese Stadt jedem, der in ihr wohne, gleiche Chancen
biete. Die Landesregierung frage regelmäßig nach, was in diesem Bereich getan
werde.
Herr Steuber verweist auf
die Kurzfassung der Vorlage, der zu entnehmen sei, dass der Rat die Verwaltung
am 22.02.07 beauftragt habe, dieses Konzept zu erarbeiten.
Herr Kilic erklärt, dass
es an der Zeit sei, dieses Konzept umzusetzen.
Herr Rubis erklärt, dass
in diesem Zusammenhang zwei Dinge für ihn wichtig seien. Das sei einmal der
Punkt 7, der besage, dass ein weiterer Sachstandsbericht bis 2009 erwartet
werde. Der andere Punkt stehe aus Seite 33, dass keine personellen und finanziellen
Auswirkungen entstünden.
Frau
Beschluss:
- Der vorliegende
Sachstandsbericht wird zur Kenntnis genommen.
- Die Verwaltung wird beauftragt, das Integrationskonzept so wie in der Vorlage beschrieben weiterzuentwickeln
- Die bereits laufenden Maßnahmen
· Koordinierung der Integrationskurse sowie bedarfsgerechte Sprachförderangebote der VHS
· Sprachförderangebote des Fachbereiches Jugend & Soziales und der RAA im Elementar- und Primarbereich
sollen in den Jahren 2009 / 2010 fortgeführt werden.
Falls künftig eine Finanzierung über die Sparkassenspende nicht mehr möglich sein sollte, wird die Verwaltung beauftragt, andere Finanzierungsmöglichkeiten kostenneutral darzustellen.
- Es wird eine Stadtteilintegrationskonferenz zunächst für den Stadtteil Wehringhausen durchgeführt.
- Die in Hagen vorhandenen Integrationsangebote werden im städtischen Internetangebot gebündelt dargestellt.
- Die Verwaltung wird beauftragt, ressortübergreifend und unter Beteiligung der freien Träger die weiteren Maßnahmen umzusetzen. Zur Evaluation der Integrationsarbeit sind Daten und Indikatoren zu erheben und auszuwerten.
- Ein weiterer Sachstandsbericht wird bis Mai 2009 erwartet.
