12.11.2008 - 4.2 Bürgeranträge zur Verbesserung der Wohnsituatio...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4.2
- Sitzung:
-
Sitzung des Beschwerdeausschusses
- Datum:
- Mi., 12.11.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:10
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- OB/A Amt des Oberbürgermeisters
- Bearbeitung:
- Elke Kramer
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Romberg ruft den Bürgerantrag auf und erteilt der Vertreterin der Interessengemeinschaft
„Die Frankfurter“, Frau Slaby, das Wort für eine ergänzende
Stellungnahme. Frau Slaby schildert noch einmal die Gründe, die zum
Antrag auf Aufstellung einer mobilen Wache geführt haben. Der Bereich
Dödterstraße/Frankfurter Straße sei der Bereich, in dem die meisten Fälle von
Ruhestörungen, Sachbeschädigungen und Verunreinigungen passierten. Verursacht
würden diese überwiegend durch die Besucher/innen der Diskothek Fun-Park. Jeden
Donnerstagabend bis Sonntagmorgen seien die Anwohner/innen und
Geschäftsinhaber/innen massiven Beeinträchtigungen ausgesetzt. Die Kosten für
die Beseitigung der Schäden lasteten im vollen Umfang auf den Betroffenen.
Diejenigen, die am frühen Morgen das Haus verlassen bzw. ihre Geschäfte zu
dieser Zeit öffnen müssten, hätten Angst davor, von herumstreunenden Gruppen
auf der Straße angepöbelt oder angegriffen zu werden. So könne es nicht weiter
gehen. Die Polizei sei in letzter Zeit dort sehr oft Streife gefahren, in
dieser Zeit habe sich die Situation etwas verbessert. Seitdem die Polizei
wieder weniger intensiv kontrolliere, häuften sich die Vorfälle. Mit der
Aufstellung einer mobilen Wache verspreche man sich einen dauerhaften Rückgang
der Belästigungen, da die Polizei hierdurch Präsenz zeigen werde und kürzere
Reaktionszeiten hätte. So könnten sich die Anwohner/innen wieder sicher fühlen
und hätten Ansprechpartner vor Ort. Herr Romberg bedankt sich für die
Ausführungen und bittet den Vertreter der Polizei, Herrn Isken, um eine
Stellungnahme. Herr Isken, Bezirksdienst der Polizei Hagen entschuldigt
zunächst Herrn Liedtke, der sein Kommen zugesagt habe, nun jedoch verhindert
sei. Zum Begehren der Antragsteller, eine mobile Wache aufzustellen, verweist
Herr Isken auf die Diskussionen, die zu diesem Thema bereits geführt worden
seien und auf das diesbezügliche Schreiben der Polizeipräsidentin. In einer
polizeiinternen Abstimmung über diese Angelegenheit sei man zu dem Ergebnis
gekommen, dass die Aufstellung einer mobilen Wache zur Lösung dieser
Problematik nicht zielführend sei. Die eingesetzten Beamten wären in dieser
Wache fest stationiert und könnten maximal Fußstreifen gehen. Hierfür sei der zu
betreuende Bereich zu groß und zu unübersichtlich. Die Probleme endeten nicht an
der Frankfurter Straße, sondern reichten bis hinunter zum Hauptbahnhof, zudem
seien die Verursacher/innen nicht nur unter den Besucher/innen des Fun-Parks zu
finden, es gebe entlang der Frankfurter Straße auch noch einige andere Lokale. Durch
die Aufstellung einer mobilen Wache wäre die Polizei zwar an einer Stelle präsent,
aber auch unflexibel. Zudem würden hierdurch Polizeikräfte gebunden, die an
anderer Stelle fehlten. Man habe sich deshalb dazu entschieden, keine mobile
Wache aufzustellen, sondern den Bereich von Donnerstagabend bis Sonntagmorgen verstärkt
zu bestreifen. Derzeit seien die Einsatzzahlen rückläufig. Die Polizei habe die
Erfahrung gemacht, dass in der Vergangenheit viele Streitigkeiten und Krawalle
dadurch entstanden seien, dass Gäste in der Diskothek am Elbers- Gelände
abgewiesen wurden. Es werde erwartet, dass sich diese Situation demnächst
dadurch entzerre, dass an der Elberfelder Straße eine weitere Diskothek entstehe.
Frau Suda richtet an die Antragstellerin die Frage, was sie konkret vom
Ausschuss erwarte, da diese Angelegenheit vorrangig eine polizeiliche sei.
Zudem möchte sie gern wissen, ob die Polizei in den genannten Situationen
tatsächlich auch gerufen würde. Frau Slaby antwortet, dass ihr daran
gelegen sei, die Situation für Anlieger der Frankfurter Straße dauerhaft zu
verbessern. Natürlich werde die Polizei des Öfteren gerufen, jedoch nicht von
allen Anwohner/innen. Einige hätten Angst und seien verunsichert. Herr Römer
meint, dass die Argumente der Polizei gegen die Aufstellung einer mobilen Wache
zwar nachvollziehbar seien, dennoch stimme er der Auffassung der Antragsteller/innen
zu, dass sich durch die Stationierung der Polizei das Sicherheitsempfinden erheblich
erhöhen würde. Insofern solle seitens der Polizei darüber nachgedacht werden,
zumindest für eine gewisse Zeit eine mobile Wache aufzustellen und danach
verstärkt Streife zu fahren. Frau Priester- Büdenbender ist nicht dieser
Ansicht und meint, dass sich durch die Aufstellung der mobilen Wache der
Schwerpunkt der Krawalle nur verlagere. Mit dem verstärkten Einsatz von
Streifenwagen sei der Bereich besser zu kontrollieren. Herr Hentschel schließt
sich dieser Auffassung an und ergänzt diese um den Hinweis, dass er die
Situation an der Frankfurter Straße kenne und bestätigen könne, dass die
Polizei dort sehr präsent sei und dies zu einem Rückgang der Vorkommnisse
geführt habe. Das Konzept der Polizei sei gut und solle beibehalten werden. Herr
Romberg schließt die Aussprache zu diesem Punkt ab und bittet die
Verwaltung, zur Frage der Belastung der Frankfurter Straße mit
Schwerlastverkehr Stellung zu nehmen. Herr Reike,
Straßenverkehrsverwaltung, bezieht sich auf die Ausführungen in der Verwaltungsvorlage
und weist noch einmal darauf hin, dass der Schwerlastverkehr kaum aus der
Frankfurter Straße herausgehalten werden könne, da es sich in der Regel um Anlieferverkehr
zu den dort ansässigen Geschäften handle bzw. der Beschickung des Wochenmarktes
diene. Herr Hentschel führt aus, dass er sich auch über diese Situation
vor Ort informiert und festgestellt habe, dass die Frankfurter Straße tatsächlich
kaum als Durchgangsstrecke für LKW genutzt werde, sondern lediglich die
Geschäfte beliefert würden. Insofern könne er sich nicht vorstellen, wie dieser
Verkehr eingeschränkt werden soll. Die Antragstellerin dieses
Bürgerantrags meldet sich zu Wort und berichtet, dass der Verkehr auf der
Frankfurter Straße insgesamt, aber auch die Belastung durch Schwerlastverkehr
zugenommen habe, seitdem man vom Bergischen Ring aus rechts abbiegen könne. Sie
könne ihren Balkon nicht mehr nutzen und nicht bei geöffnetem Fenster schlafen.
Nach 22.00 Uhr würden die Ampeln auf der Frankfurter Straße ausgeschaltet,
danach werde die Straße zur Rennstrecke, kaum jemand halte sich an die vorgeschriebene
Geschwindigkeit. Herr Romberg merkt an, dass er gut nachvollziehen
könne, dass sich die Antragstellerin gestört fühle, er sehe jedoch kein Mittel,
mit dem man diesen Beeinträchtigungen begegnen könne, da er vermute, dass der
nächtliche Verkehr ebenfalls von Anliegern verursacht wird. Frau Priester-
Büdenbender schlägt vor, dass eventuell Geschwindigkeitskontrollen nach
22.00 Uhr zu einem Rückgang der Überschreitungen führen könnten. Herr Pieper
meint, dass das Umweltamt doch gerade dabei sei, eine Lärmkartierung
vorzunehmen und fragt nach, ob die Frankfurter Straße auch in die Kategorie der
hoch belasteten Strecken gehöre und ob bereits Verkehrszählungen durchgeführt
wurden, um dies zu ermitteln. Herr Schumacher, Fachbereich Stadtplanung,
antwortet, dass in den letzten zehn Jahren keine Verkehrszählungen an der
Frankfurter Straße durchgeführt worden seien. Um in die Lärmkartierung des Landesumweltamtes
aufgenommen zu werden, müsse eine Straße mit mindestens 8600 Fahrzeugen pro Tag
belastet sein. Diese Zahl werde auf der Frankfurter Straße bei weitem nicht
erreicht, obwohl durch die Öffnung vom Bergischen Ring aus eine Zunahme des
Verkehrs durchaus anzunehmen sei. Herr Voigt kann die Sorgen der Antragstellerinnen
nachvollziehen, sieht aber keine Ausgangslage für ein konkretes Handlungskonzept.
Er schlägt daher vor, die Bürgeranträge nicht für erledigt zu erklären, sondern
die Polizei zu bitten, in einem halben Jahr noch einmal über die Entwicklung der
Einsatzzahlen zu berichten, so dass der Ausschuss sich anhand dieser Zahlen
noch einmal mit der Angelegenheit beschäftigen könne. Herr Kurrat
ergänzt dies um den Vorschlag, dass die Antragstellerinnen selbst über einen
Zeitraum von mindestens zwei Monaten Notizen über die Vorkommnisse anfertigen und
vermerken sollten, ob z.B. die Polizei gerufen wurde. Anhand dieser
Informationen könne der Ausschuss erneut diskutieren. Die Antragstellerin
wirft ein, dass man bereits vor einiger Zeit entsprechende Notizen angefertigt,
sich hierfür jedoch niemand interessiert habe. Herr Hentschel weist
darauf hin, dass die Einsatzzahlen der Polizei im letzten Berichtszeitraum
zurückgegangen seien, obwohl auf dem Elbers-Gelände Veranstaltungen zur Fußball-
Europameisterschaft stattgefunden hätten. Dies zeige, dass das Konzept greife
und fortgeführt werden sollte. Herr Romberg greift die Vorschläge von
Herrn Voigt, Herrn Kurrat und Herrn Hentschel auf und stellt den Antrag, den
Bürgerantrag zu Punkt 1 –Aufstellung einer mobilen Wache – noch
einmal zu vertagen und die Polizei zu bitten, in einem halben Jahr noch einmal
über die Entwicklung der Einsatzzahlen zu berichten. Zudem sollten die
Antragstellerinnen gebeten werden, über den gleichen Zeitraum Notizen über die
Vorkommnisse anzufertigen. Der Bürgerantrag zu Punkt 2 – Einschränkungen
des Schwerlastverkehrs – solle für erledigt erklärt werden, mit einer
Empfehlung an die Polizei, den Durchgangsverkehr nach 22.00 Uhr zu kontrollieren.
Beschluss:
Der Bürgerantrag zu Punkt 1 -
Aufstellung einer mobilen Wache im Bereich Dödterstraße/ Frankfurter Straße
– wird erneut vertagt. Die Polizei wird gebeten, in ca. einem halben Jahr
darüber zu berichten, wie sich die Einsatzzahlen in diesem Bereich entwickelt
haben.
Die Antragsteller/innen
werden gebeten, innerhalb dieses Zeitraums Notizen über die Vorkommnisse an der
Frankfurter Straße anzufertigen und diese dem Ausschuss zur Verfügung zu
stellen.
Der Bürgerantrag zu Punkt 2 – Einschränkung
des Schwerlastverkehrs – wird für erledigt erklärt. Die Polizei wird
gebeten, den Durchgangsverkehr in der Frankfurter Straße nach 22.00 Uhr zu
kontrollieren.
