16.04.2008 - 6.17 Festsetzung der Theater- und Konzertpreise ab S...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Herr Weber kann unter Berücksichtigung des Actori-Gutachtens eine Preiserhöhung in 4 Stufen nicht nachvollziehen. Es wurde in dem Gutachten dargestellt, dass es erforderlich ist, auch hier zu einer vernünftigen Preisgestaltung zu kommen. Herr Weber verweist auf die Diskussion um die Erhöhung der Preise bei der Musikschule um 15 % und erklärt, dass er eine solche Preiserhöhung ab der Spielzeit 2008/2009 auch beim Theater für angemessen erachtet. Sein Gespräch mit den Ballettfreunden vor einigen Tagen hat erbracht, dass auch diese Verständnis dafür aufbringen, dass für eine gute Leistung auch gutes Geld zu bezahlen ist. Herr Weber bringt hier auch den Vergleich mit den Preisen, die in Musicaltheatern verlangt werden, ins Gespräch. Daher beantragt Herr Weber im Namen der SPD-Fraktion, ab der Spielzeit 2008/2009 eine Preiserhöhung über alles von 15 %. Eine solche Erhöhung hält er für zumutbar. Seiner Ansicht nach werden diejenigen, die bisher ermäßigte Karten in Anspruch nehmen konnten, keine Nachteile dadurch erleiden. Herr Weber kann nicht nachvollziehen, wie die Vorteilskarte Märkische Bank mit einer Rabattierung belegt ist. Er stellt sich die Frage, ob die Märkische Bank die Rabattierung von 20 % direkt überweist (Stichwort: Sponsoring). Die Volksbühne und der Theaterring erhalten eine Rabattierung von 35 %, die für ihn nicht nachvollziehbar und somit erläuterungsbedürftig ist.

 

Herr Thielmann stimmt in weiten Teilen den Ausführungen von Herrn Weber zu. Bevor hier ein Beschluss gefasst wird, sollte seiner Ansicht nach jedoch festgelegt werden, dass der am 17.04.2008 tagende Kultur- und Weiterbildungsausschuss maßgeblich in der Frage beteiligt werden muss. Herr Thielmann kann sich eine Erhöhung der Theaterpreise in einer Größenordnung von 20 % vorstellen, wobei er diese in zwei Stufen - 10 % zur Spielzeit 2008/2009 und 10 % zur Spielzeit 2009/2010 - vornehmen würde. Hier bittet er allerdings die Verwaltung darauf zu achten, dass gerundete Beträge entstehen.

 

Im Namen der CDU-Fraktion erklärt Herr Röspel, dass man eine 15 %ige Erhöhung im Abonnementbereich in einem Schritt für zu hoch erachtet. Er schlägt daher vor, die Tageskarten ab der Spielzeit 2008/2009 um 15 % zu erhöhen. Die Abonnementpreise sollten in 2 Stufen - 7,5 % zur Spielzeit 2008/2009 und 7,5 % zur Spielzeit 2009/2010 - erhöht werden. Hier sollte berücksichtigt werden, dass es sich beim Abonnentenstamm nicht nur um ein älteres Klientel handelt, sondern man auch junge Leute für das Theater zu gewinnen versucht. Herr Röspel empfiehlt, heute nicht zu beschließen, sondern zunächst die Vorberatung im Kultur- und Weiterbildungsausschuss durchzuführen und im Rat dann eine Entscheidung zu treffen.

 

Herr Marscheider stimmt im Namen der Fraktion Bürger für Hagen dem Vorschlag zu, zunächst die inhaltliche Abwägung im Kultur- und Weiterbildungsausschuss vorzunehmen und zu versuchen, eine einvernehmliche Lösung bis zur Ratssitzung am 08.05.2008 zu erzielen.

 

Frau Machatschek bittet zu betrachten, wie sich eine Erhöhung der Abonnementpreise auf die einzelne Veranstaltung umgerechnet auswirken wird. Für ihr eigenes Abonnement wird sich die Erhöhung auf 2 €/Veranstaltung belaufen.

 

Die Erhöhung der Theaterpreise - auch im Abonnement - werden von Herrn Asbeck befürwortet. Es darf dabei jedoch nicht aus den Augen verloren werden, dass man höhere Einnahmen erzielen möchte und gleichzeitig verhindern muss, dass Theaterbesucher ihre Abonnements kündigen. Die Abonnements stellen für das Theater eine kontinuierliche Einnahme und somit ein Fundament, von dem aus fest geplant werden kann, dar. Über diesen Weg werden auch solche Vorstellungen finanziert, die ansonsten möglicherweise nicht zur Aufführung gelangen würden, weil hier nicht mit einem großen Ticketabsatz gerechnet werden kann. Die Gefahr des Wegbrechens von Einnahmen je nach Art und Umfang der Erhöhung der Preise wurde auch im Actori-Gutachten gewürdigt, so der Hinweis von Herrn Asbeck. Er hält daher eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dieser Frage im Kultur- und Weiterbildungsausschuss für geboten. In den teureren Preiskategorien des Abonnements kann sich eine deutliche Erhöhung der Preise schnell auf 100 € pro Paar belaufen. Herr Asbeck plädiert daher erneut gegen eine zu drastische Vorgehensweise.

 

Herr Schöne erläutert, dass ein "junges Abo" etabliert werden soll, um junge Leute als Abonnementkunden zu gewinnen. Hier handelt es sich um einen Vorschlag aus dem Actori-Gutachten, der zu Beginn der neuen Spielzeit bereits umgesetzt wird. Bezogen auf die Theaterpreise in anderen Häusern teilt er mit, dass man im Aalto-Theater in Essen für eine Opernvorstellung in einer guten Kategorie rd. 38 € bezahlt. In Hagen kostet dies 36,40 €. Unter Bezugnahme auf die Fragen, die Herr Weber gestellt hat, teilt Herr Schöne mit, dass die Volksbühne seit 40 Jahren ganze Vorstellungen aufkauft und dabei auf Termine zurückgreift, die schlecht zu vermarkten sind. Die Rabattierung liegt hier in einem normalen Rahmen. Der Theaterring nimmt ebenfalls seit geraumer Zeit insbesondere Sonntagstermine, die ebenfalls nicht gut zu vermarkten sind. Dabei wird immer fast eine ganze Vorstellung aufgekauft. Es wird eine Rabattierung in der Größenordnung, wie diese auch bei Abonnements gegeben ist, gewährt. Zur Steigerung der Einnahmen in 4 Stufen, wie dies seitens der Verwaltung vorgeschlagen wird, geht Herr Schöne auf das Actori-Gutachten und den Vorlauf ein, den die Preisgestaltung seit der Beschlussfassung über die Einsparungen im letzten Jahr genommen hat. Man hat hier die Einzelkartenpreise bereits angehoben (der Abonnementverkauf lief zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bereits) und auch die Einstufung der einzelnen Stücke in bestimmte Preiskategorien verändert. Hier hat ein Aufstieg bei den Preisen um 2 - 3 Gruppen stattgefunden. Wie sich dies prozentual bereits heute darstellt, wird Herr Schöne für die Sitzung des Kultur- und Weiterbildungsausschusses und des Rates zur Verfügung stellen.

 

Lediglich der Theaterring kann von Herrn Weber als ermäßigter Bereich in der Verwaltungsvorlage wiedergefunden werden. Die Volksbühne ist für ihn nicht aufzufinden, es sei denn, es handelt sich hier um die Kulturgemeinde. Bezogen auf die Ausführungen von Herrn Asbeck weist Herr Weber darauf hin, dass der Verkauf von Abonnements sich grundsätzlich rückläufig gestaltet und die Tendenz deutlich zu Einzelkarten geht. Weil dieses Verhalten zu beobachten ist, muss die Abonnementbindung verstärkt werden, wobei jedoch versucht werden muss, vernünftige Preise für eine gute Leistung zu erzielen. Hier muss mehr Geld akquiriert werden, damit der Zuschussbedarf des Theaters gesenkt werden kann.

 

Herr Schöne teilt zu den Vorteilskarten Märkische Bank mit, dass hier ein Sponsoringvertrag besteht, wodurch das Theater einen Zuschuss für das Kinder- und Jugendtheater erhält. Die Volksbühne firmiert in der Verwaltungsvorlage unter "Eintrittspreise Kulturgemeinde".

 

Herr Oberbürgermeister Demnitz stellt fest, dass Einvernehmen dahingehend besteht, im Haupt- und Finanzausschuss keinen Beschluss zu fassen, die inhaltliche Beratung durch den Kultur- und Weiterbildungsausschuss vornehmen zu lassen und dieses Ergebnis für die Beschlussfassung in den Rat einzuspeisen.

 

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Beschluss:

 

Gemäß § 41 Abs. 1 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen in der Fassung der Bekanntmachung vom 14.7.1994 (GV.NRW S. 666/SGV. NRW 2023), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 09.10.2007 (GV.NRW S. 380/SGV NRW 2023), werden die Eintrittspreise und allgemeinen Bestimmungen für Theater- und Konzertveranstaltungen mit Wirkung vom 1.8.2008, wie in den Anlagen 1-6 dargestellt, festgesetzt.

 

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Abstimmungsergebnis:

X

Die Beschlussfassung wird auf den Rat am 08.05.2008 verschoben. Die Diskussionsgrundlagen des Haupt- und Finanzausschusses werden an den Kultur- und Weiterbildungsausschuss übermittelt.

 

Dafür:

 18

Dagegen:

 0

Enthaltungen:

 0

 

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Anlagen zur Vorlage