21.05.2008 - 4.5 Bürgeranträge zur Neugestaltung der Bahnhofstraße
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4.5
- Sitzung:
-
Sitzung des Beschwerdeausschusses
- Datum:
- Mi., 21.05.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- OB/A Amt des Oberbürgermeisters
- Bearbeitung:
- Elke Kramer
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Romberg ruft den Bürgerantrag auf und erteilt zunächst der Antragstellerin des
Bürgerantrags vom 12.03.2008 das Wort. Die Antragstellerin fasst den
Inhalt ihres Bürgerantrags noch einmal mündlich zusammen. Sie stellt in Frage,
dass die Bahnhofstraße durch die geplante Maßnahme eine Aufwertung erfahren
werde, da die Lebensqualität und das Straßenbild gerade durch den Baumbestand verbessert
würden. Das Abholzen der Bäume werde dazu führen, dass der Blick auf die
unschönen Fassaden frei werde, zudem werde durch die neuen Bäume weniger
Sauerstoff produziert und damit die Luft schlechter. Der Vorschlag, dort Skulpturen
aufzustellen, sei abzulehnen. Skulpturen sollten dort aufgestellt werden, wo
man sie in Muße betrachten könne, nicht an einer belebten Straße. Auf dem
Fußweg durch die Innenstadt zum Bahnhof stelle die Bahnhofstraße in
Verlängerung des Volksparks durch ihre vielfältige Begrünung derzeit noch eine
Oase dar. Dieser Eindruck werde durch die Neugestaltung zerstört. Um auch
weiterhin für eine lebensgerechte Straßengestaltung zu sorgen, müssten die
Bäume erhalten bleiben. Nach den bisherigen Aussagen der Verwaltung seien
tatsächlich nur fünf oder sechs Bäume krank, die übrigen könnten noch zehn
Jahre stehen, ohne eine Gefahr darzustellen. Um weitere Schäden an diesen
Bäumen und an dem Gehwegpflaster zu vermeiden, könnten die Baumscheiben
vergrößert und mit Bügeln vor dem Überfahren geschützt werden. Der Gehweg sei
für eine Vergrößerung der Baumscheiben breit genug. Es sei nicht zu
verantworten, in der jetzigen Zeit eine Menge Geld auszugeben, um eine Maßnahme
durchzuführen, die erst in zehn Jahren erforderlich sei. Herr Heckrodt
trägt für die Verwaltung vor, dass sich die Situation in der Bahnhofstraße so
darstelle, dass alle Bäume geschädigt seien. Die meisten Schäden seien durch
parkende Fahrzeuge entstanden, doch auch das Abtrennen der Wurzeln, die das
Gehwegpflaster emporgehoben hätten, habe den Bäumen geschadet. Die vorhandenen
Baumarten seien im Grunde für diesen Standort nicht geeignet, dies habedas
Entstehen von Schäden begünstigt. Bei etwa der Hälfte dieser Bäume seien sofortige
Maßnahmen erforderlich, bei den anderen
etwas später. Man komme in den nächsten zehn Jahren nicht umhin, immer wieder
einzelne Bäume entfernen und durch neue ersetzen zu müssen, allerdings könnten
sich die neuen Bäume dadurch, dass die Baumscheiben viel zu dicht aneinander
lägen, nicht entwickeln. Die Situation sei dann nicht anders als die jetzige.
Dies löse in den nächsten Jahren einen hohen Unterhaltungsaufwand aus, biete
aber keine Möglichkeit der Gestaltung. Die derzeitige Planung sehe vor, dass abschnittsweise
vorgegangen und die Straße nach und nach erneuert werde. Die alten Bäume würden
gefällt und durch neue ersetzt, wobei der Abstand zwischen den Baumscheiben
vergrößert werde. Die neuen Bäume könnten daher optimal versorgt werden. Zudem
werde man keine jungen Bäume pflanzen, sondern welche mit einem Stammumfang von
30 – 35 cm und vier bis fünf Metern Höhe. Den vorhandenen Bäumen könne
eine Vergrößerung der Baumscheiben nicht helfen, zudem könne die Vergrößerung
nicht in den Gehweg hinein gebaut werden, da sich unter dem Gehweg
Versorgungsleitungen befänden. Durch die Erhebung der Erschließungsbeiträge würden
kaum private Anlieger betroffen, sondern überwiegend Geldinstitute und andere Unternehmen,
die an der Bahnhofstraße ansässig seien. Die Skulpturenallee, von der
verschiedentlich die Rede sei, sei nicht Inhalt der derzeitigen Planung zur
Neugestaltung der Bahnhofstraße. Die zuständigen politischen Gremien hätten die
Vorlage der Verwaltung intensiv beraten und der Planung schließlich zugestimmt.
Der Regierungspräsident habe inzwischen verfügt, dass die Beschlüsse nicht
umzusetzen seien, insofern müsse zunächst das Ergebnis der nun folgenden
Gespräche abgewartet werden. Frau Dannert trägt vor, dass ihr die
Leserbriefe gegen die Neugestaltung der Bahnhofstraße sehr zu Herzen gegangen
seien. Sie habe sich inzwischen über die Planung informiert und einen Fachmann
hinzugezogen, der ebenfalls der Auffassung sei, dass die Bäume nicht so krank seien,
dass sie gefällt werden müssten. Die Bäume bräuchten lediglich größere Baumscheiben,
die Bezirksvertretung solle daher die Mittel, die für die Neugestaltung der
Bahnhofstraße veranschlagt seien, für die Anlage von Baumscheiben ausgeben.
Dann seien auch die Anlieger nicht zu Erschließungsbeiträgen heranzuziehen. Herr
Römer schließt sich der Auffassung von Frau Dannert an und möchte wissen,
wie hoch die Kosten für die reine Unterhaltungsmaßnahme wären und wie viel für
den Schutz der Bäume zusätzlich ausgegeben werden müsste. Herr Heckrodt
antwortet, dass der äußere Zustand der Bäume keinen Rückschluss auf die
Situation im Wurzelbereich zulasse. Dieser sei tatsächlich so, dass die Anlage
von neuen Baumscheiben nichts nutzen würde. Die Verwaltung habe errechnet, dass
der Unterhaltungsaufwand, der in der Bahnhofstraße in den nächsten zehn Jahren
zu leisten wäre, in etwa den gleichen Betrag erfordern würde, der für die
Neugestaltung aufzubringen wäre. Diese Mittel wären allerdings tatsächlich allein
durch die Stadt aufzubringen. Herr Pieper erläutert, dass er als
Mitglied des Umweltausschusses die Beratungen über dieses Thema verfolgt und
sich die Bäume persönlich angesehen habe. Die Verwaltung habe schlüssig
dargestellt, dass eine andere Lösung nicht sinnvoll wäre. Eine weitere
Verwurzelung müsse verhindert werden. So habe der Umweltausschuss, der
ansonsten um jeden Baum kämpfe, dieser Planung zugestimmt. Auch die
Bezirksvertretung Mitte habe sich mit dem Thema eingehend auseinander gesetzt
und den entsprechenden Beschluss gefasst. Frau Priester-Büdenbender wendet
ein, dass ihre Fraktion schon im Umweltausschuss die Auffassung vertreten habe,
dass nur die kranken Bäume gefällt werden sollten. Fraglich sei, ob die
Schäden, die durch das Überfahren der Wurzeln oder durch Unfälle an den Bäumen
entstanden seien, nicht bereits vernarbt sein könnten. Frau Dannert
wirft ein, dass der Fachmann, den sie bei der Besichtigung der Bäume zu Rate
gezogen habe, von externer Seite stamme und daher neutral in der Beurteilung
sei. Insofern sei dessen Beurteilung der Sachlage durchaus ernst zu nehmen. Herr
Heckrodt antwortet, dass sich an verschiedenen Stellen Fachleute zu diesem
Thema geäußert hätten. Eine Vernarbung der Stellen, an denen die Bäume
beschädigt seien, führe nicht zu deren Gesundung. Es sei immer damit zu
rechnen, dass dicke Äste aus dem Stamm herausbrechen könnten, wenn sie eine
gewisse Größe erreicht hätten. In den letzten Jahren hätten schon drei Bäume
gefällt werden müssen, während des Sturms Kyrill seien zwei weitere umgekippt.
Auch in anderen Bereichen würden Bäume mit solchen Schäden aus Gründen der
Verkehrssicherheit gefällt, dies sei manchmal nicht zu umgehen. Herr Ciupka beantragt
das Ende der Aussprache. Das Thema sei ohne Zweifel für die Betroffenen wichtig
und die Diskussion interessant, jedoch komme man in dieser Sache nicht weiter,
so lange die Entscheidung der Bezirksregierung ausstehe. Herr Voigt
nimmt den Vortrag von Herrn Ciupka auf und stellt den Antrag, den Bürgerantrag
zu vertagen, bis eine Entscheidung der Bezirksregierung vorliegt. Herr
Romberg ergänzt diesen Antrag um den Vorschlag, dass eine Abordnung des
Beschwerdeausschusses vor einer erneuten Beratung unter fachkundiger Begleitung
von Herrn Heckrodt eine Besichtigung der Bäume vornehmen sollte. Er stellt den
Antrag in dieser erweiterten Form zur Abstimmung.
Anlagen zur Vorlage
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(wie Dokument)
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