27.11.2008 - 6.7 Sanierung des Haushaltes der Stadt HagenHier: B...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.7
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 27.11.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:08
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- VB 1/M
- Bearbeitung:
- Sonja Schwarzbach
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Dr. Ramrath bedankt sich dafür, dass ein Berichtswesen auf
den Weg gebracht wurde. Er hat allerdings auch kritische Anmerkungen zu den
Inhalten. Bei den auf "grün" ausgewiesenen Positionen sind etliche,
bei denen eine positive Einschätzung nicht gerechtfertigt erscheint. Als
Beispiele nennt er auf Seite 6 die "Ausschüttung SEWAG", wo für 2009
schon ein Betrag von 6,5 Mio. € notiert ist und auf Seite 12 die
"Erhöhung Gewerbesteuer", wo für 2009 mit 3 Mio. € geplant
wird. Beide Positionen kann er nicht nachvollziehen. Bezogen auf die SEWAG hat
er als Aufsichtsratsmitglied nicht zur Kenntnis genommen, dass das laufende
Geschäftsjahr eine so hohe Ausschüttung möglich machen wird. Nach den Berichten
des Kämmerers zur Gewerbesteuerentwicklung, führt die Erhöhung des Hebesatzes
nicht zum prognostizierten Zuwachs am Gewerbesteueraufkommen. Auch bei den
Schulschließungen steht die Ampel auf "grün". In der weiteren
Verfolgung des Berichtswesens sollte an Punkten, wie den vorgenannten, noch
einmal gearbeitet werden.
Herr Prof. Dr. Bajohr erläutert, dass es sich hier um eine
stichtagsbezogene Liste handelt. Was seit dem Stichtag 31.10.2008 geschehen
ist, wird sich in der nächsten Liste wiederfinden. Grundsätzlich muss man
unterscheiden, ob etwas maßnahmenbezogen gelingt oder nicht. Hier liegt eine
maßnahmenbezogene und keine kassenwirksame Betrachtung vor. Zunächst geht es
darum zu sehen, ob eine Maßnahme, die im Rat beschlossen wurde, auf den Weg
gebracht worden ist. Dann geht es weiter darum zu sehen, ob diese läuft oder
sich Hindernisse aufgetan haben, die eine Umsetzung erschweren oder verhindern.
"Grün" bedeutet, dass etwas planmäßig auf dem Weg ist, nicht, dass
bereits ein Erfolg eingetreten ist. Im Verwaltungsvorstand wurde besprochen,
dass es eine Kombination zwischen der maßnahmenbezogenen und der
kassenwirksamen Betrachtung geben soll. Das Rechnungsergebnis des
Haushaltsjahres soll mit einbezogen werden. Dies ist allerdings erst nach
Abschluss des betreffenden Haushaltsjahres möglich. Möchte man z. B. wissen, ob
die Ausschüttung der SEWAG in 2009 tatsächlich erfolgt ist, so wird man dies
erst dem Bericht in 2010 entnehmen können.
Es gilt das Ziel, dass die SEWAG ab dem Jahr 2009
6,5 Mio. € zusätzlich ausschütten soll. An diesem Ziel hält der Rat und
auch Herr Prof. Dr. Bajohr fest. Sollten der Betrag nicht eingehen, so wird die
Ampel auf "gelb" oder "rot" gesetzt und es gilt, entsprechende
Maßnahmen zu ergreifen. In den Gesprächen mit der SEWAG gibt es bisher keine
Anzeichen, dass die Maßnahme gefährdet sein könnte. Denkbar ist, dass man sich
über einige Jahre in Schritten dem Betrag von 6,5 Mio. € annähert.
Neben dieser Maßnahme wird man noch andere
finden, bei denen es sich entsprechend verhält, so auch bei der Gewerbesteuer.
Bei der Gewerbesteuer geht man von der Annahme aus, dass - sofern die
Rahmenbedingungen gleich bleiben - sich diese um 3 Mio. € erhöht. Sinkt
die Gewerbesteuer aufgrund eines konjunkturellen Abschwungs, ist sie trotz des
Absinkens höher, als wenn der Beschluss über die Anhebung nicht getroffen
worden wäre. Die Maßnahme hat funktioniert. Externe Faktoren können aber dazu
führen, dass die Kassenwirksamkeit nicht in dem Maße eintritt, wie
veranschlagt. Herr Prof. Dr. Bajohr weist darauf hin, dass sich die Politik
bereits bei früheren Konsolidierungsrunden gefragt hat, warum diese beiden
Dinge auseinander klaffen. Die Hintergründe sollen nun näher beleuchtet werden,
damit man sagen kann, wo die Auslöser für das Nichterreichen von Einsparsummen
oder Einnahmen liegen.
In der Lenkungsgruppe tauchte die Frage auf,
warum die Maßnahme "Austritt aus dem RVR" als "fertig"
gekennzeichnet worden ist. Hier war kein Betrag hinterlegt, daher bestand keine
Berechtigung, die Maßnahme mit "rot" zu hinterlegen.
Herr Prof. Dr. Bajohr spricht ferner die
Sparkassenausschüttung an. Hier hat der Rat die Ausschüttung von 6 Mio. €
beschlossen. Das geänderte Sparkassengesetz liegt nunmehr vor. Nun gilt es
seitens der Politik dafür Sorge zu tragen, dass die Sparkasse in ihrem
Wirtschaftsplan 2009 die Forderung berücksichtigt.
Herr Weber findet es bemerkenswert, dass am Stichtag 31.10.2008 nicht festgestanden
haben soll, dass die SEWAG in 2009 die Erhöhung der Ausschüttung um 6,5 Mio.
€ nicht wird vollziehen können. Die maßnahmenbezogene Betrachtungsweise
hat die Stadt Hagen mit in die Situation gebracht, in der sie sich heute
befindet. Über Jahrzehnte hat man aufgrund dieser Form der Darstellung und die
Hinterlegung von Maßnahmen mit "grün" geglaubt, auf einem guten Weg
zu sein. In der Vergangenheit wurde der gleiche Fehler, wie heute begangen,
indem man die Maßnahmen nicht kassenbezogen betrachtet hat. Diese Betrachtung,
die Herr Prof. Dr. Bajohr nun auch in Aussicht gestellt hat, hatte Herr Weber
zu einem früheren Zeitpunkt erwartet, weil er dies auch für die Grundlage der
Arbeit des Mentors gehalten hat.
Schon vor dem 31.10.2008 waren auch andere
Maßnahmen für ihn fraglich, z. B. die Erhebung von Gebühren für
Lehrerparkplätze. Auch hier müsste zumindest der Status "gelb"
gesetzt werden, da er befürchtet, dass dies nicht zum 01.01.2009 kassenwirksam
werden wird.
In der Lenkungsgruppe sollte noch einmal intensiv
diskutiert werden, wie die weitere Vorgehensweise aussehen soll. Es gilt eine
Transparenz zu erzielen, die es ermöglicht schnell zu erkennen, welche
Maßnahmen kassenwirksam greifen. Ferner sollte man sich darum bemühen künftig
keine Beschlüsse zu fassen, die auf dem Weg wieder zurückgenommen werden
müssen, weil sie nicht umsetzbar sind.
Herr Prof. Dr. Bajohr erklärt, dass das Haushaltsjahr abgewartet
werden muss, bevor man den Abgleich mit der Kassenwirksamkeit der Maßnahmen
ziehen kann. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht möglich, die Kassenwirksamkeit
auch nur einer Maßnahme darzustellen. Er geht auf die Gebühren für
Lehrerparkplätze ein und erklärt, dass ihm keine Rückmeldungen aus der
Verwaltung darüber vorliegen, dass diese Maßnahme nicht greift. Er geht davon
aus, dass die Umsetzung zeitgerecht und vom Volumen her im vorgesehenen Umfang
erfolgt.
Grundsätzlich befürwortet Herr Riechel die
Tatsache, ein Berichtswesen zu haben. Er weist auf den sich anschließenden
Tagesordnungspunkt hin und erklärt, dass man tätig wird, um ein
Konsolidierungspotential zu erzielen. Beim nächsten Punkt gibt es nun ein
negatives Einsparpotential, indem das Land eine zusätzliche Aufgabe auf die
Stadt übertragen hat, die mit zusätzlichen Ausgaben verbunden ist. Das
Berichtswesen sollte dies ebenso erfassen, damit man sich nicht wundert, warum
trotz Einsparbemühungen das gewünschte Ergebnis ausbleibt.
Herr Marscheider erinnert daran, dass die
Herr Thielmann kann nicht nachvollziehen, dass man sich über das vorliegende Berichtswesen
ereifert, zumal es den selben Aufbau wie beim früheren Konsolidierungsmanagement
hat. Seine Verärgerung richtet sich dagegen, dass Maßnahmen in das
Berichtswesen mit aufgenommen wurden, die seiner Ansicht nach illusorisch sind.
Als Beispiel nennt er die Erhöhung der Gewinnausschüttung der SEWAG, die u. a.
dazu geführt hat, dass die
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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(wie Dokument)
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276,7 kB
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