18.12.2008 - 6 Anfragen gemäß § 18 der Geschäftsordnung des Rates
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 18.12.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Bevor die nachfolgenden Anfragen gestellt werden,
teilt Herr Oberbürgermeister Demnitz dem Rat mit, dass er im Namen der
Stadt Hagen ein Memorandum zur Gemeindefinanzpolitik unterschrieben habe.
Herr Gerbersmann ergänzt, dass das Memorandum, welches als Anlage 12 Gegenstand der Niederschrift
ist, Forderungen der Städte des Ruhrgebiets und des Bergischen Landes zur
Gemeindefinanzpolitik enthalte, um Wege aus der Schuldenfalle zu dokumentieren.
Es handele sich hierbei um eine bemerkenswerte Analyse, deren Inhalte auch
Kompromisslösungen aufzeichnen. Rund 30% aller Kassenkredite Deutschlands lägen
im Ruhrgebiet. Dies zeige, dass strukturelle Probleme im Ruhrgebiet und im bergischen
Städtedreieck vorliegen würden, die nicht unbedingt hausgemacht seien. Die
Unterzeichner des Memorandums hätten sich darauf verständigt einige Kernforderungen,
wie z.B. die aufgabenangemessene Finanzausstattung, aufzustellen. In Zusammenarbeit
mit Herrn Prof. Dr. Junkernheinrich wurde ein sogenanntes Haushaltssicherungsviereck
erarbeitet, welches zum einen klare Regeln für die Kommunen beinhalte und zum
anderen auch die Hilfe des Landes erforderlich mache. Weitere Eckpunkte seien eine
unabhängige Haushaltsaufsicht und ein entsprechender Generationsbeitrag in Form
von erhöhten Steuersätzen für die Kommunen.
Herr Oberbürgermeister Demnitz merkt am Rande der Sitzung an, dass die für
morgen geplante Sitzung des Verwaltungsrates der Stadtentwässerung Hagen
aufgrund der heute gefassten Beschlussfassung des Rates nicht stattfinden
werde.
Frau Kingreen bezieht sich auf die Schadstoffbelastung der Heinrich-Heine-Realschule
und hätte sich von der Verwaltung in dieser Angelegenheit eine Stellungnahme gewünscht.
Die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen werde Herrn Oberbürgermeister Demnitz
nach der Ratssitzung einen entsprechenden Fragenkatalog zur Beantwortung einreichen.
Hinweis des Schriftführers: Der Fragenkatalog ist
als Anlage 13 Gegenstand der Niederschrift.
Herr Dr. Bleicher erinnert daran, dass er sich im Umweltausschuss
sehr intensiv und detailliert in dieser Angelegenheit geäußert habe. Die Lehrer
der in Rede stehenden Schule seien ebenfalls angehört und in die Diskussion mit
einbezogen worden. Im Anschluss habe die Verwaltung in der Schadstoff AG, in
der alle Fachgremien vertreten sind, und im Verwaltungsvorstand eine
Vorgehensweise festgelegt, die am Mittwoch, den 17.12.2008 der Öffentlichkeit
bekannt gegeben wurde. Diese würde vorsehen, dass in den Schulferien verstärkt
gelüftet und geheizt werde, damit eine Ausdünstung erfolgen könnte. Ergänzend
würden weitere Untersuchungen durchgeführt, um am 12. Januar mit dem
Umweltausschuss und unter Beteiligung eines Toxikologen vom Hygieneinstitut Gelsenkirchen
über das weitere Geschehen zu diskutieren.
Herr Jochen Weber hinterfragt, ob es sich nicht um einen Mangel
handeln würde, wenn einige Monate nach einer Fußbodenverlegung immer noch
Ausgasungen in Verbindung mit einer Geruchsbelästigung stattfinden würden. Es
stelle sich die Frage eines Gewährleistungsanspruchs.
Herr Dr. Bleicher verweist auf die bestehenden Gutachten von Herrn
Prof. Kieper, wonach vom Bodenbelag keine Richtwerte überschritten seien.
Auf der Grundlage dieser Gutachten sei es schwierig Gewährleistungsansprüche geltend
zu machen. Gleichwohl prüfe die Verwaltung auch diese Variante und stehe mit
dem Hersteller des Fußbodens im Kontakt.
Herr Thielmann äußert sein Unverständnis darüber, dass die Verwaltung Bodenbeläge
ausschreibe die im Verdacht einer Ausgasung stehen würde. Gegebenenfalls sei es
sinnvoll wieder auf Linoleumböden zurückzugreifen. Darüber hinaus bittet Herr
Thielmann um eine Auskunft zum aktuellen Stand des Servicezentrums
Wirtschaft und der Neukonzeption der Wirtschaftsförderung. Zusätzlich fragt Herr
Thielmann nach, inwieweit sich die Verwaltung mit der Thematik
„Böhfeld“ noch beschäftige.
Herr Oberbürgermeister Demnitz geht davon aus, dass das in den Endzügen
stehende komplexe Konzept zum Servicezentrum Wirtschaft und der
Wirtschaftförderung, in der ersten Ratssitzung im neuen Jahr vorgestellt werde.
Die Frage zum Thema „Böfeld“ werde schriftlich beantwortet.
Herr Dr. Schmidt entgegnet gegenüber Herrn Thielmann, dass
Linoleumböden in Schulen nicht mehr zulässig seien. Heute würden in Schulen
Kautschukböden verwendet. Die Verwaltung gehe im bestehenden Fall davon aus,
dass über einen bestimmten Zeitraum die Ausgasungen sich einstellen werden.
Frau Kuschel-Eisermann bezieht sich auf eine Vereinbarung des
Umweltausschuss, wonach mit Einführung der sogenannten „Blauen
Tonne“ über die Abschaffung von Altpapiercontainerstandorte zunächst
diskutiert werden sollten. In diesem Zusammenhang möchte Frau
Kuschel-Eisermann wissen, warum in Hagen-Holthausen ein kompletter Standort
ohne Information aufgelöst wurde. Die Antwort könnte Ihr schriftlich oder auch
im nächsten Umweltausschuss mitgeteilt werden.
Herr
Oberbürgermeister Demnitz
sichert eine schriftliche Antwort zu.
Herr Kayser fragt im
Zusammenhang mit dem Fußbodenbelag der Heinrich-Heine-Schule nach, ob die Stadt
auch Kontakt zu dem Werk halte, welches den Fußboden verlegt habe. Weiter
bittet Herr Kayser um die Aufstellung einer worst case Kostengegenüberstellung,
die auch die Verlagerung von Kindern in eine andere Schule berücksichtigt.
Herr Oberbürgermeister Demnitz wird die von Herrn Kayser gestellten Fragen im Zusammenhang mit
dem von der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen angekündigten Fragenkatalog
aufgreifen.
Herr Hoffmann bestätigt
auf Anfrage von Herrn Dr. Ramrath, dass im Zusammenhang mit der
Zulässigkeit des Bürgerbegehrens zur Schulfrage eine auftragsgemäße Klage
eingereicht wurde. Die Klageschrift werde den Fraktionen unverzüglich zur
Kenntnisnahme zugeleitet.
