17.04.2008 - 2 NKF - Haushaltsplan-Entwurf 2008 mit Haushaltss...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 2
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Do., 17.04.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Herr Gerbersmann stellt
heraus, dass es sich in diesem Jahr um einen völlig veränderten Haushaltsplan
handele, der schwer mit dem alten Plan der Kameralistik zu vergleichen sei.
Die Systematik und die Muster des neuen Haushaltsplanes seien jedoch nach
der GemHVO vom Land so vorgegeben worden. Für Außenstehende sei es äußerst
schwierig "Alte Zahlen" in dieser neuen Form wiederzufinden.
Er bittet Frau Schmitz -20-, mit den Erläuterungen des
NKF-Haushaltsplan-Entwurfs zu beginnen.
Frau Schmitz betont vorab,
dass sich das Projekt NKF und SAP in den letzten 2 Jahren auch damit beschäftigt
habe, ein neues Rechnungswesen einzuführen. Ein Ausfluss aus diesem
Rechnungswesen sie nun dieser neuer HH-Plan in der vorgeschriebenen Form.
Für die Stadtverwaltung Hagen sei eine komplett neue Kostenrechnung
eingeführt worden mit über 700 Objektkostenstellen. Weiterhin seien für alle
Bereiche über 900 Produkte und Teilprodukte definiert worden, die diesen
Haushalt jetzt ausmachen.
Im Bereich der Kasse seien aufgrund der doppischen Haushaltsführung über
500 Geschäftsprozesse hinterlegt worden, so dass seit Anfang des Jahres die
Bewirtschaftung der Mittel ohne große Probleme möglich sei.
Frau Schmitz erläutert,
dass sie aufgrund der vielen Fragen in den anderen Ausschüssen Erläuterungen
gefertigt habe, die allen Anwesenden ausgeteilt werden.
Falls es gewünscht sei, könne man solche oder ähnliche Informationen auch
in Zukunft in den Haushaltsplan integrieren.
Frau Schmitz weist auf
folgende wesentliche Änderungen im
Vergleich zur Kameralistik hin:
► Bsp. Teilplan 2520, KEOM, Teilergebnisplan Seite 6, Zeile 11:
Bei den Personalaufwendungen
im NKF handele es sich nicht nur um die reinen Zahlflüsse. Neu sei, dass
auch Rückstellungen für
Versorgungsbezüge der Beamten gebildet werden.
Die Kassenliquidität der Personalaufwendungen sehe man im Teilfinanzplan
auf Seite 8, Zeile 10. Der Betrag weicht nur gering von Seite 6 ab, was darauf
hinweist, dass im KEOM nur wenige Beamte beschäftigt sind und somit nur wenige
Rückstellungen gebildet werden müssen.
► Eine weitere wesentliche Neuerung seien die "bilanziellen Abschreibungen",
die in allen Bereichen der Verwaltung zu einem erheblichen Kostenblock mit
insg. € 40 Mio. führen.
Eine Neubelastung des Haushalts mit ca. € 20 Mio. sei die Folge.
► Bsp. Teilplan 2581, Kulturamt, S. 60, Zeile 11:
Im früheren Unterabschnitt 3000 des Kulturamtes waren Mittel für die örtliche Kulturpflege in einer
Haushaltsstelle veranschlagt. Aus dieser Haushaltsstelle wurden Honorare für
Künstler und Sachkosten , z.B. Kosten für Technik und Öffentlichkeitsarbeit, gezahlt.
Nach dem neuen NKF-Haushalt verteile sich diese Maßnahme auf verschiedene
Sachkonten:
Honorare
Öffentlichkeitsarbeit
Aufwendungen für sonstige Dienstleistungen wie Technik
Ein Vergleich der Zuschussbeträge zur Kameralistik sei aufgrund dieser
neuen Darstellung sehr schwierig.
Frau Schmitz hat daher
versucht, die Kostenblöcke in den Erläuterungen detaillierter darzustellen.
Herr Gerbersmann schlägt
vor, nun die einzelnen Teilpläne durchzugehen und sich die Erläuterungen von
Frau Schmitz anzuhören.
Frau Schmitz erläutert nun
sehr ausführlich die einzelnen Teilpläne.
Die Erläuterungen sind als Anlage
zum Protokoll beigefügt!!
Frau Suda fragt nach,
warum die Ergebniszahlen aus 2006, z.B. bei den Personalaufwendungen, nicht
eingefügt wurden. Eine Vergleichbarkeit der Personalkosten sei so nicht
möglich.
Frau Schmitz antwortet,
dass auch über die Möglichkeit der Altdatenübernahme diskutiert wurde.
Man habe jedoch schnell erkannt, dass aufgrund der Unterschiedlichkeit
der beiden Rechnungswesen ein Vergleich mit korrekten Zahlen nicht möglich
gewesen sei.
Frau Priester-Büdenbender
verweist auf einen Fehler bei den Personalaufwendungen des KEOMs auf Seite 6,
Zeile 11. Nach den Erläuterungen soll der Aufwand mit Eröffnung des Emil
Schumacher-Museums in 2009 wieder auf den alten Stand von € 80.000,-
erhöht werden.
Frau Schmitz teilt mit,
dass diese Änderung bereits in der 1. Veränderungsliste berücksichtigt worden
sei.
Sie erläutert weiter, dass die Leistungen der Gebäudewirtschaft Hagen
(GWH) für Bauunterhaltung, Energie, Reinigung, Objektbetreuung etc., die früher
in einem zentralen Unterabschnitt des Haushaltsplans bereitgestellt wurden, nun
in über 400 Objektkostenstellen einzeln veranschlagt wurden.
Eine detaillierte Steuerung von Objektkosten sei so in Zukunft möglich.
Frau Schmitz wiederholt,
dass der Teilfinanzplan nur die Zahlflüsse ausweist. Rückstellungen bei den
Personalaufwendungen und Abschreibungen seien dort nicht mehr enthalten.
Im 2. Teil des Finanzplans sehe man noch die Investitionen, also die
ehemaligen Zahlen des Vermögenshaushaltes.
Auf einer weiteren Seite (z.B. S. 10) werden die Investitionen über
€ 50.000,- nochmals maßnahmenbezogen dargestellt.
Grundsätzlich stellt Frau Schmitz
heraus, dass für die Haushaltsplanungen 2008 die Anmeldungen der
Fachämter in der Höhe berücksichtigt wurden, wie sie bei der Kämmerei
eingegangen seien. Es habe keine erwähnenswerten Kürzungen durch die Kämmerei
gegeben.
Herr Gerbersmann
verdeutlicht, dass Sparmaßnahmen in
einem Gesamtpaket in Zusammenarbeit mit dem Mentor entwickelt werden sollen und keine vorgezogenen Kürzungen
in den Haushalt 2008 fließen sollten.
Umzusetzende Sparmaßnahmen des Sparpakets für 2008 würden dann über die
Veränderungsliste in den Haushaltsplan einfließen.
Frau Schmitz erläutert
anhand des Teilplans 2520, KEOM, dass durch das NKF der Grundsatz
"Vermögensgegenstände ab € 410,- im Vermögenshaushalt zu veranschlagen",
rapide geändert worden sei.
Im NKF- Haushalt seien Gegenstände im geringwertigen
Wirtschaftsgüterbereich ab € 60,-
zu veranschlagen. Daher seien nun auch kleinere Beträge im investiven Teil des Finanzplanes zu
finden, was früher im Vermögenshaushalt nicht so war.
Frau Schmitz erklärt die
Kennzahlen des Teilplans 2561, Theater und Orchester, und stellt für die
Zukunft zur Diskussion, ob diese Zahlen auch die "interessanten"
seien.
Anhand des Teilplans 2563, Max-Reger-Musikschule, stellt Frau Schmitz
heraus, dass durch die Umstellung der Gesamtverwaltung auf NKF bei den Ämtern
der 1. Welle (u.a. Musikschule) zum Teil enorme Verschiebungen der Ansätze zu
erkennen seien. Als Beispiel verweist sie auf S. 36, Zeile 13,
"Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen", Ansatz 2007 €
12.460 auf € 123.274 in 2008. In
2008 seien hier die Leistungen der GWH mit € 110221 enthalten, was
in 2007 noch nicht der Fall war.
Es handele sich in diesen Fällen also nicht um Mehrausgaben.
Frau Schmitz erläutert
anhand der Musikschule die "Aufwendungen aus internen Leistungsbeziehungen",
Seite 37, Zeile 28.
In dieser Zeile werden Overheadkosten oder Leistungskosten anderer
Ämter/Teilpläne dargestellt, die in die Gebührenhaushalte und in Haushalte, die
Leistungen in Anspruch nehmen, verrechnet würden.
Sie verweist auf die 3. Seite der Erläuterungen über "interne
Verrechnungen", die als Anlage dem Protokoll beigefügt sind.
Verrechnet werden u.a. Leistungen der zentralen Steuerung, des zentralen
Services, Leistungen der Beigeordneten und der dezentralen Steuerungsdienste.
Frau Suda fragt nach, ob
es eine Aufschlüsselung der HABIT-Kosten gebe.
Frau Schmitz erläutert, dass die Kosten im Wirtschaftsplan des HABITS
veranschlagt seien und von den Ämtern abgenommen würden.
Herr Gerbersmann fügt
hinzu, dass sich die Kosten des HABIT aus Blöcken wie IT- Netzbereitstellung,
Telefon-Netz-Bereitstellung, Telefongebühren und Endgeltgerätebetreuung
zusammensetzen.
Die Kosten für die jeweiligen Ämter seien in den SAP-Listen abzulesen.
Frau Suda betont nochmals,
dass sie erläutert haben möchte, wie diese Zahlen im Detail zustande kommen.
Frau Schmitz erläutert,
dass auch beim HABIT die Umstellung des Rechnungssystems auf SAP geplant sei
und so zukünftig die Zahlen detaillierter dargestellt werden könnten.
Die jetzigen Zahlen bauen noch auf die alten HABIT-Strukturen auf.
Frau Schmitz weist bei den Teilplänen 2571 und 2572 (VHS und Bücherei)
daraufhin, dass hier von Vorteil sei, dass diese Institutionen schon seit
Jahren im Rahmen eines Kontraktes mit Zielen und Kennzahlen operiert haben.
Zahlen, Ziele und Kennzahlen könnten hier in der 1. Rechnungsstufe verknüpft
werden.
In Zeile 13 des Teilergebnisplans 2571 seien in 2008 auch die Leistungen
der GWH hinzugekommen. Aufgrund neuer Projektstrukturen in 2008 gab es einige
Verschiebungen von Zeile 13 (Ansatz 2007) auf Zeile 16 (Ansatz 2008) bei den
sonstigen ordentlichen Aufwendungen, wodurch der erhöhte Ansatz 2008 zustande
komme.
Beim Teilplan der Bücherei verweist Frau Schmitz auf eine
Besonderheit.
Der Gesamtbestand der Bücherei sei im Festwertverfahren bewertet worden.
Auszahlungen für Festwerte seien nach langer Recherche Investitionsauszahlungen.
Herr Dr. Fischer fragt
nach, wie man die Ansätze für die Stadtteilbibliotheken aus dem Teilplan
2572 herausfiltern könne. Angesichts des
Einsparvorschlags des Mentors sei es wichtig zu wissen, um welche Summe es sich
hierbei handele.
Frau Schmitz verweist auf
die Produktstrukturen der Bücherei auf Seite 49. Die Produktkosten wurden
unabhängig vom Standort veranschlagt.
Gleichzeitig werden auf den Objekten objektbezogene Kosten wie Energie,
Reinigung, Bauunterhaltung, Abschreibungen, Mitarbeiterkosten, gesammelt. Nach
Abschluss der Kostenrechnung könne man jedoch die Informationen pro Bücherei
herausziehen.
Herr Dr. Fischer bittet
die Zahlen aufgrund der politischen Diskussion über die Einsparvorschläge vorab
zur Verfügung zu stellen.
Herr Becker stellt heraus,
dass es schwierig sei, die inneren Verrechnungen einzubeziehen, was jedoch noch
innerhalb der Verwaltung geklärt werden müsse. Danach sei es kein Problem, die
Zahlen pro Stadtteilbücherei zur Verfügung zu stellen.
Herr Gerbersmann bestätigt,
dass auch er die Darstellung der Zahlen als Entscheidungsgrundlage für die
Politik sehe.
Frau Schmitz stellt anhand des Teilplans 2581, Kulturamt, nochmals
heraus, dass man hier nun z.B. die Künstlerhonorare
im Gegensatz zur Kameralistik, nicht mehr unter den Sachkosten finde, sondern
diese nun bei den Personalaufwendungen zu veranschlagen seien.
Herr Hartmann fragt nach,
warum die 10 %ige Kürzung ab 2009 beim
Budget der Kulturzentren nicht veranschlagt wurde. (Seite 60, Zeile 15,
Transferaufwendungen)
Frau Schmitz antwortet,
dass die Ansätze über die Veränderungsliste noch angepasst werden.
Frau Kramps bedankt sich im Namen aller Anwesenden für
die ausführlichen Erläuterungen der Teilpläne.
Frau Schmitz fragt
abschließend die KWA-Mitglieder, ob diese
Erläuterungen als Hilfestellung in Zukunft Bestandteil des Haushaltsplans
werden sollten.
Alle Anwesenden nehmen das Angebot einstimmig an.
