18.12.2008 - 5.2 Reduzierung des Zuschusses an die Hagener Verso...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5.2
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 18.12.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- OB/BC Beteiligungscontrolling
- Bearbeitung:
- Jürgen Reiß
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Hammer erklärt für die Fraktion Bürger für Hagen, dass weitere Kürzungen im Bereich
des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) für die Stadt Hagen nicht tragbar
und den Bürgerinnen und Bürger nicht zuzumuten seien. Darüber hinaus werde aufgrund
möglicher weiterer Einsparungen in diesem Bereich, die Hagener Straßenbahn AG
in Ihrer Substanz erheblich gefährdet. Als Oberzentrum und Einkaufsstadt sei
ein gut funktionierender ÖPNV unumgänglich. Die Fraktion Bürger für Hagen werde
der Verwaltungsvorlage nicht zustimmen.
Herr Ludwig bezieht sich in seiner Berichterstattung auf die konstruktive Zusammenarbeit
seiner Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen in den zu diesem Thema verschiedenen
eingerichteten Arbeitsgruppen. Grundsätzlich werde die Fraktion Bündnis 90/ Die
Grünen die in der Vorlage aufgeführten Kürzungen nicht mittragen. Herr
Ludwig begründet diese Einstellung damit, dass im Sommer 2008 bereits 2
Millionen Euro in diesem Bereich eingespart wurden und sich weitere
Einsparungen noch negativer auf die Bürgerinnen und Bürger auswirken werden.
Die veränderte Altersstruktur durch den demographischen Wandel, die Zunahme des
Individualverkehrs sowie die Benzinkostenerhöhung dürfe im Rahmen eines
Abwägungsprozesses nicht außen vor gelassen werden. Die Fraktion Bündnis 90/
Die Grünen fordern aus diesem Grund: Keine weiteren Einschränkungen im
Liniennetz der Hagener Straßenbahn, keine weiteren Veränderungen in der
Erschließungstiefe von Wohngebieten, weitere kurze Wege zu den Haltestellen,
ausreichende Taktfrequenzen, aktive Umsteigemöglichkeiten und keine Einschränkungen
im Sonntag- bzw. Freizeitverkehr.
Herr Dr. Bücker hält eine Reduzierung des ÖPNV in unserer Stadt für kontraproduktiv und
erinnert an die bestehende Feinstaubproblematik. Herr Dr. Bücker wird
dem Beschluss zu dieser Vorlage ablehnen.
Herr Jochen Weber erinnert an die Diskussion zum ersten Sparpaket
und der darin aufgeführten Einsparsumme in Höhe von 2,5 Millionen Euro für den
ÖPNV. Zu diesem Zeitpunkt sei deutlich gewesen, dass der Rat einige Entscheidungen
im Bereich des ÖPNV zu treffen habe. Die Einsparsumme in Höhe von 2 Millionen
Euro im internen Bereich des Unternehmens sei anerkennenswert, zeige aber auch,
dass dann die Grenze des Zumutbaren erreicht sei. Die SPD-Fraktion werde diesem
Sparpaket mit den eingebrachten Änderungen, die in den Stadtbezirken mit den
Bürgerinnen und Bürgern besprochen wurden, zustimmen. Der Bereich der Sonn- und
Feiertagsverkehre in einer Größenordnung von 500.000 Euro müsste allerdings
noch mal nachgearbeitet werden.
Herr Röspel sieht den Rat der Stadt mit seiner heutigen Entscheidung über die
Realisierung von mehr als zwei Millionen Euro und die Beauftragung weiterer 0,5
Millionen Euro Einsparsummen im Bereich des ÖPNV wieder auf einen
Sanierungskurs. Dennoch gelte die Devise mit Augenmaß und Sensibilität zu
handeln, um den Bedürfnissen der einzelnen Personengruppen gerecht zu werden.
In einer gründlichen und intensiven Debatte sei von allen Beteiligten eine gute
Arbeit geleistet worden. Trotz der miteinhergehenden Nachteile, sei der
eingeschlagene Weg, die städtischen Ausgaben den zur Verfügung stehenden
Einnahmen anzupassen, alternativlos. Für die CDU-Fraktion sei mit der heutigen
Beschlussfassung das Ende eines möglichen Einsparvolumens im Bereich des ÖPNV
erreicht.
Für die Fraktion Die Linke. teilt Herr
Sondermeyer mit, dass seine Fraktion die Beschlussfassung zu den
Einsparungen im ÖPNV ablehnen werde. Der jetzige Stand im Bereich des ÖPNV
sollte erhalten bleiben.
Herr Thielmann sieht ebenfalls keine andere Möglichkeit, als dass die FDP-Fraktion den
schmerzhaften Einschränkungen im Bereich des ÖPNV zuzustimmen werde.
Herr Manfred Weber teilt anhand der Buslinie 514 mit, auf welche
Einschränkungen die Bürgerinnen und Bürger sich einstellen müssten.
Herr Asbeck verdeutlicht, dass ein Konzept erarbeitet wurde, welches den
Öffentlichen Personennahverkehr in Hagen mit einem vernünftigen Angebot
sicherstelle. Im Entscheidungsprozess sei die Öffentlichkeit frühzeitig mit
eingebunden worden. Die Verwaltungsvorlage wurde in den Bezirksvertretungen und
in den verschiedenen Arbeitskreisen im Vorfeld beraten. Die dabei entstandenen
Änderungen seien mit den Fachleuten beraten worden und inhaltlich der
Verwaltungsvorlage hinzugefügt. Das Endergebnis sei sachgerecht und nach außen
hin vertretbar.
Herr Grzeschista schließt sich den Ausführungen von Herrn
Asbeck an und hält das Konzept gegenüber den Bürgerinnen und Bürger für
zumutbar.
Herr Riechel sieht auch die Notwendigkeit des Sparens und erachtet die Anpassung des
ÖPNV an die demographische Entwicklung als wichtig und unerlässlich, hält aber das
für heute zu setzende Signal für falsch. Durch eine attraktive Standortpolitik
müsste versucht werden junge Familien in Hagen anzusiedeln. Durch eine stetige
Reduzierung des ÖPNV gehe die Attraktivität einer großen Stadt verloren, zumal
der Standortfaktor bei der Stellensuche eine wesentliche Rolle spielen würde. Weiterhin
müsste berücksichtigt werden, dass die ältere Generation sehr stark auf den
ÖPNV angewiesen sei. Darüber hinaus sei es erforderlich die Umweltbelastung in
Hagen und damit den Individualverkehr, durch die Aufrechterhaltung eines guten
ÖPNV Angebotes, zu reduzieren.
Herr Oberbürgermeister Demnitz lässt über den Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses
abstimmen.
Hinweis des Schriftführers: Ein Antrag der
Schulpflegschaft der Fritz-Steinhoff-Gesamtschule Hagen und eine Stellungnahme
der Hagener Jugendräte zur Reduzierung des ÖPNV sind als Anlagen 5 + 6 der Niederschrift beigefügt.
Beschluss:
Der Beschlussvorschlag der Verwaltung aus der
Vorlage 0816/2008 wird durch folgenden Beschlussvorschlag ersetzt:
1. Dem Vorschlag zur
weiteren Einsparung beim Leistungsangebot der Hagener Straßenbahn AG in Form der Empfehlungen aus den einzelnen
Stadtbezirken wird mit folgenden
Veränderungen zugestimmt:
Bezirk
Mitte: Linie 527 Innenstadt – Ischeland 60–Minuten-Takt statt
30–Minuten- Takt Bezirk Nord:
Beibehaltung der Linienführung 514 / 534 wie im ursprünglichen Verwaltungsvorschlag.
Das
Einsparpotential beläuft sich damit auf 2,07 Mio. €.
Auf
dieser Grundlage werden die erforderlichen Abstimmungen mit den benachbarten Gebietskörperschaften und
Verkehrsunternehmen sowie dem Zweckverband
VRR durchgeführt.
2.
Der zum Sparpaket, in dem ein Volumen von 2.52 Mio. € beschlossen wurde, fehlende Betrag ist durch weitere
Maßnahmen (ÖPNV-Bevorrechtigung, Schülerverkehre,
Sonn- und Feiertagsverkehr, Parallelverkehre) zu erreichen.
3. Die
Umsetzung des Beschlusses zu 1. erfolgt zum Sommerfahrplan 2009, die Umsetzung des Beschlusses zu 2.,
sofern Auswirkungen auf den Fahrplan bestehen,
zum Winterfahrplan 2010, ansonsten ab Anfang des Jahres 2010.
4. Die
Verwaltung wird beauftragt, unter Beachtung der reduzierten Verkehrsleistungen im ÖPNV den
Nahverkehrsplan fortzuschreiben bzw. neu aufzustellen.
Die Umsetzung der Vorlage erfolgt bis zum
30.06.2009
Anlagen zur Vorlage
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Anlagen
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