23.04.2008 - 6.1 NKF-Haushaltsplanentwurf 2008 mit Haushaltssich...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.1
- Gremium:
- Bezirksvertretung Eilpe/Dahl
- Datum:
- Mi., 23.04.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:10
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beschluss:
- vertagt
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Koch gibt zum Tagesordnungspunkt und damit zur neuen Situation des
erstmals aufgestellten kameralen Haushaltes für die Verwaltung einen kurzen Einblick:
Der Gesamtergebnisplan weist für die Planungsjahre 2008 bis 2011 jeweils
Verluste von deutlich über 100 Mio. Euro aus.
Aktuell liege der Kassenkreditrahmen knapp unter 700 Mio. Euro, sodass
auf die 1 Milliarde-Grenze entsprechend zugesteuert werde.
Das hochgesteckte Ziel, die Verluste bis 2014 zu beseitigen, wird wohl
nicht erreicht werden können.
Das von Herrn Prof. Bajohr erste Sparpaket beinhaltet ein Einsparvolumen
von etwa einem Viertel des Gesamtvolumens.
Das Eigenkapital der Stadt Hagen liegt bei etwa 200 Mio. Euro. Der
Entwurf der Eröffnungsbilanz soll im Mai im Rat verabschiedet werden. Bei den
Daten werde das Eigenkapital spätestens 2010 verbraucht sein, sodass die Stadt
Hagen sich im Kreise der
überschuldeten Gemeinden befinde.
Bezogen auf den bezirksbezogenen Haushaltsplan sei man froh, dass zumindest
dieses „stümperhafte“ Werk präsentiert werden könne. Die Firma SAP
wusste nicht, dass es auch bezirksbezogene Haushaltspläne in kreisfreien
Gemeinden gebe. Die bestehende Programmversion habe man überhaupt nicht nutzen
können. So sei dieses Werk in Eigenarbeit der Mitarbeiter, der SAP-Berater und
SAP-Betreuer entstanden.
Die Nachteile liegen insbesondere vorne im großen grauen Bereich, da es
hier nicht gelungen sei, nur die bezirksvertretungsrelevanten Positionen heraus
zu arbeiten.
Aus diesem Grunde wurden Erläuterungen zu den einzelnen Positionen vorgenommen,
die Herr Koch anhand eines Beispiels aufzeigt.
Herr Wölm erfragt zunächst zum Band 4 Teil 1 von Seite 9 bis Seite 116
den Diskussionsbedarf.
Herr Neuhaus vertritt die Auffassung, dass den Bezirksvertretungen zuvor in
Form einer Informationsveranstaltung ein hinreichender Einblick zum
Haushaltsplanentwurf zugestanden hätte. Ohne diese zusätzlichen Informationen
sei es für den politisch gewählten Vertreter nicht möglich darüber abzustimmen.
Aus diesem Grund wird die CDU-Fraktion den Entwurf in der Form nicht
genehmigen.
Herr Koch teilt dazu mit, dass dieser Wunsch bisher nur von dieser Bezirksvertretung
geäußert wurde. Auf Nachfragen wäre ein solcher Informationsbedarf sicherlich
gedeckt worden.
Frau Priester-Büdenbender teilt mit, dass es zwar verschiedene
Veranstaltungen dazu gegeben habe, sich dennoch der Haushaltsplan sehr
unübersichtlich gestalte. Aus diesem Grund schlägt sie vor, den
Tagesordnungspunkt als 1. Lesung zu betrachten, sodass die einzelnen Bereiche
nochmals aufgearbeitet werden können.
Herr Wölm erfragt nun zum Teil des bezirksbezogenen Ansatzes für die Bezirksvertretung
Eilpe/Dahl den Diskussionsbedarf.
An der anschließenden ausgedehnten Diskussion nehmen Frau Ellner, Frau
Priester-Büdenbender, die Herren Neuhaus, Dr. Lemme, Schulz (SPD), Wölm,
Dahme, Dr. Preuß, Springiewicz, Grzeschista und von der Verwaltung Herr Koch
teil.
Es werden Fragen zu der Zusammensetzung einzelner Positionen und
einzelner Summen gestellt.
Herr Koch beantwortet die gestellten Fragen, teilt aber auch mit, dass
sich die Zuständigkeit der Bezirksvertretungen aus § 10 der Hauptsatzung ergebe
und entsprechend keine anderen Mittel im bezirksbezogenen Ansatz aufgeführt
sein sollten. Dies ist an manchen Stellen nicht ganz gelungen und muss für das
kommende Jahr erneut überprüft und nachgebessert werden.
Zu einer detaillierten Nachfrage hinsichtlich der Darstellung zu den
Personalkosten zur offenen Kinder- und Jugendarbeit in den Jugendzentren Eilpe
und Rummenohl wird deutlich, dass hier ausschließlich die Kosten aufgeführt
sind, die für die Bezirksvertretung nach den rechtlichen Bestimmungen zu § 10
der Hauptsatzung von Bedeutung seien. Im Sinne einer richtigen Transparenz
einer solchen Kostenstelle, bei der die Einrichtung insgesamt betrachtet werden
müsse, sei es aber notwendig, dass alle Kosten dargestellt werden.
Insgesamt ist man der Auffassung, dass noch Einiges für eine
transparentere Darstellung verbessert werden müsse.
Darüber hinaus wird anhand des Beispiels Jugendzentrum als Nachteil
festgestellt, dass es auch keine Trennung der einzelnen Jugendzentren gebe,
sondern die Kosten addiert dargestellt sind. Auch hier ist die tatsächliche
Zuordnung der Kosten nicht mehr nachvollziehbar.
Die Frage, ob es vorgesehen sei, dass sich die Mitglieder der
Bezirksvertretungen möglicherweise „Online“ die einzelnen
Positionen und Zahlen genauer anschauen können, wurde von Herrn Koch verneint.
Machbar sei aber die Lösung, die bereits im Kultur- und
Weiterbildungsausschuss präsentiert wurde, dass durch einen zusätzlichen
Vermerk entnommen werden kann, wie sich die addierten Kosten im Beispiel
Jugendzentren aufteilen, das heißt, welche Kosten welchem Jugendzentrum zuzuordnen
sind.
Zur Frage nach der Begründung zur Verneinung des Onlinezugriffes wurde
mitgeteilt, dass zum einen die Datenmenge zu groß sei, dies auf einer CD in
einfachster Form darzustellen. Zudem sei im Haupt- und Finanzausschuss darüber
gesprochen worden, dass der Zugriff zum SAP-Programm für Bezirksvertreter zur
Folge habe, dass sowohl jedem Ausschussmitglied, jedem Ratsmitglied und jedem
sachkundigen Bürger diese Möglichkeit ebenfalls gewährt werden müsse und dies
nicht zulässig sei.
Weiterhin möchte Herr Wölm wissen, ob bei Rückfragen der
Bezirksvertretung zu den Kosten spezieller Objekte, die Einzelkosten erläutert
aufgelistet erbracht werden können.
Herr Koch teilt dazu mit, dass bei einem Initiativantrag die Verwaltung
selbstverständlich die entsprechende Antwort dazu gebe. Dies könne aber nicht
im Rahmen der Anhörung zum Haushaltsplan, also sofort, geleistet werden, es sei
denn, die Anfragen werden im Vorfeld gestellt und die entsprechenden Antworten mit
der Haushaltsplanberatung zusammengefasst.
Es ergibt sich kein weiterer Diskussionsbedarf, sodass Herr Wölm nun zu
den Seiten 233 bis 239 sowie zu den Seiten 259 bis 262 zu möglichen Rückfragen
auffordert.
Zu beiden Teilen werden keine Fragen gestellt.
Herr Wölm lässt nun über den Vorschlag abstimmen, den Tagesordnungspunkt als
1. Lesung zu beschließen.
Herr Dr. Preuß bittet die Verwaltung zu prüfen, inwieweit für die
Bezirksvertretung eine Möglichkeit geschaffen werden kann, eigene Auswertungen
innerhalb des SAP-Programms vorzunehmen. Die dazugehörige Funktionalität sei
gegeben, sodass dies mit der entsprechenden Konfiguration von Rechten kein
Problem darstellen dürfe.
Beschluss:
Die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl betrachtet die Beratung als 1. Lesung
und vertagt den Beratungsgegenstand bis zur nächsten Sitzung am 04.06.2008.
Zwischenzeitlich ist von der Verwaltung eine Informationsveranstaltung
für die Mitglieder der Bezirksvertretung Eilpe/Dahl durchzuführen, welche dem
Zweck dienen soll, die im Haushaltsentwurf vermerkten Zahlen und Angaben
transparenter zu machen. Des Weiteren sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden,
wie die politischen Mandatsträger der Stadt auf elektronischem Weg die Daten
detailliert abrufen können.
