04.09.2008 - 5.9 Verabschiedung NKF-Haushaltsplanentwurf 2008 mi...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5.9
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 04.09.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Das Haushaltsicherungskonzept 2008 wurde als
Tischvorlage ausgelegt und ist als Anlage
11 der Niederschrift beigefügt.
Herr Jochen Weber erinnert an den langen und intensiven
Beratungsvorlauf zum Haushalt 2008, der deutlich mache, dass die
Ernsthaftigkeit der Hagener Sparbemühungen vorhanden sei. Die intensive
Beratung der Investitionsliste für 2008 und für die folgenden Jahre war
notwendig, um auch noch andere Projekte außer der Bahnhofshinterfahrung in
Hagen realisieren zu können. Dabei geht Herr Jochen Weber insbesondere
auf den Stadtumbau West, die Soziale Stadt Wehringhausen, den Bau von
Feuerwehrgerätehäusern und den Bau des neuen Tierheims ein. Die Umsetzung des
Sparpaketes und die damit verbundenen Einsparvorschläge werden von den
Sozialdemokraten unterstützt. In diesem Zusammenhang müssten insbesondere die
wohnortnahe Beschulung, die Kultur in Hagen und das ÖPNV Angebot thematisiert
werden, damit Hagen auch zukünftig handlungsfähig bleibe. Alle Ratsmitglieder
seien aufgefordert aktiv an den Haushaltsplanberatungen 2009 mitzuarbeiten.
Herr Dr. Ramrath stimmt im Wesentlichen den Ausführungen von Herrn
Jochen Weber zu, merkt aber an, dass der Umsetzungsprozess des ersten
Sparpakets zu stockend verlaufen würde. Die gravierenden Belastungen, die auch
die Bürgerinnen und Bürger betreffen, werden nur mit Verzögerung von Rat und
Politik begleitet. Die Umsetzung der weiteren Sparpakete sollte qualitativ gut
und schneller erfolgen. Die im Gespräch mit der Bezirksregierung erreichte
zukunftsorientierte Betrachtung der Investitionspolitik, werde sich in der
Attraktivität von Hagen bemerkbar machen und sich für die Bürgerinnen und
Bürger positiv auswirken.
Herr Riechel erklärt für die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen, dass diese den Haushalt
2008 ablehnen werde. Trotz Zustimmung bei vielen Einzelpunkten habe seine
Fraktion das Sparpaket insgesamt abgelehnt, weil Leistungen in wichtigen
Bereichen gestrichen oder gekürzt werden. Wichtige Kostenfaktoren würden auch
zukünftig unbeachtet bleiben, wie z.B. das Fehlen eines effektiven
Beteiligungscontrollings oder die noch nicht umgesetzten
Beteiligungsrichtlinien. Darüber hinaus seien die Vorstellungen der Gemeindeprüfungsanstalt
nicht auf alle städtischen Dienstleistungen übertragbar. Die Qualität der
städtischen Leistungserbringung für die Bürgerinnen und Bürger dürfte auch unter
dem bestehenden Spardruck nicht zurückgestellt werden. Ein Vergleich mit anderen
Kommunen habe bisher gezeigt, dass Hagen in Bezug auf seine städtischen Leistungen
im mittleren Bereich gelegen habe. Es stelle sich allerdings die Frage,
inwieweit Hagen zukünftig den Vorgaben anderer Einrichtungen folgen sollte, die
sich in Ihren Ausführungen als lediglich „billige“ aber nicht
kostengünstige Dienstleistung darstellen würde. Gerade strukturschwache Städte
wie Hagen seien auf Infrastrukturhilfen angewiesen und sollten trotz
Nothaushalt die Möglichkeit erhalten, auch weiter an bestimmten Förderprogrammen
teilnehmen zu können. Die zuständigen Aufsichtsbehörden sollten erkennen, dass
ein sinnvolles Gleichgewicht zwischen nötigen Einsparungen und
Zukunftsinvestitionen für eine Kommune wie Hagen nach wie vor wichtig sei. Dabei
müsste berücksichtigt werden, dass die von den Kommunen vorgenommenen Sparziele
durch die Beschlüsse der Bundes- bzw. Landesregierung regelmäßig konterkariert
werden.
Herr Marscheider teilt für seine Fraktion Bürger für Hagen mit,
dass diese zwar den Haushalt 2008 ablehnen, aber die weiteren
Haushaltsplanberatungen kritisch begleiten werden. Die finanzielle
Haushaltslage der Stadt haben die beiden großen im Rat vertretenen Fraktionen
zu vertreten.
Die FDP-Fraktion, so Herr Thielmann, habe
sich intensiv mit dem Sparpaket beschäftigt, dieses aber in seiner Gesamtheit
aus verschiedensten Gründen abgelehnt. Die Sparbemühungen der Verwaltung selbst
seien dem demographischen Wandel bisher nicht angepasst. Ein funktionierender
Personalentwicklungsplan sei aus diesem Grund erforderlich. Die Kulturausgaben
würden die Stadt eher inspirieren als belasten, so dass die Ausgaben im
Kulturbereich sinnvoll erscheinen. Die Bürgerinnen und Bürger müssten auch zukünftig
bei den Sparbemühungen der Stadt noch intensiver mit einbezogen werden, um die
finanzielle Lage der Stadt gegenüber der Bevölkerung noch transparenter zu
machen. Im Ergebnis lehne die FDP-Fraktion den Haushalt 2008 ab.
Herr Sondermeyer erklärt, dass seine Fraktion DieLinke. den
Haushalt 2008 ablehne, weil sich die darin enthaltenen Sparvorschläge für die
Bürgerinnen und Bürger belastend auswirken werden. Die Kürzung von sozialen
Leistungen trage immer mehr dazu bei, dass Vereine und soziale Verbände in
Ihrer Existenz gefährdet seien.
Herr Dr. Bücker erklärt für die Wählergemeinschaft Hagen Aktiv, dass diese den Haushalt
2008 ablehne.
Herr Schulz teilt mit, dass die Republikaner den Haushalt 2008 ablehnen werden.
Herr Vaupel steht den bisherigen Sparbemühungen der Verwaltung kritisch gegenüber
und lehnt den Haushalt 2008 ab.
Herr Oberbürgermeister Demnitz bedankt sich bei der Verwaltung für den geleisteten
Arbeitseinsatz zur Aufstellung des Haushaltsplanes und lässt über folgenden Beschlussvorschlag
abstimmen.
Beschluss:
Der Rat der Stadt beschließt die Haushaltssatzung für das Haushaltsjahr 2008 sowie das Haushaltssicherungskonzept 2008 unter Berücksichtigung der ersten, zweiten und dritten Veränderungsliste. Das erste Sanierungspaket ist Bestandteil des Haushaltssicherungskonzeptes. Die darin enthaltenen Maßnahmen sind – soweit sie nicht bereits im Haushaltsplan 2008 enthalten sind – bei der Aufstellung des Haushaltsplanes 2009 umzusetzen.
