16.10.2008 - 5.11 Mitgliedschaft der Stadt Hagen im Regionalverba...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5.11
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 16.10.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- OB/BC Beteiligungscontrolling
- Bearbeitung:
- Dieter Althaus
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Oberbürgermeister Demnitz fasst zusammen, dass die bisherige Diskussion in
dieser Angelegenheit zum einen sehr sachlich, aber auch emotional geführt
wurde. Die vorliegende Verwaltungsvorlage enthalte alternative
Beschlussvorschläge, weil bei der Erstellung der Vorlage noch nicht
abschließend alle Informationen vorgelegen hätten. Herr Oberbürgermeister
Demnitz erinnert erneut an die geographische Verbundenheit zum Ruhrgebiet
und spricht sich deutlich für die Mitgliedschaft im Regionalverband Ruhr (RVR)
aus. In einer kleiner werdenden globalen Welt würden die wichtigen Impulse von
den Metropolen ausgehen.
Auch als kleiner Partner sei es sinnvoll ein
wichtiger Teil einer starken Verbundenheit wie dem RVR zu sein. Seiner
Auffassung nach, seien die von Kritikern vorhergesagten Einsparungen in
Millionenhöhe aufgrund der bestehenden gesetzlichen Regelungen nicht
nachvollziehbar. Darüber hinaus werden bei einer Kündigung der Mitgliedschaft
des RVR die endgültigen finanziellen Auswirkungen voraussichtlich erst in einem
gerichtlichen Verfahren geklärt werden.
Herr Ludwig beantragt in dieser Angelegenheit geheim abzustimmen, damit jedes
Ratsmitglied außerhalb jeglicher Fraktionszwänge die Möglichkeit habe, seine
Stimme abzugeben.
Herr Röspel hält die in der Niederschrift als Anlage
8 beigefügte Rede.
Herr Sondermeyer spricht sich im Namen seiner Fraktion DieLinke.
gegen eine geheime Abstimmung aus. Die Fraktion DieLinke. wird für den Austritt
aus dem RVR stimmen.
Herr Jochen Weber kritisiert die im Vorfeld gemachten Äußerungen
eines in Hagen angesiedelten Industrieverbandes zum Austritt aus dem RVR, der
sich in anderen Diskussionen wie z.B. bei der Entwicklung von
Gewerbegrundstücken eher zurückgehalten habe. Die SPD habe sehr intensiv über
einen Austritt aus dem RVR diskutiert. In der Tat habe Hagen in den vielen
Jahren der Mitgliedschaft nur sehr wenige Vorteile in Anspruch nehmen können.
Allerdings dürfe nicht vergessen werden, dass in einer globalisierten Welt und
einem großen Europa auch kleine Partner bei entsprechender Aufstellung einen
entsprechenden Nutzen für sich verzeichnen könnten. In dieser Frage teile er
die Auffassung von Herrn Oberbürgermeister Demnitz. Die SPD-Fraktion
habe nach intensiver Diskussion die Abstimmung zwar freigegeben, werde aber den
Antrag der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen auf eine geheime Abstimmung
unterstützen.
Frau Kingreen hebt hervor, dass einige Hagener Sehenswürdigkeiten aus dem kulturellen
und wirtschaftlichen Bereich auf den Internetseiten des RVR zu sehen seien. Das
Ruhrgebiet als drittgrößte Metropole in Europa mit der Kulturhauptstadt 2010
muss den Hagenern Bürgerinnen und Bürger stärker ins Bewusstsein gebracht
werden. Hagen als Mitglied im RVR ist Teil eines Ganzen, welches nicht
aufgegeben werden sollte. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten sollte Hagen eine
Metropole im Ruhrgebiet bleiben. Im Falle des Verbleibs im RVR verweist Frau
Kingreen auf den eingereichten Ergänzungsantrag Ihrer Fraktion, der als Anlage 9 der Niederschrift beigefügt
ist.
Herr Strüwer spricht sich gegen eine geheime Abstimmung in dieser Angelegenheit aus
und erläutert in diesem Zusammenhang die wesentlichen Gründe für einen Austritt
aus dem RVR. Die Stadt Hagen habe in der Vergangenheit von der bisherigen
Mitgliedschaft nicht profitieren können und würde als Partner im RVR nur wenig Aufmerksamkeit
bekommen. In der Metropole Ruhrgebiet, in der in den nächsten Jahren mehrere
Millionen Euro für Industriedenkmäler investiert werden sollen, spiele Hagen
eher eine untergeordnete Rolle. Lediglich die sechs großen Ruhrgebietsstädte
würden von dieser Investition profitieren.
Herr Marscheider erklärt für seine Fraktion Bürger für Hagen,
dass diese aufgrund der schwierigen städtischen finanziellen Verhältnisse für
die Kündigung im RVR stimmen werde.
Herr Oberste-Berghaus teilt für die FDP-Fraktion mit, dass diese
ebenfalls für einen Austritt aus dem RVR stimmen werde.
Herr Riechel führt aus, dass Hagen möglicherweise die Vorteile des RVR nicht habe
nutzen können, weil zu wenige Aktivitäten gegenüber dem RVR angezeigt wurden.
Im Rahmen der Planung zur damaligen Bäderkonzeption habe der RVR die
Möglichkeit gehabt, ein entsprechendes Gutachten zu erstellen, worauf Hagen
verzichtet habe. In diesem Zusammenhang wäre es sinnvoll gewesen, beim RVR
Anträge zur finanziellen Förderung zustellen, um die eigenen Investitionskosten
so gering wie möglich zu halten. Darüber hinaus habe Hagen, im Gegensatz zu
anderen Ruhrgebietsstädten versäumt, die erforderlichen Gutachten für den
Touristikbereich beim RVR anzufordern. Viel einfacher sei es, im RVR als Mitglied
zu bleiben und den zuvor aufgeführten Nutzen herauszuziehen, als zum jetzigen
Zeitpunkt auszutreten. Aufgrund der bestehenden Rechtslage zeichne sich jetzt
schon ab, dass die von Herrn Prof. Dr. Bajohr anvisierte Einsparungssumme
in Höhe von 1,6 Millionen Euro pro Jahr, bei einer Kündigung der Mitgliedschaft
im RVR nicht in voller Höhe eingespart werden könnte.
Herr Prof. Dr. Bajohr erinnert daran, dass der jährliche
Mitgliedsbeitrag in Höhe von 1,6 Millionen Euro auf zehn Jahre, also 16
Millionen Euro, zu betrachten sei. Dabei müsse eine entsprechende Verzinsung im
Rahmen einer Kreditfinanzierung mit berücksichtigt werden. Trotz einer
Gegenrechnung des RVR in Form eines möglichen Schlichterspruches durch das
Innenministerium werde ein erheblicher zweistelliger Millionen Betrag in den
nächsten zehn Jahren bei einer Kündigung der Mitgliedschaft im RVR eingespart
werden. Der RVR habe für Hagen bisher keinen wirtschaftlichen, messbaren
Vorteil erbracht. Lediglich im Bereich der freiwilligen Leistungen, die Hagen
als Nothaushaltskommune zurzeit nicht ausführen dürfe, sei der RVR tätig
geworden. Im Übrigen verweist Herr Prof. Dr. Bajohr auf das zweite noch
anstehende Sparpaket, welches rd. 90 Millionen Euro an Einsparsumme vorsehen
würde.
Herr Oberbürgermeister Demnitz lässt zunächst über den Antrag der Fraktion
Bündnis 90/ Die Grünen auf geheime Abstimmung abstimmen.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Dem Antrag haben 14 Ratsmitglieder zugestimmt |
Hinweis des Schriftführers: Demnach wurde die
nach der Geschäftsordnung des Rates die erforderliche Anzahl an Stimmen zur
geheimen Abstimmung erreicht.
Auf Nachfrage von Herrn Oberbürgermeister
Demnitz entsenden die Ratsfraktionen folgende Personen für die
Wahlkommission:
Herrn Christian Peters
Frau Karin Kuschel-Eisermann
Herrn Sebastian Kayser
Herrn Tycho Oberste-Berghaus
Herrn Siegried Feste
Herrn Ralf Sondermeyer
Herr Oberbürgermeister Demnitz klärt die Ratsmitglieder über den in geheimer
Wahl abzugebenden Stimmzettel auf. Weiter führt Herr Oberbürgermeister
Demnitz aus, dass für eine Kündigung im RVR die Anzahl von 2/3 der
gesetzlichen Zahl der Ratsmitglieder erforderlich sein muss. Die Kündigung im
RVR wäre demnach erst bei 40 Ja-Stimmen beschlossen.
Weitere Fragen werden nicht gestellt.
Herr Oberbürgermeister Demnitz ruft die Ratsmitglieder namentlich zur geheimen
Abstimmung auf.
Nach Auszählung der abgegebenen Stimmen teilt die
Wahlkommission Herrn Oberbürgermeister Demnitz folgendes Wahlergebnis
mit, welches dieser dem Rat verkündet:
Für die Kündigung der Mitgliedschaft im RVR gemäß
§ 3 des RVR-Gesetzes haben gestimmt:
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Dafür: |
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Dagegen: |
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Enthaltungen: |
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Aufgrund der fehlenden 2/3 Mehrheit, mit Mehrheit abgelehnt. |
Im Anschluss lässt Herr Oberbürgermeister
Demnitz über den Ergänzungsantrag der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen wie
folgt abstimmen:
Zukünftig ist eine jährliche Übersicht über die Effekte der Mitgliedschaft der Stadt Hagen im RVR zu erstellen.
Diese Übersicht umfasst
- Auflistungen aller direkten und indirekten Zahlungen der Stadt Hagen an den RVR und seine Gremien und Einrichtungen im jeweiligen Berichtsjahr
- Auflistungen aller materiellen Leistungen, die vom RVR im Berichtsjahr an die Stadt Hagen oder an Projekte und Einrichtungen in Hagen ergangen sind
- Auflistungen aller im Berichtsjahr neu zu benennenden nicht-materiellen Vorteile, die der Stadt, z.B. durch Beteiligung an gemeinsamen regionalen Projekten, entstanden sind
- Auflistungen aller Fördermittel Dritter, die der Stadt Hagen im Rahmen gemeinsamer Beantragung der RVR-Gemeinden im Berichtsjahr zufließen nebst einer Aussage, ob die jeweilige Förderzuwendung ausschließlich im Rahmen der RVR-Mitgliedschaft zu erlangen gewesen wäre
- eine Auflistung aller Initiativen und Anträge, die von den Vertretern der Stadt Hagen in der Verbandsversammlung im Berichtsjahr zugunsten der Stadt Hagen eingebracht bzw. eingefordert wurden.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Einstimmig beschlossen |
Hinweis des Schriftführers: Als Tischvorlage
wurde eine Stellungnahme der AGR mbH ausgelegt, die als Anlage 10 Gegenstand der Niederschrift ist.
Beschluss:
Der Rat der Stadt Hagen beschließt
die Mitgliedschaft der Stadt Hagen im RVR mit einer Frist von einem Jahr zum
20. Oktober 2009 zu kündigen.
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Abstimmungsergebnis: |
|
x |
Aufgrund der fehlenden 2/3 Mehrheit, mit Mehrheit abgelehnt. |
|
Dafür: |
|
|
Dagegen: |
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|
Enthaltungen: |
Zukünftig ist eine jährliche Übersicht über die Effekte der Mitgliedschaft der Stadt Hagen im RVR zu erstellen.
Diese Übersicht umfasst
- Auflistungen aller direkten und indirekten Zahlungen der Stadt Hagen an den RVR und seine Gremien und Einrichtungen im jeweiligen Berichtsjahr
- Auflistungen aller materiellen Leistungen, die vom RVR im Berichtsjahr an die Stadt Hagen oder an Projekte und Einrichtungen in Hagen ergangen sind
- Auflistungen aller im Berichtsjahr neu zu benennenden nicht-materiellen Vorteile, die der Stadt, z.B. durch Beteiligung an gemeinsamen regionalen Projekten, entstanden sind
- Auflistungen aller Fördermittel Dritter, die der Stadt Hagen im Rahmen gemeinsamer Beantragung der RVR-Gemeinden im Berichtsjahr zufließen nebst einer Aussage, ob die jeweilige Förderzuwendung ausschließlich im Rahmen der RVR-Mitgliedschaft zu erlangen gewesen wäre
- eine Auflistung aller Initiativen und Anträge, die von den Vertretern der Stadt Hagen in der Verbandsversammlung im Berichtsjahr zugunsten der Stadt Hagen eingebracht bzw. eingefordert wurden.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Einstimmig beschlossen |
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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34,5 kB
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2
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(wie Dokument)
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27,8 kB
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3
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(wie Dokument)
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14,4 kB
|
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
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(wie Dokument)
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20,2 kB
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2
|
(wie Dokument)
|
892,6 kB
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3
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(wie Dokument)
|
21,5 kB
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4
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(wie Dokument)
|
58,6 kB
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5
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(wie Dokument)
|
58,4 kB
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