30.10.2008 - 6.10 Schulentwicklungsplanung 2009/2010 bis 2016/201...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.10
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 30.10.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:03
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB40 - Schule
- Bearbeitung:
- Horst Hermann
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Riechel erklärt, dass "1. die Vorlage 0772/2008 enthält keine Übersicht, wie die eine Million strukturelle Einsparsumme durch die Schließungen genau erzielt werden sollen. Eine entsprechende Aufstellung müsste man sich aus den Anlagen 3 und 7 selbst zusammenstellen. In Anlage 3 werden zwar Sanierungsbedarfe genannt, aber keine Bewirtschaftungskosten pro qm. Anlage 7 enthält in kleingedruckter Auflistung Instandhaltungskosten des Jahres 2007. Wenn ich auf dieser Datengrundlage die Zahlen aufaddiere, komme ich bei den in der Ursprungsvorlage zur Schließung vorgeschlagenen Schulen schon auf 1,5 Millionen. Wobei die Grundschule Kückelhausen noch fehlt, die ich in der Anlage 7 gar nicht finden konnte. Reden wir also neuerdings über eine deutlich höhere Einsparsumme, oder müssen da Faktoren gegen gerechnet werden, die ich nicht kenne? Und ist diese Berechnung eigentlich Aufgabe der Mandatsträger, die entscheiden sollen, oder der Verwaltung, die die Entscheidung vorbereitet? Ich bitte also, bis zum Rat eine entsprechende Übersicht zu erstellen.
2. In der Anlage 11 wird dargestellt, dass der Wegfall der Sporthallenkapazitäten durch verminderte Bedarfe aufgefangen werden kann? Wie stellt sich das im Einzelnen an den vorgesehenen Standorten für den Vereinssport dar?
3. Es gibt ebenfalls keine Gesamtschau der in der Summe wegfallenden Plätze im Offenen Ganztag, sowohl derer, die anderswo kompensiert werden können als auch derer, die insgesamt wegfallen. Auch dies bitte ich nachzuliefern.
4. Erst spät ist in die Diskussion eingeflossen, dass die Ganztagsoffensive des Landes die Raumbedarfe insgesamt verändern wird. Ist auf dieser Basis die Verwaltung schon zu geänderten Schließungsvorschlägen gekommen, oder soll der Beschlussvorschlag bis zur Ratssitzung unverändert bestehen bleiben?
5. Viele Schulen in Hagen haben Dependancen in Pavillons und Containern, die energetisch und baulich unterhaltsintensiv sind. Ist jemals überprüft worden, welche Einsparungen im Unterhalt erreicht werden könnten, wenn diese Provisorien flächendeckend außer Betrieb gestellt würden? Wenn ja, welches Einsparvolumen ergibt sich? Wenn nein, warum nicht?" Herr Riechel bittet um Aufbereitung der Antworten bis zur Ratssitzung am 13.11.2008.
Herr Dücker ist ebenfalls der Ansicht, dass die Vorlage noch nicht entscheidungsreif
ist. Auch die nachgereichte Vorlage (Öffentliche Mitteilung) lässt noch Fragen
offen. Bevor gewachsene Strukturen zerschlagen werden, hält er weitere
Grundlagenermittlungen für zwingend erforderlich. Die FDP-Fraktion ist zwar der
Ansicht, dass auch im Schulbereich dem Demografischen Wandel Rechnung getragen
werden muss, jedoch zeigt die Diskussion mit den Betroffenen, dass die
Verwaltungsvorlage seiner Ansicht nach nicht stimmig ist, da Schulen nachweisen
konnten, dass Zahlen, die in der Vorlage enthalten sind, nicht richtig sind
oder Schulgebäude erst vor Kurzem instandgesetzt wurden. Darüber hinaus ist es
noch unklar, was mit den Gebäuden und Grundstücken nach Schließung der Schulen
passieren soll. Es stellt sich ihm auch die Frage, ob die Schließung einer
Schule Folgekosten nach sich zieht und wenn ja, in welcher Höhe. Ferner möchte
Herr Dücker wissen, ob über den Verkauf von Schulen / Grundstücken nachgedacht
wird. Er weist ferner darauf hin, dass vor dem Hintergrund der PISA-Studie
Bundes- und Landesregierung entdeckt haben, dass völlig neue Bildungsaufgaben
zu bewältigen sind. Herr Dücker ist in diesem Zusammenhang Herrn
Oberbürgermeister Demnitz für seinen Brief an den Innenminister dankbar, der
die Probleme der Nothaushaltsgemeinden aufzeigt. Auch mit Blick auf den
OGS-Bereich sollte die Verwaltung nacharbeiten und weitere Zahlen liefern. Die
Gespräche in den Stadtteilen, wie z. B. am 30.10.2008 in Haspe, werden neue
Erkenntnisse bringen, die ebenfalls nicht unberücksichtigt bleiben sollten. Er
bittet darum, die offenen Punkte bis zur Ratssitzung am 13.11.2008 zu klären
und auch die Informationen aus den Stadtteilen für diese Sitzung einzuspeisen.
Herr Dr. Schmidt erklärt, dass die weitere Abarbeitung von
Prüfaufträgen und fortgesetzte Beschäftigung mit der Thematik über die nächsten
Monate nichts daran ändern wird, dass es 400 Kinder weniger gibt. Die weitere
Verschiebung des Themas wird nichts daran ändern, dass man sich in der Zukunft
immer wieder damit wird auseinander setzen müssen. Er sichert zu, dass die
Prüfaufträge, die hier formuliert werden, bis zur Ratssitzung abgearbeitet
werden und verweist darauf, dass am 30.10.2008 in Haspe die letzte
Stadtteilkonferenz stattfindet und die Informationen daraus in die Betrachtung
mit einbezogen werden. Ferner hat Herr Dr. Schmidt eine Verwaltungsvorlage
unterzeichnet, die neben dem Jugendhilfeausschuss auch dem Rat am 13.11.2008
zur Verfügung stehen wird. Diese befasst sich mit der sozial-räumlichen
Bedeutung der Schulschließungen und OGS. Herr Dr. Schmidt informiert darüber,
dass der Sport- und Freizeitausschuss sich mit der Thematik auseinander gesetzt
und die Vorlage zur Kenntnis genommen hat. Er hat den Zusatz formuliert, dass
alle Turnhallen für den Vereinssport erhalten bleiben sollen. Am 03.11.2008
trifft sich der Unterausschuss, um die Informationen aus den
Stadtteilkonferenzen zu bündeln und für den Schulausschuss und Rat
aufzubereiten. Hier sollen Pavillons alter Bauart in die Diskussion erneut mit
einbezogen werden (z. B. Helfe). Dadurch ließen sich räumliche Kapazitäten
reduzieren und gleichzeitig vorübergehend evtl. Schulstandorte erhalten. Herr
Dr. Schmidt weist darauf hin, dass die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl ein Zeichen
gesetzt und wie die Verwaltungsempfehlung für ihren Bereich beschlossen hat und
appelliert für den Einstieg in die Diskussion.
In die Diskussion ist man über die Diskussion des
Zustandes der städtischen Gebäude eingestiegen, erklärt Herr Weber. Im
Unterausschuss hat man sich dann mit der Schulentwicklung befasst und versucht,
diese mit den Überlegungen zu den Gebäuden kompatibel zu bekommen. Er erklärt
weiter, dass es eine Empfehlung des Unterausschusses gegeben hat, bei dem viele
Aspekte sowie der schul- und vereinspolitische Ansatz keine Berücksichtigung
gefunden haben. Auch wurde nicht ausreichend berücksichtigt, wo die Kinder
künftig verbleiben sollen. Herr Weber ist der Ansicht, dass die Einsparung von
Unterhaltungskosten auch über einen anderen, kreativen Weg erzielt werden kann,
ohne Schulen schließen zu müssen. In den Bezirkskonferenzen haben Lehrer und Eltern
viele Anregungen gegeben und man befindet sich auch weiterhin noch in Gesprächen.
Die Reflektion aus den Bezirkskonferenzen in die Politik und zur Nacharbeitung
der Verwaltungsmeinung ist nicht in dem von der SPD-Fraktion und ihm
gewünschten Umfang erfolgt. Herr Weber macht deutlich, dass er die
Spardiskussion mit Energie betrieben hat und nicht auf die rd. 1 Mio. €
Einsparung verzichten möchte, verweist aber gleichzeitig darauf, dass diese
erst in 2014 kassenwirksam wird und daher noch Zeit für eine ausgewogene
Entscheidung vorhanden ist. Der Termin 13.11.2008 ist daher nicht zwingend als
Termin für eine Entscheidung aufrecht zu erhalten. Er stellt in Aussicht, dass
sich eine SPD-interne Arbeitsgruppe die Beschlüsse der Bezirksvertretungen und
die Informationen, die bis zum 13.11.2008 noch zu erhalten sind, befassen wird.
Herr Weber ist der Ansicht, dass auch mittels kreativer Lösungsansätze den
Einsparvorgaben des Mentors sowie der Bezirksregierung Arnsberg Genüge getan
werden kann. Er signalisiert die Bereitschaft, das Einsparvolumen gemeinsam mit
der CDU erreichen zu wollen, ist jedoch nicht sicher, ob dies bis zur
Ratssitzung am 13.11.2008 möglich sein wird.
Herr Riechel geht auf die Ausführungen von Herrn Dr. Schmidt ein und erklärt, dass es
nicht darum geht, neue Prüfaufträge zu erteilen, sondern die Daten, die auf der
Basis der bisherigen Prüfaufträge erhoben wurden, nachvollziehbar zusammen zu
stellen. Der Mentor hat eine finanzwirtschaftliche Vorgabe gegeben. Um diese
erreichen zu können, muss man seiner Ansicht nach wissen, welche Einzelmaßnahme
welchen Ertrag bringt und welche zu ergreifenden Maßnahmen evtl. dies
konterkarieren. Dies ist auch in geeigneter Weise zu dokumentieren. Herr
Riechel fordert den Nachweis der im Raum stehenden Summen bis zur Ratssitzung
am 13.11.2008.
Für die CDU-Fraktion erklärt Herr Röspel,
dass sich diese nicht erst nach dem 13.11.2008, sondern bis zum 13.11.2008
beraten wird. Er bedankt sich bei Herrn Dr. Schmidt, dass er die Knackpunkte,
wie z. B. sinkende Schülerzahlen, Sanierungsaufwand an den Gebäuden und das
Einsparziel von 1 Mio. € benannt hat. Er verweist auf die immense
Vorarbeit, die geleistet wurde und geht davon aus, dass die Zahlen, die der
Unterausschuss mit der Verwaltung erarbeitet hat, stimmig sind. Herr Röspel
vertritt die Ansicht, dass ergänzende Informationen bis zum Rat am 13.11.2008
ermittelt und aufbereitet werden können. Die CDU-Fraktion geht davon aus, dass
eine Entscheidung am 13.11.2008 getroffen werden muss und wird am 07.11.2008
eine Klausurtagung durchführen, um dort alle Ergebnisse noch einmal zusammen zu
tragen. Mit dem Bildungsauftrag im Zusammenhang mit den sinkenden Schülerzahlen
zu argumentieren, hält er für verfehlt. Der GPA-Bericht hat verdeutlicht, dass
rd. 40.000 m² Schulfläche zuviel in Hagen vorhanden sind. Spart man an 5 - 6
Schulen die Flächen ein, so erzielt man eine Flächenreduzierung von ca. 10.000
- 11.000 m². Multipliziert man dies mit dem zu erwartenden Betrag, der sich aus
der Betriebskosteneinsparung ergibt, so erhält man schnell eine Summe von 1 bis
1,2 Mio. €. Herr Röspel erklärt, dass sich dies mit Hilfe der GWH noch
konkreter wird ermitteln lassen. Er kann sich nicht vorstellen, dass es mit
Hilfe alternativer kreativer Lösungen gelingen wird, das gleiche Einsparvolumen
zu erbringen. Die CDU-Fraktion hat sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt
dafür ausgesprochen, dass kein Platz im OGS verloren gehen darf und dass keine
Sporthalle geopfert werden darf, da auch hier der Bedarf - mit steigender
Tendenz - vorhanden ist.
Herr Dr. Schmidt geht auf die Äußerungen von Herrn Weber ein und
weist darauf hin, dass die Betriebskosten der Schulen für das Jahr 2007
dezidiert pro Schule erfasst worden sind. Auf einen Zwischenruf von Herrn
Riechel stellt Herr Dr. Schmidt die Frage, ob eine Einzelaufstellung
pro zu schließender Schule gewünscht wird und erhält das Signal, dass die Art
der bisherigen Aufbereitung eine Erschwernis darstellt, die durch einzelne
Datenblätter pro betroffener Schule behoben werden kann.
Herr Dr. Schmidt räumt ein, dass es Differenzen
bei der Behandlung von Sanierungsmaßnahmen gibt und führt als Beispiel für eine
Ausnahme die Bolohschule ins Feld, wo Varianten, z. B. bezüglich der
Betonsanierung diskutiert werden, die derzeit verhindern, konkrete Kosten
benennen zu können.
Herr Dr. Fischer geht auf die Schulsporthallen ein. Die Diskussion
im Sport- und Freizeitausschuss wurde dahingehend geführt, dass es keinen
Automatismus zwischen Schulschließung und Sporthallenschließung geben darf. Zunächst
sollen hierdurch alle Schulsporthallen für den Vereinssport erhalten bleiben.
Im zweiten Schritt muss die Verwaltung die Belegungspläne prüfen, um
festzustellen, ob alle Hallen für den Vereinssport noch benötigt werden. Im
dritten Schritt geht es darum, dass die Schulschließung auch den Abzug des
betreffenden Schulhausmeisters nach sich zieht. Diese führen in den Hallen aber
auch die Aufsicht, weshalb die Sporthallen künftig ohne Aufsicht wären. Hier
muss dann mit den Vereinen darüber verhandelt werden, dass sie die Hallen in Eigenregie
übernehmen, damit keine Hausmeister oder Aufsichtskräfte zu bezahlen sind.
Sofern die Vereine dies können, kann man auch überlegen, ob man ihnen die
Hallen zum Kauf anbietet.
Frau Herms erklärt, dass sie eine vom Fraktionsvorsitzenden der SPD abweichende Meinung
vertritt. Sie hofft, dass eine Entscheidung am 13.11.2008 wird getroffen werden
können und kritisiert die Haltung der kleinen Parteien, denen sie vorwirft,
eine schulpädagogische Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss zu beginnen,
obwohl sie diese hätten im Unterausschuss und im Schulausschuss führen können.
Frau Herms hofft, dass der Schritt zur Schließung der Schulen vollzogen wird
und verweist auf die Ausführungen des Mentors im Hagener Süden, wo dieser
darauf hingewiesen hat, dass es den nachfolgenden Generationen schadet, wenn
man den Schuldenberg weiter vor sich herschiebt.
Herr Dücker erklärt, dass sich die FDP-Fraktion nicht gegen die Schulschließungen
sperrt, sofern diese gut begründet sind. Er hält es in diesem Zusammenhang
jedoch für wesentlich, die Argumente von Eltern und Lehrern zu hören und in die
Überlegungen mit einzubeziehen. Herr Dücker hofft darauf, dass die
aufgeworfenen Fragen von der Verwaltung schlüssig beantwortet werden können. Er
möchte geklärt wissen, ob die aufnehmenden Schulen über die Kapazitäten verfügen,
die Kinder, die von den Schulschließungen betroffen sind, auch übernehmen zu
können. Darüber hinaus möchte er nicht, dass man Gefahr läuft, dass
Klassenstärken von bis zu 30 Kindern entstehen, denn dies läuft seiner
Auffassung dem Bildungsauftrag zuwider. Er geht davon aus, dass sich die Fragen
bis zum 13.11.2008 klären lassen und so eine Entscheidung ermöglicht wird.
Bezogen auf das Sparpaket ist Herr Dücker der Auffassung, dass man am falschen
Ende angefangen hat zu sparen, indem man sich Bereiche herausgegriffen hat, die
den Bürger und nicht die Verwaltung betreffen. Er hält es ferner nicht für sinnvoll,
mehrere Sparpakete zu schnüren und bestimmte Positionen dort wiederkehrend
aufzuführen.
Frau Priester-Büdenbender macht deutlich, dass es hier nicht darum geht,
das Arbeitspapier des Unterausschusses zu kritisieren, sondern darum, dieses
Arbeitspapier auch seinem Wortsinn nach für die weitere Diskussion zu nutzen.
Dort, wo Handlungsbedarf bestanden hat (Hagener Süden), hat die
Bezirksvertretung Eilpe/Dahl gehandelt. Frau Priester-Büdenbender erbittet die
Möglichkeit, dass an anderer Stelle, wo diese Notwendigkeit nicht oder nicht in
diesem Umfang gesehen wird, kreative Überlegungen anstellen zu können. Ziel ist
es weiterhin, 1 Mio. € einzusparen. Wie dieses Ziel erreicht wird, lässt
sich ihrer Ansicht nach erst sagen, wenn alle Fakten vorliegen.
Frau Neuhaus geht auf die Ausführungen von Herrn Dücker ein und weist darauf hin,
dass Herr Alda die FDP-Fraktion in Unterausschuss und Schulausschuss vertritt
sowie den Vorschlägen zu Schulschließungen zugestimmt hat. Sie ersucht Herrn
Dücker, sich mit seinem Fraktionskollegen zu beraten.
Beim Haupt- und Finanzausschuss handelt es sich
um den Bündelungsausschuss für die Finanzen, führt Herr Riechel den
Anwesenden vor Augen. Die Vorgaben, die der Mentor gemacht hat, befassten sich
mit der Einsparung von Kosten und nicht mit den thematischen Inhalten. Das angestrebte
Einsparziel von 1 Mio. € kann aus der Vorlage zusammengerechnet werden,
lässt sich jedoch nicht an einer Stelle mittels einer entsprechenden
Aufstellung nachvollziehen, weshalb die Vorlage anzupassen ist.
Herr Prof. Dr. Bajohr hat den Eindruck, dass einigen Anwesenden die
ernste Situation, in der sich die Stadt Hagen befindet, nicht klar ist. Würde
das 1. Sparpaket in Gänze umgesetzt, verbliebe weiterhin ein Defizit von 90
Mio. € jährlich, dass abzubauen ist. Dies gilt nur unter der Voraussetzung,
dass nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt. Er weist darauf hin, dass sich
die Finanzkrise mit geringeren Gewerbesteuer- und Gemeinschaftssteuereinnahmen
niederschlagen wird. Denkbar ist es auch, das die Kosten im Sozialbereich
ansteigen werden, sofern die Arbeitslosenzahlen sich erhöhen werden. Dies alles
kann sich defizitsteigernd auswirken. Herr Prof. Dr. Bajohr geht auf die
Dynamik ein, die die Zinsbelastung auslöst. Diese gedenkt er im Zusammenhang
mit dem anstehenden 2. Sparpaket noch einmal zu verdeutlichen. Trotz
Beschlusses über das 1. Sparpaket und auch dann, wenn das 2. Sparpaket, das ein
Volumen von rd. 40 Mio. € haben soll, beschlossen wird, wird die Stadt
Hagen weiterhin jährlich Kredite aufnehmen, die die Neuverschuldung in Höhe
eines dreistelligen Millionenbetrages steigern. Herr Prof. Dr. Bajohr macht
deutlich, dass keine Zeit besteht, um Entscheidung zu verschieben. Bezogen auf
die Schulschließungen erklärt er, dass die 1 Mio. € in Abstimmung mit
Herrn Dr. Schmidt angesetzt wurde, indem man einen Bezug zu den sinkenden
Schülerzahlen hergestellt hat. Bezogen auf die Ausführungen von Herrn Weber
erklärt er, dass man bei der Maßnahme zwar 2014 hineingeschrieben hat, dass es
sich hierbei jedoch um einen Platzhalter gehandelt hat, weil zu diesem
Zeitpunkt der zuständige Arbeitskreis noch keine klareren Aussagen treffen
konnte. Die Einsparung muss bis 2014 erbracht sein. Herr Prof. Dr. Bajohr
verdeutlicht ferner, dass keine Zeit zur Verfügung steht, indem er darauf
verweist, dass in einem Jahr der neue Rat noch nicht konstituiert ist und die
Schulschließungen dann als erste Amtshandlung auch nicht wird beschließen
wollen. Daher muss am 13.11.2008 über alle Schulen entschieden werden. Die GPA
hat festgestellt, dass es überzähligen Schulraum gibt. Die Pflichtaufgabe besteht
darin, für die vorhandenen Schüler Schulraum zur Verfügung zu stellen. Alles,
was darüber hinaus geht, stellt eine freiwillige Aufgabe dar. Ein Beschluss,
der über den Bedarf hinaus geht und freiwillige Kosten im Schulbereich auslöst,
müsste vom Oberbürgermeister beanstandet werden. Herr Prof. Dr. Bajohr erklärt,
dass zwar noch nicht im 1. Sparpaket benannt wurde, was mit den Schulgebäuden
und -grundstücken zu geschehen hat, dass jedoch deren Veräußerung zwingend
erforderlich ist. Aus dem Erlös sind die Altschulden abzutragen, damit die
Zinsbelastung sinken kann. Daher muss im Rat am 13.11.2008 ein Beschluss
gefasst werden, der ein Einsparvolumen von 1 Mio. € erbringt.
Frau Herms geht auf die Vorlage ein und erklärt, dass man im Unterausschuss bereits
eine Unterscheidung nach Schulen und dem Zeitpunkt ihrer Schließung vorgenommen
hat. So soll zunächst über die Schulen der sog. "1. Welle"
beschlossen werden und die Schulen, deren Schließung ab 2012 ansteht, soll zunächst
zurückgestellt werden. Diese Information scheint sich nach ihrer Meinung noch
nicht herumgesprochen zu haben. Man wird sich im Unterausschuss am 03.11.2008
auch mit der Frage befassen, ob man durch die Aufgabe von Pavillons Kosten
einsparen kann. Dies ist der Hintergrund dafür, dass die Sitzung des
Schulausschusses auf den 06.11.2008 verschoben wurde. Man möchte auch die
Anregungen der Bezirksvertretungen noch mit aufgreifen können. Bisher sind
seitens der Schulen noch nicht viele Anregungen geäußert worden.
Herr Gerbersmann geht auf die Aussage von Herrn Dr. Schmidt ein,
wonach bereits heute die Schülerzahlen der nächsten Jahre bekannt sind und
somit in absehbarer Zeit rd. 400 Schüler weniger vorhanden sein werden. Darüber
hinaus ist bekannt, dass man schon heute - im Vergleich mit vor einigen Jahren
- rd. 2000 Schüler weniger vorhanden sind. Seiner Ansicht nach irrt sich jeder,
der vor diesem Hintergrund die Ansicht vertritt, dass man auf die sinkende
Schülerzahl nicht mit Schulschließungen reagieren muss. Die Schließung von
Pavillons stellt eine gute Lösung dort dar, wo Kapazitäten in geringerem Umfang
abzubauen sind und nicht die Möglichkeit besteht, den Standort komplett
aufzugeben. Er weist darauf hin, dass dort, wo es möglich ist, einen Standort komplett
zu schließen, die Schließung eine deutlich nachhaltigere Wirkung entfaltet, als
eine Teilflächenreduzierung. Herr Gerbersmann geht ferner auf die sinkende
Einwohnerzahl ein. Hier ist bereits heute ein Rückgang von rd. 230.000
Einwohnern auf rd. 190.000 Einwohner zu verzeichnen. Vor diesem Hintergrund
wird man sich die heute vorhandene Infrastruktur nicht mehr leisten können. Er
verweist darauf, dass er bereits 2004 zum Thema "Demografischer
Wandel" ausgeführt hat, dass Schulen und Kindergärten zu schließen sein
werden. Man befindet sich an einem Punkt, wo keine weiteren Verschiebungen
vorgenommen werden dürfen, zumal die Schulschließungen einen Vorlauf von 4
Jahren benötigen, bis sie greifen.
Herr Marscheider hält es für erforderlich, auf Basis der Fakten
eine Entscheidung zu treffen. Die Fraktion Bürger für Hagen hat seiner Aussage
nach bereits in 2004 gemahnt, dass Veränderungen notwendig sind, wenn man
vermeiden möchte, dass ein Sparkommissar nach Hagen entsandt wird.
Herr Riechel hält es für unstrittig, dass die Infrastruktur auf vielen Gebieten der
Anpassung bedarf. Strittig ist seiner Ansicht nach jedoch, ob man die
eingesparten Mittel für eine Qualitätsverbesserung einsetzt oder damit das
Haushaltsdefizit reduziert. Er geht erneut darauf ein, dass er Art und Umfang
der Einsparungen aufgrund von Schulschließungen dargestellt haben möchte.
Ergibt sich aus der Darstellung, dass ein höherer Betrag, als 1 Mio. €
eingespart werden kann, indem man z. B. die Grundstücksverkäufe hier noch mit
einrechnet, so möchte Herr Riechel wissen, ob man dann nicht in Höhe der
Überschreitung des Einsparziels Überlegungen zur Qualitätssicherung anstellen
kann.
Herr Röspel erklärt, dass das Thema der Schulschließungen über die Presse und die
Benennung der 10 Schulen eine falsche Richtung in der Diskussion eingeschlagen
hat. Er geht weiter auf die Arbeit des Unterausschusses ein, der 5 - 6 Schulen
zur Schließung in einer 1. Welle sieht und in einer 2. Welle nun keine Schule
mehr namentlich benennt. Dies führt, bezogen auf die 2. Welle, dazu, dass man
dann die Diskussion wieder neu aufnimmt. Jetzt geht es zunächst konkret um die
Schulen Spielbrink, Goethe, Vincke, Reh und 2 Schulen im Volmetal. Sucht man
sich hier die entsprechenden Betriebskosten und Flächen aus den Aufstellungen
heraus, kommt man schnell zu einer Summe von 1 oder 1,1 Mio. €. Von
dieser Basis ist seiner Ansicht nach auszugehen. Hätte man dies konsequent
getan, so hätte man viel Aufregung im Stadtgebiet vermeiden können.
Herr Oberbürgermeister Demnitz erklärt aufgrund des Diskussionsverlaufs, dass
für ihn erkennbar wird, dass der Wunsch des Haupt- und Finanzausschusses
besteht, heute keine Entscheidung treffen zu wollen, sondern diese auf den Rat
am 13.11.2008 verschieben zu wollen.
Herr Dr. Ramrath bittet darum, dass pro Schule ein Datenblatt
erstellt wird, welches die Einspareffekte darstellt und auch über die
betriebswirtschaftlichen Risiken Auskunft gibt, die die Einsparungen mindern
könnten. Sollte es weitere Aspekte geben, die bei der jeweiligen Schule
berücksichtigt werden sollten, so sollten diese ebenfalls auf dem betreffenden
Datenblatt ausgewiesen werden.
Herr Dr. Schmidt sichert die Erstellung der Datenblätter für die
betroffenen Schulen unter der Voraussetzung zu, dass die Erstellung der Datenblätter
erst für die Ratssitzung am 13.11.2008 erfolgen muss.
Herr Dücker möchte die Verwaltung beauftragen, die Argumente aufzubereiten, wobei er
nicht auf Formalargumente abstellt, weil es diese seiner Ansicht nach nicht
gibt. Er hält es für leicht, die Veräußerung der Grundstücke der zu
schließenden Schulen zu fordern, jedoch für schwerer, diese Veräußerung bei der
heutigen Marktlage auch zu realisieren, ohne einen Verkauf unter Wert
vorzunehmen.
Herr Glaeser erklärt, dass der Rat entschieden hat, dass die Bezirksvertretungen bei
den Schulschließungen mit einzubeziehen sind. Die Aussagen von Herrn Riechel
und Herrn Dr. Ramrath zeigen seiner Auffassung nach die Schwächen der
Verwaltungsvorlage. Herr Glaeser hält es für hilfreich, wenn es gelingen würde,
die Darstellung zumindest als Tischvorlage in die Sitzung der Bezirksvertretung
Mitte am 04.11.2008 und die der anderen Bezirksvertretungen einzuspeisen.
Nach dem Diskussionsverlauf stellt sich Herrn
Weber die Frage nach dem, was der Haupt- und Finanzausschuss heute zu
beschließen hätte. Er möchte wissen, ob es sich hier um den Beschlussvorschlag
der Verwaltungsvorlage oder um die Schulen der 1. Welle handeln würde.
Herr Dr. Schmidt erklärt, dass er empfehlen würde, die
Diskussionen im Unterausschuss und den Bezirksvertretungen noch mitzunehmen und
die Entscheidung dann im Rat zu treffen.
Herr Oberbürgermeister Demnitz stellt fest, dass Einvernehmen besteht, die
Beschlussfassung auf den Rat am 13.11.2008 zu verschieben.
Beschluss:
Auf Grundlage des § 81 des Schulgesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen (Schulgesetz NRW – SchulG) werden folgende schulorganisatorische Einzelmaßnahmen beschlossen:
1. Die Grundschule Spielbrink wird beginnend ab dem Schuljahr 2009/2010 auslaufend aufgelöst. Als Nachfolgeschule wird die Grundschule Friedrich-Harkort bestimmt.
2. Die Gemeinschaftsgrundschule Erwin-Hegemann wird beginnend ab dem Schuljahr 2009/2010 auslaufend aufgelöst. Als Nachfolgeschule wird die Gemeinschaftsgrundschule Funckepark bestimmt.
3. Die Gemeinschaftsgrundschule Vinckeschule wird beginnend ab dem Schuljahr 2009/2010 auslaufend aufgelöst. Als Nachfolgeschule wird die Gemeinschaftsgrundschule Helfe bestimmt.
4. Die Gemeinschaftsgrundschule Reh wird beginnend ab dem Schuljahr 2009/2010 auslaufend aufgelöst. Als Nachfolgeschule wird die Gemeinschaftsgrundschule Im Kley bestimmt.
5. Die Gemeinschaftshauptschule Dahl wird beginnend ab dem Schuljahr 2009/2010 auslaufend aufgelöst. Als Nachfolgeschule wird die Gemeinschaftshauptschule Remberg bestimmt. Nach Auflösung der Hauptschule Dahl soll das Schulgebäude durch den Grundschulverbund Volmetal (bisher Grundschule Dahl und Grundschule Rummenohl) als Schulstandort genutzt werden. Die beiden bisherigen Grundschulstandorte in Dahl und Rummenohl werden dadurch frei. Ergänzend soll die Verwaltung prüfen, ob eine zusätzliche Unterbringung der Förderschule Erich-Kästner (Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache) im Gebäude der Gemeinschaftshauptschule Dahl möglich ist.
6. Die Gemeinschaftsgrundschule Kückelhausen wird beginnend ab dem Schuljahr 2012/2013 auslaufend aufgelöst. Als Nachfolgeschule wird die Gemeinschaftsgrundschule Hestert bestimmt.
7. Die Gemeinschaftsgrundschule Boloh wird beginnend ab dem Schuljahr 2012/2013 auslaufend aufgelöst. Als Nachfolgeschule wird die Gemeinschaftsgrundschule Emst bestimmt.
8. Die Gemeinschaftsgrundschule Regenbogen wird beginnend ab dem Schuljahr 2012/2013 auslaufend aufgelöst. Als Nachfolgeschule wird die Gemeinschaftsgrundschule Heideschule Hohenlimburg bestimmt.
9. Die katholische Grundschule Overberg wird beginnend ab dem Schuljahr 2012/2013 auslaufend aufgelöst. Als Nachfolgeschule wird die katholische Grundschule Goethe bestimmt.
10. Die Gemeinschaftshauptschule Heubing wird beginnend ab dem Schuljahr 2012/2013 auslaufend aufgelöst. Als Nachfolgeschule wird die Gemeinschaftshauptschule Ernst-Eversbusch bestimmt.
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Abstimmungsergebnis: |
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X |
Die Beschlussfassung wird auf die Ratssitzung am 13.11.2008 verschoben. |
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Dafür: |
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Dagegen: |
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Enthaltungen: |
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
1,2 MB
|
