04.09.2008 - 1 Einwohnerfragestunde
Grunddaten
- TOP:
- Ö 1
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 04.09.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Frau Pf. fragt nach, warum die Regenbogenschule in Hohenlimburg trotz konstanter
Schülerzahlen und nicht erforderlichen Sanierungsbedarf auf die Liste der
möglichen Schulschließungen gekommen sei.
Herr Grothe führt aus, dass die Thematik der möglichen Schulschließungen in verschiedenen
Arbeitsgruppen diskutiert werde. Unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte wurden
die Schulen entsprechend beurteilt. Die Verwaltung werde ab dem 16.09.2008 im
Schulausschuss eine Verwaltungsvorlage einbringen, aus der die Entscheidung der
Arbeitsgruppen nachvollzogen werden könnte.
Frau F. hinterfragt die Unterbringung der zukünftigen Ganztagskinder bei einer
möglichen Schließung der Regenbogenschule und möchte wissen, wer für die dann
entstehenden Fahrtkosten aufkommen werde.
Für Herrn Jochen Weber stellt sich zunächst die Frage, wie der Rat mit
den Arbeitsergebnissen aus den unterschiedlichen Arbeitsgruppen umgehen werde.
Die Arbeitsgruppe der Schulentwicklungsplanung habe deutlich gemacht, dass
bestimmte Schulen aufgrund der zurückgehenden Schülerentwicklung auf Dauer
nicht bestehen könnten. Der Rat werde allerdings noch umfangreiche
Informationen benötigen, um eine sachgerechte Entscheidung in dieser
Angelegenheit treffen zu können. Die SPD-Fraktion werde sich dieser Diskussion
stellen und mit den Eltern, den Lehrern und den Schülern gemeinsam nach Lösungen
suchen.
Herr Röspel warnt davor, die Diskussion in dieser Angelegenheit dahingehend zu führen,
dass ab 2009 die Schulen in Hagen geschlossen würden, zumal eine erste Schließung
frühestens erst im Jahr 2014/2015 erfolgen könnte. Sinnvoll sei eine sachliche
Diskussion zwischen allen Beteiligten. Die Politik werde sich dafür einsetzen,
dass keinem Kind die Teilnahme an der Offenen Ganztagsschule verwehrt werde.
Frau Kingreen begrüßt die Initiative der Regenbogenschule, bittet aber um Verständnis,
dass die Politik sich mit diesem Thema konstruktiv auseinandersetzten müsse.
Herr Thielmann erinnert an die bestehende Schullandschaft, die auf eine Einwohnerzahl
von 230.000 Einwohnern ausgerichtet sei. Im Rahmen des demographischen Wandels
werde Hagen rd. 50.000 Einwohner zukünftig weniger haben. Die Aufgabe der
Politik bestehe darin, entsprechend zu handeln und gemeinsam mit allen
Beteiligten nach Lösungen zu suchen.
Herr Feste bestätigt die Aussagen zur Entwicklung der Schülerzahlen. Die von der
Politik zu treffenden Entscheidungen sollten später für die betroffenen Eltern
aufgrund der vorliegenden Informationen und Zahlen nachvollziehbar sein. Darüber
hinaus erscheine es sinnvoll, am Rande der Diskussion über alternative Maßnahme
nachzudenken.
Herr Sondermeyer sichert für seine Fraktion DieLinke. zu, dass
diese den Dialog mit allen Beteiligten, Eltern, Schüler sowie Lehrer suchen
werde.
Auf die Frage von Frau F., ob die in
Anspruch genommenen Fördermittel zur Einrichtung der Offenen Ganztagsschulen
bei einer Schließung zurückgezahlt werden müssten, antwortet Herr Grothe,
dass zunächst die Höhe der Förderung ermittelt werden müsste.
Frau N.-N. bittet um Auskunft, warum die Bezirksvertretungen und der Sportausschuss
als zuständige Gremium bisher bei der Beratung außen vor gelassen wurden.
Herr Grothe verweist erneut auf die interne eingerichtete Arbeitsgruppe sowie auf
die Beratungsfolge der zuvor erwähnten Verwaltungsvorlage, die bis zum November
2008 in den jeweiligen Gremien zur Beratung anstehe.
Frau Z. bezieht sich auf das kommende Anmeldeverfahren der Hagener Grundschulen,
wonach alle Grundschulen in Hagen die Schulkinder für 2009/2010 nur unter Vorbehalt
aufnehmen würden. Dies sei in einer Sitzung des Schulausschuss den Eltern in
dieser Form nicht mitgeteilt worden.
Herr Grothe teilt mit, dass die Anmeldefrist für das Schuljahr 2009/2010 bis zum
16.11.2008 bestehen würde. Bis dahin beabsichtige die Verwaltung in dieser
Angelegenheit eine klare Aussage treffen zu können.
Frau Herms bestätigt, dass der Schulausschuss eine Überlegung angestellt habe, dass
die möglicherweise betroffen Schulen die Anmeldungen der Schüler unter
Vorbehalt annehmen sollten. Allerdings habe sich diese Überlegung inzwischen
überholt, weil absehbar sei, dass die Beratung der Vorlage bis zur Anmeldefrist
nicht abschließend erfolgen werde. Voraussichtlich werden die Anmeldung für das
Schuljahr 2009/2010 im normalen Verfahren abgewickelt werden.
Herr Grothe erinnert daran, dass die Beratungsfolge der Verwaltungsvorlage eine Entscheidung
durch den Rat am 13.11.2008 vorsehen würde.
Frau S. bezieht sich auf die Aussage eines FDP-Politikers in einer öffentlichen
Diskussionsrunde, wonach dieser die Einzügigkeit an Grundschulen kritisch
betrachtet habe. Frau S. weist darauf hin, dass der Fortbestand einer
gebildeten Grundschule im Schulgesetz garantiert sei, soweit die Einzügigkeit
gewährleistet ist.
Herr Thielmann verweist auf seine zuvor getätigten Ausführungen und sichert erneut zu,
dass die FDP-Fraktion im Rat der Stadt mit allen Schulen in den Dialog bleiben
werde und erinnert daran, dass die Landesregierung NRW in den letzten Jahren
mehrere tausend Lehrer mehr eingestellt habe und die allgemeine Situation an
den Schulen besser geworden sei.
Frau B. vertritt die Meinung, dass in Grundschulklassen aus pädagogischer Sicht weniger
als 30 Kinder lernen sollten. Diese Auffassung würde auch vom Schulministerium
vertreten. In diesem Zusammenhang möchte Frau B. wissen, wie sich diese
Auffassung mit den beabsichtigten Schulschließungen in Hagen vereinbaren lasse.
Herr Grothe entgegnet, dass die ihm vorliegenden Zahlen eindeutig belegen würden,
dass die Einwohnerzahl in Hagen aufgrund des demographischen Wandels sinken werde.
In der bisherigen Diskussion hinsichtlich der Grundschulen sei seiner Kenntnis
nach sichergestellt, dass sich in den Klassen der Grundschulen die Schülerzahlen
auf unter 30 Kinder reduzieren werde.
Auf die Zusatzfrage von Frau B. ob es im
Rat eine Mehrheit geben würde, die sich gegen die beabsichtigte Schließung von
Hagener Grundschulen aussprechen würde, verdeutlicht Herr Gerbersmann
erneut die Auswirkungen der zukünftig sinkenden Einwohnerzahl. Bereits heute
habe Hagen rd. 40.000 Einwohner und somit auch eine entsprechende passende
Anzahl an Schülern weniger als in Vorjahren. Die Stadt sei gezwungen, sich
dieser Bevölkerungsentwicklung dahingehend anzupassen, dass Schulen geschlossen
werden müssten. Lediglich über die Auswahl der Schulen könnte diskutiert
werden.
Frau M. macht eine Anmerkung zum Schulsystem in Finnland und bitte die beabsichtigte
Klassenstärke der Hagener Grundschulen zu überdenken.
Herr K. bittet um Auskunft, welche Einsparungen unter Berücksichtigung der
Unterbringung der Kinder, den Transportkosten und der Unterbringung des
Lehrpersonals bei einer Schließung der Regenbogenschule definitiv erzielt werden.
Herr Grothe verweist auf die bestehende Verwaltungsvorlage, die sich mit dieser
Frage intensiv auseinandersetzen würde.
Weiter bezieht sich Herr K. auf eine
Aussage des Bundeskanzleramtes, wonach Klassen mit über 30 Kindern vermieden
werden sollten. Es stelle sich die Frage, wie diese Aussage mit den
beabsichtigten Schulschließungen vereinbar sei.
Herr Grothe entgegnet, dass bei der Berechnung der zukünftigen Schulsituation die Schülerzahlen
in den Grundschulklassen auf 24 begrenzt seien. Darüber hinaus werde bereits
heute deutlich, dass alle Schulformen, mit Ausnahme der Sekundarstufe II, einen
enormen Schülerrückgang verzeichnen würden.
Frau H. fragt nach, ob die öffentlichen Toiletten inklusive Behindertentoilette
im Volkspark geschlossen werden sollen und verweist auf die bestehende
Fürsorgepflicht der Stadt Hagen.
Herr Grothe erinnert an den Beschluss des Rates im Zusammenhang mit dem Sparpaket, indem
über den Fortbestand der öffentlichen Toiletten nachgedacht werden soll. Die Verwaltung
würde sich zurzeit mit dieser Thematik auseinandersetzen und versuche eine Lösung
zu erarbeiten.
Frau H. geht auf die Kostenerhöhung der Bahnhofshinterfahrung in Höhe von 6,6
Millionen Euro ein und möchte wissen, ob es nicht sinnvoller sei, auf diese Maßnahme
zu verzichten und dafür andere Maßnahmen zu unterstützen.
Herr Grothe bestätigt die Kostenverschiebung der Bahnhofshinterfahrung und verweist
auf die noch zur Beratung anstehende Verwaltungsvorlage in dieser
Angelegenheit, in der die Verwaltung den Rat bitten werde, eine entsprechende
Priorisierung vorzunehmen.
Herr Hammer verdeutlicht gegenüber Frau H., dass die Bahnhofshinterfahrung
für den Bereich der Bundesstraße 7 im Bereich Bahnhof und Wehringhausen bedeutend
sei und dadurch eine Wohnumfeldverbesserung in den angesprochenen Gebieten
entstehen würde.
Auf die Nachfrage von Frau B.-D. zur
Klassenstärke von 24 Schülern, antwortet Herr Grothe, dass sich diese
Zahlenangabe auf die Zukunft und nicht auf die Gegenwart beziehen würde. Mit
dieser Klassenstärke habe die Verwaltung den zukünftigen Bedarf ermittelt.
Frau Herms erinnert daran, dass die Vorgaben zu den Klassenstärken an Schulen von
der Landesregierung NRW festgelegt werden.
