22.09.2008 - 9 Rechtsformänderung Theater/Orchester- mündliche...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 9
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Mo., 22.09.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Vorab wurde der vom Theater erarbeitete
Zeitplan als Tischvorlage ausgelegt.
Herr Gerbersmann erinnert an den
letzten KWA, in dem bis zum Jahresende eine Grundlage gewünscht wurde, nach der
der KWA und anschließend der Rat festlegen sollen, in welche Organisationsform das
Theater überführt werden soll.
Dies wolle man durch eine Synopse erreichen, die
die Vor- und Nachteile der einzelnen Organisationsformen darlegt, dabei wolle
man auf das in der Verwaltung vorhandene Know-how zurückgreifen aber auch auf
die Erfahrungen anderer Theater. Zielsetzung sei, dies bis zum 10. Dezember
fertig zu haben, danach werde sich zeigen, ob noch weitere Detailberatungen,
ggf. auch unter Hinzuziehung externer Berater erfolgen müssen.
Dies hänge aber auch von der gewählten
Organisationsform ab, da die Problemlagen entsprechend unterschiedlich seien.
Herr Gerbersmann bittet Herrn Schöne,
zur weiteren Vorgehensweise noch etwas zu sagen.
Herr Schöne erläutert die geplanten Schritte anhand des
vorliegenden Zeitplans.
Da zz. das Theater Münster in einen
Eigenbetrieb umgewandelt wird und man auch mit anderen Theatern in sehr gutem
Kontakt steht, befinde man sich in der Lage, entsprechende Informationen zu bekommen.
Zu dieser Materialsammlung solle aber gleichzeitig auch das Know-how im eigenen
Haus genutzt werden. Eine zu installierende Arbeitsgruppe solle möglichst von
Oktober bis Dezember im wöchentlichen Rhythmus tagen. Die Vorlage der Synopse
könne dann planmäßig zur Ratssitzung am 10. Dezember vorliegen.
Sollte sich bei den internen Zusammenführungen
der einzelnen Ergebnisse herausstellen, dass noch externer Sachverstand
benötigt werde, müsse hier entscheiden werden, wie damit umzugehen sei. Danach
müsse in einer zusammenfassenden Vorlage im KWA die Grundsatzentscheidung
getroffen werden, spätestens Mitte
nächsten Jahres könne dann die neue tragfähige Rechtsform im Rat beschlossen
werden.
Herr Jobst fragt, ob es möglich ist, diese Ergebnisse
schon bis zur nächsten KWA-Sitzung am 4. November zu bekommen. Intention sei
dabei, in den Fraktionen noch genügend Beratungszeit zu haben, bevor man zu
einem Entschluss kommen müsse.
Da die Kontaktaufnahme zu den Theatern nicht
innerhalb von ein paar Tagen erfolgen kann und die Herbstferien dazwischen
liegen, hält Herr Schöne einen Zeitraum von ca. fünf Wochen aus seiner
Warte für zu kurz.
Frau Kramps gibt zu bedenken, dass dieses Thema in der
letzten Zeit immer wieder aufgefrischt worden sei, eigentlich sei man davon
ausgegangen, dass bestimmte Vorarbeiten bereits erledigt wurden. Wenn man die
Ratssitzung am 25. Juni erreichen wolle, seien vorher noch einige Ausschüsse zu
beteiligen.
Hinsichtlich dieses Zeitplans möchte Herr
Gerbersmann um Verständnis werben, denn unter Berücksichtigung der
Ferienzeiten und der Fristen für den Versand sei es fast unmöglich, die
erforderlichen Gespräche bis zur nächsten KWA-Sitzung abgeschlossen zu haben.
Die echte Gründungsvorbereitung liege im
Prinzip zwischen dem 10.03. und dem 25.06.2008. Zu dem am 25.06.2008 in der
Ratsvorlage zu beschließenden Gründungstermin könne dann auch die tatsächliche
Gründung erfolgen. Es werden auch keine großartigen Ausschusszwischenberatungen
mehr dazwischen liegen. Aus seiner Sicht sei noch der HFA zu beteiligen,
allenfalls der Personalausschuss wegen der Personalüberleitungen. Viel
wichtiger sei es, nach der Grundsatzentscheidung intensive Gespräche mit der
Personalvertretung zu führen, denn man werde in erheblichem Umfang Personalüberleitungsprobleme
bekommen, die nur mit einem entsprechend abgestimmten Vertragswerk zu regeln sein werden.
Im Prinzip könnte Frau Suda auch mit
diesem Zeitplan einverstanden sein, sie habe aber wirklich gedacht, es könne
ein wenig schneller gehen.
Ihre Frage sei nun an Herrn Prof. Dr. Bajohr
gerichtet, sie möchte wissen, wie es aus seiner Sicht aussehe, man müsse
wissen, ob man die Dinge in Ruhe so ausarbeiten könne oder ob noch etwas
anderes dazwischen komme.
Herr Prof. Dr. Bajohr antwortet, in dem Sinne, in dem Frau Suda
ihre Frage wohl gemeint habe, komme nichts dazwischen. Gemeint sei wohl
gewesen, ob er einen weiteren Sparvorschlag zum Theater unterbreite.
Er könne allerdings nicht ausschließen, dass er
aufgrund des GPA-Berichtes, den er mitgebracht hat, einen Vorschlag zur Kultur
unterbreiten wird. Wenn man sich den Abstand zwischen den Kulturausgaben je Einwohner
in Hagen und denen der benchmark ansehe, werde man einen ganz erheblichen
Unterschied wahrnehmen, von dem er sage, dass man ihn in irgendeiner Weise bearbeiten
müsse.
Er möchte gerne auf Herrn Schöne
zurückkommen und zwar mit einer Frage und einer Feststellung. Seine Frage
bezieht sich auf die Organisationsformen, die man untersuchen wolle, er
vermisse dabei die Rechtsform der Genossenschaft, von der einige meinen, dass
sie schon vom Tisch sei.
Feststellen möchte er, dass es nicht genug sei,
sich für eine Rechtsform zu entscheiden. Es sei gleichzeitig erforderlich, sich
für ein Sparpotenzial zu entscheiden, man müsse sagen, wie viel man mit der
Rechtsform einzusparen gedenke, dann werde zu besprechen sein, ob das den
Anforderungen genüge. Selbst bei der Verwirklichung des jetzigen Sparpakets
werde man noch rund 90 Millionen € Defizit zu decken haben.
Frau Kramps
bestätigt, mit der Änderung der Rechtsform allein werde man keine Ersparnisse
in Millionenhöhe erreichen. Bezüglich der Rechtsform der Genossenschaft meint
sie, dass sie in den Untersuchungen enthalten sei. Sie bittet Herrn Schöne,
dazu etwas zu sagen.
Herr Schöne bestätigt, dass in der Synopse sämtliche Rechtsformen
beleuchtet werden sollen.
Herr Gerbersmann möchte im Einvernehmen mit der Frau
Vorsitzenden unter dem Tagesordnungspunkt 2 im nichtöffentlichen Teil der
Sitzung Verfahrensvorschläge zu den Einsparungsalternativen behandeln.
Er möchte an dieser Stelle aber noch ein Wort
zu dem Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt verlieren. Er habe dem Bericht auch
entnommen, dass Hagen im Bereich der Städte mit bis zu 200.000 Einwohnern den
höchsten Zuschuss im Kulturbereich habe.
Dies liege einmal daran, dass es keine andere
Stadt unter 200.000 Einwohnern gibt, die historisch gewachsen über ein eigenes
selbstbespieltes Ensembletheater verfügt.
Er möchte aber auch darauf aufmerksam machen,
dass die Kultur mit einem Einsparvolumen von bisher 3 Millionen € ganz
vorne liege und es in keinem anderen Bereich
Leistungskürzungen in dem Umfang gebe wie im Kulturbereich.
Wenn Herr Prof. Dr. Bajohr eine Zielzahl
in den Raum stelle, die sich deutlich der Stadt mit dem niedrigsten
Zuschussbedarf annähert, könne er nur
sagen, dass Sparmaßnahmen in der Größenordnung nicht ohne betriebsbedingte
Kündigungen erreicht werden können. Er wolle hier deutlich sagen, dass man dann
auch Ross und Reiter benenne müsse, die Kosten für die Belegschaft könne man
nicht wegdiskutieren.
Er meint, man solle das, was der Rat beschlossen
habe, ruhig angehen und auch den Bericht der GPA in Ruhe gemeinsam analysieren.
Er möchte noch mal betonen, dass man mit
den vom Rat bisher beschlossenen Maßnahmen auf dem richtigen Weg sei, zeige auch,
dass man im Vergleich mit den anderen Kommunen einen deutlichen Sprung nach
vorne gemacht habe. Es sei ihm völlig klar, dass der Kulturbereich mit überwiegend
freiwilligen Leistungen auch weiterhin im Focus stehe, er sei allerdings durchaus
auch der Auffassung, dass jetzt auch einmal andere Bereiche, die im ersten Sparpaket
nicht so betroffen waren, in den Focus rücken sollten.
Die Kosten wegzudiskutieren nütze nichts, man
müsse dann auch offen und ehrlich sagen, wie man die Kosten loswerden wolle.
Frau Kramps verweist
auch auf TOP 2 im nichtöffentlichen Teil, unter dem man über die weitere
Verfahrensweise diskutieren wolle.
Sie habe noch eine Frage zur Arbeitsgruppe, sie
möchte wissen, ob es sich bei den Mitgliedern um die Fachleute der Verwaltung
handele, die bereits an der Umsetzung solcher Rechtsformen mitgewirkt haben.
Das wird von Herrn Schöne bestätigt.
Zusätzlich sollen auch Mitarbeiter des Rechtsamtes, der GWH und des Amtes für
Beteiligungen, SEH usw. hinzugezogen werden, da auch die sich bereits mit
solchen Fragen befasst haben. Er sei im Moment dabei, eine solche Gruppe
zusammenzuführen.
Herr Behm ist der Meinung, dass es sehr viele
differenzierte Kulturangebote in Hagen gibt, die in bürgerlichen Kreisen
unterschiedlich gesehen werden. Man müsse sich fragen, ob man nicht immer nur
über die Ausgaben sprechen müsse, sondern auch über die Einnahmen. Es gehe hier
um die Subvention kultureller Bedürfnissen und deren Finanzierung durch die
Öffentlichkeit, bezogen auf eine kleine, verhältnismäßig elitäre Gruppe einer Stadt.
Er sei der Meinung, dass das Theater auch von
Bürgern der umliegenden Gemeinden besucht wird, die eine viel bessere
Haushaltssituation haben als Hagen. Er vertritt die Meinung, wenn man das
Theater erhalten wolle, müsse man überlegen, wie man beispielsweise andere
Gemeinden, die die Einrichtungen der Stadt Hagen nutzen, auch stärker an der
Finanzierung beteiligt. Ähnliches gelte auch für das Museum.
Frau Kramps stellt klar, man erhalte 500.000 €
Landeszuschuss und nicht mehr. Die Kooperationsbemühungen zu den Nachbarstädten
seien ja in vollem Gange, beispielsweise
werde ja gerade über die RVR- Mitgliedschaft diskutiert, man müsse sich nur
noch im Rat entscheiden.
Sie fragt, ob der vorliegende Zeitplan des Theaters
auf Einverständnis trifft und möchte ihn beschließen lassen. Damit ist man
einstimmig einverstanden.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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1,1 MB
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