05.11.2008 - 7.9 Schulentwicklungsplanung 2009/2010 bis 2016/201...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7.9
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hagen-Nord
- Datum:
- Mi., 05.11.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB40 - Schule
- Bearbeitung:
- Horst Hermann
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Kohaupt gibt die vorliegenden Beschlüsse der Bezirksvertretungen Eilpe/Dahl,
Haspe und Mitte bekannt.
Herr Hermann gibt einen aktuellen Sachstandsbericht zur möglichen Schließung von
Schulen der 1. Welle. Die Verwaltung habe in der Vorlage ausgeführt, dass mit
Schließung einer Schule auch die OGS-Plätze entfallen würden. Er weist in
diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Schulverwaltung aus dem
Jugendhilfeausschuss den Auftrag bekommen habe, die absolute Zahl der Plätze in
der offenen Ganztagsschule (OGS) zu erhalten. Für den Stadtbezirk Nord würde
das bedeuten, dass bei Schließung der Vinckeschule Überlegungen über den
Verbleib von drei OGS-Gruppen -zusätzlich der Bereiche für Küche und Essen-
angestellt werden müssten. Insgesamt müssten als Ersatz vier Räume zur Verfügung
gestellt werden, was einem kompletten Grundschulzug entspräche. Ein Verteilen
der OGS-Gruppen auf die verbleibenden Schulen sei nicht möglich.
Herr Hermann informiert die Bezirksvertreter
ferner über ein Gespräch mit der Bezirksregierung in der vergangene Woche, an
dem Vertreter der Kommunalaufsicht teilgenommen hätten. Dabei sei die Erwartung
zum Ausdruck gebracht worden, dass die Stadt Hagen eindeutige Einsparmaßnahmen
im Schulbereich zur Reduzierung der Betriebskosten beschließen werde.
Herr Hermann weist ferner darauf hin, dass der Unterarbeitskreis
des Schulausschusses in seiner Sitzung am Montag empfohlen habe, die Vinckeschule
zu erhalten, die Grundschulen Goethe und Helfe zukünftig zweizügig fortzuführen
und die alten Pavillons an den Grundschulen Goethe und Helfe sowie an der Förderschule
Fritz-Reuter abzubrechen. Darüber hinaus müssten allerdings noch zusätzliche
Einsparvolumina benannt werden, um die geforderte Einsparsumme erreichen zu
können.
Herr Gerbersmann bringt sein Unverständnis darüber zum Ausdruck,
dass nach einem ¾ Jahr Beratung und intensiven Diskussionen über die
demographische Entwicklung unter dem entstanden Druck in der Öffentlichkeit
jetzt ein solcher Lösungsvorschlag unterbreitet werde. Nach überschlägiger
Ermittlung ergebe sich ein Einsparpotential in Höhe von rd. 600.000,00 Euro,
was weit von dem ursprünglich genannten Sparziel entfernt sei. Der demographischen
Entwicklung würde der jetzt erarbeitete Vorschlag in keiner Weise Rechnung
tragen, da zukünftig ca. 2.400 Schüler weniger zu erwarten seien. Er spricht
sich unter diesen Voraussetzungen dafür aus, an der Entscheidung festzuhalten,
Schulstandorte zu schließen und gibt in diesem Zusammenhang zu Bedenken, dass
die Stadt Hagen insgesamt einen Betrag in Höhe vom 125 Mio. Euro einsparen
müsse.
Herr Daniels teilt die Auffassung von Herrn Gerbersmann und kritisiert, dass die Personen,
die die politische Verantwortung inne hätten, nicht den Mut besäßen, den Bürgerinnen
und Bürgern in dieser Angelegenheit die Fakten nahezubringen. Bei Rückgang der
Schülerzahlen sei es für ihn selbstverständlich, an eine Reduzierung der
Schulkapazität und neue Schulbezirke zu denken. Er spricht sich dafür aus, bei
den Planungen nicht auf einzelne Schulen zu achten, sondern die Gesamtkapazität
als Grundlage zu nehmen.
Herr Panzer räumt ein, dass es unstrittig sei, eine Anpassung in allen Bereichen der
Infrastruktur -und nicht nur bei den Schulen- erforderlich sei, allerdings sei
das Thema „Schulschließungen“ ein besonders sensibler Bereich. Es
verwundere ihn nicht, dass als Ergebnis des Unterarbeitskreises, sich nunmehr
auf die Schließung von Pavillons zu verständigen, herausgekommen sei. Die
Einsparsumme in Höhe von 1 Mio. Euro sei nur unter fiskalischen Gesichtspunkten
zustande gekommen, wobei schulpolitische Besonderheiten außer acht gelassen
worden seien; dies werde bei der Analyse des Zahlenmaterials des
Gemeindeprüfungsamtes deutlich. Kosten für Umzüge, Umorganisationen,
Anpassungen des ÖPNV und evtl. Veräußerungsgewinne blieben gänzlich unberücksichtigt.
Herr Panzer spricht sich dafür aus, dem Beschlussvorschlag des Unterarbeitskreises
zuzustimmen.
Herr Hennemann vertritt den Standpunkt, dass die Diskussion um Schulschließungen eine
Gradwanderung zwischen Finanz- und Bildungspolitik darstelle. Allerdings müsse
allen Beteiligten klar sein, dass der demographische Wandel Fakt sei. Nach
Ansicht von Herrn Hennemann sei es versäumt worden, sich frühzeitig diesem
Problem zu stellen. Die jetzt vorgeschlagene Minimallösung werde schnell von
der Realität eingeholt werden.
Herr Mosch schlägt vor, die Beschlussempfehlung des Unterarbeitskreises als kleinsten
gemeinsamen Nenner anzusehen und einen entsprechenden Beschluss herbeizuführen.
Er teilt die Auffassung von Herrn Panzer, dass es sich bei dem vorliegenden Zahlenmaterial
um recht vage Berechnungsgrundlagen handele. Im Sinne des
Schulfriedens stelle die Beschlussempfehlung
einen ersten Ansatz dar, in der
Angelegenheit, trotz aller noch bevorstehenden
Einsparmaßnahmen, weiter zu kommen. Der offene Ganztag und die Entwicklung der
Bildungspolitik dürften bei der Diskussion nicht außer Acht gelassen werden.
Herr Kohaupt stellt die Beschlussempfehlung des Unterarbeitskreises des Schulausschusses
zur Abstimmung.
Beschluss:
Auf Grundlage des § 81 des Schulgesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen (Schulgesetz NRW – SchulG) empfiehlt die Bezirksvertretung Nord dem Rat der Stadt folgende schulorganisatorische Einzelmaßnahmen für den Stadtbezirk Hagen-Nord zu beschließen:
1. Die Grundschule Vincke bleibt erhalten.
2. Die Grundschulen Goethe und Helfe werden jeweils zweizügig (bisher drei Züge) fortgeführt.
3. Die alten Pavillons der Grundschulen Goethe und Helfe werden abgebrochen.
4. Die Pavillons der Förderschule Fritz-Reuter werden abgebrochen.
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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1,2 MB
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