17.04.2008 - 4 Festsetzung der Theater- und Konzertpreise ab S...

Beschluss:
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Wortprotokoll

Als Einstieg in die Thematik erläutert Herr Schöne nochmals den Ratsbeschluss vom 14.06.2007 mit den Konsolidierungsmaßnahmen aus dem Actori-Gutachten.

 

Demnach sollten u. a. die Einnahmestrukturen des Theaters verändert werden, z.B. durch Einführung eines Wahl-Abos und eines Jungen Abos, Preiserhöhung der Tageskarten, Neustrukturierung der Preisgruppen und Erhöhung einzelner Abo-Preise.

 

Das Szenario 2 b des Gutachtens beinhalte zusätzlich eine Erhöhung der Eintrittspreise um € 80.000,-.

 

Herr Schöne erläutert, dass ein Eingriff in die Abo-Preise 2007/2008 nicht mehr möglich gewesen sei, da der Vorverkauf bereits im Mai 2007, also vor dem Ratsbeschluss, begonnen habe.

Mit Beginn der Spielzeit 2007/2008 seien aber die Preisgruppen verändert bzw. verkleinert worden.  Die Preise für Einzelkarten im Bereich Ballett seien dort bereits um 8 % angehoben worden. Einzelkarten im Bereich der Oper sind durch Verschiebung in höhere Preisgruppen um ca. 11 % gestiegen.

 

Herr Schöne teilt mit, dass das Theater in den letzten Jahren stetig sinkende Abo-Zahlen habe, so dass es erforderlich war, den Abo-Stand durch gezielte Maßnahmen zu halten.

Bei einer Preiserhöhung der Abos müsse man daher bedenken, dass dies zu einem Rückgang der Abonnenten führen könne und somit keine Mehreinnahmen zu erzielen seien.

Um das Konsolidierungsziel  von insgesamt € 250.000,- lt. Actori-Gutachten zu erreichen, sei es erforderlich, die Einzelkarten  und Abos in diesem Jahr um 5 % und in der Spielzeit 2009/2010 um weitere 10% zu erhöhen. So könne der komplette Konsolidierungsbeitrag in 2010 erreicht werden.

 

Frau Kramps bedankt sich bei Herrn Schöne und bittet nun Fragen zu stellen.

 

Herr Meier fragt nach, wann die Abos gezahlt werden müssen.

 

Herr Schöne erläutert, dass das Abo dem Abonnenten Mitte des Jahres zugestellt werde. Zahlungsziel sei der 30.12., was heiße, dass diese Einnahme noch in das laufende Haushaltsjahr fließt.

 

Frau Suda fragt nach, ob es aufgrund der bisherigen Preiserhöhung schon Auswirkungen auf das Tagesgeschäft gegeben habe.

 

Herr Schöne antwortet, dass durch die strukturelle Erhöhung die Einnahmen  nicht    überproportional gestiegen seien.

 

Herr Meier fragt nach, ob die nach dem Actori-Gutachten geforderten verschiedenen Zielgruppen für die Abos schon eingeführt wurden.

 

Herr Schöne teilt mit,  dass ein neues Wahl-Abo und ein Junges Abo bereits in der Spielzeit 2008/2009 eingeführt worden seien. Durch das Anbieten neuer Abos seien   aber nicht immer neue Kunden zu gewinnen, da auch alte Abonnenten ihr Abo in ein neues umtauschen würden. Der Erfolg sei daher am Anfang geringer.

 

Herr Dr. Fischer fragt nach, ob man eine Kausalität zwischen Preiserhöhung und Kündigung bei Abos feststellen könne und bei Kündigungen nach Gründen nachgefragt werde.

 

Herr Schöne antwortet, dass es unterschiedliche Gründe für die Abo-Kündigungen gebe.

Alle Abonnenten, die ohne Angabe von Gründen gekündigt haben, seien im letzten Jahr angeschrieben worden, mit der Bitte, ihre Gründe für die Kündigung zu nennen.

In den Antworten seien Gründe wie z.B. Umzug, Sterbefall und Programm genannt worden. Demnach sei nicht nur aus Kostengründen gekündigt worden.

 

Herr Millhoff gibt zu bedenken, dass laut Actori-Gutachten vor der Preiserhöhung eigentlich die Vermarktung des Theaters hätte stattfinden sollen. Er sehe große Gefahr, dass nun umgekehrt vorgegangen werde.

 

Frau Suda zitiert aus dem Actori-Gutachten die im Zusammenhang der Vermarktung geforderten Maßnahmen und fragt nach, welche Maßnahmen hiervon bereits umgesetzt wurden.

 

Herr Schöne berichtet, dass Herr Hilchenbach  bereits in der letzten KWA-Sitzung dargestellt hätte, dass externe Hilfen diese Profilbeschreibungen aufgearbeitet haben.

Für die Umsetzung bestünden zur Zeit aber noch Abstimmungsprobleme, die bis zu Beginn der nächsten Spielzeit geklärt seien.

 

Herr Jobst fragt, ob es Erfahrungen bzw. Untersuchungen aus anderen Städten gebe, welche Auswirkungen dort die Preiserhöhungen auf die Abonnentenzahlen hatten.

 

Herr Schöne antwortet, dass ihm solche Ergebnisse anderer Städte zur Zeit nicht vorliegen. Er sei jedoch gerne bereit, diese Informationen einzuholen und für den Ausschuss aufzuarbeiten.

 

Herr Behm betont, dass die Preiserhöhung dem Abonnenten in einem Begleitschreiben plausibel gemacht werden  müsse.

Auch er sei der Meinung, dass das Theater sein Programm viel aggressiver bewerben müsse, um Kunden zu gewinnen. Er gibt zu bedenken, dass der Zuschussbedarf des Theaters von € 12 Mio. bereits durch die Bürger subventioniert würde.

 

Herr Schöne erläutert, dass die 6500 Abonnenten das Rückgrat des Theaters seien.

 

Frau Priester-Büdenbender schlägt vor, positiv mit den Preiserhöhungen umzugehen und dem Bürger mitzuteilen, dass gute qualitative Leistung auch ihren Preis koste. Sie wünscht sich daher ein sofortige 15 %ige Preiserhöhung.

 

Herr Schöne erläutert, dass die letzte Preiserhöhung in 2004 stattfand und er auf jeden Fall bereit sei, die Preise anzuheben. Eine sofortige Erhöhung um 15 % sehe er allerdings als bedenklich und kontraproduktiv.

 

Frau Asbeck stimmt Herrn Schöne  zu, dass eine sofortige Erhöhung um 15 % dazu führen würde, dass Abonnenten abspringen werden und in Null-Summen-Spiel dabei herauskäme.

 

Herr Meier stimmt einer einmaligen Erhöhung von 15 % zu; somit würde dann in den nächsten Jahren erst einmal wieder Ruhe einkehren.

 

Frau Priester-Büdenbender ist der Meinung, dass eine Preiserhöhung von 14 - 28 € bei einer 15 %-Steigerung für die Abonnenten vertretbar sei.

 

Herr Hartmann gibt zu bedenken, dass bei einer einmaligen Erhöhung  von 15 % wahrscheinlich einige Abonnenten abwandern werden. Er zitiert daher nochmals den Vorschlag, den Herr Wolfgang Röspel gestern im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) gemacht habe:

 

- 15 % auf einen Schlag beim Abonnement zu hoch

- schlägt vor, die Eintrittspreise Tageskarten ab Spielzeit 2008/2009 um 15 % zu erhöhen und beim Abonnement in 2 Stufen Spielzeit 2008/2009 7,5 % und Spielzeit 2009/2010 7,5 % zu erhöhen

 

Herr Hartmann beantragt vor der Abstimmung eine kurze Unterbrechung der Sitzung.

 

Herr Millhoff weist nochmals daraufhin, dass er für eine moderate Erhöhung sei und eine einmalige Preiserhöhung vor der Vermarktung  des Theaters als sehr kritisch sehe.

 

Frau Kramps verliest nun die Vorschläge des HFA vom 16.04.08:

 

SPD, Jochen Weber:

- kann die Preissteigerung in 4 Stufen nicht nachvollziehen

- schlägt vor, ab der Spielzeit 2008/2009 die Eintrittspreise um 15 % (Tageskarten und Abonnement) zu erhöhen

 

FDP, Claus Thielmann:

- Beratung über Eintrittspreise im Kultur- und Weiterbildungsausschuss für sinnvoll erachtet

- schlägt vor, die Eintrittspreise um 20 %, in 2 Stufen zu erhöhen: Spielzeit 2008/2009 10 % und Spielzeit 2009/2010 10 % (Tageskarten und Abonnement)

 

CDU, Wolfgang Röspel:

- 15 % auf einen Schlag beim Abonnement zu hoch

- schlägt vor, die Eintrittspreise Tageskarten ab Spielzeit 2008/2009 um 15 % zu erhöhen und beim Abonnement in 2 Stufen Spielzeit 2008/2009 7,5 % und Spielzeit 2009/2010 7,5 % zu erhöhen

 

 

 

CDU, Peter Abeck:

- warnt davor, die Eintrittspreise so zu erhöhen, dass dies unter dem Strich zu Mindereinnahmen führt, weil z. B. Abonnementkunden "abspringen"

Herr Dr. Fischer differenziert nochmals die Vorschläge des HFA.

Der Vorschlag der CDU-Fraktion sei am moderatesten mit einer Anhebung der Abo-Preise in zwei Schritten von insg. 15 %.

Im 2. Jahr liege die CDU-Fraktion mit dem SPD-Vorschlag auf gleicher Linie.

 

Frau Kramps unterbricht nun die Sitzung für 5 Minuten.

 

 

Nach der Unterbrechung teilt Herr Jobst mit, dass die SPD-Fraktion erneuten Beratungsbedarf habe und heute keinen Beschluss fassen werde.

 

Herr Hartmann stellt den Antrag für die CDU-Fraktion in der heutigen Sitzung abzustimmen, um ein klares Signal an den Rat  zu senden.

 

Frau Kramps lässt darüber abstimmen, ob eine Verschiebung der Beschlussfassung auf den Rat erfolgen soll:

dafür: 10 Stimmen

dagegen: 8 Stimmen

 

Damit ist die Entscheidung auf den Rat verschoben.

 

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Beschluss:

Gemäß § 41 Abs. 1 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen in der Fassung der Bekanntmachung vom 14.7.1994 (GV.NRW S. 666/SGV. NRW 2023), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 09.10.2007 (GV.NRW S. 380/SGV NRW 2023), werden die Eintrittspreise und allgemeinen Bestimmungen für Theater- und Konzertveranstaltungen mit Wirkung vom 1.8.2008, wie in den Anlagen 1-6 dargestellt, festgesetzt.

 

 

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Abstimmungsergebnis:

x

 Die Beschlussfassung wird auf den Rat am 08.05.2008  verschoben.

 

Dafür:

 10

Dagegen:

 8

Enthaltungen:

      

 

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Anlagen zur Vorlage

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