18.09.2008 - 6.4 Satzung über Erlaubnisse und Gebühren für Sonde...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.4
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 18.09.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 66 Fachbereich Planen und Bauen für Grün, Straßen und Brücken
- Bearbeitung:
- Dieter Althaus
- Beschluss:
- vertagt
Wortprotokoll
Herr Weber erklärt, dass die SPD-Fraktion eingehend über die Notwendigkeit der Satzung
beraten hat. Mit der hier vorgesehenen Überarbeitung der Sondernutzungssatzung
wird keinerlei Nutzung des öffentlichen Straßenraums mehr gebührenfrei sein.
Hier wird dann auch eine Überwachung erforderlich sein. Es besteht die Sorge,
dass eine Überwachung aufgrund Personalmangels nicht umsetzbar sein wird. Es
ist auch nicht nachzuweisen, dass über diesen Nachtrag Mehreinnahmen generiert
werden können. Die Intention der Verwaltungsvorlage ist seiner Ansicht nach, in
der Hagener Innenstadt - wo insbesondere auch von der Bezirksvertretung
Hagen-Mitte Probleme gesehen werden - eine Neuordnung der Fußgängerzone zu
erzielen. Die SPD-Fraktion ist hier der Ansicht, dass eine Neuordnung auch ohne
diese Satzung erfolgen kann. Mit dem Nachtrag zur Sondernutzungssatzung träte
in den Stadtteilen die Situation ein, dass kein Einzelhändler mehr gebührenfrei
z. B. eine Obstauslage errichten könnte. In Randbereichen wäre es ferner gar
nicht mehr möglich, Außenauslagen vorzunehmen oder Ständer aufzustellen, weil
hier die Bürgersteige nicht 1,50 m breit sind. Daher wird die SPD-Fraktion hier
ablehnen. Ferner bittet Herr Weber darum, die Verwaltungsvorlage von der
Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses zu nehmen oder sie in 1. Lesung
zu beraten, da die Bezirksvertretung Haspe noch nicht abschließend beraten hat.
Herr Weber kann nachvollziehen, dass die Bezirksvertretung Hagen-Mitte
Regelungen für die Innenstadt wünscht, obwohl es in den letzten 20 Jahren nicht
gelungen ist, die Innenstadt autofrei zu bekommen und er die Sorge hat, dass
man diese auch nicht "passantenstopperfrei" bekommen wird. Er schlägt
vor, dass eine Regelung gesucht werden sollte, die sich auf den reinen
Fußgängerzonen-Innenstadtbereich bezieht, zumal er für die anderen Bereiche der
Stadt keinen Regelungsbedarf erkennen kann und bittet um die Erstellung eines
anderen Entwurfs.
Herr Thielmann erklärt im Namen der FDP-Fraktion die Ablehnung zum hier vorliegenden
Entwurf eines II. Nachtrags zur Sondernutzungssatzung und begründet dies mit
der hier vorliegenden Überregulierung. Seiner Ansicht nach schwingt hier mit,
dass man zusätzliche Einnahmen zur Haushaltskonsolidierung erzielen möchte und
plädiert - genau wie Herr Weber - für Nachbesserung.
Herr Strüwer hält es für erforderlich, sich mit der Sinnhaftigkeit der Regelung
auseinander zu setzen. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die bereits
geführten und noch zu führenden Diskussionen über die Personalaufstockung z. B.
im Gesundheits- und Sozialbereich, die sich die Stadt nicht leisten kann. Im
Falle dieses II. Nachtrags kann sich Herr Strüwer nicht vorstellen, dass eine
kostenneutrale Regelung möglich ist. Bisher ist man ohne diese ausgekommen. Er
verweist darauf, dass es schwerwiegendere Probleme zu lösen gilt.
Die Bezirksvertretung Hagen-Mitte sieht diese
Regelung im Kontext mit der Neugestaltung der Hagener Innenstadt, erklärt Herr
Bezirksbürgermeister Glaeser, die sehr gelungen ist. Es ist nicht
vorgesehen, die Dreieckständer explizit entfernen zu lassen, sondern es erfolgt
von einzelnen Geschäften eine Überstrapazierung mit der Darstellung ihrer
Waren. Herr Glaeser weist darauf hin, dass diese Darstellung in den entsprechenden
Läden unter Zahlung hoher Mieten erfolgen müsste und von diesen einzelnen Geschäftsinhabern
vor die Tür verlagert wird. Er bittet daher die Verwaltung, dem Wunsch von
Herrn Weber zu entsprechen und zu prüfen, inwieweit für die Hagener Innenstadt
eine juristisch einwandfreie Regelung gefunden werden kann.
Herr Röspel erklärt, dass sich die Politik stetig gegen Bürokratismus und
Regulierungswut wehrt. Der gang durch die Innenstadt zeigt Herrn Röspel, dass
kaum ein Geschäft die Außenwerbung in der kritisierten Form im Übermaß
betreibt. Er geht davon aus, dass dies vorzugsweise kleine Läden tun, wobei er
grundsätzlich froh ist, dass es diese kleinen Läden noch gibt. Seiner Ansicht
nach ist die Situation mit den Fahrzeugen in der Innenstadt wesentlich
schlimmer. Hier sollte dringend eine Regulierung erfolgen.
Herr Oberbürgermeister Demnitz fasst zusammen, dass von Herrn Weber der
Vorschlag im Raum steht, die Regelung noch einmal zu überdenken. Schiebt man
den Punkt ohne Beschlussfassung um eine Beratungsrunde, so erwartet Herr
Oberbürgermeister Demnitz dann auch konkrete Regelungsvorschläge.
Bedenken, unter dieser Maßgabe nicht zu
beschließen, gibt es nicht.
